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„Stumme Hechte“ – Kriminalroman von Rainer Wittkamp

Rainer Wittkamp arbeitete viele Jahre lang im Film- und Fernsehgeschäft. Als Kriminalschriftsteller debütierte er 2013 mit „Schneckenkönig“. Sein Kriminalroman „Stumme Hechte“ ist bereits der vierte Fall für den Berliner Kult-Kommissar Martin Nettelbeck. Erschienen ist das Buch 2016 im Grafit Verlag als Taschenbuch.

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Nettelbeck muss den drei hochrangigen Kollegen Lutz Büchler, Max Hartl, Steffen Reifenberg und René Walcha  auf den Zahn fühlen, nachdem der vierte Kollege René Walcha während des gemeinsamen Männerurlaubs tot aufgefunden wurde. Die Ermittlungen fordern Fingerspitzengefühl und das nicht leider nicht Nettelbecks Stärke. Erst sieht alles nach Selbstmord aus, doch bald wendet sich das Blatt, denn der Verstorbene war bestechlich und hatte ein Verhältnis mit der Frau eines Kollegen.

Als die Tochter seiner Lebensgefährtin Philomena entführt wird, liegen seine Nerven endgültig blank.

Auch dieser Fall für Nettelbeck ist wieder hochdramatisch und sehr spannend. Viele falsche Fährten locken Nettelbeck und den Leser in die Irre. Das wird zusätzlich noch durch die unterschiedlichen Erzählperspektiven betont.

Wittkamps kurzweiliger und durchaus humorvoller Erzählstil hat mich wieder begeistert. Am Ende fügt sich alles zu einem logischen und nachvollziehbarem Ganzen zusammen. Mich hat auch in diesem Buch wieder die realitätsnahe Beschreibung der Polizeiarbeit fasziniert.

(Berliner)Lokalkolorit, sympathische Protagonisten und eine fesselnde Story – dieser Krimi hat alles, was einunterhaltsamer Krimi haben muss! Lesenswert!

„Stumme Hechte“ – Kriminalroman von Rainer Wittkamp, erschienen 2016 im Grafit Verlag, Taschenbuch, 220 Seiten, Paperback, 111 Euro, ISBN 978-3894254698

Bildnachweis: copyright Grafit Verlag

Herzlichen Dank an den Grafit Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

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Christiane Höhmann: Untervörde – Rezension des Kriminalromans

Nach ihrem Germanistik- und Anglistikstudium war Christiane Höhmann zwanzig Jahre lang als Gymnasiallehrerin tätig. Sie hat Sachbücher, Kurzgeschichten, Essays und Romane veröffentlicht und erhielt 2007 den ›Akademiepreis Wolfenbüttel‹ in der Sparte Literatur. Heute arbeitet sie als Autorin, Dozentin und Coach. Ihr spannender Kriminalroman „Untervörde“ erschien am 13. Oktober 2014 im Grafit Verlag als Taschenbuch und eBook.

Die Menschen vergessen nicht

Nach einer schönen Radtour an der Weser ändert sich Klaras Leben, denn sie entdeckt am Straßenrand ein Gedenkkreuz mit dem Namen ihrer Mutter Viola, die vor sechzehn Jahren bei einem Unfall ums Leben kam. Kurz nach dem Unfall verließ ihre Familie den nahe gelegenen Dorf Untervörde.
Das Erscheinen Klaras sorgt im Ort für Aufsehen, sie ist das Ebenbild ihrer Mutter und viele haben die Geschehnisse von früher verdrängt. Denn Viola kam nicht durch einen Unfall ums Leben, sondern wurde vergewaltigt und erdrosselt. Das erfährt nun auch Klara. Der verurteilte Täter heißt Bernd Pohlmeier; er ist der Vater von Klaras ehemals bester Freundin Vera und seit Kurzem aus dem Gefängnis entlassen.
Klara weiß nicht, wie sie mit dieser schrecklichen Wahrheit umgehen soll. Dann wird Bernd Pohlmeier am Ufer der Weser tot aufgefunden. Klara steht jetzt ganz oben auf der Liste der Verdächtigen.

Fazit

Die Idee des Buches, Menschen mit ihrer schrecklichen Vergangenheit zu konfrontieren, wurde intelligent umgesetzt, spannend geschrieben und fesselt den Leser bis zum völlig unerwarteten Schluss. Die Erzählsprache der Autorin ist mitreissend und bildhaft und macht diesen Krimi zu einem wahren Pageturner. Es fällt schwer, dieses Buch  aus der Hand zu legen – unbedingte Leseempfehlung!

„Untervörde“ von Christiane Höhmann, erschienen am 13. Oktober 2014 im Grafit Verlag, Taschenbuch, 192 Seiten, 9,99 Euro, ISBN 978-3-89425-449-0

Die Autorin bedankt sich ganz herzlich beim Grafit Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.

