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„Die Glasbläserin“: Historischer Roman (Die Glasbläser-Saga, Band 1) von Petra Durst-Benning

Petra Durst-Benning gehört zu den erfolgreichsten deutschen Autorinnen. Seit über 15 Jahren laden ihre historischen Romane die Leserinnen ein, mit mutigen Frauenfiguren Abenteuer und große Gefühle zu erleben. Auch im Ausland und im TV feiern ihre Romane große Erfolge. Im November 2016 erschien ihr historischer Roman „Die Glasbläserin“ Teil 1 der Glasbläser-Saga, im List Verlag als Taschenbuch.

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Lauscha, ein kleines Glasbläserdorf im Thüringer Wald im Jahr 1890: Der Glasbläser Joost Steinmann stirbt, und die drei Töchter Johanna, Marie und Ruth stehen völlig mittellos da. Als ein amerikanischer Geschäftsmann auf die schönen gläsernen Christbaumkugeln aus Lauscha aufmerksam wird, gibt er eine Großbestellung in Auftrag. Die couragierte Marie wittert ihre Chance und bricht mit allen Regeln: Sie wagt es, als erste Frau kunstvolle Christbaumkugeln zu kreieren.

Der Schreibstil Durst-Bennings ist so mitreissend, dass man das Buch kaum aus der Hand legen mag. Sie fängt die Atmosphäre der damaligen Zeit perfekt ein und verbindet diese mit einer berührenden und spannenden Geschichte, die sehr glaubhaft erzählt wird. In diesem historischen Roman lässt Petra Durst-Benning die Vergangenheit vor den Augen des Leser wieder lebendig werden. Nach dem Lesen der ersten Seiten glaubt man fast, die Protagonisten persönlich zu kennen, so lebendig werden sie beschrieben.

Sehr gut recherchiert – genauso muss ein guter Historienroman sein! Ich freue mich schon auf den 2. Band der Glasbläser-Saga.

„Die Glasbläserin“ von Petra Durst-Benning, erschienen im November 2016 bei List, Taschenbuch, 496 Seiten, 9,99 Euro, 978-3548613338

Bildnachweis: copyright List Verlag

Herzlichen Dank an den List Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

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„Die Heilerinnen von Aragón“ – historischer Roman von Guido Dieckmann

Der 1969 geborene, freie Schriftsteller Guido Dieckmann arbeitete nach dem Studium der Geschichte und Anglistik als Übersetzer und Wirtschaftshistoriker. Heute gehört er mit seinen historischen Romanen, u.a. dem Bestseller „Luther“ (2003), zu den bekanntesten Autoren dieses Genres in Deutschland.Sein neuer historischer Roman „Die Heilerinnen von Aragón“ erschien 2016 im Rowohlt Taschenbuch Verlag.

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Emirat Granada, 1359. Behütet von ihrem Großvater Samu, dem jüdischen Leibarzt des Emirs Muhammad, wachsen die Cousinen Floreta und Ceti Seite an Seite auf – bis der weltoffene Emir von seinem eigenen Halbbruder gestürzt wird. Floreta und Ceti werden auf dem Sklavenmarkt verkauft, doch es gelingt ihnen die Flucht ins Königreich Aragón.
Nur ihre Liebe zu Pflanzen und Kräutern gibt den jungen Frauen die Kraft, an ihrem Traum festzuhalten: Sie wollen Heilerinnen werden. In dem gutmütigen Kapuzinermönch Pablo und dem blinden Sahin, einem Gewürzwarenhändler aus ihrer Heimat Granada, finden sie ihre Lehrer. Doch Neid, Intrigen und Lügen bedrohen ihre Freundschaft. Und ihr Leben ..

Die aufregende Geschichte der beiden Cousinen Floreta und Ceti hat mich in ihren Bann gezogen. Viele unerwartete Wendungen halten den Spannungsbogen kontinuierlich hoch, obwohl der Roman fast 500 Seiten hat.

Mit seinem detailreichen und leicht lesbaren Erzählstil hat mich der Autor beim Lesen direkt ins Jahr 1359 versetzt – ich hatte alle Handlungsorte bildlich vor mir. Die Protagonisten und ihre Handlungen werden glaubhaft und nachvollziehbar beschrieben – ich konnte mich sehr gut in sie hineinversetzen.

Ein wundervoller historischer Roman zum Mitfiebern und Schmökern. Lesenswert!

