Archiv für den Monat August 2017

„Whiteout“ – Roman von Anne von Canal

Die 1973 geborene Autorin Anne von Canal arbeitete nach ihrem Studium der Skandinavistik und Germanistik zehn Jahre lang im Verlagswesen und als Übersetzerin, bevor sie sich dem Schreiben widmete. Am 29. August 2017 erschien im mare Verlag ihr neuer Roman „Whiteout“ als gebundene Ausgabe.

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Es ist eine Mail mit nur einer Zeile, die Hannas Welt ins Wanken bringt: Durch ihren Bruder Jan erfährt sie vom Tod ihrer besten Jugendfreundin Fido. Die Nachricht erreicht Hanna ausgerechnet während einer wichtigen Antarktisexpedition, von der die Glaziologin neue Erkenntnisse über das Klima der Vergangenheit erwartet.

Seit Fido vor zwanzig Jahren ohne Erklärung den Kontakt abbrach und damit alle gemeinsamen Zukunftspläne verriet, hat Hanna versucht, die einst so Vertraute aus ihrem Kopf zu verbannen. Doch jetzt, in der endlosen Weite des Eises, lassen die Erinnerungen und ungeklärten Fragen sie immer mehr die Kontrolle verlieren. Als die Spannungen in Hannas kleinen Forscherteam zunehmen und dann auch noch ein Schneesturm den Erfolg ihres Projektes gefährdet, wird die Zeit im Eis endgültig zur Zerreißprobe.

Hannas Gedanken um die verstorbene Freundin führen sie und damit auch den Leser in ihre gemeinsame Vergangenheit. In Rückblenden erzählt Hanna über die Freundschaft zwischen ihr, ihrem Bruder Jan und Fido, die bereits als Kinder gern die Expedition von Amundsen,  Scott und Wilson nachgespielt haben.  Hanna spricht dabei Fido direkt mit Du an. So ist man als Leser ganz nah bei Hannas Gefühlen und Gedanken und erfährt vieles aus Fidos Kindheit und Jugendzeit.

Hanna ist ein Mensch,der gern die Kontrolle über alles und vor allem über ihr Leben und ihre Freundschaften hat, während Fido sich unerwartet aus Hannas Leben verabschiedete.

Neben der Reise in die Vergangenheit gibt es einen weiteren Erzählstrang, der sich mit der Gegenwart und Hannas Expedition in die Antarktis beschäftigt. Dabei wird auch die Forschungsarbeit thematisiert – ein sehr interessanter Exkurs.

Der Roman wird sehr poetisch und bildhaft erzählt und enthält viele schöne Zitate. Gleichzeitig wird ein sehr traumatisches Thema angesprochen: was passiert mit dir, wenn jemand aus deinem Leben urplötzlich und ohne Angabe von Gründen verschwindet? Wie kannst du mit diesem Verlust weiterleben? All das erzählt die Autorin in ihrem bewegenden Roman und es wird bald klar, dass die eigenen Erinnerungen manchmal auch ein Trugschluss sein können.

„Whiteout“ – Roman von Anne von Canal, erschienen am 29. August 2017 im mare Verlag, gebunden, 192 Seiten, 20 Euro, ISBN 978-3866482470

Bildnachweis: copyright mare Verlag

Herzlichen Dank an den mare Verlag für die Bereitstellung des Besprechungsexemplars.

 

 

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„Helter Skelter: Die wahre Geschichte des Serienmörders Charles Manson“ von Vincent Bugliosi und Curt Gentry

Im Sommer 1969 erschüttert eine Reihe bestialischer Morde Los Angeles und die USA. Sharon Tate, die schwangere Ehefrau von Roman Polanski, ist eines der sieben Opfer des Serienmörders Charles Manson.

Vincent Bugliosi war leitender Staatsanwalt in diesem spektakulären Fall. In seinem meisterhaft geschriebenen Buch berichtet er, wie es ihm in minutiöser Detektivarbeit gelang, Charles Manson und seine ihm blind ergebene Hippie-Kommune für das Massaker hinter Gitter zu bringen.

„Helter Skelter: Die wahre Geschichte des Serienmörders Charles Manson“ erschien als Neuausgabe (Taschenbuch) am 14. August 2017 des 2010 veröffentlichten Buchs Helter Skelter – Der Mordrausch des Charles Manson.

