„Das Haus der Mädchen“ – Thriller von Andreas Winkelmann

*Rezension*

Der 1968 geborene Autor Andreas Winkelmann entdeckte schon in jungen Jahren seine große Leidenschaft für gruselige Geschichten. Sein neuer, packender Thriller „Das Haus der Mädchen“ erschien am 26. Juni 2018 bei rororo als Taschenbuch.

51lWudyWgmL._SX327_BO1,204,203,200_

Leni kommt nach Hamburg, um dort ein Praktikum zu machen. Auch sie mietet sich über die Zimmervermittlung BedtoBed.com in der Villa am Kanal ein. Schnell freundet sie sich mit ihrer Zimmernachbarin Vivien an – aber die ist am nächsten Morgen verschwunden. Weil ihr das merkwürdig vorkommt, sucht sie nach ihr.

Freddy Förster, früher erfolgreicher Geschäftsmann, ist inzwischen auf der Straße gelandet. Zufällig beobachtet er, wie jemand einen Mann am Steuer seines Autos erschießt. Fortan ist der Killer Freddy auf den Fersen, und ihm bleibt nichts anderes übrig, als dessen Identität herauszufinden, um nicht zum nächsten Opfer zu werden.

Als er auf Leni trifft, die das Verschwinden ihrer neuen Freundin nicht hinnehmen will, begreifen die beiden, dass ihre beiden Fälle mehr miteinander zu tun haben, als ihnen lieb ist. Zusammen kommt das ungleiche Paar einer Entführungs- und Mordserie auf die Spur, wie sie grausamer und schockierender nicht sein könnte.

Quelle Text/ Bildnachweis copyright rororo Verlag

Was für ein genialer Thriller! Zwei Handlungsstränge werden am Ende gekonnt zusammen geführt. Cliffhanger treiben die Spannung am Ende jedes Kapitels noch zusätzlich in die Höhe. Wer allerdings ein empfindliches Gemüt hat, sollte die Finger von diesem Buch lassen, denn der Autor geizt nicht mit grausamen und drastischen Szenen.

Erzählt wird der Thriller aus Sicht des jeweiligen Protagonisten, so bekommt der Leser viele unterschiedliche Blickwinkel serviert und man erlebt die Grausamkeiten des Killers hautnah mit. Die Geschichte ist sehr realistisch und glaubwürdig beschrieben – genauso könnte sie sich in der Anonymität einer Großstadt zugetragen haben.

Ein Thriller mit Gänsehautgarantie und vielen unerwarteten Wendungen, der einen tiefen Einblick in menschliche Abgründe garantiert. Für mich eines der besten Bücher von Andreas Winkelmann!

„Das Haus der Mädchen“ von Andreas Winkelmann, erschienen am 26. Juni 2018 bei rororo als Taschenbuch, 400 Seiten, 9,99 Euro, ISBN 978-3499275166

Herzlichen Dank an rororo für die Bereitstellung des Besprechungsexemplars.

 

Advertisements

Fiona – Krimiserie rund um die Ermittlerin Fiona Griffiths von Harry Bingham

*Rezension*

Der 1967 geborene Harry Bingham studierte Politik und Wirtschaft, beschäftigte sich anschließend mit dem ökonomischen Wiederaufbau Osteuropas und brach seine Karriere bei der Bank J.P. Morgan ab, um Bücher zu schreiben. Seine Thriller um Fiona Griffiths aus Cardiff wurden international begeistert aufgenommen. In Großbritannien sind sie die Vorlage einer Fernsehserie. Erschienen sind die spannenden Krimis als Taschenbücher bei rororo.