„Die Heilerinnen von Aragón“ von Guido Dieckmann, erschienen 2016 im Rowohlt Taschenbuch Verlag, Taschenbuch, 480 Seiten, 9,99 Euro, ISBN 978-3499271755

Bildnachweis: copyright Rowohlt Taschenbuch Verlag

Herzlichen Dank an den Rowohlt Taschenbuch Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

Der Irische Löwe: Anna Kronbergs vierter Fall von Annelie Wendeberg

Eigentlich ist die Annelie Wendeberg von Beruf Umweltmikrobiologin. Doch nachts bringt Annelie Menschen auf dem Papier um. Mit „Teufelsgrinsen“, „Tiefer Fall“ und „Die lange Reise“, in denen Anna Kronberg gemeinsam mit Sherlock Holmes ermittelt, ist Annelie Wendeberg eine der beliebtesten Krimi-Autorinnen des KiWi-Verlags geworden. Am 12. Mai 2016 erschien der vierte Fall für Anna Kronberg „Der Irische Löwe“ bei KiWi. Dieser Roman ist das Prequel zur Anna-Kronberg-Serie.

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Der historische Krimi rund um die vorgebliche Krankenschwester Anna Kronberg, die als Dr. Anton Kronberg eine geheime Doppelexistenz lebt, entführt mitten ins London des Viktorianischen Zeitalters.

Während Anna sich im schlimmsten Slum der Stadt um die Ärmsten der Armen kümmert, wird die Leiche einer jungen Prostituierten gefunden. Anna macht sich auf die Suche nach einem perfiden Frauenmörder. Und Anna steht mit dem hünenhaften Dieb Garret O’Hare der titelgebende Ire mit der Löwenmähne zur Seite, für den sie bald mehr als nur freundschaftliche Zuneigung empfindet.

Das Prequel zur Anna-Kronberg-Serie spielt in  London im Jahr 1885. Neuleser der Anna-Kronberg-Serie könnten durchaus mit diesem vierten Teil beginnen, da sie hiermit einen guten Einstieg in die Serie erhalten.

Anna lernt Garret kennen und eine zarte Liebe entwickelt sich. Das alles vor dem Hintergrund grausamer Frauenmorde, die einem berüchtigten Serienkiller zuzuordnen sind. Annas Arbeit im Krankenhaus wird detailliert beschrieben – definitiv nichts für zart besaitete Gemüter.

Der Schreibstil ist hart und schonungslos. Das passt sehr gut zum rauhen Leben in Londons Slumviertel.

Spannend mit einer Prise Liebe – ein gelungener Historien-Krimi, der mir viele schöne Lesestunden beschert hat.

„Der Irische Löwe“ von Annelie Wendeberg, erschienen am 12. Mai 2016 bei KiWi, Taschenbuch, 208 Seiten, 8,99 Euro, ISBN 978-3462047639

Bildnachweis: copyright KiWi Verlag

Herzlichen Dank an KiWi für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.

„Das Sternenhaus“ – Roman von Kimberley Wilkins

Die bisherigen Romane und Kinderbücher der australischen Autorin Kimberley Wilkins wurden mit vielen Preisen und Auszeichnungen geehrt. Im März 2016 erschien ihr Roman „Das Sternenhaus“ als Taschenbuch im Knaur Verlag.

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1891: Die ungestüme Nell wächst auf der Gefängnisinsel Ember Island auf, wo ihr Vater die Strafanstalt leitet. Als ihre Mutter mit nur 36 Jahren stirbt, stellt er die Gouvernante Tilly ein. Die junge Frau, die selbst bereits schwere Schicksalsschläge erleiden musste, erobert das Herz des Mädchens im Sturm – und nicht nur seines …

Mehr als 100 Jahre später reist die Bestsellerautorin Nina auf die abgelegene Insel vor der Küste Australiens. Hier, im Haus ihrer Urgroßmutter Nell, dem »Sternenhaus«, hofft sie, umgeben von beeindruckender Landschaft und bewegender Stille, ihre tiefe Schreibkrise überwinden zu können, in die der Betrug ihres langjährigen Lebensgefährten sie gestürzt hat.

Der Roman spielt in zwei Zeitebenen, die die Autorin geschickt miteinander verbindet, denn Nina ist die Urenkelin von Nell. Der Haupthandlungsort ist die Gefängnisinsel Ember Island, auf der 1891 die junge Nell lebte und zu der 100 Jahre später ihre Urenkelin Nina reist.

