Schlagwort-Archive: Droemer Verlag

„Der Garten der Abendnebel“ – Roman von Tan Twan Eng

Tan Twan Eng, geboren in Penang, studierte Jura an der University of London und hat lange in einer der angesehensten Kanzleien Kuala Lumpur gearbeitet. Für ‚Der Garten der Abendnebel‘ erhielt er den Man Asian Literary Prize 2012 und den Walter Scott Prize for Historical Fiction 2013. Des weiteren stand der Roman auf der Shortlist des Man Booker Prize 2012. In deutscher Sprache erschien „Der Garten der Abendnebel“ am 2. Februar 2015 im Droemer Verlag.

Malaysia 1949

Die 18jährige Yun Ling gerät während des Krieges in Malaya zusammen mit ihrer Schwester in japanische Gefangenschaft. Yun Ling überlebt als Einzige das Internierungslager. Trotz ihrer späteren Arbeit für ein Tribunal, das japanische Kriegsverbrecher verurteilt, lässt der Tod ihrer Schwester ihr keine Ruhe. Diese war eine Liebhaberin der japanischen Gartenkunst und Yun Ling möchte jetzt eine Grabstätte für sie schaffen. Nur der Gedanke an einen eigenen Garten ließ die Schwestern die Grausamkeit der Internierung ertragen.

Obwohl Yun Ling die Japaner hasst, wendet sie sich wegen der Grabstätte an den japanischen Gärtner Aritomo. Dieser weigert sich, ihren Auftrag anzunehmen, bietet ihr aber eine Ausbildung in seine Kunst an. Yun Ling beginnt ihre Lehre und findet im „Garten der Abendnebel“, der am Rande des malayischen Dschungels liegt, ihren Frieden. Sie nähert sich nicht nur Aritomo sondern auch ihrem eigenen dunklen Geheimnis an.

Fazit

Der Roman wird in zwei Ebenen erzählt: in der Gegenwart berichtet die nunmehr pensionierte Yun Ling wie sie in den „Garten der Abendnebel“ zurückkehrt. Sein ehemaliger Besitzer Aritomo  verschwand eines Tages spurlos. In Rückblenden erfährt der Leser Details aus ihrer Internierungszeit. Während die Erzählebenen immer wieder wechseln, offenbart sich dem Leser Trauer und Schmerz, die ihre Ursache im Krieg haben.

Diesen poetischen Roman sollte man genießen und sich Zeit beim Lesen lassen. Nur so können die Worte ihre Sogwirkung entfalten und den Leser in eine fremde Welt entführen, die von Krieg, Erinnerungen und Veränderungen lebt.

„Der Garten der Abendnebel“ – Roman von Tan Twan Eng, erschienen am 2. Februar 2015 im Droemer Verlag, gebunden, 464 Seiten, 19,99 Euro, ISBN 978-3-426-19988-6

Die Autorin bedankt sich ganz herzlich für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.

Bildnachweis: copyright Droemer Verlag

978-3-426-19988-6.jpg.30767514

 

Advertisements

„Möbelhaus“ – Tatsachenroman von Robert Kisch

Robert Kisch ist das Pseudonym eines ehemaligen Journalisten, der mit fast allen deutschen Journalismus-Preisen ausgezeichnet wurde. Kisch fällt mit Ende 40 der Wirtschaftskrise und seinem Alter zum Opfer. Über sein heutiges Leben erzählt er in seinem Tatsachenroman „Möbelhaus“, der am 2. Februar 2015 im Droemer Verlag veröffentlicht wurde.

Das Mittelschichtsleben hängt am seidenen Faden

Vor einiger Zeit plauderte er noch mit bekannten Hollywoodgrößen- jetzt präsentiert er mit Bundfaltenhose und Krawatte die Vorzüge einer Schrankwand oder eines Ledersofas. Er hätte sich im Traum nie vorstellen können, einmal als Provisionsverkäufer in einem der größten Möbelhäuser Deutschlands arbeiten zu müssen. Aber er muss Geld verdienen, denn sein kleiner Sohn will ernährt werden.

Heute ist er Teil einer Welt, die aus Misstrauen, Mobbing und Konkurrenzkampf besteht. Durch seinen notorischen Geldmangel, Wochenendarbeit und unzählige Überstunden geht seine Beziehung kaputt. Aber er muss durchhalten!