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Unterteilt ist das erschütternde Dokument der Morde und der Verhaftungen in 8 große Kapitel:

  • Die Morde: 9. August bis 14. Oktober 1969
  • Die Mörder: 15. Oktober bis 17. November 1969
  • Die Ermittlung – Phase 2: 18. November bis 31. Dezember 1969
  • Die Suche nach dem Motiv – Die Bibel, Beatles und Helter Skelter: Januar bis Februar 1970
  • „Wisst ihr nicht, wen ihr kreuzigt?“: März bis 14. Juni 1970
  • Der Prozess: 15. Juni bis 19. November 1970
  • Mord liegt in der Luft: 19. November 1970 bis 25. Januar 1971
  • Feuer in euren Städten: 26. Januar bis 19. April

Seit 1971 sitzt Manson im Hochsicherheitsgefängnis, doch vergessen ist er noch lange nicht. Er ist zu einer diabolischen Kultfigur geworden, deren apokalyptisches Szenario und verschrobene Weltanschauung auch heute noch eine makabere Faszination ausüben.

Die grauenvolle Geschichte der Morde und der geistesgestörten Mörder verlangen dem Leser gute Nerven ab. Detailliert und werden die Morde beschrieben, auch den Schmerz der Angehörigen wird ein großer Raum gegeben.

Der damalige Anklagevertreter Vincent Bugliosi berichtet über die komplexen und schwierigen Ermittlungen und zeigt das dem Leser anhand von unzähligen Verhör- und Aussageprotokollen. Man bekommt einen sehr guten und fundierten Einblick in die damals sehr schwierige Polizeiarbeit.

Das umfassende Buch über den Massenmörder Manson und seine Mörderbande ist spannender als jeder Thriller und trotz seiner 784 Seiten an keiner Stelle langatmig oder langweilig. Es ist auch ein lesenswertes Dokument über die amerikanische Gesellschaft in den 1960iger Jahren und gibt einen sehr guten Einblick in die amerikanische Gerichtsbarkeit.

Mich hat das Buch total schockiert!

„Helter Skelter: Die wahre Geschichte des Serienmörders Charles Manson“ von Vincent Bugliosi und Curt Gentry, erschienen am 14. August 2017 als Taschenbuch bei riva, 784 Seiten, 16,99 Euro, ISBN 978-3742302496

Bildnachweis: copyright riva Verlag

Herzlichen Dank an den riva Verlag für die Bereitstellung des Besprechungsexemplars.

 

 

„Der letzte Verrat“ – Roman von Nicola Moriarty

Nicola Moriarty ist die jüngste Schwester der beiden bekannten Autorinnen Liane und Jaclyn Moriarty. Auch sie begann sehr früh zu schreiben. Ihr Roman „Der letzte Verrat“ erschien am 1. August 2018 im Piper Verlag als Paperback.

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Jedes Geheimnis haben sie geteilt – den ersten Kuss, das erste Mal, die erste große Enttäuschung –, aber die einst vier besten Freundinnen haben sich aus den Augen verloren. Ein paar gemeinsame Tage in einem Strandhaus an Australiens Ostküste sollen Abhilfe schaffen. Bereits am ersten Abend erkennen Eden, Joni, Trina und Deb jedoch, dass sie nicht mehr viel voneinander wissen, darum soll jede in einem anonymisierten Brief ihre geheimsten Wünsche, Ängste und Obsessionen offenbaren. Doch es taucht ein fünfter Brief auf, der sich mit hasserfüllten Drohungen gegen eine von ihnen wendet. Plötzlich ist jedes Vertrauen verloren, stattdessen herrschen Angst und Zwietracht ..

Erzählt wird der Roman überwiegend aus Jonis Sicht in vielen Rückblenden. Sie sitzt in einem Beichtstuhl und berichtet einem Pfarrer von ihren Problemen. Die vielen unerwarteten Wendungen bringen eine gute Portion Spannung in den Roman und doch sind viele Erinnerungen etwas zäh und lassen den Roman stocken.

Die Protagonistinnen und ihre Handlungen werden nachvollziehbar und glaubhaft beschrieben. Ich war sehr neugierig, wer nun wirklich hinter dem 5. Brief steckt. Es ist sehr interessant zu lesen, wie und in welche Richtung sich jede der vier Freundinnen entwickelt hat und ob die Freundschaft nach dem 5. Brief immer noch Bestand hat.

Das Finale ist sehr überraschend und grandios erzählt. Alles in allem eine leichte Sommerlektüre ohne großen Anspruch.