Bildnachweis: copyright Grafit Verlag

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Jorn Lier Horst: Jagdhunde – Rezension des Krimis

Durch seine Arbeit als Kriminalhauptkommissar bei der norwegischen Polizei kennt Jørn Lier Horst das Milieu und die polizeilichen Ermittlungsmethoden, über die er schreibt, ganz genau. 2004 debütierte er als Kriminalschriftsteller und schrieb sich seitdem mit seinen Romanen um den Polizisten William Wisting in die erste Liga der norwegischen Krimiautoren. Im September 2014 erschien sein preisgekrönter Krimi „Jagdhunde“ als Taschenbuch im Grafit Verlag.

Spannender Skandinavien-Krimi

Für Hauptkommissar William Wisting brechen unangenehme Zeiten an, denn er wird wegen des Vorwurfs, Beweise manipuliert zu haben, vom Dienst suspendiert. Der Fall, um den es geht, liegt allerdings schon siebzehn Jahre zurück, zählt aber bis heute zu einem der aufsehenerregendsten der Kriminalgeschichte Norwegens. Damals verschwand die junge Cecilia Linde spurlos und wurde später ermordet aufgefunden. Wisting ermittelte den Täter, doch nun stellt sich heraus, dass die damaligen Beweise gefälscht waren. Für die Medien ist  diese Tatsache natürlich ein gefundenes Fressen.
Plötzlich befindet sich der Hauptkommissar selbst in der Rolle des Gejagten. Seine Kollegen drehen jeden Stein um, den er je angefasst hat, und die Journalisten verfolgen ihn. Wisting hat jetzt nur eine Chance aus dieser Sache heraus zu kommen: er muss selbst herausfinden, was damals wirklich geschah.
Trotz  großer Unterstützung seiner Tochter Line, einer Kriminalreporterin, entwickelt sich die Geschichte schnell zu einem nervenzerreißenden Wettlauf gegen die Zeit. Denn wieder verschwindet eine junge Frau und die Parallelen zu Cecilia Linde sind mehr als offensichtlich.

Fazit

„Jagdhunde“ ist ein Krimi, der den Leser sofort in seinen Bann zieht. Der Erzählstil des Autors ist so realistisch, dass man förmlich in die Handlung hineingezogen wird. Kurze, knappe Kapitel,  ein sehr spannender Plot sowie ein mitreißender Erzählstil machen diesen außergewöhnlichen Krimi zu einem Spannungsroman der Extraklasse. In Norwegen ist Jorn Lier Horst bereits ein Bestseller-Autor – in Deutschland dürfte es dazu nicht mehr lange dauern.

„Jagdhunde“ von Joen Lier Horst, erschienen im September 2014 als Taschenbuch im Grafit Verlag, 381 Seiten, 10,99 Euro, ISBN 978-3-89425-572-5

Die Autorin bedankt sich ganz herzlich beim Grafit Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.

Bildnachweis: copyright Grafit Verlag

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Martin Calsow: Quercher und der Volkszorn – Rezension des Krimis

Martin Calsow absolvierte nach seinem Studium der Soziologie ein Zeitungsvolontariat. Nach einem langer Aufenthalt im Nahen Osten begann er schließlich mit dem Schreiben. Am 10. Juni 2014 veröffentlichte Calsow im Grafit Verlag das zweite Buch aus der Krimi-Reihe mit Max Quercher unter dem Titel „Quercher und der Volkszorn“.

Im Tegernseer Tal zieht das Grauen ein

Bei einem Ausflug werden vier kleine Kinder entführt und ihre Erzieherin wird brutal ermordet. Recht schnell ist mit Toni Knöchel nach einer beispiellosen Hetzjagd ein Verdächtiger gefasst, dennoch bleiben Zweifel an seiner Schuld. Merkwürdigerweise fällt der Verdächtige plötzlich ins Koma und es kommt schnell der Verdacht von Polizeifolter auf. Daraufhin wird die leitende Kriminalbeamtin Julia Dahmer suspendiert. Max Quercher vom LKA  widerstrebt es, den Fall seiner Exfreundin zu übernehmen, obwohl auch ihn das Geschehen in seiner Heimat schockiert.

Die entführten Kinder sind weiterhin unauffindbar.. Aufgrund unterschiedlicher Indizien keimt in Quercher der Verdacht auf, dass hier irgendjemand Rache nimmt, wie einst der Rattenfänger von Hameln. Aber niemand will ihm glauben. Quercher sieht nur einen Weg, die Kinder zu retten und der führt weit an den offiziellen Ermittlungen vorbei.

Fazit

Auch der zweite Fall von Max Quercher punktet wieder mit einem hochspannenden Plot, glaubhaften Protagonisten und vielen unerwarteten Wendungen. Der Autor versteht es wieder einmal meisterhaft, beim Leser Gefühle zu wecken, die von Beklemmung über emotionale Betroffenheit bis hin zum wohligen Schauder reichen. Der realistische Hintergrund des Krimis hält den Leser bis zum Schluß in Atem. Dieses Buch macht auf jeden Fall Lust auf weitere Romane aus dieser Serie.

