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„Möbelhaus“ – Tatsachenroman von Robert Kisch

Robert Kisch ist das Pseudonym eines ehemaligen Journalisten, der mit fast allen deutschen Journalismus-Preisen ausgezeichnet wurde. Kisch fällt mit Ende 40 der Wirtschaftskrise und seinem Alter zum Opfer. Über sein heutiges Leben erzählt er in seinem Tatsachenroman „Möbelhaus“, der am 2. Februar 2015 im Droemer Verlag veröffentlicht wurde.

Das Mittelschichtsleben hängt am seidenen Faden

Vor einiger Zeit plauderte er noch mit bekannten Hollywoodgrößen- jetzt präsentiert er mit Bundfaltenhose und Krawatte die Vorzüge einer Schrankwand oder eines Ledersofas. Er hätte sich im Traum nie vorstellen können, einmal als Provisionsverkäufer in einem der größten Möbelhäuser Deutschlands arbeiten zu müssen. Aber er muss Geld verdienen, denn sein kleiner Sohn will ernährt werden.

Heute ist er Teil einer Welt, die aus Misstrauen, Mobbing und Konkurrenzkampf besteht. Durch seinen notorischen Geldmangel, Wochenendarbeit und unzählige Überstunden geht seine Beziehung kaputt. Aber er muss durchhalten!

Fazit

Kisch erging es wie vielen Menschen über 40, die auf Grund ihres Alters ihren Job verlieren. Notgedrungen arbeitet er in einem Möbelhaus und beschreibt, welchem Leistungsdruck, Mobbing und Konkurrenzkampf er dort tagtäglich ausgesetzt ist. Schonungslos lässt er den Leser teilhaben an der Jagd der Kunden nach immer mehr Rabatten, an den Überredungskünsten der Verkäufer und an den Ausbeutungsmethoden der Geschäftleitung. Kisch ist nicht der einzige ungelernte Möbelverkäufer in seinem Betrieb. Fast alle Kollegen sind gescheiterte Existenzen, die notgedrungen dort arbeiten müssen. Hier zählt nur der Erfolg, denn dieser bringt die ersehnte Provision und dafür geht man auch mal über Leichen.

Schockierend, dass ein Arbeitsleben so schrecklich sein kann – heutzutage leider oft ganz normal!

„Möbelhaus“ – Tatsachenroman von Robert Kisch, erschienen am 2. Febriar 2015 im Droemer Verlag, Taschenbuch, 320 Seiten, 12,99 Euro, ISBN 978-3-426-30404-4

Die Autorin bedankt sich ganz herzlich beim Droemer Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.

Bildnachweis: copyright Droemer Verlag

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