Fiona: Den Toten verpflichtet, Band 1, 496 Seiten, 9,99 Euro, ISBN 978-3499291357

978-3-499-29135-7

Eine ermordete Drogenhure, ermordet in ihrer schmutzigen Wohnung. Neben ihr die furchtbar zugerichtete Leiche ihrer kleinen Tochter. Wer begeht so ein Verbrechen? Bei der Toten wird eine Kreditkarte gefunden. Der Besitzer kam vor Monaten beim Absturz einer Privatmaschine ums Leben. Das Ganze: ein Rätsel.
Die junge Polizistin Fiona Griffith hat eigentlich nichts mit dem Fall zu tun, doch irgendetwas daran lässt sie nicht los und sie beginnt auf eigene Faust zu ermitteln. Ihren Chef macht sie damit rasend, dabei weiß der noch nicht einmal, wie sehr am Rande der Legalität sie sich bewegt. Denn Fiona ist nicht wie andere Polizisten, sie ist anders als die meisten Menschen. Eine geniale Ermittlerin – und immer kurz vor dem Crash …

Quelle Text und Bildnachweis copyright: rororo

Erzählt wird der spannende Krimi aus Fionas Sicht. Sie ist eine eigenwillige, sehr ehrgeizige Person, die sich gern Regeln widersetzt und ihrer Intuition folgt. Dabei steht ihr oft im Weg, dass sie schwer Gefühle anderen gegenüber zeigen und auch Gefühle ihrer Mitmenschen überhaupt nicht einordnen kann – warum, das ist erst einmal ihr großes Geheimnis.

Das erste Buch mit Fiona führt den Leser in menschliche Abgründe: Prostitution, Drogenhandel und osteuropäische Banden. Leser mit schwachen Nerven sollten auf einige brutale Beschreibungen gefasst sein.

Am Ende wird Fionas seltsames Verhalten erklärt und natürlich auch der Mordfall in einem spannenden Showdown gelöst.

Fiona: Das Leben und das Sterben, Band 2, 560 Seiten, 9,99 Euro, ISBN 978-3499291371

978-3-499-29137-1

Illegale Müllbeseitigung: Auch um so etwas muss die Polizei sich kümmern. Die Kühltruhe am Straßenrand ist voller verdorbenem Fleisch. Ganz unten liegt ein Frauenbein, mit Schuh. Schnell finden sich in der Nähe weitere Körperteile. Doch sie stammen von einem Mann. Nichts verbindet die Opfer, scheint es, bis Fiona herausfindet: Die Toten waren ein Paar. Warum mussten sie sterben? Fiona vertraut ihrer ungeheuer starken Intuition, Kehrseite ihrer psychischen Erkrankung. Und je näher sie der Lösung kommt, desto unruhiger werden diejenigen, die schon die ersten beiden Morde in Auftrag gegeben haben.

Quelle Text und Bildnachweis copyright: rororo

Der zweite Band der Krimi-Reihe schließt sich perfekt an den ersten Band an. Jetzt erfährt der Leser, an welcher Krankheit Fiona leidet – das erklärt ihr zeitweise seltsames Verhalten.

Viele unerwartete Wendungen halten die Spannung sehr hoch –  dazu trägt natürlich auch die spezielle Ermittlungsmethode Fionas bei, mit der sie jeden Kriminalfall löst.

Wie auch im ersten Band der Krimi-Reihe ist der Plot in sich schlüssig und logisch aufgebaut. Dazu kommt eine sympathische, leicht chaotische Ermittlerin und ein sehr spannender Erzählstil – perfekt!

Ich freue mich schon auf die weiteren Bände mit Fiona Griffith.

Herzlichen Dank an rororo für die Bereitstellung der Besprechungsexemplare.

 

„Die Frauen vom Löwenhof – Agnetas Erbe“ Die Löwenhof-Saga, Band 1 von Corina Bomann

*Rezension*

Die 1974 geborene Autorin Corina Bomann schrieb bereits sehr erfolgreich Jugendbücher und historische Romane, bevor ihr mit „Die Schmetterlingsinsel“ der große Durchbruch als Autorin gelang. Im Mai 2018 erschien im Ullstein Verlag der erste Band der mehrteiligen Saga „Die Frauen vom Löwenhof“ mit dem Titel Agnetas Erbe.

