Archiv der Kategorie: Bücher

„Ein Sommer wie kein anderer“ – Roman von Emma Straub

Emma Straub ist eine junge und sehr talentierte Autorin aus New York. Sie schreibt Kurzgeschichten und Essays für viele Magazine und Zeitschriften und arbeitet nebenbei als Buchhändlerin. Ihr Roman „Ein Sommer wie kein anderer“ erschien 2015 im Knaur Verlag als Taschenbuch.

Ein  Urlaub, der alles verändert

Franny und Jim Post begehen ihren 35. Hochzeitstag, Tochter Sylvia hat gerade erfolgreich ihren Highschool-Abschluss gemacht, und Sohn Bobby steht kurz vor der Verlobung mit seiner Langzeitfreundin. Nun freut sich die Familie auf ihren gemeinsamen zweiwöchigen Urlaub mit Freunden auf Mallorca. Denn Sommer, Sonne, Strand und gutes Essen sind perfekt, um die Ereignisse der letzten Wochen gebührend zu feiern und sich gleichzeitig vom stressigen Alltag in Manhattan zu erholen. Doch lange verdrängte Konflikte drohen Harmonie und Entspannung zu zerstören …

Fazit

So glücklich, wie es sich auf den ersten Blick anhört, ist die Familie nicht. Jim Post hatte eine Affaire mit einer Frau, die nur fünf Jahre älter als seine Tochter Sylvia war. Obwohl Franny und Jim nicht nach Feiern zumute ist, bewahren sie ihre wahren Gefühle vor ihrer Familie.

Sylvia möchte vor ihrem College-Besuch noch unbedingt ihre Jungfräulichkeit verlieren. Ihren Bruder Bobby hingegen plagen ganz andere Probleme: er hat sich hoch verschuldet und benötigt die finanzielle Unterstützung seiner Eltern.

Außerdem reisen noch Frannys bester Freund Charles mit seinem Lebenspartner Lawrence an. Das schwule Pärchen möchte unbedingt ein Kind adoptieren, doch ein Problem jagt das nächste.

Der Familienroman wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt. So erlebt man als Leser alle Höhen und Tiefen der Gefühle hautnah mit. Die Probleme der einzelnen Protagonisten kommen tageweise ans Licht, daher sind die Kapitel auch in Tage unterteilt.

Man kann sich sehr gut mit den Gefühlen der Personen identifizieren, denn das eine oder andere Problem dürfte keinem Leser fremd sein.

Dieser Roman hat mich bestens unterhalten, da er leicht lesbar ist und seine lebendige Geschichte mir viel Spaß gemacht hat.  Eine tolle Lektüre – nicht nur für den Sommerurlaub!

„Ein Sommer wie kein anderer“ – Roman von Emma Straub, erschienen 2015 im Knaur Verlag, Taschenbuch, 336 Seiten, 9,99 Euro, ISBN 978-3-426-51696-6

Herzlichen Dank an den Knaur Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.

Bildnachweis: copyright Knaur Verlag

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„Kalte Wahrheit“ – Kriminalroman von Jan Mehlum

Jan Mehlum wurde 1945 geboren und ist Diplom-Ökonom und Soziologe. Seine Krimis um den Rechtsanwalt Svend Foyn landen in Norwegen regelmäßig auf den Bestseller-Listen. Im Oktober 2015 erschien Mehlums neuer Krimi „Kalte Wahrheit“ im Grafit Verlag als gebundenes Buch.

Das Grauen mitten unter uns

Rechtsanwalt Svend Foyn erhält von einem 14 jährigen Mädchen eine ungewöhnliche Anfrage: Elvira Widerberg bittet ihn herauszufinden, wer ihrer älteren Schwester Johanna regelmäßig Nacktfotos auf ihr Handy sendet. Der Anwalt, der den Eindruck hat, dass Elvira ihn eigentlich wegen etwas ganz anderem aufsucht, darf jedoch von Minderjährigen keine Aufträge annehmen, sodass er sie unverrichteter Dinge wieder wegschickt. Wenige Tage später wird das Mädchen tot in der Badewanne aufgefunden, alles deutet auf Selbstmord hin. Foyn allerdings kommen Zweifel: Würde Elvira noch leben, wenn er sie nicht einfach abgewiesen hätte? Sein schlechtes Gewissen wächst, als Johanna spurlos verschwindet. Dann wird Elviras Tagebuch entdeckt und Foyn gerät plötzlich selbst ins Visier der Ermittler. Er versucht unter Hochdruck, seine Unschuld zu beweisen, und tritt dabei eine Entwicklung los, die er nicht mehr stoppen kann …

Fazit

Atmosphärisch dicht geschrieben, hat mich dieser Krimi sofort in seinen Bann gezogen. Die eigentlich harmlose Frage eines jungen Mädchens endet für alle Beteiligten in einer Katastrophe – vielschichtig und mittreissend geschrieben.

