„Sieh nichts Böses“ – Kriminalroman von Inge Löhnig

Inge Löhnig studierte an der renommierten Münchner Akademie U5 Grafik-Design. Nach einer Karriere als Art-Directorin in verschiedenen Werbeagenturen machte sie sich mit einem Designstudio selbstständig. Neben Jugendthrillern schreibt die Autorin auch sehr erfolgreich Kriminalromane.

„Sieh nichts Böses“  ist der 8. Kriminalroman aus der Serie mit Kommissar Dühnfort. Veröffentlicht wurde das Buch am 16. Juni 2017 im List Verlag als Taschenbuch.

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Der Münchner Kommissar Konstantin Dühnfort ist glücklich wie nie zuvor. Gerade ist er mit Gina von der Hochzeitsreise zurückgekehrt, die beiden freuen sich auf ihr erstes Kind.

Doch ein überraschender Fund reißt Dühnfort aus seiner privaten Idylle. An einem nebligen Novembertag spüren Leichensuchhunde bei einer Polizeiübung den halb verwesten Körper einer jungen Frau auf. Neben ihr liegt eine kleine Messingskulptur – ein Affe, der seinen Unterleib bedeckt. Seine Bedeutung: Tu nichts Böses.
Dühnfort findet heraus, dass es sich um eine seit Jahren vermisste Frau handelt. Er stößt auf einen weiteren ungeklärten Mord und kommt so einem niederträchtigen Rachefeldzug auf die Spur, der noch lange nicht beendet ist. Denn wieder verschwindet eine Frau.

Inge Löhnig ist eine Meisterin des perfekt inszenierten Krimis, der ein aktuelles Thema (Kindesmisshandlung und Gewalt) aufgreift, tief in menschliche Abgründe eintaucht und voll unerwarteter Wendungen ist. Die kurz gehaltenen Kapitel tragen noch zusätzlich zum Spannungsaufbau bei. Die Handlung ist sehr gut durchdacht und wird in mehreren Handlungssträngen erzählt. Und auch das Privatleben von Dühnfort ist ein großes Thema, denn seine Frau und er stehen vor einer schwierigen Entscheidung.

Ein sehr spannender, intensiver Krimi, der mich total gefesselt hat. Die Krimiserie mit Dühnfort gehört definitiv zu meinen Lieblings-Krimi-Reihen!

„Sieh nichts Böses“ von Inge Löhnig, erschienen am 16. Juni 2017 bei List, Taschenbuch, 448 Seiten, 9,99 Euro, ISBN 978-3548613192

Bildnachweis: copyright List Verlag

Herzlichen Dank an den List Verlag für die Bereitstellung des Besprechungsexemplars.

Carmen Korn: Zeiten des Aufbruchs (Jahrhundert-Trilogie, Band 2)

Die 1952 geborene Autorin Carmen Korn arbeitete als Redakteurin für den «Stern». Sie lebt seit vierzig Jahren auf der Uhlenhorst, dem Hamburger Stadtteil, in dem auch ihre Romane spielen und beschäftigt sich schon seit langem mit dessen Geschichte.  Am 23. Juni 2017 erschien zeitgleich mit dem 1. Band ihrer Jahrhundert-Trilogie der zweite Teil mit dem Titel „Zeiten des Aufbruchs“ im Kindler Verlag.

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1949: Die vier Freundinnen Henny, Käthe, Ida und Lina stammen aus ganz unterschiedlichen Verhältnissen. Dabei sind sie im Hamburger Stadtteil Uhlenhorst nicht weit voneinander entfernt aufgewachsen. Seit Jahrzehnten schon teilen sie Glück und Unglück miteinander, die kleinen Freuden genauso wie die dunkelsten Momente.
Hinter ihnen liegen zwei Weltkriege. Hamburg ist zerstört. Doch mit den Fünfzigern beginnt das deutsche Wirtschaftswunder. Endlich geht es aufwärts: Hennys Tochter Marike wird Ärztin, Sohn Klaus bekommt eine Stelle beim Rundfunk. Ganz neue Klänge sind es, die da aus den Radios der jungen Republik schallen. Lina gründet eine Buchhandlung, und auch Ida findet endlich ihre Berufung. Aufbruch überall. Nur wohin der Krieg Käthe verschlagen hat, wissen die Freundinnen noch immer nicht.
Im zweiten Teil ihrer Jahrhundert-Trilogie erzählt Carmen Korn mitreißend von der deutschen Nachkriegszeit, den pastellfarbenen Fünfzigern und der Aufbruchsstimmung der Sechzigerjahre.