„Der letzte Verrat“ von Nicola Moriarty, erschienen am 1. August 2017 bei Piper, Paperback, 336 Seiten, 15 Euro, ISBN 978-3-492-06090-5

Bildnachweis: copyright Piper Verlag

Herzlichen Dank an den Piper Verlag für die Bereitstellung des Besprechungsexemplars.

 

„Zeit der Schwalben“ – Roman von Nikola Scott

Nikola Scott ist in Deutschland geboren und aufgewachsen, bevor sie viele Jahre in den USA und in Großbritannien in verschiedenen Verlagen arbeitete. Sie lebt inzwischen mit ihrer Familie in Frankfurt am Main. „Zeit der Schwalben“ ist ihr Debütroman, der am 18. August 2017 im Wunderlich Verlag als gebundene Ausgabe erschien.

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Es ist ein goldener Sommer im England der späten 50er Jahre: Die 16-jährige Elizabeth ist begeistert von den jungen Leuten, die sie auf dem Anwesen der Freunde ihrer Eltern in Sussex kennenlernt. Sie erlebt unbeschwerte Tage mit Ausflügen, Picknicks und Partys. Und sie verliebt sich prompt…
London, 40 Jahre später. Nach dem Unfalltod ihrer Mutter erhält Adele Harington einen mysteriösen Anruf: Ein Mann spricht von „neuen Spuren“ und nennt immer wieder ein Datum. Und dann steht plötzlich eine Fremde vor der Tür und behauptet, Teil der Familie zu sein…

Erzählt wird der bewegende Familienroman in zwei Zeitsträngen: eine Zeitebene spielt in den späten 50iger Jahren und erzählt von der 16 jährigen Elizabeth ( Mutter von Adele). Der zweite Zeitstrang spielt in der Gegenwart. Beide Zeitstränge werden in der Ich-Form entweder aus Elizabeths Sicht oder aus Sicht ihrer Tochter Adele erzählt.

Nach dem plötzlichen Tod ihrer Mutter wird Adele mit einem schrecklichen Familiengeheimnis konfrontiert. Obwohl sie es erst nicht glauben kann, gibt es jede Menge Beweise für die Wahrheit. Gemeinsam mit Phoebe, einer Frau, die eines Abends an ihre Tür klopfte und behauptet, mit Adele eng verwandt zu sein, begibt sie sich auf Spurensuche in die Vergangenheit.

Der Roman ist so spannend – ich konnte ihn kaum aus der Hand legen. Unbedingt wollte ich erfahren, was mit Elizabeth in ihrer Jugend passierte und wie Phoebe in die Familie passt. Durch Tagebucheinträge von Elizabeth lernt man sie als junges Mädchen/Frau sehr gut kennen und nach und nach offenbart sich, welche Tragik sich in ihrem Leben am 14. Februar 1960 ereignete.

Gleichzeitig begleitet man Elizabeths Tochter Adele auf der Spurensuche in die Vergangenheit ihrer Mutter. Und am Ende hatte ich für beide Frauen (Elizabeth und Adele) Verständnis für ihre Handlungen.

Ein großartiges Roman-Debüt von Nikola Scott. Ich hoffe, bald noch mehr bewegende und spannende Romane von dieser talentierten Autorin zu lesen!

„Zeit der Schwalben“ von Nikola Scott, erschienen am 18. August 2017 bei Wunderlich, gebunden, 512 Seiten, 19,95 Euro, ISBN  978-3805200370

Bildnachweis: copyright Wunderlich Verlag

Herzlichen Dank an den Wunderlich Verlag für die Bereitstellung des Besprechungsexemplars.

„Der Herr der Bogenschützen“ – historischer Roman von Mac P. Lorne

Der 1957 geborene Autor Mac P. Lorne ist Co-Autor mehrerer Fach- und Sachbücher aus den Gebieten Veterinärmedizin und Pferdezucht und hat zahlreiche Artikel zur Berufsausbildung, Reitlehre usw. verfasst. Englische Geschichte ist die große Leidenschaft des Autors. Sein historischer Roman „Der Herr der Bogenschützen“ erschien am 2. August 2017 als Taschenbuch bei Knaur.

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Im Mittelpunkt des Romans steht die Auseinandersetzung zwischen England und Frankreich im 100-jährigen Krieg und eine ihrer schillernsten Figuren: John Holland, der spätere Duke of Exeter. Dieser ist aber vor allem „Herr der Bogenschützen“, der auf eine verblendete, fanatische junge Frau trifft, die einen fast beendeten Krieg wieder aufflammen lässt und später unter dem Namen Jeanne d`Arc bekannt werden soll.