Svend Foyn ist ein Rechtsanwalt, der gern auf eigene Faust ermittelt und genau das bringt ihn oft in Schwierigkeiten. Wie er seinen neuen Fall löst, wird hier nicht verraten. Nur eines: die Spannung steigt bis zum Ende unerbittlich an.

Jan Mehlum – ein Autor, der für mich zu den besten Krimiautoren Norwegens gehört! Absolute Leseempfehlung. Genau die richtige Lektüre für kalte Herbstabende!

„Kalte Wahrheit“ – Kriminalroman von Jan Mehlum, erschienen im Oktober 2015 im Grafit Verlag, gebunden, 382 Seiten, 22,99 Euro, ISBN 978-3-89425-673-9

Herzlichen Dank an den Grafit Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

Bildnachweis: copyright Grafit Verlag

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„Der mit dem Scheich tanzt. Mein Jahr in Saudi-Arabien“ – von Stefan Bauer

Als Stefan Bauer in Riad seinen Dienst als Rettungssanitäter antritt, weiß er nur wenig über das Leben im Wüstenstaat. Über seine unglaublichen Erlebnisse hat er jetzt ein Buch geschrieben „Der mit dem Scheich tanzt“, das im Oktober 2015 im Bastei Lübbe Verlag als gebundenes Buch veröffentlicht wurde.

Erschreckende Einblicke in eine fremde Kultur

Stefan Bauer trifft Beamte, die ihm arglos den Hitlergruß zeigen, junge Saudis, die Nacht für Nacht ihr Leben in illegalen Autorennen aufs Spiel setzen, und einen Gefängnisdirektor, der mit ihm lieber über die touristischen Attraktionen Deutschlands plaudern will, anstatt ihn zum Patienten vorzulassen.

Fazit

Der Titel des Buches hört sich erst einmal lustig an – der Inhalt ist es nicht. Mitreissend und authentisch beschreibt der Autor seinen extrem harten Alltag als Rettungssanitäter. Dabei gewährt er dem Leser Einblicke in grausame Riten, kulturelle Unterschiede und eine Doppelmoral, die einfach nur erschreckt.

Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen, so sehr hat es mich bewegt. Stefan Bauer beschreibt neben den zum Teil menschenunwürdigen Lebensumständen auch die Schönheit des Landes. Und beim Lesen wird klar, wie in Saudi-Arabien der friedliche Islam als Rechtfertigung für Gewalt und Unterdrückung missbraucht wird.

Ein Buch, für das man wirklich starke Nerven braucht – unbedingt lesenswert!

„Der mit dem Scheich tanzt. Mein Jahr in Saudi-Arabien“ – von Stefan Bauer, erschienen im September 2015 im Bastei Lübbe Verlag, gebunden, 336 Seiten, 16,99 Euro, ISBN 978-3-7857-2551-1

Herzlichen Dank an den Bastei Lübbe Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

Bildnachweis: copyright Bastei Lübbe

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Agatha Christie: „Das große Hercule-Poirot-Buch. Die besten Kriminalgeschichten“

Agatha Christie wurde mit ihren Kriminalgeschichten weltberühmt. Anlässlich ihres 125. Geburtstages erschien die Sonderausgabe der Hercule-Poirot- Fälle unter dem Titel “Das große Hercule-Poirot-Buch”  im September 2015 im Atlantik Verlag. Die Übersetzung aus dem Englischen stammt von Michael Mundhenk.

Agatha Christies beliebteste Romanfigur

Der Belgier Hercule Poirot löst mit seinen ungewöhnlichen Methoden jedes komplizierte Rätsel. In den Erzählungen und Novellen wird Poirot mit Entführungen,Diebstählen und Mordanschlägen konfrontiert und löst diese mit seiner ganz eigenen Logik. Im großen Hercule-Poirot-Buch warten insgesamt 15 typische und spannende Poirot-Fälle  auf den Leser!