Die emotionalen Geschichten von Nell und ihrer Urenkelin Nina haben mich gefesselt – ich konnte den Roman kaum aus der Hand legen. Am meisten hat mich das Leben von Nell berührt. Sie lebte in einer Zeit, in der Frauen wenig Rechte hatte und Liebe bei einer Hochzeit so gut wie gar keine Rolle spielte.

Mit diesem wundervollen Roman kann man in längst vergangene Zeiten abtauchen und sich vom Schreibstil der Autorin verzaubern lassen. Absolute Leseempfehlung!

„Das Sternenhaus“ von Kimberley Wilkins, erschienen 2016 bei Knaur als Taschenbuch, 448 Seiten, 9,99 Euro, ISBN 978-3-426-51673-7

Bildnachweis: copyright Knaur Verlag

Herzlichen Dank an Knaur für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.

„Die fremde Schwester“ – Roman von Lauren Willig

Seitdem sie 6 Jahre alt ist, schreibt Lauren Willig Liebesromane. Sie besitzt einen Abschluss in Englischer Geschichte und einen Doktor in Rechtswissenschaften. Nach einem Jahr in einer New Yorker Rechtsanwaltskanzlei entschied sie sich ganz für die Schriftstellerei. Am 11. März 2016 erschien im Wunderlich Verlag ihr neuer Roman mit dem Titel „Die fremde Schwester“ als broschiertes Buch. Die Übersetzung ins Deutsche stammt von Mechthild Sandberg-Ciletti.

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Im Jahr 1927 findet Rachel bei Aufräumungsarbeiten im Cottage ihrer verstorbenen Mutter einen dubiosen Zeitungsausschnitt. Auf diesem posiert Graf Ardmore mit seiner Frau und Tochter. Und merkwürdigerweise sieht er Rachels Vater zum Verwechseln ähnlich. Nur dass ihr Vater, angeblich ein mittelloser Botaniker, seit 20 Jahren tot sein soll. Fest entschlossen, das Rätsel ihrer Herkunft zu ergründen, reist Rachel nach London. Doch als sie schließlich ihrer Halbschwester Olivia begegnet, gibt sie sich nicht zu erkennen. Denn Rachel fühlt sich magisch zu Olivias Verlobtem John hingezogen. Und lässt sich auf ein Spiel ein, über das sie bald die Kontrolle verliert.

Dunkle Familiengeheimnisse und ihre Auflösung begeistern mich immer wieder aufs Neue. Und der historische Roman von Lauren Willig ist genau so ein Buch:

Rachel muss erfahren, dass ihre Mutter sie all die Jahre belogen hat und ihr totgeglaubter Vater noch lebt. Mit Hilfe eines Reporters nimmt sie eine andere Identität an und beginnt mit Nachforschungen über die Gründe der Lebenslüge ihrer Mutter. Und ihr neues Leben als wohlhabende Frau scheint Rachel gut zu gefallen.

Als sie die Wahrheit hinter der Lüge erfährt, ist Rachel schockiert und fassungslos. Doch es gibt jemanden in ihrem neuen alten Leben, der ihr zur Seite steht und ihr wieder neue Perspektiven gibt.

Lauren Willigs Schreibstil hat mich in seinen Bann gezogen und mich in die Zeit 1927 zurück versetzt. Ich konnte mir bildhaft vorstellen, wie das Leben reicher Menschen damals war und wie sehr dieses Leben Rachel fasziniert hat.

Nach und nach kommt Rachel hinter das Geheimnis der Lebenslüge ihrer Mutter – die Auflösung ist völlig unerwartet, aber in sich schlüssig. Da das Geheimnis erst am Ende des Romans aufgelöst wird, bleibt der Spannungsbogen von Anfang bis Ende sehr hoch. Und die begleitende Liebesgeschichte passt auch wunderbar dazu.

Wer Romane mit Familiengeheimnissen liebt und gern etwas aus vergangenen Zeiten liest, wird dieses Buch bestimmt mögen. Mir hat es viele schöne Lesestunden beschert!

„Die fremde Schwester“ von Lauren Willig, erschienen am 11. März 2016 im Wunderlich Verlag, borschiert, 400 Seiten, 16,99 Euro, ISBN 978-3805250825

Herzlichen Dank an den Wunderlich Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.