Marc P. Lorne lässt den Leser Hollands Ausbildung bei den walisischen Bogenschützen ebenso erleben wie seine Kriegsgefangenschaft und sein mehrfaches Aufeinandertreffen mit Jeanne d`Arc, deren Hinrichtung auf dem Scheiterhaufen er am Ende nicht verhindern kann, obwohl er ahnt, dass so eine Märtyrerin geschaffen wird.

Und wieder einmal schafft es der Autor auf geniale Art und Weise, historisch belegte Begebenheiten in eine fiktive Geschichte zu verpacken. Und das so beeindruckend, dass John Holland und Jeanne d`Arc in meinem Kopfkino wieder lebendig werden. Die geschichtlichen Fakten wurden sehr gut und intensiv recherchiert. So bekommt man beim Lesen sehr unterhaltsamen Geschichtsunterricht.

Durch seinen lebendigen und spannenden Erzählstil konnte ich mich in die damalige Zeit sehr gut zurück versetzen. Sehr bildhaft werden die Greueltaten des 100 jährigen Krieges beschrieben – oft unglaublich brutal und grausam.

Abgerundet wird der spannende Historienroman mit einem ausführlichen Personenverzeichnis, Glossar und einer Zeittafel sowie einem umfassenden Nachwort des Autors und einer Bibliografie.

Wer einen mitreissenden Roman über die Konflikte Englands und Frankreichs im 100-jährigen Krieg und über John Holland lesen möchte, sollte sich diesen spannenden Roman nicht entgehen lassen.

„Der Herr der Bogenschützen“ von Mac P. Lorne, erschienen am 2. August 2017 als Taschenbuch bei Knaur, 704 Seiten, 12,99 Euro, ISBN 978-3426520826

Bildnachweis: copyright Knaur Verlag

Herzlichen Dank an den Knaur Verlag für die Bereitstellung des Besprechungsexemplars.

 

„Und morgen das Glück“ – Roman von Franziska Stalmann

Die Autorin und Psychologin Franziska Stalmann eroberte mit ihrem Roman „Champagner und Kamillentee“, verfilmt mit Andrea Sawatzki, ein Millionenpublikum. Es folgten weitere erfolgreiche Bücher. Ihr neuer Roman „Und morgen das Glück“ erschien am 14. August 2017 im Diana Verlag als Taschenbuch.

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Die 48 jährige Nina führt seit 10 Jahren mit viel älteren Lebensgefährten Robert ein glückliches und sorgenfreies Leben, als durch einen tragischen Unfall Robert plötzlich stirbt. Von heute auf morgen steht sie ohne Geld da, denn Robert hat kein Testament hinterlassen.
Als ihr Stiefsohn sein wahres Gesicht zeigt und Nina ihr Haus, das Robert für sie beide baute, verlassen muss, beginnt ein schwieriger Lebensabschnitt für Nina. Sie muss sich, wie schon in der Vergangenheit als sie eine allein erziehende junge Mutter war, neu orientieren und selbst um ihren Lebensunterhalt kümmern. Ohne Beruf und voller Trauer um den geliebten Partner wendet sie sich an alte Freunde ihres verstorbenen Lebensgefährten und bittet sie um finanzielle Hilfe. Doch trotz aller Trauer und Probleme ist Nina immer für ihre Tochter und Enkelin da.

Der leicht lesbare Roman erzählt von einer Frau, die sich finanziell total von einem älteren Mann abhängig macht und aus allen Wolken fällt, als sie nach seinem plötzlichen Unfalltod ohne Geld und Job dasteht. Ihr bleibt schließlich nichts anderes übrig, als bei fremden Leuten putzen zu gehen.

Die Trauer und Gefühle der Protagonistin werden sehr intensiv beschrieben – ich konnte mich gut in sie hineinversetzen. Und bald wird für Nina ganz deutlich, dass Geld und Reichtum nicht alles im Leben ist. Nina hat ihren Beruf und ihr altes Leben für das Leben in Reichtum mit ihrem Lebensgefährten aufgegeben, ohne in irgendeiner Weise abgesichert zu sein – das finde ich in der heutigen Zeit etwas seltsam.

Sehr gut kommt die Botschaft des Buches heraus: auch in schlimmen Krisen niemals aufgeben!