Fazit

Kisch erging es wie vielen Menschen über 40, die auf Grund ihres Alters ihren Job verlieren. Notgedrungen arbeitet er in einem Möbelhaus und beschreibt, welchem Leistungsdruck, Mobbing und Konkurrenzkampf er dort tagtäglich ausgesetzt ist. Schonungslos lässt er den Leser teilhaben an der Jagd der Kunden nach immer mehr Rabatten, an den Überredungskünsten der Verkäufer und an den Ausbeutungsmethoden der Geschäftleitung. Kisch ist nicht der einzige ungelernte Möbelverkäufer in seinem Betrieb. Fast alle Kollegen sind gescheiterte Existenzen, die notgedrungen dort arbeiten müssen. Hier zählt nur der Erfolg, denn dieser bringt die ersehnte Provision und dafür geht man auch mal über Leichen.

Schockierend, dass ein Arbeitsleben so schrecklich sein kann – heutzutage leider oft ganz normal!

„Möbelhaus“ – Tatsachenroman von Robert Kisch, erschienen am 2. Febriar 2015 im Droemer Verlag, Taschenbuch, 320 Seiten, 12,99 Euro, ISBN 978-3-426-30404-4

Die Autorin bedankt sich ganz herzlich beim Droemer Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.

Bildnachweis: copyright Droemer Verlag

978-3-426-30404-4_Druck.jpg.33227016

 

Die kulinarischen Anwendungsmöglichkeiten einer Kanonenkugel – Roman von Eli Brown

Eli Browns Texte erschienen in renommierten Literaturmagazinen der USA und für seinen ersten Roman „The Great Days“, gewann er den Fabri Literary Prize. „Die kulinarischen Anwendungsmöglichkeiten einer Kanonenkugel“ ist sein erster Roman, der auf Deutsch erscheint. Veröffentlicht wurde das Buch im November 2014 im Droemer Verlag.

Ein Mann kocht um sein Leben

Als der  junge Koch Owen Wedgwood im Jahr 1819 von der Piratin Hannah Mabbot auf ein Piratenschiff entführt wird, steht er vor einer schwierigen Aufgabe: entweder er zaubert  jeden Sonntag ein Gourmet-Menü für die Kapitänin oder er darf mit den Haien um die Wette schwimmen. Doch an Bord gibt es wenig geeignete Zutaten. Um an die heranzukommen, muss er sich wohl oder übel mit der eigenwilligen Crew auseinandersetzen – und die hält so einige Überraschungen für ihn bereit. Owen lässt bei allem was er tut dennoch nichts unversucht, dem Piratenschiff wieder zu entkommen.

Fazit

Dieser Roman ist eine perfekte Mischung aus Piratengeschichte, Spannungsroman und Abenteuergeschichte, gewürzt mit einer Prise Liebe. Browns Erzählstil ist flüssig und bildhaft – man kann sich beim Lesen die zubereiteten Gerichte sehr gut vorstellen. Schade, dass es am Ende des Buches keine Zusammenfassung dieser Kochrezepte gibt! Ansonsten kann man mit dem Buch auf eine Seereise durch ferne Länder gehen, lernt dabei noch etwas über den Kolonialismus und hat auf jede Fall eine Menge Lese-Spass!

„Die kulinarischen Anwendungsmöglichkeiten einer Kanonenkugel “ von Eli Brown, erschienen im November 2014 im Droemer Verlag, gebunden, 384 Seiten, 19,99 Euro, ISBN 978-3-426-19950-3

Herzlichen Dank an den Droemer Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

Bildnachweis: copyright Droemer Verlag

978-3-426-19950-3.jpg.30754132

„Passagier 23“ – Psychothriller von Sebastian Fitzek

Sebastian Fitzek ist der deutsche Star im Psychothriller-Genre. In insgesamt 24 Sprachen wurden seine ungewöhnlichen Thriller bisher übersetzt. Am 30. Oktober 2014 erschien im Droemer Verlag sein neuestes Werk mit dem Titel „Passagier 23“.