Die Romanfigur Hercule Poirot entstand vor Miss Marple. Als Agatha Christie Anfang 1915 an ihrem ersten Giftmord-Krimi schrieb, fehlt ihr nur noch die Idee zu einem Detektiv. Belgische Flüchtling in London brachten sie schließlich darauf, einen Belgier namens Hercule Poirot als Hauptfigur in ihrem Roman einzusetzen.

Fazit

Für jeden Fan des kleveren Detektivs Hercule Poirot ist dieser Sammelband, nicht nur optisch, ein Genuss! Gedruckt auf hochwertigem Papier, mit einem ansprechenden Deckblatt, ist das Buch ein richtiger Hingucker im Bücherregal und paßt hervorragend zum neuen Miss-Marple-Buch, welches auch im Atlantik Verlag veröffentlicht wurde.

Die Zusammenstellung der besten Kriminalgeschichten von Hercule Poirot ist sehr gelungen. So bekommt der Leser einen guten Überblick über Agatha Christies Kriminalgeschichten ( nicht zu verwechseln mit ihren Romanen!).

Für jeden Agatha Christie-Fan ein absolutes Muss!

Agatha Christie: „Das große Hercule-Poirot-Buch. Die besten Kriminalgeschichten“, erschienen im September 2015 im Atlantik Verlag, gebunden, 464 Seiten, 24 Euro, ISBN 978-3-455-60032-2

Herzlichen Dank an den Atlantik Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.

Bildnachweis: copyright Atlantik Verlag

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Agatha Christie: „Das große Miss-Marple-Buch. Sämtliche Kriminalgeschichten“

Agatha Christie wurde mit ihren Kriminalgeschichten weltberühmt. Anlässlich ihres 125. Geburtstages erschien die Sonderausgabe der Miss-Marple-Fälle unter dem Titel „Das große Miss-Marple-Buch“ im Atlantik Verlag. Die Übersetzung aus dem Englischen stammt von Renate Orth-Guttmann.

Rätselhafte Mordfälle und betrügerische Verdächtige

Agatha Christie erfand ihre gutmütige Jane Marple im Jahr 1930. Vorbild für die Romanfigur war Christies eigene Großmutter, die genau wie Miss Marple immer nur das Schlimmste erwartete und damit oft recht hatte. Miss Marple überführt die Täter meistens durch eine Unachtsamkeit, die diesen unterläuft.

Im ersten Teil des Sammelbandes sind 13 Erzählungen unter der Überschrift  „Der Dienstagabend-Club“ zusammengefasst. In diesen Kriminalgeschichten hat Miss Marple einen großen Anteil an der Aufklärung der Fälle.

Im zweiten Teil des Sammelbandes findet der Leser sieben Kriminalgeschichten, in denen Miss Marple die Hauptrolle spielt.

Fazit

Für jeden Fan der skurrilen Miss Marple ist dieser Sammelband, nicht nur optisch, ein Genuss! Gedruckt auf hochwertigem Papier, mit einem ansprechenden Deckblatt, ist das Buch ein richtiger Hingucker im Bücherregal.

Viele der Kriminalgeschichten sind bekannt, während die Erzählungen im ersten Teil des Sammelbandes mir zum Teil unbekannt waren. Und die Übersetzung von Renate Orth-Guttmann ist dermaßen gelungen – ich hörte Miss Marple  sprechen!

Auch als Geschenk super geeignet ( Weihnachten ist nicht mehr lange hin!).

Agatha Christie: „Das große Miss-Marple-Buch. Sämtliche Kriminalgeschichten“, erschienen im September 2015 im Atlantik Verlag, gebunden, 400 Seiten, 24 Euro, ISBN 978-3-455-60031-5

Herzlichen Dank an den Atlantik Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

Bildnachweis: copyright Atlantik Verlag

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„Der Tod des Patriarchen“ : Polit-Thriller von Leif Davidsen

Der 1950 geborene, freie Schriftsteller Leif Davidsen arbeitete früher als Journalist sowie als Nachrichtenredakteur fürs Fernsehen. Für seine Werke wurde er mit vielen Preisen ausgezeichnet. Sein neues Buch, ein Polit-Thriller der Extra-Klasse, erschien 2015 bei dtv premium. Die Übersetzung aus dem Dänischen stammt von Anne-Bitt Gerecke.