512u4iby-RL._SX332_BO1,204,203,200_

Småland, 1910: Agneta ist die Heldin des ersten Bandes der Trilogie. Sie wird durch ein Telegramm nach Hause gerufen, ihr Vater ist bei einem Brand ums Leben gekommen. Jetzt soll sie ihr bisheriges Leben aufgeben und das Erbe antreten. Dabei hatte Agneta sich von ihrer mächtigen Familie losgesagt, um ein freies, selbstbestimmtes Leben in Stockholm zu führen. Schließlich stellt sie sich der Pflicht und Familientradition. Doch die neue Gutsherrin hat – zumal als alleinstehende, unverheiratete Frau – eine Reihe von Hindernissen zu überwinden.

Quelle Text/ copyright Bildnachweis: Ullstein Verlag

Romane von Corina Bomann gehören für mich zu meinem Lieblingsbüchern und auch dieser Roman hat meine Erwartungen wieder voll erfüllt.

Erzählt wird der Auftaktroman zur Löwenhof-Trilogie aus Agnetas Sicht in zwei Teilen: der erste Romanteil beginnt im Frühjahr 1913 und daran schließt sich der zweite Teil mit dem Sommer 1914 an.

Obwohl der Roman über 700 Seiten umfasst, war er zu keiner Zeit langatmig oder langweilig. Die Charaktere werden sehr lebendig beschrieben – egal ob Haupt- oder Nebencharakter. Dazu bekommt der Leser einen interessanten Einblick in das Leben des schwedischen Landadels zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

Mit ihren bildhaften Beschreibungen der schwedischen Landschaft hat die Autorin sofort mein Kopfkino in Gang gesetzt und ich habe den Löwenhof und seine Umgebung direkt vor Augen gehabt.

Ich habe diesen Roman mit seinen vielen unerwarteten Wendungen richtig verschlungen und konnte mich sehr gut in die damalige Zeit hineinversetzen. Jetzt freue ich mich auf die nachfolgenden Bände, die im  September 2018 und im Januar 2019  erscheinen werden.

„Die Frauen vom Löwenhof – Agnetas Erbe“ Band 1 der Löwenhof-Saga von Corina Bomann, erschienen im Mai 2018 bei Ullstein als Taschenbuch, 736 Seiten, 10 Euro, ISBN 978-3548289960

Herzlichen Dank an den Ullstein Verlag für die Bereitstellung des Besprechungsexemplars.

 

Handlettering Projekte – 50 neue Ideen für Feste, Wohndeko und mehr: Mit Vorlagen in Originalgröße

*Rezension*

Tanja „Frau Hölle“ Cappell ist ein bekannter Lettering Artist und besitzt eine riesige Fangemeinde auf Instagram. Ihr Wissen gibt sie in Live-Workshops und Online-Tutorials weiter. Mit dem „Frau Hölle Studio“ bietet sie Letterings und Designs für Events, Editorials und Branding von Privat- und Firmenkunden an. Jetzt erschien bei der Edition Michael Fischer ihr neues Buch „Handlettering Projekte – 50 neue Ideen für Feste, Wohndeko und mehr“ als gebundene Ausgabe:

DSC09315

Seitdem ich Handlettering für mich entdeckte, bin ich ständig auf der Suche nach neuen Ideen, um nicht nur Grußkarten zu verschönern, sondern Handlettering auch für andere Projekte anzuwenden.

Das umfangreiche neue Buch von Frau Hölle präsentiert auf 128 Seiten viele ungewöhnliche und wunderschöne Handletterung-Projekte für die Wohnung, Feste, Geschenkverpackungen und vieles mehr.

Neben ausführlichen Schritt-für-Schritt-Anleitungen wird jedes Projekt außerdem mit einer Materialliste und Fotos vorgestellt. Sehr nützlich sind auch die Vorlagen für alle Projekte auf zwei großen Postern, die sich prima zum Abpausen eignen.