Eine  alptraumhafte Kreuzfahrt

Jedes Jahr verschwinden während einer Kreuzfahrt rund 20 Menschen spurlos. Von ihnen kam noch nie jemand zurück. Bis jetzt …

Der Polizeipsychologe Martin Schwartz verlor vor fünf Jahren Frau und Sohn während eines Urlaubs auf dem Kreuzfahrtschiff „Sultan of the Seas“. Niemand konnte ihm sagen, was genau passierte. Seitdem ist Martin ein psychisches Wrack, der als verdeckter Ermittler arbeitet, um seinen Schmerz zu betäuben.
Mitten in einem Einsatz bekommt er den Anruf einer seltsamen alten Dame, die sich als Thrillerautorin bezeichnet: Er müsse unbedingt an Bord der „Sultan“ kommen, es gebe Beweise dafür, was seiner Familie zugestoßen ist. Nie wieder wollte Martin den Fuß auf ein Schiff setzen und doch folgt er dem seltsamen Hinweis und erfährt, dass ein vor Wochen auf der „Sultan“ verschwundenes Mädchen wieder aufgetaucht ist. Mit dem Teddy seines Sohnes im Arm.

Seine Ermittlungen bringen einfach Unglaubliches ans Tageslicht und ihn damit in größte Gefahr.

Fazit

Wer vorhat, demnächst eine Kreuzfahrt zu machen, sollte dieses Buch auf keinen Fall lesen. Fitzek entführt den Leser diesmal auf ein Kreuzfahrtschiff. Dort macht sein Protagonist Martin Schwartz grauenhafte Entdeckungen, die sein bisheriges Leben völlig auf den Kopf stellen. Viele kleine Handlungsstränge werden gekonnt miteinander verknüpft und führen den Leser ständig auf neue und oft falsche Fährten. Der Schreibstil ist extrem spannend – man mag das Buch kaum aus der Hand legen. Fitzek thematisiert in diesem Psychothriller ein sehr brisantes Thema, das sehr oft totgeschwiegen wird – mehr sei an dieser Stelle nicht verraten!  Ein Thriller, der unter die Haut geht. Unbedingt lesen!

„Passagier 23“ von Sebastian Fitzek, erschienen am 30. Oktober 2014 im Droemer Verlag, gebunden, 432 Seiten, 19,99 Euro, ISBN 978-3-426-19919-0

Die Autorin bedankt sich ganz herzlich beim Droemer Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.

Bildnachweis: copyright Droemer Verlag

978-3-426-19919-0.jpg.30754591

Juha Itkonen „Ein flüchtiges Leuchten“ – Rezension der Familiensaga

Der 1975 geborene Schriftsteller Juha Itkonen gehört zu den talentiertesten Schriftstellern seiner Generation in Finnland. Seine Werke wurden mit Preisen und Auszeichnungen überhäuft. Am 1. Oktober 2014 erschien seine Familiensaga „Ein flüchtiges Leuchten“ im Droemer Verlag in deutscher Sprache.

Eine Familiengeschichte über drei Generationen

In den frühen sechziger Jahren heiratet der junge Radioverkäufer Esko die erst achtzehnjährige Liisa. Kurze Zeit später wird das erste von drei Kindern geboren. Esko arbeitet hart, um sich den Traum der Auswanderung nach Amerika zu erfüllen, doch mit der Geburt des Kindes zerschlägt sich Eskos Jugendtraum. Mit seiner Frau Liisa und seinen drei Kindern – alles Söhne – führt er ein sorgenfreies Leben.

Eskos harte Arbeit zahlt sich dann auch aus. Er wird als bester Verkäufer der Region  von Sony zu den olympischen Spielen 1964 nach Tokio eingeladen. Als Esko jedoch von der Affäre seiner Frau Liisa mit einem ihrer Kollegen erfährt, bricht die Familie auseinander.

Fazit

Eskos und Liisas Leben wird über fünf Jahrzehnte erzählt. Über ungefähr den gleichen Zeitraum erzählt Esa( Liisas und Eskos Sohn) seiner Tochter Miia sein Leben. So erfährt der Leser auch Miias Lebensgeschichte. Sehr detailliert beschreibt der Autor Nebensächlichkeiten, die den Roman leider unnötig verlängern und die durchaus nicht zum Verständnis nötig wären. Allerdings versteht er es auf geniale Weise zwischenmenschliche Gefühle und Beziehungen darzustellen und dem Leser damit einen Spiegel vorzuhalten. Kraftvoll erzählt und berührend!