Russland: Allianz von Kirche, Politik und Wirtschaft

Der 37-jährige Däne Gabriel Lassen, ein enger Vertrauter des russischen Patriarchen Tichon II., wird in einem Moskauer Hinterhof zu Tode geprügelt. Sein Zwillingsbruder, der Fernseh-Meteorologe Adam, ist fassungslos: Ist es Zufall, dass der Patriarch nur wenige Stunden zuvor ebenfalls starb, angeblich friedlich in seinem Bett? Umgehend bricht Adam in Begleitung seiner Mutter Anastasia, einer gebürtigen Russin, nach Moskau auf. Bei der Suche nach den Umständen von Gabriels Tod stößt er auf eine unheilige Allianz von Kirche, Politik und Wirtschaft. Und auf die faszinierende Geschichte seiner eigenen Familie.

Fazit

Die Ereignisse, die in diesem hochspannenden Polit-Thriller beschrieben werden, basieren lt. Aussage des Autors auf realen Begebenheiten, dennoch sind sie als reine Fiktion anzusehen.

Der Plot ist logisch und spannend, man merkt, dass der Autor Hintergrundwissen aus seiner Arbeit als Journalist besitzt. Obwohl es sich um einen Polit-Thriller handelt, kann man der Handlung sehr gut folgen, da der Schreibstil des Autors leicht lesbar ist.

Während man Adam auf der Suche nach der Wahrheit hinter dem Tod seines Bruder begleitet, erfährt man wie stark in Russland Kirche, Politik und Wirtschaft miteinander verstrickt sind. Korruption ist an der Tagesordnung und auch vor Gewalt schrecken mächtige Menschen nicht zurück.

Die vielen historischen Rückblenden geben dabei einen großartigen Einblick in das alte Russland – absolut lesenswert!

„Der Tod des Patriarchen“ : Polit-Thriller von Leif Davidsen, erschienen 2015 bei dtv premium, Taschenbuch, 464 Seiten, 14,90 Euro, ISBN 978-3-423-26063-3

Herzlichen Dank an den dtv premium für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

Bildnachweis: copyright dtv premium

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„Das Labyrinth“ – Roman von Sigge Eklund

Der 1974 geborene Autor Sigge Eklund ist in Schweden vor allem als Blogger, Webjournalist und Fernsehproduzent bekannt und hat sich nicht zuletzt durch seinen preisgekrönten Podcast mit Axel Schulman einen Namen gemacht. ›Das Labyrinth‹ ist sein fünfter Roman, der in insgesamt zehn Sprachen erscheint. Veröffentlicht wurde der Roman im DuMont Buchverlag. Die Übersetzung ins Deutsche stammt von Nina Hoyer.

Im Labyrinth der Gefühle

Martin und Åsa Horn sind so sehr mit sich selbst beschäftigt, dass für ihre elfjährige Tochter Magda kaum Aufmerksamkeit übrig bleibt. Als Magda plötzlich vermisst wird und der Verdacht die Eltern trifft, begeben sie sich auf eine nervenaufreibende Spurensuche – ebenso wie Tom, Martins loyaler Kollege, und die Schulkrankenschwester Katja, die vor Magdas Verschwinden Narben und blaue Flecken am Körper des Mädchens entdeckt hatte.
Vier unzuverlässige Erzählerstimmen entführen den Leser in ein Labyrinth aus Schuldbekenntnissen und Indizien. Immer neue Irrwege tun sich auf, bis am Schluss eine überraschende Entdeckung wartet.

Fazit

Dieser Roman ist wahrlich keine leichte Kost. Magdas Verschwinden wird aus aus vier verschiedenen Blickwinkeln erzählt. Alle Personen stehen irgendwie in Verbindung mit Magda oder ihren Eltern: als erstes natürlich Martin und Asa, die Eltern von Magda. Ihre Ehe ist nicht die beste und jeder hat mehr mit sich selbst als mit ihrem gemeinsamen Kind zu tun.

Dann gibt es noch Martins Arbeitskollegen Tom, der ein seltsames Verhältnis zu Martin hat, Und Katja, die Schulkrankenschwester. Sie entdeckte kurz vor Magdas Verschwinden blaue Flecke am Körper des Kindes. Jeder einzelne trägt ein Geheimnis mit sich herum und steht mit den anderen Personen in dichter Verbindung.

Neben abwechselnden Perspektiven springt die Erzählung in die Zeit vor und nach Magdas Verschwinden hin und her. Am Ende fügt sich alles logisch zusammen.