Unterteilt ist das Handlettering-Projekt-Buch in acht große Kapitel:

  • Küche
  • Interior
  • Papeterie
  • Geschenke
  • Geburtstag
  • Hochzeit
  • Kind
  • Weihnachten

Ein tolles Ideen-Buch für alle Handlettering-Fans, die auf der Suche nach Handlettering-Inspirationen sind, die sich auch umsetzen lassen.

„Handlettering Projekte“ von Tanja „Frau Hölle“ Cappell, erschienen im Juni 2018 bei EMF, gebunden, 128 Seiten, 19,99 Euro, ISBN 978-3-86355-970-0

Herzlichen Dank an EMF für die Bereitstellung des Besprechungsexemplars.

„Im Licht der Normandie“ – Roman von Margot S. Baumann

*Rezension*

Margot S. Baumann schreibt klassische Lyrik, Psychothriller und Romane über Liebe, Verrat, Geheimnisse und Sehnsuchtsorte. Für ihre Werke wurde sie national und international ausgezeichnet. Ihr neuer Roman „Im Licht der Normandie“ erschien am 8. Juni 2018 im Ullstein Verlag als Taschenbuch.

9783548291192_cover

Florence Galabert ist wütend! Anstatt mit ihrem Freund in die Karibik zu reisen, muss sie im regnerischen Paris den Haushalt ihrer verstorbenen Großmutter auflösen. Dabei findet sie in einer alten Holztruhe handgeschriebene Briefe aus dem Jahr 1863 in einer für sie unverständlichen Sprache.
Die Suche nach dem Verfasser führt Florence in die idyllische Kleinstadt Lisieux in der Normandie. Dabei lernt sie den attraktiven Lehrer Alex Dubois kennen, und gemeinsam kommen die beiden einem Verbrechen auf die Spur, das sie selbst in große Gefahr bringt.

Quelle Text/ copyright Buchcover: Ullstein Verlag

Der leichte Sommerroman verbindet geschichtlich belegte Fakten mit einer Liebesgeschichte. Und ganz nebenbei erfährt der Leser viel Interessantes über alte Sprachen der Normandie. „Gewürzt“ wird das ganze mit einem Hauch Mystik.

Wer einen unterhaltsamen Roman ohne viel Tiefgang erwartet, liegt mit diesem Buch genau richtig. Zeitweise haben mich die ständigen Beschreibungen des schlechten Wetters ein wenig genervt und auch die Liebesgeschichte zwischen Florence und Alex mit ihren ständigen Problemen wirkte auf mich etwas zu konstruiert. Auch das geheimnisvolle Verbrechen ist leider nicht sehr spannend.

Erzählt wird der Roman in kurzen Kapiteln abwechselnd aus Florence und Alex Sicht. Auch Alex Kontrahent Gregor kommt selten zu Wort.

Das Ende des Romans kommt leider viel zu abrupt. In einem großen Epilog werden dann die nachfolgenden Monate erzählt.

Ein leicht lesbarer, netter Roman für zwischendurch, der leider nicht lange im Gedächtnis bleibt.

„Im Licht der Normandie“ von Margot S. Baumann, erschienen im Juni 2018 im Ullstein Verlag, Taschenbuch, 432 Seiten, 10 Euro, ISBN 978-3548291192

Herzlichen Dank an den Ullstein Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.

The Walking Dead – Der Anfang. 2 Romane in einem Band von Robert Kirkman/ Jay Bonansinga

*Rezension*

Robert Kirkman schuf die preisgekrönte Comicserie The Walking Dead. Die gleichnamige TV-Serie wurde von ihm mit entwickelt und feierte weltweit Erfolge bei Kritikern und Genrefans gleichermaßen. Gemeinsam mit dem Krimiautor Jay Bonansinga schreibt er Romane aus der Welt von The Walking Dead. Ihr Roman „The Walking Dead. Der Anfang“ erschien im Juni 2018 bei Heyne als Taschenbuch. Das Buch enthält 2 Romane plus 1 Bonus-Kurzgeschichte:

  • The Walking Dead 1 (Rise of the Governor)
  • The Walking Dead 2 (The Road to Woodbury)
  • Bonus-Kurzgeschichte: Ein ganz normaler Tag im Büro

dsc09072.jpg

Die Apokalypse: Eine weltweite Plage lässt die Toten wiederauferstehen und Jagd auf Menschenfleisch machen. Die wenigen Überlebenden fliehen in Angst und Schrecken – bis auf einen. Der Mann, den sie später nur den »Governor« nennen werden, beschließt, sich dem Grauen entgegenzustellen. Dies ist seine Geschichte …

Quelle Text: Heyne Verlag

Erzählt wird der Werdegang von Phillip Blake, der sich von einem ganz normalen Menschen hin zum furchtlosen Anführer entwickelt und Woodbury vor den Zombies rettet. Um sein Ziel zu erreichen, muss er außer Zombies leider auch Menschen töten, die sich seinen Zielen in den Weg stellen.

Für Fans der TV-Serie ist dieser Doppelband eine super Ergänzung: jede Menge Splatter und Horror in ungeschönter Sprache! Das Abschlachten der Zombies wird sehr ausführlich beschrieben – genau das mögen Fans von „The Walking Dead“. Auch für Neueinsteiger, die gute Nerven und keinen empfindlichen Magen haben, sind die Geschichten perfekt.

„The Walking Dead. Der Anfang“ von Robert KirkmanJay Bonansinga, erschienen im Juni 2018 bei Heyne, Taschenbuch, 864 Seiten, 14,99 Euro, ISBN 978-3453319486

Herzlichen Dank an den Heyne Verlag für die Bereitstellung des Besprechungsexemplars.

„Liebe in Reihe 27“ – Roman von Eithne Shortall

*Rezension*

Eithne Shortall studierte Journalismus studiert und arbeitet heute in Dublin als Kulturreporterin für die Sunday Times. „Liebe in Reihe 27“ ist ihr Debüt-Roman, der am 11. Juni 2018 im Diana Verlag als Taschenbuch erschien.

dsc09070.jpg

Cora hat den Glauben an die Liebe aufgegeben. Zumindest was sie selbst betrifft. Deshalb versüßt sie sich ihren Job am Check-in-Schalter des Londoner Flughafens damit, Singles hoch über den Wolken zu verkuppeln. Mithilfe der glamourösen Flugbegleiterin Nancy macht Cora die Reihe 27 zu einem Liebeslabor. Dort findet sich bei jedem Flug ein Passagier ganz unverhofft neben seinem potenziellen Traummann oder seiner Traumfrau wieder. Die Verwicklungen sind vorprogrammiert, auch mit Vielflieger Aidan, der nicht so durchschaubar ist, wie er scheint. Wird Cora selbst irgendwann wieder auf Wolke (2)7 schweben?

Text: Quelle Diana Verlag

Die humorvolle Geschichte wird aus Sicht verschiedener Personen erzählt. Man lernt eine ganze Menge Protagonisten kennen, von denen der eine oder andere öfter im Roman auftaucht (als Vielflieger). Ich empfand den Roman eher wie eine Vielzahl kleiner Einzelepisoden, die zu einem Roman zusammengefügt wurden.

Cora sorgt sich eher um das Liebesglück anderer Menschen als um ihr eigenes. Das führt sogar zum Vergraulen potenzieller Liebeskandidaten. Und doch gibt es auch für sie ein Happy End.

Mit ihrem leicht lesbaren Schreibstil hat die Autorin einen netten Frauenroman ohne großen Tiefgang geschrieben – perfekt für einen Strandtag zum Entspannen. Lediglich das Thema Alzheimer (Coras Mutter ist in recht jungem Alter daran erkrankt) geht etwas tiefer und hat mich richtig berührt. Viele Ereignisse waren vorhersehbar und dadurch fehlte es an Spannung.