„Ein flüchtiges Leuchten“ von Juha Itkonen, erschienen am 1. Oktober 2014 im Droemer Verlag, gebunden, 544 Seiten, 19,99 Euro, ISBN 978-3-426-19989-3

Die Autorin bedankt sich ganz herzlich beim Droemer Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.

Bildnachweis: copyright Droemer Verlag

978-3-426-19989-3.jpg.30763959

 

Alexander Horn: Die Logik der Tat – Rezension

Alexander Horn ist einer der bekanntesten deutschen Fallanalytiker. Nach seiner Ausbildung als Kriminalpolizist war er Mitbegründer des Täterprofilings bei der Münchner Mordkommission. Sein Buch „Die Logik der Tat“, in dem er über seine Erfahrungen als Profiler schreibt, erschien am 1. Oktober 2014 im Droemer Verlag als gebundenes Buch und als ebook.

Erkenntnisse eines Profilers

Die Fälle aus der Praxis des Fallanalytikers Alexander Horn sind allesamt bekannte Kriminalfälle. Fälle, in denen die Polizei vor großen Rätseln stand und ihn und sein Team um Rat fragte. Dazu zählen unter anderem die Ermordung von acht Türken und einem Griechen, das spurlose Verschwinden einer jungen Frau in Niederbayern und die Entführung von mehreren Kindern aus Schullandheimen. Horn brachte die Polizei durch sein Profiling auf die richtige Spur. In seinem Buch beschreibt Alexander Horn, wie die Fallanalyse funktioniert und erläutert, was im Kopf von Mördern vor sich geht, die schreckliche Verbrechen begehen.

Fazit

Mit seinem sehr informativen Buch „Die Logik der Tat“ möchte Alexander Horn die Menschen vor allen Dingen mit seiner Arbeit vertraut machen und erklären, welche Aufgaben ein Fallanalytiker hat.  Sein Buch erzählt nicht nur von seinen großen Erfolgen, sondern spart auch seine Irrtümer nicht aus. Hier wird nicht die Tat in den Vordergrund gestellt, sondern die Arbeit eines erfolgreichen Fallanalytikers und seines Teams anhand von bekannten Kriminalfällen. Interessant zu lesen!

„Die Logik der Tat“ von Alexander Horn, erschienen am 1. Oktober 2014 im Droemer Verlag, gebunden, 256 Seiten, 19,99 Euro, ISBN 978-3-426-27626-6

Die Autorin bedankt sich ganz herzlich beim Droemer Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.

Bildnachweis: copyright Droemer Verlag

978-3-426-27626-6.jpg.30776746

 

Hannah Kent: Das Seelenhaus – Rezension des Historien-Romans

Hannah Kent hörte zum ersten Mal während eines Schüleraustauschs in Island die traurige Geschichte der Agnes Magnúsdóttir, die als letzte Frau dort hingerichtet wurde. Ihr Debütroman „Das Seelenhaus“, der sich mit dem Leben der vorgeblichen Mörderin befasst,  wurde mittlerweile in 20 Länder verkauft und stürmte in Kents Heimat Australien sowie in England die Bestsellerlisten. In  deutscher Sprache erschien der erfolgreiche Erstlingsroman am 21. August 2014 im Droemer Verlag.

Nordisland im Jahr 1828

Die hart arbeitende Magd Agnes ist eine selbstbewusste und verschlossene Frau.  Als sie des Mordes an zwei Männern angeklagt wird, ist sie ganz auf sich allein gestellt. Die Zeit bis zur Hinrichtung soll sie auf dem Hof eines Beamten verbringen. Die Familie ist außer sich, eine Mörderin beherbergen zu müssen und verweigert jeglichen Kontakt mit ihr, bis sie  Agnes Geschichte ihres Lebens erfährt.