„Quercher und der Volkszorn“ von Martin Calsow, erschienen am 10.06.14 im Grafit Verlag, Taschenbuch, 381 Seiten, 11,99 Euro, ISBN 978-3-89425-4414

Die Autorin bedankt sich ganz herzlich beim Grafit Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.

Bildnachweis: copyright Grafit Verlag

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Lucie Flebbe: Tödlicher Kick – Rezension des Regional-Krimis

Lucie Flebbe ist eine ausgebildete Physiotherapeutin, die für ihre Krimis viele Auszeichnungen erhielt.  Im März 2014 erschien im Grafit Verlag ihr neuer Roman „Tödlicher Kick“ als Taschenbuch.

Bochum im Fussball-Fieber

Die Fussballer des VFL Bochum sind im Fußballrausch, denn der Aufstieg in die erste Liga winkt. Doch Nachwuchsstürmer Oran Mongabadhi verschießt den wichtigen Elfmeter und am nächsten Tag liegt er tot auf dem Stadion-Parkplatz.  Ist Oran das Opfer der Rache eines Fans geworden? In Verdacht gerät seine Freundin Moesha Curly Schmidtmüller, eine ehemalige Prostituierte, deren Kleidung voller Blut ist. Die junge Detektivin Lila Ziegler und ihr Partner Ben Danner ermitteln bald in Kreisen, in denen echte Kerle gefragt sind. Und Lila begibt sich damit in große Gefahr. Am Ende hört es auf, wie es begonnen hat: mit Fussball.

Fazit

In ihrem aktuellen Regional-Krimi „Tödlicher Kick“ befasst sich die Autorin mit brisanten Themen wie zum Beispiel Homosexualität im Sport. Daher ist dieser Krimi auch mit vielen pikanten Szenen gespickt.  Das Ermittlerpaar Lila Ziegler und Ben Danner ist auch in seinem 6. Fall authentisch und handelt nachvollziehbar. Flebbes Schreibstil ist leicht lesbar, humorvoll und lässt auch die Spannung nicht zu kurz kommen. Ein intelligenter Plot, unerwartete Wendungen und viel Lokarkolorit garantieren beste Lese-Unterhaltung.

„Tödlicher Kick“ von Lucie Flebbe, erschienen im März 2014 im Grafit Verlag, Taschenbuch, 285 Seiten, 10,99 Euro, ISBN 978-3-89425-435-3

Die Autorin bedankt sich ganz herzlich beim Grafit Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.

Bildnachweis: copyright Grafit Verlag

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Michael Herzig: Frauen hassen – Rezension des Thrillers

Michael Herzig kennt die dunklen Seiten der Stadt Zürich bestens, seit er 15 Jahre im Sozialbereich arbeitete. Am 11. März 2014 veröffentlichte er seinen vierten Roman „Frauen hassen“ im Grafit Verlag.

Mythos Rocker

Die Zürcher Stadtpolizistin Johanna di Napoli wird für einen Undercover-Einsatz nach Deutschland geschickt. Dort soll sie eine Rockerbraut mimen und dadurch einem anderen Undercover-Beamten zu mehr Glaubwürdigkeit verhelfen. Der Einsatz endet allerdings in einem Fiasko, denn Johannas Tarnung fliegt auf. Ein Mann aus dem Bekanntenkreis der Rocker identifiziert sie als Polizistin. Außerdem wird sie verdächtigt, ein Verhältnis mit einem brutalen Gangster zu haben. Johanna erkennt, dass eine heiße Spur in dieser Ermittlung zurück in die Schweiz und damit zu einer unrühmlichen Episode in der Geschichte der Stadtpolizei Zürich führt. Leider übersieht sie dabei ein wichtiges Detail.

Fazit

Viele verschiedene Handlungsstränge verwirren den Leser am Anfang. Erst im weiteren Verlauf des Romans erkennt man die Zusammenhänge. Die Handlung punktet durch die realistische Beschreibung der Züricher Drogenszene sowie die unkonventionelle Protagonistin Johanna die Napoli. Der Spannungsbogen wird kontinierlich hoch gehalten und der Thriller endet in einem großartigen Finale ( welches allerdings ein  wenig vorhersehbar ist). „Frauen hassen“ ist ein gut gelungener Vertreter seines Genres!

„Frauen hassen“ von Michael Herzig, erschienen am  11. März 2014 im Grafit Verlag, gebunden, 347 Seiten, 19,99 Euro, ISBN 978-3-89425-671-5

Die Autorin bedankt sich ganz herzlich beim Grafit Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.

Bildnachweis: copyright Grafit Verlag

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