Bildnachweis: copyright Wunderlich Verlag

„Die Frau des Teehändlers“ – historischer Roman von Dinah Jefferies

Dinah Jefferies wurde 1948 im malaiischen Malakka geboren. Acht Jahre später übersiedelte die Familie nach England. Dinah Jefferies studierte Theaterwissenschaft und Englische Literatur und arbeitete als Lehrerin, Fernsehmoderatorin und Künstlerin. “ Die Frau des Teehändlers“ ist ihr zweiter Roman, der Ende 2015 im Lübbe Ehrenwirth Verlag veröffentlicht wurde. Die Übersetzung ins Deutsche stammt von Angela Koonen.

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Sri Lanka in den 1920er Jahren. Die junge Engländerin Gwen Hooper trifft mit ihrem frisch angetrauten Ehemann Laurence in der familieneigenen Teeplantage ein. Dort bezieht das Paar eine traumhafte Villa, und Gwen fühlt sich wie im Paradies. Doch warum verhält sich ihr eigentlich sehr liebevoller Ehemann bisweilen so seltsam? Und warum macht er ein Geheimnis um seine verstorbene erste Ehefrau? Als Gwen schließlich Zwillinge zur Welt bringt, wird sie mit einer entsetzlichen Wahrheit konfrontiert, die sie zu zerstören droht.

Ich liebe geheimnisvolle Familiengeschichten, besonders wenn sie in einer exotischen Umgebung spielen. Eine fiktive Geschichte wurde hier in die Zeit der Unruhen vor der Entkolonisierung Sri Lankas eingebettet.

Da ich selbst schon einmal auf Sri Lanka war, habe ich mich beim Lesen wieder dorthin versetzt gefühlt. Ich konnte mir die tolle Landschaft Sri Lankas, den Duft der Blumen und das Rauschen des Meeres richtig gut vorstellen. Im Roman werden auch sehr gut die Probleme der Rassenkonflikte thematisiert.

Ein faszinierender, leicht lesbarer und sehr spannender Familienroman, der mich von Anfang bis Ende in seinen Bann gezogen hat. Unbedingte Leseempfehlung!

„Die Frau des Teehändlers“ – historischer Roman von Dinah Jefferies, erschienen 2015 bei Lübbe Ehrenwirth, broschiert, 448 Seiten, 14,99 Euro, ISBN 978-3431039290

Herzlichen Dank an Lübbe Ehrenwirth für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.

Bildnachweis: copyright Lübbe Ehrenwirth

 

 

„Hexensarg“ – historischer Roman von Wolf Serno

Wolf Serno  gelang es, mit seinem Debüt-Roman “Der Wanderchirurg” sofort auf den Bestseller-Listen zu landen. Auch seine nächsten historischen Romane wurden alle große Erfolge. Am 1. Februar 2016 erschien im Knaur Verlag sein neuer historischer Roman mit dem Titel „Hexensarg“ als Taschenbuch.

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Provinz Holland, anno 1556. Im vielarmigen Mündungsdelta des Rheins, dort, wo der große Strom und die mächtige Nordsee aufeinandertreffen, liegt die Insel Zwaanwaard. Man nennt sie »die Insel der Todgeweihten«, denn auf ihr leben die Leprakranken – verstoßen von der Welt, verlassen und vergessen. Der Einzige, der vom Festland zu ihnen hinüberrudert, um sie mit dem Nötigsten zu versorgen, ist Lapidius, der Schellenknecht. Lapidus ist ein Mann,  der dem Alkohol recht zugetan ist. Seine neue Aufgabe, die Aussätzigen zu versorgen, hat er nur bekommen, da sein Vorgänger Janszoon verstorben ist.

Bei seiner ersten Bootsfahrt zur Insel glaubt er im Schilf eine Kinderleiche zu sehen, doch er traut seinen alkoholisierten Sinnen nicht und beachtet seine Entdeckung nicht weiter. Auf der Insel lernt Lapidus die junge leprakranke Jüdin Irit und ihren Ziehvater Yanardan kennen. Bald darauf verzichtet Lapidus auf seinen großen Alkolkonsum und geht in seiner Arbeit auf der Insel auf. Dort findet er heraus, dass viele Menschen eines unnatürlichen Todes sterben und spurlos verschwinden. Um seine neue Liebe Irit zu schützen, begibt sich Lapidus auf die gefährliche Suche nach dem Mörder.