Die ihr zu Last gelegte Tat ist sehr grausam: zwei Männer wurden erschlagen und erstochen und dann verbrannt. Die angeblichen Täter,  Agnes Magnúsdóttir und ein junges Paar, werden zum Tode verurteilt.
Agnes nimmt das Urteil hin, ebenso wie die Ablehnung der Familie,denn sie ist froh, dem Kerker entkommen zu sein.  Auf dem Hof des Beamten ist ihr alles vertraut: die schroffe Landschaft, die ärmliche Torfbehausung, der harsche Ton der Hausherrin. Ihr ganzes Leben war davon bestimmt, bis sie einen Mann kennenlernte und sich verliebte. Der Schmerz über seinen Tod, für den Agnes verantwortlich sein soll, überlagert alles, auch die Angst vor dem eigenen Tod. Schließlich vertraut sich Agnes einem jungen Vikar an, der sie auf den Weg der Reue und Buße führen soll. Die Ablehnung der Familie verwandelt sich bis zu ihrer Hinrichtung in Mitgefühl, denn es kommen berechtigte Zweifel an ihrer Schuld auf.

Fazit

Hannah Kents überzeugender Debütroman verbindet historisch belegte Fakten mit einer fiktiven Geschichte. Kent recherchierte sehr intensiv für diesen beeindruckenden Roman, indem sie die isländische Sprache lernte und ausgiebig in historischen Dokumenten vor Ort nachforschte. Die Autorin schafft es mit ihrem intensiven Erzählstil, dass die wahre Geschichte der zum Tod verurteilten Magd den Leser bis ins Innerste berührt. Der Roman wird aus zwei uterschiedlichen Perspektiven erzählt: zum einen kommt ein Erzähler zu Wort, andererseits erzählt Agnes selbst ihre Gefühle und Gedanken. „Das Seelenhaus“ ist ein spannendes Buch über das Schicksal einer bedauernswerten Frau. Sehr lesenswert!

„Das Seelenhaus“ von Hannah Kent, erschienen im August 2014 im Droemer Verlag, gebunden, 384 Seiten, 19,99 Euro, ISBN 978-3-426-19978-7

Die Autorin bedankt sich ganz herzlich beim Droemer Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.

Bildnachweis: copyright Droemer Verlag

978-3-426-19978-7.jpg.30719670

 

Viktor Staudt: Die Geschichte meines Selbstmords und wie ich das Leben wiederfand – Rezension der Autobiogafie

Der 1969 geborene Viktor Staudt studierte Jura und arbeitete zehn Jahre für eine Fluggesellschaft. Nach seinem Selbstmordversuch lebte er fast zehn Jahre in Deutschland und der Schweiz, heute in Italien. Er hält Vorträge und veranstaltet Workshops zum Thema Selbstmordprävention. Am 1. September 2014 veröffentlichte er im Droemer Verlag seine Autobiografie mit dem Titel „Die Geschichte meines Selbstmords“.

Bewegendes Buch über Angst, Verzweiflung und Mut

Viktor Staudt ist jung, treibt viel Sport und geht gern auf die Piste, um sich zu amüsieren.  Auf den ersten Blick geht es ihm gut. Was niemand ahnt: Angstattacken und Depressionen quälen ihn. Niemand kann ihm helfen.
Als er keinen Ausweg mehr sieht, wirf sich Viktor Staudt im Jahr 1999  vor einen Zug. Doch er überlebt seinen Selbstmordversuch, verliert dabei aber beide Beine. Erst nach diesem tragischen Vorfall kann die richtige Diagnose gestellt werden und er erhält Medikamente, die ihm endlich helfen. In seinem Buch berichtet Staudt von dem Tag, der sein ganzes Leben veränderte. Er erzählt über seinen schweren Weg voller Schmerzen zurück ins Leben und vom ständigen Kampf gegen seine Angstattacken. Heute ist Staudt froh, am Leben zu sein.

Fazit

Viktor Staudt möchte mit seinem Buch anderen Menschen helfen, indem er Wege aus der Depression aufzeigt. Er beschreibt, wie Angehörigen und auch Betroffenen geholfen werden kann. Indem er über seine eigenen Erfahrungen spricht, sind die Aussagen in diesem Buch auch sehr glaubwürdig. Selbstmord kann niemals die Lösung sein und das Leben wird auch irgendwann wieder lebenswert – das ist die Kernaussage seiner Biografie. Lesenswert!

„Die Geschichte meines Selbstmords“ von Viktor Staudt, erschienen am 1. September 2014 im Droemer Verlag, gebunden, 256 Seiten, 14,99 Euro, ISBN: 978-3-426-27645-7

Die Autorin bedankt sich ganz herzlich beim Droemer Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.