Die Idee, Menschen im Flugzeug miteinander zu verkuppeln, ist eigentlich sehr schön, doch leider wurde das Thema etwas zu oberflächlich umgesetzt.

„Liebe in Reihe 27“ von Eithne Shortall, erschienen im Juni 2018 im Diana Verlag, Taschenbuch, 384 Seiten, 9,99 Euro, ISBN 978-3453359802

Herzlichen Dank an den Diana Verlag für das bereitgestellte Besprechungsexemplar.

 

Frank Goldammer: Vergessene Seelen – Hörbuch gesprochen von Heikko Deutschmann

*Rezension*

Der 1975 geborene Maler- und Lackierermeister Frank Goldammer begann mit Anfang 20  zu schreiben, verlegte seine ersten Romane im Eigenverlag und schrieb drei erfolgreiche Regionalkrimis über Dresden und Umgebung. Sein historischer Kriminalroman „Vergessene Seelen“  – der dritte Krimi mit Max Heller – erschien am 22. Juni 2018 als ungekürzte Krimilesung bei Der Audio Verlag. Gesprochen wird es von dem bekannten Schauspieler Heikko Deutschmann.

DSC09229

Im Sommer 1948 gehen im Dresden der Nachkriegszeit die Aufbauarbeiten nur mühsam voran. Max Heller bekommt es in diesem heißen Sommer mit dem Fall des tot aufgefundenen 14-jährigen Jungen Albert zu tun. Es gibt keine Hinweise auf die Todesursache und niemand interessiert sich für den Tod des Jugendlichen. Kriminaloberkommissar Max Heller stößt bei seinen Ermittlungen auf familiäre Abgründe und eine Wand aus hartnäckigem Schweigen. Und wird mit seiner eigenen Vergangenheit konfrontiert.

Auch der dritte Krimi mit Max Heller punktet vor allem mit den atmosphärisch dichten Beschreibungen der Nachkriegsjahre in Dresden, während die Krimihandlung nicht im Vordergrund steht. Nach und nach offenbart sich, warum auch Kommissar Heller ein Problem mit seiner Vergangenheit hat.

Viele unerwartete Wendungen halten den Spannungsbogen kontinuierlich hoch und haben mich von Anfang bis Ende gefesselt.

Heikko Deutschmann bringt mit seiner eindringlichen und sehr angenehmen Stimme viel Abwechslung in die Geschichte und transportiert die Nachkriegsatmosphäre perfekt zum Hörer.

„Vergessene Seelen“ von Frank Goldammer, ungekürzte Lesung mit Heikko Deutschmann erschienen im Juni 2018 bei DAV, 1 CD, 11 Stunden und 4 Minuten Laufzeit, 19,99 Euro, ISBN 978-3-7424-0413-8

Herzlichen Dank an DAV für die Bereitstellung des Besprechungsexemplars.

„Kaltenbruch“ – Roman von Michaela Küpper

*Rezension*

Die freie Autorin, Redakteurin und Illustratorin Michaela Küpper studierte Soziologie, Psychologie, Politik und Pädagogik. Ihr Roman „Kaltenbruch“ erschien 2018 bei Droemer als gebundene Ausgabe.

978-3-426-28200-7_Druck

Frühsommer 1954: Eine vorlaute Bemerkung über die braune Vergangenheit seines Chefs bereitet Kommissar Peter Hoffmanns Traum von einer Karriere bei der Düsseldorfer Kripo ein Ende. Er wird in die rheinische Provinz versetzt, die er so schnell wie möglich wieder verlassen will.
Da geschieht in dem Provinznest Kaltenbruch ein Mord, der die Gemüter der Menschen bewegt. Gemeinsam mit seiner Mitarbeiterin Lisbeth Pfau macht sich Hoffmann auf die Suche nach dem Täter – und stellt fest, dass die Wunden, die der Krieg geschlagen hat, noch lange nicht verheilt sind, sondern auch in der jüngeren Generation nachwirken. Hoffmann und Pfau stoßen bei ihren Ermittlungen auf erschütternde Entdeckungen …