Der zweite Teil der bewegenden Roman-Reihe umfasst die Jahre 1949 bis 1969 und seine Handlung schließt sich nahtlos an den ersten Teil an.

Auch hier werden mehrere Erzählstränge nebeneinander erzählt ( über jede Protagonisten und ihre Familie), die sich sehr gut zusammenfügen. Nach Kriegsende sind es völlig andere Probleme, die die Freundinnen belasten und lösen müssen: Hennys Sohn Klaus ist homosexuell und kämpft für seine Liebe zu Alex, Ida geht zum ersten Mal in ihrem Leben einer Arbeit nach und Lina investiert mit ihrer Freundin Luise und ihrem Bekannten Momme viel Geld in eine neue Buchhandlung.

Sehr spannend ist auch der Erzählstrang um die verschollene Käthe. Da ich vom ersten Band bereits fast alle Protagonisten kannte, kam ich im zweiten Teil auch nicht mehr mit den vielen Personen durcheinander.

Mich hat der zweite Band der Reihe genauso gut unterhalten wie der erste Teil und ich freue mich schon sehr auf die Fortsetzung.

„Zeiten des Aufbruchs“ von Carmen Korn, erschienen am 23. Juni 2017 bei Kindler als gebundene Ausgabe, 608 Seiten, 19,95 Euro, ISBN 978-3463406831

Bildnachweis: copyright Kindler Verlag

Herzlichen Dank an den Kindler Verlag für die Bereitstellung des Besprechungsexemplars.

Dr.med. Christiane Northrup: „Frauenkörper- Frauenweisheit. Wie Frauen ihre ursprüngliche Fähigkeit zur Selbstheilung wiederentdecken können“

Dr. med. Christiane Northrup ist in den USA die Koryphäe auf dem Gebiet der Frauenheilkunde. 1986 gründete sie in Yarmouth, Maine, zusammen mit drei anderen Ärztinnen das Zentrum „Women for Women“, das Frauen zu allen Problemen ganzheitlich berät und in den Vereinigten Staaten zu einem Vorbild für Frauenkliniken wurde. Christiane Northrup hält Vorträge im In- und Ausland, ihre Bücher sind weltweit Bestseller. Ihr Ratgeber „Frauenkörper – Frauenweisheit“ erschien im Juni 2017 als gebundene Ausgabe im ZS Verlag.

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Heute entwickeln Frauen in der ganzen Welt neue Vorstellungen von weiblicher Gesundheit und weiblichem Wohlbefinden – und von weiblicher Identität. Ein zentraler Bestandteil all dieser Vorstellungen besteht darin, dass wir auf das vertrauen, was wir „in den Knochen“ spüren: dass der Körper unser Verbündeter ist und uns stets zeigt, in welche Richtung wir gehen müssen.

Christiane Northrup ist in den USA die Koryphäe auf dem Gebiet der Frauenheilkunde. Sie weiß aus jahrelanger Praxis, dass die Lebensumstände und die Geschichte einer Frau mit ihren gynäkologischen Störungen zusammenhängen. Sie ermutigt Frauen, auf ihren eigenen Körper und ihre innere Stimme zu hören. Und sie zeigt ihnen, wie sie ihre ursprüngliche Fähigkeit zur Heilung und Selbstheilung wieder aktivieren und Tag für Tag leben können.