Wie auch die vorherigen Romane von Wolf Serno hat mich dieser mit seiner spannenden Geschichte begeistert. Die Leprakranken und ihre Lebensumstände werden glaubhaft beschrieben. Neben spannenden Krimielementen punktet der Roman auch mit einer kleinen Liebesgeschichte.

Leicht lesbar und sehr unterhaltsam – die perfekte Lektüre für den Feierabend!

„Hexensarg“ von Wolf Serno, erschienen am 1. Februar 2016 im Knaur Verlag, Taschenbuch, 368 Seiten, 9,99 Euro, ISBN 978-3-426-50524-3

Herzlichen Dank an den Knaur Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.

Bildnachweis: copyright Knaur Verlag

 

 

„Straße der Schatten“ – Roman von Jennifer Donnelly

Jennifer Donnelly begeistert mit ihren preisgekrönten Romanen unzählige Leserinnen. Ihr neues Buch mit dem Titel „Straße der Schatten“ erschien im November 2015 im Pendo Verlag als gebundenes Buch. Die Übersetzung ins Deutsche stammt von Ulrike Budde.

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1890, New York City. Für Josephine Montfort, die aus einer wohlhabenden New Yorker Handelsfamilie stammt, scheint das Leben vorgezeichnet: Nach der Schule eine arrangierte Ehe, Kinder und ein ruhiges, häusliches Leben. Aber Josephine hat andere Pläne: Sie möchte als Journalistin auf das Leben der weniger Privilegierten aufmerksam machen. Doch eine Familientragödie reißt sie jäh aus ihren Träumen – ihr Vater stirbt zu Hause durch seine eigene Waffe. Josephine glaubt nicht an einen Unfall und der attraktive Journalist Eddie Gallagher bestärkt sie in ihrem Verdacht. Zu zweit beginnen sie eine Spurensuche, die sie in die zwielichtigsten und gefährlichsten New Yorker Viertel führt – und setzen dabei ihr eigenes Leben aufs Spiel …

Der historische Roman entführt den Leser in das New York des 19. Jahrhunderts. Hier trifft man auf Mitglieder der wohlhabenden Oberschicht, die sich streng von der Unterschicht abgrenzen. Sehr detailreich beschreibt die Autorin das damalige Leben mit allen Höhen und Tiefen.

Durch den angeblichen Selbstmord ihres Vaters begibt sich die junge wohlhabende Josephine Montfort auf Spurensuche, die sie in die tiefsten Abgründe New Yorks führt. An ihrer Seite ist der forsche Journalist Eddie, der ihr zeigt, wie schön ein Leben außerhalb von starren Konventionen sein kann.

Der Mix aus historischem Roman, Familiengeschichte + Krimi hat mich von Anfang bis Ende gefesselt. Neben einer spannenden und aufregenden Handlung kommt auch die Liebe nicht zu kurz. Bis zum Ende des Romans weiß man nicht, wie er ausgeht und in welche Richtung sich Josefines Leben entwickelt – ein richtiger Pageturner, den ich kaum aus der Hand legen wollte.

Absolute Leseempfehlung!

„Straße der Schatten“ von Jennifer Donnelly, erschienen 2015 im Pendo Verlag, gebunden, 448 Seiten, 19,99 Euro, ISBN 978-3866123984

Herzlichen Dank an den Pendo Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.

Bildnachweis: copyright Pendo Verlag

 

„Sterne über der Alster“ – Roman von Micaela Jary

Micaela Jary ist die Tochter des Filmkomponisten Michael Jary und wuchs in der Welt des Kinos und der Musik auf. Seit vielen Jahren schreibt sie  erfolgreich Bücher. Ihr neuer Roman „Sterne über der Alster“ erschien im November 2015 im Piper Verlag als Taschenbuch.

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Die Revolution von 1918/19 bringt nicht nur Chaos in das geordnete Leben der Hamburger Reederfamilie Dornhain, sondern auch der Dienstboten: Der Patriarch nimmt sich das Leben, sein Chauffeur gerät unter Mordanklage und Nele Dornhain erwartet ein Kind vom Mann ihrer kleinen Schwester. Indes kämpft die älteste Tochter Ellinor um das wirtschaftliche Überleben des Familienunternehmens und auch um ihr eigenes Lebensglück, dessen Zukunft in den Sternen über der Alster geschrieben steht.