Ein schöner Roman mit Tiefgang, der zum Nachdenken darüber anregt, ob Reichtum gleichzusetzen mit Glück ist.

„Und morgen das Glück“ von Franziska Stalmann, erschienen am 17. August 2017 bei Diana, Taschenbuch, 352 Seiten, 9,99 Euro, ISBN 978-3453359086

Bildnachweis: copyright Diana Verlag

Herzlichen Dank an den Diana Verlag für die Bereitstellung des Besprechungsexemplars.

„Wildblumensommer“ – Roman von Kathryn Taylor

Kathryn Taylor veröffentlichte ihre erste Geschichte bereits mit elf Jahren. Nach einigen beruflichen Umwegen ging ihr Traum von einem Leben als Schriftstellerin in Erfüllung: Bereits mit ihrem zweiten Roman landete sie auf Platz 2 der Spiegel-Bestsellerliste. Im Juni 2017 erschien ihr neuer Roman „Wildblumensommer“ auf deutsch bei Bastei Lübbe als Taschenbuch.

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Zoe steht vor einer schweren Entscheidung: Eine hochriskante OP soll ihr Leben retten. Spontan beschließt sie noch einmal nach Cornwall zurückzukehren, denn dort erlebte sie vor vierzehn Jahren ihr größtes Glück – und ihren schlimmsten Albtraum. Nun endlich will sie die Geheimnisse jenes Sommers klären. Erneut trifft sie auf ihre große Liebe Jack, erneut schöpft sie Hoffnung auf ein Leben an seiner Seite. Aber die Schatten der Vergangenheit drohen auch ihre Zukunft zu zerstören.

Der berührende Roman ist in vier Erzählstränge aufgeteilt: in einem kommt Zoe zu Wort, in dem anderen ihre ehemals beste Freundin Rose, dann kommt Jack zu Wort und ein Anwalt namens Simon. Durch Rückblicke in die Vergangenheit der Protagonisten kann man ihre Handlungen und Gefühle sehr gut nachvollziehen und verstehen.

Neben der Vergangenheitsbewältigung von Zoe und Jack stehen auch zwei schöne Liebesgeschichten im Fokus.

Die authentischen Charaktere sowie die berührende Handlung machen den Roman zu einer zauberhaften Sommerlektüre, die aber nicht oberflächlich ist.

Ein Roman mit ganz viel Herz, Gefühl und Tiefgang, der den Leser mit seinem leicht lesbaren Schreibstil in die wunderschöne Landschaft Cornwalls entführt.

„Wildblumensommer“ – Roman von Kathryn Taylor, erschienen im Juni 2017 bei Bastei Lübbe, Taschenbuch, 400 Seiten, 9,90 Euro, ISBN 978-3404175369

Bildnachweis: copyright Bastei Lübbe

Herzlichen Dank an Bastei Lübbe für die Bereitstellung des Besprechungsexemplars.

„Das Schweigen von Brodersby. Ein Landarzt-Krimi“ von Stefanie Ross

Stefanie Ross wurde in Lübeck geboren und verbrachte einen Teil ihrer Schulzeit in Amerika. Später unternahm sie ausgedehnte Reisen durch die USA, Kanada und Mexiko, sowie Skandinavien und Südeuropa.
Nach dem Studium der Betriebswirtschaftslehre in Kiel folgten leitende Positionen bei Banken in Frankfurt und Hamburg. Daneben veröffentlicht sie seit Juli 2012 sowohl in Verlagen als auch als Selfpublisherin spannende Thriller. Ihr neues Buch „Das Schweigen von Brodersby. Ein Landarzt-Krimi“ erschien im Juli 2017 im Grafit Verlag als Taschenbuch.

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Der ehemalige KSK-Soldat Jan Storm übernimmt auf der Suche nach einem Neuanfang die Landarztpraxis in Brodersby, einer idyllischen Gemeinde zwischen Schlei und Ostsee. Denn nach einem traumatischen Afghanistaneinsatz will er nur noch vergessen – und der kleine Ort scheint ihm meilenweit entfernt von Schusswunden, Explosionen und Toten. Als er erfährt, dass sein kerngesunder Vorgänger unter mysteriösen Umständen verstarb, und weitere Dorfbewohner plötzlich zusammenbrechen, beschließt er, der Sache auf den Grund zu gehen. Doch damit bringt er nicht nur sich, sondern auch Arzthelferin Lena in tödliche Gefahr – denn seine Gegner haben ihn längst im Visier.