Bildnachweis: copyright Droemer Verlag

978-3-426-27645-7.jpg.30759885

 

 

Lilly Lindner: Da vorne wartet die Zeit – Rezension des Romans

Lilly Lindner wurde in Berlin geboren. Schon im Alter von fünfzehn Jahren schrieb sie autobiographische Texte und Romane.  2013 veröffentlichte Lilly Lindner im Droemer Verlag ihren wortgewaltigen Roman „Da vorne wartet die Zeit“.

Der Tod ist allgegenwärtig

Viele Menschen leben in der Stadt am Waldrand. Sie alle haben unterschiedliche Schicksale und doch hängen sie und ihre Schicksale zusammen. Da gibt es den Kriminalkommissar, der einer schrecklichen Entführungsserie auf der Spur ist. Ein Mädchen aus gutem Hause trägt ein großes Geheimnis mit sich herum und eine Mutter verliert ihre kleine Tocher. Sie alle werden mit der Zeit konfrontiert, die sich in der Unendlichkeit verliert.

Fazit

Das zentrale Thema dieses Romans ist die Zeit und die Veränderung, die ständig im Leben erfolgt. In vielen kleinen Geschichten wird das Schicksal der unterschiedlichen Protagonisten erzählt, die alle irgendwie miteinander verbunden sind. Auch der Tod spielt bei allen Geschichten eine mehr oder weniger große Rolle. Man sollte sich für dieses wunderbare Buch Zeit nehmen, um die einzelnen Schicksale richtig zu begreifen. Vielleicht versteht man die Botschaft des Romans erst richtig, wenn man ihn ein zweites Mal gelesen hat. Lilly Lindner ist eine Künstlerin der Worte, die es meisterlich versteht, beim Leser tiefe Gefühle zu erzeugen. Danke für diesen wundervollen Roman!

„Da vorne wartet die Zeit“ von Lilly Lindner, erschienen 2013 im Droemer Verlag, broschiert, 12,99 Euro, ISBN 978-3-426-22640-7

Die Autorin bedankt sich ganz herzlich beim Droemer Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.

Bildnachweis: copyright Droemer Verlag

978-3-426-22640-7.jpg.30555387

Hans-Ulrich Grimm: Die Suppe lügt – Rezension des Sachbuchs

Dr. Hans-Ulrich Grimm arbeitet als Journalist und Autor. Seit vielen Jahren recherchiert er im Bereich der industrialisierten Nahrungsmittel. Seine daraus errungene Erkenntnis bedeutet für ihn, dass Genuss und Gesundheit untrennbar zusammen gehören. Grimms Klassiker der modernen Nahrungskritik „Die Suppe lügt“ erschien in einer komplett überarbeiteten und erweiterten Version am 3. März 2014 im Droemer Verlag.

Die schöne neue Welt des Essens

Hans-Ulrich Grimm geht den Dingen intensiv auf den Grund. So deckt er in seinem Buch „Die Suppe lügt“ auf, was wirklich in unseren Lebensmitteln enthalten ist. Mittlerweile gibt es in den Supermärkten fast nur noch chemisch aufbereitetes Fertig-Essen, von dem der Verbraucher selten weiß, welche Zusätze darin wirklich enthalten sind. Die Risiken der chemischen Zusätze werden dem Verbraucher tunlichst verschwiegen. Wichtig ist nur der Profit für die Hersteller.

Fazit

Nicht ohne Grund gilt dieses informative und sehr gut recherchierte Sachbuch als Klassiker, denn Grimm deckt hier wirklich jede noch so kleine Unregelmäßigkeit in der Herstellungsweise von Fertigprodukten auf. Jeder, der dieses Buch gelesen hat, wird sich dreimal überlegen, ob er noch zu irgendeinem Fertigprodukt im Supermarkt greift oder nicht. Leicht verständlich erklärt der Autor wie die Lebensmittelindustrie die Verbraucher täuscht. Dieses Buch sollte wirklich jeder gelesen haben der sich und seine Familie gesund ernähren möchte!

„Die Suppe Lügt“ von Hans-Ulrich Grimm, überarbeitete Ausgabe erschienen am 03.03.14 im Droemer Verlag, gebunden, 320 Seiten, 18 Euro, ISBN 978-3-426-27631-0

Die Autorin bedankt sich ganz herzlich beim Droemer Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.

Bildnachweis: copyright Droemer Verlag

978-3-426-27631-0.jpg.30654435