Dieser historische Roman ist die Fortsetzung des Romans „Das Haus am Alsterufer“. Man muss diesen aber nicht zwingend gelesen haben, um den Inhalt des Fortsetzungsromans zu verstehen.

Wir befinden uns in der Zeit nach dem Ende des 1.Weltkriegs. Der Kaiser hat abgedankt und Deutschland ist in Aufruhr. Die Autorin beschreibt sehr bildhaft die damaligen Zustände, so dass ich mich beim Lesen nach Hamburg Anfang des 20. Jahrhunderts zurück versetzt fühlte. Man merkt, dass sich Micaela Jary sehr gut über diese Zeit informiert hat, so authentisch beschreibt sie alles.

Eingebettet in diese Aufbruchszeit ist eine spannende Familiengeschichte, in der vier unterschiedliche Frauen im Fokus stehen: Ellinor, ihre Schwestern Nele und Lavinia sowie ihre Großmutter Charlotte. Die Schicksale dieser Protagonistinnen bieten einen sehr guten Einblick in die sogenannte „bessere“ Gesellschaft und zeigen dem Leser ein authentisches Bild der damaligen Zeit und ihrer Umstände.

Da nicht alle Erzählstränge zu Ende erzählt wurden, bleibt die Hoffnung auf einen 3.Teil der spannenden Familien-Saga. Ich würde mich jedenfalls sehr darüber freuen!

„Sterne über der Alster“ – Roman von Micaela Jary, erschienen 2015 im Piper Verlag, Taschenbuch, 432 Seiten, 9,99 Euro, ISBN 978-3492306973

Herzlichen Dank an den Piper Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.

Bildnachweis: copyright Piper Verlag

„Die Bernsteinbraut“ – historischer Roman von Gabriele Breuer

Bereits im zarten Alter von 7 Jahren wollte Gabriele Breuer ihren ersten Roman schreiben. Als sie bemerkte, wieviel Arbeit darin steckt, gab sie ihr Vorhaben erst einmal auf. Erst als Erwachsene erinnerte sie sich wieder an ihr Vorhaben und veröffentlichte 2010 ihren Debüt-Roman. Ihr historischer Roman „Die Bernsteinbraut“ erschien 2015 im Ullstein Verlag als Taschenbuch.

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Rügen um 1300

Die junge Kaufmannstochter Antonia muss auf Wunsch ihres Bruders Severin, nach dem plötzlichen Tod des Vaters, den herrischen Conrad von Drachenfels heiraten und mit ihm ins Siebengebirge ziehen. Dort trifft sie den ehemaligen Bernsteintaucher Jaramir und verliebt sich in ihn. Bald muss sie feststellen, dass er mit anderen Männern verschleppt wurde und für ihren Mann in einem Steinbruch arbeitet. Antonia fasst einen mutigen Plan, die Menschen zu befreien, obwohl der brutale Conrad sie zu entdecken droht. Allen Widrigkeiten zum Trotz ist sie entschlossen, den anderen Gefangenen zu helfen und mit Jaramir glücklich zu werden. Um ihrem Schicksal zu trotzen, muss Antonia schließlich all ihren Mut aufbringen.

Fazit

Der bildhafte und leicht lesbare Schreibstil Gabriele Breuers hat mich direkt in die damalige Zeit zurück versetzt.

Mit einer spannenden Handlung, die auch ganz viel Liebe und Romantik beinhaltet, hat mich der Roman bestens unterhalten. Ich konnte mich beim Lesen sehr gut in Antonia hinein versetzen und habe mit ihr gebangt, gehofft und gelitten. Im Fokus des Romans steht die Liebesgeschichte zwischen Antonia und Jaramir, die mit allen Mitteln für ihre Liebe kämpfen.

Sehr gut wird in diesem Roman deutlich, welche Rechte Frauen damals hatten bzw. nicht hatten: ihr Leben wurde immer von Männern bestimmt.

Ein schöner Liebesroman vor einem historischen Hintergrund – kurzweilig und unterhaltsam!

„Die Bernsteinbraut“ – historischer Roman von Gabriele Breuer, erschienen 2015 im Ullstein Verlag als Taschenbuch, 384 Seiten, 9,99 Euro, ISBN 978-3548287119

Herzlichen Dank an den Ullstein Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.

Bildnachweis: copyright Ullstein Verlag