Der ganzheitliche und einfühlsame Ratgeber „Frauenkörper, Frauenweisheit“ schlägt eine Brücke zwischen konventionellen Behandlungsmethoden und alternativen Therapien. In dieser komplett überarbeiteten und aktualisierten Neuauflage des Bestsellers hat Christiane Northrup die neuesten Studien und Fallbeispiele zusammengetragen und berichtet mit ihrer reichen Erfahrung aus der Praxis.

Ob Schwangerschaft, Wechseljahre, Hormon-Ersatz-Therapie oder Frauenkrankheiten – dieser umfangreiche Ratgeber befasst sich wirklich mit allem, was Frauen über ihren Körper und sein Zusammenspiel mit der Psyche wissen sollten.

Mit ihrem leicht verständlichen Schreibstil erreicht die Autorin auch Medizin-Laien. Neben vielen Fallbeispielen enthält das Buch auch hilfreiche Hinweise zu alternativen Behandlungsmöglichkeiten, zu Medikamenten sowie Tipps zu seelischen Unterstützungsmöglichkeiten. Jedes Kapitel ist sehr ausführlich – so viel Zeit kann kein Frauenarzt aufbringen, um Fragen umfassend zu beantworten.

Ein super Ratgeber für Frauen jeden Alters, den ich immer wieder gern zur Hand nehme!

„Frauenkörper – Frauenweisheit“ von Dr. med. Christiane Northrup, erschienen im Juni 2017, gebunden, 780 Seiten, 29,80 Euro, ISBN  978-3898836050

Bildnachweis: copyright ZS Verlag

Herzlichen Dank an den ZS Verlag für die Bereitstellung des Besprechungsexemplars.

 

„Der Vorleser“ – Roman von Bernhard Schlink

Der 1944 geborene Jurist Bernhard Schlink wurde mit seinem 1995 veröffentlichten Roman „Der Vorleser“ zum Bestseller-Autor. Am 28. Juni 2017 erschien der Roman im Diogenes Verlag als Taschenbuch deluxe. Verfilmt wurde der bewegende Roman mit mit Kate Winslet und David Kross in den Hauptrollen.

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Eines Tages trifft der erst 15jährige Michael Berg auf die viel ältere Hanna Schmitz. Sie ist launisch und voller Geheimnisse und wird Michaels erste große Liebe. Jeden Tag nach der Schule trifft er sich mit Hanna und liest ihr Bücher vor. Doch Hanna Schmitz hütet ein schreckliches Geheimnis. Eines Tages ist sie spurlos verschwunden.

Erst Jahre später sieht der Jura-Student Michael Hanna als Angeklagte in einem Nazi-Prozess wieder. Sie soll unzählige Menschen eiskalt in den Tod geschickt haben. Hanna wird zu lebenslanger Haft verurteilt, da sie im Prozess verschweigt, dass sie Analphabetin ist und aus Scham darüber alle Schuld auf sich nimmt. Michael weiß davon und schweigt. Sein schlechtes Gewissen gibt keine Ruhe und so bespricht er für Hanna Kassetten mit Büchern und Texten, die er ins Gefängnis schickt.

Hanna lernt während ihrer Haftzeit lesen und schreiben und als ihre Entlassung naht, soll Michael sich um sie kümmern. Doch dazu wird es nicht kommen.

In diesem bewegenden Schicksalsroman von Bernhard Schlink wird deutlich, dass ein Mensch nie nur gut oder nur abgrundtief böse ist. Ich hatte anfangs durchaus Sympathien für Hanna. Und wie muss es erst Michael ergangen sein, als er Jahre später erkennt, eine ehemalige KZ-Aufseherin geliebt zu haben? Dieser Gewissenskonflikt wird im Roman ganz deutlich. Und einfach bemerkenswert, wie Hanna ihre böse Seite so lange vor Michael verbergen konnte.

Aufgeteilt ist der Roman in drei große Kapitel, die jeweils aus Michaels Sicht erzählt werden.