Quelle Text: Droemer Verlag

In ihrem Roman gibt die Autorin die Atmosphäre der 1950er Jahre voller Ungewissheit, Unsicherheit und Vorurteile gekonnt wieder. Erzählt wird der Roman aus der Sicht verschiedener Protagonisten – so erfährt der Leser die Lebensgeschichten und Schicksale als erster Hand. Jeder ist darauf bedacht, nicht aufzufallen und vor allen Dingen die Vergangenheit ruhen zu lassen. Dabei sind Vorurteile und alte Aggressionen immer noch vorhanden. Man merkt, dass alle Protagonisten schlimme Erfahrungen im Krieg machten und traumatisiert sind.

Der Kriminalfall wird dabei fast zur Nebensache. Wie ein Puzzle setzt sich nach und nach die Verbindung der Protagonisten untereinander zusammen und je mehr Verbindungen untereinander offenbart werden, desto näher kommen die Ermittler dem Täter. Die Geschichten, die sich schließlich offenbaren, zeigen welche Spuren der Krieg letztendlich bei den Menschen hinterlassen hat.

Mit seinen vielen überraschenden Wendungen ist der Krimi von Anfang bis Ende sehr spannend. Und die Auflösung des Mordes war für mich nicht vorhersehbar. Mich hat der Roman sehr gut unterhalten, zumal er auch zum Nachdenken anregt.

Auch das Buchcover mit seinen gedeckten Farben passt sehr gut zum Inhalt.

„Kaltenbruch“ – Roman von Michaela Küpper, erschienen 2018 bei Droemer, gebunden, 368 Seiten, 19,99 Euro, ISBN 978-3426282007

Herzlichen Dank an Droemer für die Bereitstellung des Besprechungsexemplars.

Bildnachweis: copyright Droemer Verlag

 

„Liebe ist … nur ein anderes Wort für Hass!“ – Graphic Novel neu bei Panini Comics

*Rezension*

Heute, am 26. Juni 2018, erscheint bei Panini Comics die Graphic Novel „Liebe ist… nur ein anderes Wort für Hass!“ über eine verbotene Freundschaft im von Rassenhass geprägten Louisiana der 1930er Jahre als gebundene Ausgabe:

dsc09148.jpg

Will und Abe sind Freunde fürs Leben, obwohl ihre Familien verfeindet sind und hasserfüllter Rassismus an der Tagesordnung ist. Als sich beide Jungs kennen lernten, hatte Will, der weiße Junge aus der Mittelschicht, große schulische Probleme. Abe hingegen fällt das Lernen leicht, doch er wird wegen seiner schwarzen Hautfarbe gesellschaftlich geächtet.

Beide schließen einen Pakt: Abe hilft Will bei den Schularbeiten und Will wird dafür Sorgen, dass Abe immer einen Job hat. Auch als Erwachsene ist Abe wie ein Schatten für Will. Doch die Rassenunruhen nehmen immer weiter zu und das Leben der beiden Freunde nimmt dramatische Wendungen. Bald muss sich Will entscheiden, ob er weiterhin für seinen Freund einsteht.

Die außergewöhnliche Graphic Novel ermöglicht dem Leser einen Blick in die Zeit der großen Rassenunruhen des letzten Jahrhunderts in Amerika. Die teilweise düsteren Zeichnungen von Lionel Marty geben das damalige Lebensgefühl sehr gut wieder. Und die berührende Geschichte lässt garantiert keinen Leser kalt.

„Liebe ist… nur ein anderes Wort für Hass!“ von Louis & Marty, erschienen am 26. Juni 2018 bei Panini Comics, gebunden, 76 Seiten, 20 Euro, ISBN 978-3-7416-0669-4

Herzlichen Dank an Panini Comics für die Bereitstellung des Besprechungsexemplars.