„Sag den Wölfen, ich bin zu Hause“ – Roman von Carol Rifka Brunt

*Rezension*

Carol Rifka Brunts Debütroman „Sag den Wölfen, ich bin zu Hause“ wurde mehrfach zu einem der „besten Bücher des Jahres“ ausgezeichnet (u.a. vom Wall Street Journal und dem Oprah Magazine). Das Buch wurde sogar ein New York Times Bestseller. Auch die Filmrechte sind verkauft. Erschienen ist der beeindruckende Roman in deutscher Sprache 2018 im Eisele Verlag als gebundene Ausgabe. Die Übersetzung ins Deutsche stammt von Frauke Brodd.

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New York, 1987: Eigentlich gibt es nur einen Menschen, der June Elbus je verstanden hat, und das ist ihr Onkel Finn Weiss, ein berühmter Maler. Als Finn viel zu jung an einer Krankheit stirbt, deren Namen ihre Mutter kaum auszusprechen wagt, steht in Junes Leben kein Stein mehr auf dem anderen. Auf Finns Beerdigung bemerkt June einen scheuen jungen Mann, und ein paar Tage später bekommt sie ein Päckchen. Darin befindet sich die Teekanne aus Finns Apartment – und eine Nachricht von Toby, dem Fremden. Wer ist dieser Mann, der behauptet, Finn ebenso gut zu kennen wie June selbst? Zunächst ist June misstrauisch, doch dann beginnt sie sich heimlich mit Toby zu treffen, und sie erfährt, dass es gegen Trauer ein Heilmittel gibt: Freundschaft und Zusammenhalt.

Quelle Text: Eisele Verlag

June liebt ihren Onkel Finn und ist am Boden zerstört, als dieser an Aids stirbt. Niemand in ihrer Familie möchte über das Thema Aids reden und auch Finns Lebensgefährte Toby wird ignoriert. Toby versucht nach Finns Tod Kontakt zu June aufzunehmen und bald entwickelt sich eine tiefe Freundschaft zwischen den beiden, die bald darauf ein tragisches Ende findet.

Kurz vor seinem Tod malte Finn ein traumhaft schönes Porträt von June und ihrer älteren Schwester Greta mit dem Titel „Sag den Wölfen, ich bin zu Hause“. Nach seinem Tod wird es sicher in einem Bank-Safe verwahrt und dieses Gemälde spielt bald ein große Rolle im Roman (mehr möchte ich an dieser Stelle nicht verraten).

Der ergreifende Roman hat mich von Anfang an in seinen Bann gezogen. June versucht  das Geheimnis um den Tod ihres Onkels zu lüften und entdeckt, das ihre Familie viele Geheimnisse hat. Fehlverhalten führt zu Missverständnissen und Vorurteile treiben die Familie auseinander.

Sehr einfühlsam werden die unterschiedlichen Emotionen von June, Toby und dem Rest der Familie beschrieben – das hat mich oft zu Tränen gerührt.

Erzählt wird der Roman aus Sicht der 14 jährigen June, die mit ihren Zweifeln, ihrer Unsicherheit und ihrer grenzenlosen Liebe zu Finn ziemlich allein gelassen wird.

Ein eindringlicher, wundervoller Roman voller Liebe zum Leben – einfach nur brillant geschrieben!

„Sag den Wölfen, ich bin zu Hause“ von Carol Rifka Brunt, erschienen 2018 im Eisele Verlag, gebunden, 448 Seiten, 22 Euro, ISBN 978-3961610075

Herzlichen Dank an den Eisele Verlag für die Bereitstellung des Besprechungsexemplars.

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