Der Roman ist etwas ganz Besonderes, denn er behandelt die dunkle Geschichte Deutschlands und regt zum Nachdenken an.

Die Taschenbuch deluxe-Ausgabe des Diogenes Verlags ist zudem ein richtiger Hingucker im Bücherregal: mit seinem edel schimmernden Leineneinband sieht das Buch sehr hochwertig aus!

„Der Vorleser“ von Bernhard Schlink, erschienen als Taschenbuch deluxe bei Diogenes, 272 Seiten, 12 Euro, ISBN 978-3-257-26134-9 

Bildnachweis: copyright Diogenes

Herzlichen Dank an den Diogenes Verlag für die Bereitstellung des Besprechungsexemplars.

„Die Brücke über den Main“ – Historienroman von Roman Rausch

Der 1961 geborene Autor und Schreibcoach Roman Rausch wurde 2002 für seine Würzburger Kommissar-Kilian-Krimis auf der Leipziger Buchmesse und 2011 mit dem Weintourismuspreis ausgezeichnet. 2015 folgte der Bronzene HOMER für «Die letzte Jüdin von Würzburg». Sein neuer historischer Roman „Die Brücke über den Main“ erschien im März 2017 bei rororo als Taschenbuch.

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Die Alte Mainbrücke in Würzburg blickt auf eine fast tausendjährige Geschichte zurück. Das wechselvolle Schicksal dieses Bauwerks erzählt Roman Rausch in einem großen, Jahrhunderte überwölbenden Roman. Von ihrem sagenhaften Bau über Zeiten von Bruderzwist, Not und Wohlstand, Hexenwahn und Bauernkrieg, bis zur Sprengung durch die Nazis vor den anrückenden Amerikanern wird hier die Geschichte einer Stadt und einer Landschaft zum Leben erweckt.

Der historische Roman behandelt die interessante und spannende Geschichte der ungefähr im 12. Jahrhundert erbauten Mainbrücke. Jedes Kapitel wird aus der Sicht einer Person erzählt, die in irgendeiner Weise eine Verbindung zu dieser Brücke haben. Pro Kapitel wird ein wichtiges geschichtliches Ereignis behandelt und nach jedem bedeutenden Ereignis gibt es einen kurzen historischen Exkurs, um dem Leser die historische Bedeutung und ihren Hintergrund noch einmal zu veranschaulichen.

Der Autor verbindet sehr geschickt historisch belegte Fakten mit fiktiven Geschichten, damit wird die wichtige Geschichte der Mainbrücke und auch der Stadt Würzburg für den Leser erlebbar.

Der sehr lehrreiche und zugleich unterhaltsam geschriebene Historienroman ist nicht nur für Würzburger interessant zu lesen, sondern für jeden, der sich für Deutsche Geschichte begeistert.

„Die Brücke über den Main“ von Roman Rausch, erschienen im März 2017 bei rororo als Taschenbuch, 544 Seiten, 10,99 Euro, ISBN 978-3499272837

Bildnachweis: copyright rororo

Herzlichen Dank an den rororo Verlag für die Bereitstellung des Besprechungsexemplars.

 

„Das Haus der schönen Dinge“ – Historienroman von Heidi Rehn

Die freie Journalistin und Autorin Heidi Rehn wurde 1966 geboren. Nach dem Magisterexamen war sie zunächst als Dozentin an der Ludwig-Maximilians-Universität München tätig, anschließend war sie PR-Beraterin in einer Agentur. 2014 erhielt sie den „Goldenen Homer“ für den besten historischen Beziehungs- und Gesellschaftsroman. Im Mai 2017 erschien ihr Historienroman “ Das Haus der schönen Dinge“ im Knaur Verlag als Taschenbuch.