Für diesen Roman sollte man sich Zeit nehmen sonst verstrickt man sich in dem Psycho-Labyrinth der Protagonisten.

Ein vielschichtiger, intensiver Roman, der sich deutlich von den sonst üblichen Romanen abhebt!

„Das Labyrinth“ – Roman von Sigge Eklund, erschienen 2015 im DuMont Verlag, broschiert, 384 Seiten, 14,99 Euro, ISBN 978-3-8321-9758-2

Herzlichen Dank an den DuMont Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

Bildnachweis: copyright DuMont Verlag

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„Das Schloss in der Normandie“ – Kriminalroman von Ulrich Wickert

Der 1942 geborene Journalist Ulrich Wickert war als Korrespondent in den USA und Frankreich tätig, außerdem langjähriger Moderator der Tagesthemen. Er lebt in Hamburg und Südfrankreich, wo er neben politischen Sachbüchern auch Kriminalromane schreibt. In seiner erfolgreichen Krimiserie um den Richter Jacques Ricou erschienen bisher fünf Titel, zuletzt „Das marokkanische Mädchen“. Im September 2015 veröffentlichte Wickert bei Hoffmann & Campe seinen neuen Kriminalroman mit seinem Protagonisten Jacques Ricou mit dem Titel „Das Schloss in der Normandie“.

Ein neuer Fall für Jacques Ricou

Ein afrikanischer Staatschef, ein korsischer Milliardär und mysteriöse Vorfälle in einem Schloss in der Normandie.
Korruption bis in höchste politische Kreise gibt es nicht nur in Afrika, das weiß der unerbittliche Richter Ricou aus Paris sehr gut. Doch im Fall des Staatspräsidenten aus Äquatorialguinea geht es nicht nur um Schmiergelder, französische Luxusimmobilien und teure Autos. Jacques Ricou stößt in seinem sechsten Fall auf ein streng gehütetes Geheimnis und er ahnt dabei nicht, dass eine schlimme Intrige gegen ihn losgetreten wird.

Fazit

Ulrich Wickert hat sich in seinem neuen Krimi der Korruption in höchsten Kreisen gewidmet. Richter Ricou hat es diesmal mit Gegnern zu tun, die auch vor Verleudmung nicht zurückschrecken, um ihn endlich mundtot zu machen. Während seiner Ermittlungen entdeckt Ricou, dass der Staatspräsident aus Äquatorialguinea in Mädchenhandel und Prostitution verwickelt ist.

Ein atmosphärisch dichter und spannend geschriebener Kriminalroman, der sehr gut recherchiert ist und aktuelle Themen behandelt. Obwohl der Roman einige kleine Längen aufweist, hat er mich sehr gut unterhalten. Der Krimi punktet außerdem mit dem großen Hintergrundwissen über französische Justiz und Polizei.

Wer sich für Wirtschaft, Politik und Paris interessiert, wird  bestimmt viel Freude an dem Krimi haben.

„Das Schloss in der Normandie“ – Kriminalroman von Ulrich Wickert, erschienen 2015 bei Hoffmann & Campe, gebunden, 320 Seiten, 22 Euro ISBN 978-3-455-40546-0

Herzlichen Dank an Hoffmann & Campe für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.

Bildnachweis: copyright Hoffmann & Campe

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Die Hexe von Dunwich: Aus den dunklen Anfängen von Sherlock Holmes – historischer Roman von David Pirie

Der dritte und letzte Teil der Serie um die Anfänge von Sherlock Holmes mit dem Titel “ Die Hexe von Dunwich“  erschien im September 2015 im Bastei Lübbe Verlag als Taschenbuch. Die Übersetzung ins Deutsche stammt von Michael Ross.

Serienkiller oder Hexe?

Arthur Conan Doyle und Joseph Bell ist es nicht gelungen, ihren Erzfeind, den Serienkiller Thomas Neil Cream, dingfest zu machen. Als in dem kleinen Ort Dunwich Menschen auf mysteriöse Weise umgebracht werden, lebt eine alte Legende wieder auf.
Die Einheimischen sind der festen Überzeugung, dass die Hexe von Dunwich zurückgekehrt ist. Doch Doyle und Bell wissen, es ist viel schlimmer: Cream ist zurück…

Fazit

Der größte Gegner von Arthur Conan Doyle und Dr. Bell lockt die beiden nach Dunwich. Dort glauben die Menschen noch fest an Hexen und bereits kurz nach ihrer Ankunft gibt es auch die ersten Totesfälle. Dr. Bell macht sich akribisch an die Auflösung der geheimnisvollen Todesfälle. Bald erkennt er bestimmte  Motive hinter den Todesfällen, die sehr erschreckend sind.