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Als der jüdische Kaufmann Jacob Hirschvogl 1897 zum Königlich-Bayerischen Hoflieferanten ernannt wird, glaubt er sich und seine Familie als gleichwertige Mitglieder der Münchner Gesellschaft anerkannt. Zwar begegnet seine Frau Thea Jacobs Enthusiasmus mit einer gewissen Skepsis, doch der Erfolg des Kaufhauses belehrt sie eines Besseren.
Tochter Lily übernimmt das Kaufhaus am Münchner Rindermarkt in den goldenen 20ern und wähnt sich am Ziel aller Wünsche. Eine glückliche Zukunft scheint auf die Familie zu warten, doch als die Nazis die Macht ergreifen, müssen die Hirschvogls erleben, wie sich Bayern und München, das für sie stets Heimat war, plötzlich gegen sie wendet.

Der fast 100 Jahre umfassende, spannende Historienroman um ein fiktives Kaufhaus und eine jüdische Münchner Warenhaus-Dynastie ist so lebhaft erzählt, dass ich mir alles sehr gut bildhaft vorstellen konnte. Man merkt, wie gut die Autorin recherchiert hat, denn der historische Hintergrund wird sehr detailreich und genau beschrieben.

Begeistert haben mich auch die wundervollen Beschreibungen der Mode, die für jede Epoche im Buch typisch ist. Auch die Zeit, in der der Nationalsozialismus in Deutschland aufkam und wie die Familie Hirschvogl unter den Repressalien litt, wird im Roman sehr gut wiedergegeben. Und dennoch lässt sich die Kaufhaus-Dynastie nicht unterkriegen und wird durch die Nazi-Verfolgung noch enger zusammengeschweißt.

Der bewegende Familienroman hat mich tief berührt und ich habe mit der Familie Hirschvogl mitgelitten und gebangt. Dieser Roman ist ein wichtiges Zeugnis der dunklen Geschichte Deutschlands und mahnt, diese Ereignisse niemals zu vergessen!

Für mich ist der bildhafte Historienroman eines der Highlights, die ich in diesem Jahr gelesen habe: spannend, bewegend, überraschend und unterhaltsam – einfach lesenswert!

„Das Haus der schönen Dinge“ – Roman von Heidi Rehn, erschienen im Mai 2017 bei Knaur als Taschenbuch, 656 Seiten, 9,99 Euro, ISBN  978-3426519370

Bildnachweis: copyright Knaur Verlag

Herzlichen Dank an den Knaur Verlag für die Bereitstellung des Besprechungsexemplars.

 

Stefan Ulrich: Die Morde von Morcone – Toskana-Krimi

Der 1963 geborene Stefan Ulrich ist Bestseller-Autor von drei Romanen über das Leben mit seiner Familie in Italien und Frankreich.  Im Mai 2017 ist im Ullstein Verlag ist sein erster Italien-Krimi erschienen: „Die Morde von Morcone“.

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Robert Lichtenwald, ein Münchner Rechtsanwalt, nimmt sich eine Jahr Auszeit in den Hügeln der Toskana, um sein Leben zu ordnen. Dann stürzt eine Reihe bestialischer Morde das Mittelalter-Städtchen Morcone in einen Alptraum. Lichtenwald folgt mit der Lokalreporterin Giada Bianchi der Spur des Täters, die sie Abteiruine, in ein Elite-Gymnasium in Florenz und immer tiefer hinein in die gewalttätige Geschichte der Toskana führt.
Die Handlung des Krimis entführt den Leser in die schöne Landschaft der Maremma im Süden der Toskana. Der Autor vermittelt das Toskanische Lebensgefühl sehr gut und ich fühlte mich beim Lesen direkt dorthin versetzt. Man merkt, dass sich der Autor sehr gut in der Toskana auskennt und mit der Gegend verbunden ist.
Der Erzählstil ist sehr flüssig und hat mich mit den eingestreuten italienischen Begriffen begeistert – perfekt für Italien-Fans. Die recht kurzen Kapitel halten den Spannungsbogen hoch. Dazu tragen auch die Kapitel aus der Sicht des Mörders bei. Die Morde sind recht brutal und bizarr und erinnern an die 7 Todsünden.
Ein sehr gelungenes Krimi-Debüt, das mich gut unterhalten hat und mir ganz nebenbei auch noch die Schönheit der Toskana nahe gebracht hat. Lesenswert!
„Die Morde von Morcone. Toskana-Krimi“ von Stefan Ulrich, erschienen im Mai 2017 im Ullstein Verlag als Taschenbuch, 288 Seiten, 14,99 Euro, ISBN 978-3548289243
Bildnachweis: copyright Ullstein Verlag
Herzlichen Dank an den Ullstein Verlag für die Bereitstellung des Besprechungsexemplars.

„Nachtblumen“ – Roman von Carina Bartsch

Die 1985 geborene Autorin Carina Bartsch fand erst mit Anfang zwanzig zum Schreiben. Ihre ersten Kurzgeschichten gewannen mehrere Schreibwettbewerbe. Dann wagte sie sich 2011 an ihr Romandebüt: «Kirschroter Sommer» und «Türkisgrüner Winter» avancierten zum Bestseller als E-Book und Printausgabe und machten Carina Bartsch zu einer der erfolgreichsten deutschen Liebesromanautorin im Netz. Am 23. Juni 2017 erschien ihr neuer Roman „Nachtblumen“ im Rowohlt Taschenbuch Verlag.

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Auf jede Nacht folgt ein Tag
Das Leben könnte so einfach sein. Wäre es manchmal nicht so verdammt schwer. Jana schläft am liebsten unter dem Bett. Collin friert gerne. Jana wünscht sich vertraute Menschen um sich herum. Collin möchte mit anderen Leuten nichts zu tun haben. Auf Sylt begegnen sich die beiden in einem Wohnprojekt und leben für die nächsten zwei Jahre Zimmer an Zimmer. Da ist eine Mauer, die sie trennt. Und eine Tür, die sie verbindet.
Nach den Bestsellern «Kirschroter Sommer» und «Türkisgrüner Winter» erzählt Carina Bartsch hier eine sehr berührende Liebesgeschichte zwischen zwei Außenseitern: gefühlvoll, authentisch, atmosphärisch.

Der Roman wird aus Janas Sicht erzählt. Die berührende Geschichte ist Emotion pur, denn Jana ist ein Mensch, der auf der schweren Suche nach sich selbst ist und nur schwer Vertrauen zu anderen Menschen fassen kann. Sie lernt in einem Wohnprojekt Collin kennen, der seine Gefühle und schlimmen Erlebnisse durch seine Bilder ausdrückt.

Die Vergangenheit Janas bleibt lange Zeit verborgen. Erst durch ihre Therapiesitzungen erfährt der Leser nach und nach, was in ihrer Vergangenheit vorgefallen ist. Ihre langsam wachsende Beziehung zu Collin ist sehr emotional berührend beschrieben.

Der Roman thematisiert vor allem die Aufarbeitung traumatischer Vergangenheitserlebnisse und wie man es schaffen kann, diese hinter sich zu lassen und ein neues Leben anzufangen.

Carina Batschs Erzählstil ist sehr fesselnd und detailreich. Ich konnte mich sehr gut in Jana und Collin hineinversetzen und habe mit ihnen gelitten, gelacht und mich über ihre beginnende Liebesgeschichte gefreut. Auch die Landschaft Sylts wird sehr plastisch beschrieben – ich konnte das Meer beim Lesen fühlen, riechen und hören.

Der Roman hat mich tief berührt und mich noch lange nachdenklich gemacht. Unbedingte Leseempfehlung!

„Nachtblumen“ – Roman von Carina Bartsch, erschienen am 23. Juni 2017 im Rowohlt Taschenbuch Verlag, 544 Seiten, 9,99 Euro, ISBN 978-3499291081

Bildnachweis: copyright Rowohlt Taschenbuch Verlag

Herzlichen Dank an den Rowohlt Taschenbuch Verlag für die Bereitstellung des Besprechungsexemplars.