Thomas Neil Cream ist ein realer Serienkiller, der sein Unwesen in den USA und England trieb. In Wahrheit ist er Joseph Bell und Arthur Conan Doyle allerdings nie begegnet. Super, wie David Pirie reale Personen mit einer fiktiven Geschichte miteinander verbindet. Sein Erzählstil ist sehr lebendig und beim Lesen fühlt man sich ins 19. Jahrhundert zurückversetzt und ist ganz nah an den Ermittlungen dabei.

Der letzte Teil der Trilogie „Aus den dunklen Anfängen von Sherlock Holmes“ ist spannend geschrieben und ein perfekter Abschluß der drei Teile. Allerdings sollte man unbedingt die Vorgängerbände gelesen haben! Schade, dass dies der letzte Teil der Trilogie ist – ich habe alle Teile förmlich verschlungen, so gut haben sie mich unterhalten!

Für Liebhaber englischer Krimis ein unbedingtes Muss und für Sherlock Holmes-Fans sowieso!

Die Hexe von Dunwich: Aus den dunklen Anfängen von Sherlock Holmes – historischer Roman von David Pirie, erschienen im September 2015 im Bastei Lübbe Verlag, Taschenbuch, 464 Seiten, 9,99 Euro, ISBN 978-3404172436

Herzlichen Dank an den Bastei Lübbe Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.

Bildnachweis: copyright Bastei Lübbe

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Rosemary McLoughlin: Rückkehr nach Tyringham Park – Rezension des Historienromans

Rosemary McLoughlins Debütroman “Die Frauen von Tyringham Park”wurde in  zwei Kategorien für den Irish Book Award nominiert. Im September 2015 wurde der zweite Teil der Familiensaga mit dem Titel „Rückkehr nach Tyringham Park“ im Bastei Lübbe Verlag als Taschenbuch veröffentlicht. Die Übersetzung ins Deutsche stammt von Heike Rosbach.

Irland in den 1950er Jahren

Obwohl mittlerweile viele Jahre nach dem tragischen Tod Charlottes, der einzigen Tochter des Hauses, vergangen sind, ist die Trauer immer noch sehr groß. Hartnäckig verfolgt die Patriarchin von Tyringham Park, Lady Edwina, das Ziel, ihre Enkelin Mary Anne mit einem Cousin zu verloben, um das Anwesen für die Familie zu sichern. Doch Mary Anne liebt von klein an den Polizisten Toby, den Enkel des Gärtners. Rücksichtslos setzt sich Edwina sich durch und Mary Anne bleibt mit gebrochenem Herzen zurück. Was aber keiner ahnt: Die junge Frau ist nicht die, für die sie alle halten. Nicht Edwina hält das Schicksal des Anwesens in ihren Händen, sondern eine junge Frau, die im fernen Australien lebt.

Fazit

Die spannende Familiensaga geht weiter! Und auch hier stehen wieder die Frauen der Familie im Mittelpunkt. Im zweiten Teil der Saga gibt es jede Menge Abenteuer und auch eine geheimnisvolle Unbekannte darf nicht fehlen.

Ich möchte an dieser Stelle nicht zu viel verraten – nur soviel: es bleibt sehr spannend! Die Auflösung um die Identität der Unbekannten ist sehr dramatisch und gibt dem Roman einen kriminalistischen Hintergrund. McLoughlins Schreibstil versetzt den Leser gekonnt in die Zeit der frühen 50iger Jahre des letzten Jahrhunderts.

Ich wurde auch mit dem zweiten Teil der Tyringham-Saga sehr gut unterhalten. Für Fans historischer Romane gepaart mit einer fesselnden Familien-Saga die perfekte Unterhaltung!

Rosemary McLoughlin: Rückkehr nach Tyringham Park, erschienen im September 2015 bei Bastei Lübbe als Taschenbuch, 463 Seiten, 9,99 Euro, ISBN 978-3-404-17156-9

Herzlichen Dank an den Bastei Lübbe Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

Bildnachweis: copyright Bastei Lübbe

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