Maik Brandenburg/ Harald Schmitt: Rügen neu entdecken. Insel, Orte, Originale

Der Kolumnist der Zeitschrift mare, Maik Brandenburg, porträtiert in diesem Buch die Vielfalt der Insel und ihrer Bewohner aus völlig neuen Perspektiven. Die wunderschönen Fotos des vielfach ausgezeichneten Fotografen Harald Schmitt komplettieren das informative Rügen-Buch. Erschienen ist der Rügen-Ratgeber ganz neu am 12. Juni 2017 bei Delius Klasing als gebundene Ausgabe.

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Wer Rügen schon einmal besucht hat, weiß wie abwechslungsreich dort die Landschaft ist: neben ganz viel Ostsee gibt es saftige Wiesen, verträumte Fischerdörfer und mondäne Seebäder. 60 km Sandstrand und 42 sehr unterschiedliche Orte – Rügen ist etwas ganz Besonderes!

Unterteilt ist der Rügen-Führer in 9 große Kapitel:

  • Vorwort
  • Meer & Urlaub
  • Sportlich, Sportlich
  • Kunst & Kegel
  • Well(e)ness
  • Architektut
  • Essen & Trinken
  • Magisches Eiland
  • Was wo wann zu finden ist

Für jeden Rügen-Fan und solche, die Rügen noch nicht kennen, bietet das informative Buch eine Fülle an Informationen aus erster Hand, denn im Buch kommen viele Einwohner Rügens zu Wort. Sie berichten aus der Vergangenheit und erzählen von ihrer Arbeit in der Gegenwart.

Interessant und spannend zu lesen!

„Rügen neu entdecken. Insel, Orte, Originale“ von Maik Brandenburg und Harald Schmitt, erschienen am 12. Juni 2017 bei Delius Klasing, gebunden, 160 Seiten, 24,90 Euro, ISBN 978-3667109354

Bildnachweis: copyright Delius Klasing

Herzlichen Dank an Delius Klasing für die Bereitstellung des Besprechungsexemplars.

Buchtipp Kunth Bildband: Die letzten Wildnisse Deutschlands. Die schönsten Nationalparks, Naturreservate und Naturmonumente

Der Ort, an dem sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen, mag unauffindbar bleiben – und trotzdem: Es gibt sie noch, die unberührten Orte mitten in Deutschland, die uns erahnen lassen, wie ein Leben ohne den Mensch in unserem Land ausgesehen hätte. Majestätische Berge, ursprüngliche Wälder, die in ihrem Dickicht mystisch
wirken, dazu die stürmischen Weiten des Wattenmeers, das einer Fülle von Lebewesen ein Zuhause bietet. In grandiosen Bildern eröffnet dieser Band neue Einsichten in unsere alte Heimat. Ein ausführlicher Informationsteil rundet das Buch ab.

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Erschienen ist der großformatige opulente Bildband im Kunth Verlag.

Unterteilt sind die Kapitel nach Bundesländern – so findet man schnell die gesuchten Nationalparks usw.  Jeder Nationalpark, jedes Naturreservat und Naturmonument wird in wundervollen Farbfotos vorgestellt. Zusätzlich hebt ein prägnante, kurzer Text die Besonderheiten der vorgestellten Landschaft hervor.

Die Landschafts- und Tieraufnahmen sind beeindruckend und einfach nur wunderschön. Ich habe viele neue, interessante Anregungen für Kurzurlaube durch diesen wundervollen Bildband bekommen. Beim Betrachten der schönen Aufnahmen möchte ich mich am liebsten gleich ins Auto setzen und losfahren! Beeindruckend, wie schön Deutschlands Landschaft ist!

Am Buchende findet man eine nützliche Übersicht der National-, Naturparks und Biosphärenreservate.

„Die letzten Wildnisse Deutschlands“ – Bildband vom Kunth Verlag, 416 Seiten, 34,95 Euro, ISBN 978-3899449853

Bildnachweis: copyright Kunth Verlag

Herzlichen Dank an den Kunth Verlag für die Bereitstellung des Besprechungsexemplars.