Der Regionalkrimi spielt in Brodersby – einem realen Ort in der Nähe der Ostsee. Mit ihrem fesselnden und leicht lesbaren Schreibstil hat mich die Autorin sofort in ihren Bann gezogen. Neben einer fesselnden Handlung kommt auch der Humor nicht zu kurz.

Neben der Krimi-Handlung steht eine kleine Liebesgeschichte sowie die Vergangenheitsbewältigung von Jan Storm im Fokus. Mir sind die authentisch beschriebenen Einwohner von Brodersby richtig an Herz gewachsen und auch die zauberhafte Landschaft der Schlei möchte ich gern einmal kennen lernen.

Super finde ich, dass die Tierliebe der Autorin im Roman einen großen Platz einnimmt.

Für mich ist dieser Landarzt-Krimi eines meiner Krimi-Highlights dieses Jahres und ich freue mich auf hoffentlich noch weitere Krimis mit dem sympathischen Protagonisten Jan Storm.

„Das Schweigen von Brodersby. Ein Landarzt-Krimi“ von Stefanie Ross, erschienen im Juli 2017 im Grafit Verlag, Taschenbuch, 347 Seiten, 12 Euro, ISBN 978-3894254902

Bildnachweis: copyright Grafit Verlag

Herzlichen Dank an den Grafit Verlag für die Bereitstellung des Besprechungsexemplars.

„Die Tochter des Seidenhändlers“ – Roman von Dinah Jefferies

Dinah Jefferies wurde 1948 im malaiischen Malakka geboren. Acht Jahre später übersiedelte die Familie nach England. Dinah Jefferies studierte Theaterwissenschaft und Englische Literatur und arbeitete als Lehrerin, Fernsehmoderatorin und Künstlerin. Ihr Roman “Die Tochter des Seidenhändlers“ erschien im Juni 2017 als broschierte Ausgabe bei Bastei Lübbe. Die Übersetzung ins Deutsche stammt von Angela Koonen.

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Vietnam, 1950. Die junge Nicole stand von jeher im Schatten ihrer schönen Schwester Sylvie. Als Tochter eines französischen Seidenhändlers und einer Vietnamesin soll sie nun in Hanoi ein Stoffgeschäft übernehmen. Bald kommt Nicole mit Einheimischen in Berührung, die sich gegen die französische Fremdherrschaft auflehnen. Dabei entdeckt sie voller Schrecken, dass ihr Vater in dunkle Machenschaften verwickelt ist. Als sie sich in den charismatischen Mark verliebt, gerät ihre Welt abermals ins Wanken. Denn Mark scheint auch für ihre Schwester Gefühle zu hegen. Auf der Suche nach ihrem Platz in einer Welt, in der nichts ist, wie es scheint, fasst Nicole einen kühnen Plan …

Der Roman entführt den Leser in die Nachkriegszeit nach Vietnam, das unter der französischen Kolonial-Herrschaft steht. Die die Vietminh versuchen, Vietnam aus der Herrschaft der Franzosen zu befreien.

In diese historischen Begebenheiten wird die Geschichte von Nicole und ihrer französischen Familie eingebettet. Nicole wird als Mischling weder von den Vietnamesen noch den Franzosen als ihresgleichen angesehen. Und so steht die junge Frau permanent zwischen zwei Kulturen.

Diese Zerrissenheit wird im Roman sehr glaubhaft und nachvollziehbar beschrieben. Die Autorin hat mit ihren detailreichen Beschreibungen des Landes, seinen Gerüchen und Gerichten sofort mein Kopfkino in Gang gesetzt und ich konnte mir alles sehr gut vorstellen.

Doch so interessant und faszinierend der Roman begann, so langatmig wurde er leider nach kurzer Zeit. Viele Handlungen wurden vorhersehbar und die zauberhaften Beschreibungen zu Beginn des Romans fehlten dann zum großen Teil – schade! Einige Handlungsstränge werden nicht zu Ende erzählt – das hat mich doch ein wenig gestört.

Auch Nicoles Gefühlwelt hat sich mir nicht gänzlich erschlossen – ich wurde mit ihr nicht so richtig vertraut. Und ihre Schwester Syvie war mir total unsympathisch.

Das Ende des Roman kam sehr plötzlich – ich hätte eine längere Variante vorgezogen.

Sehr gut gefallen hat mir die interessant geschriebene Darstellung vom Leben in Hanoi. Nach dem Lesen des Romans bin ich sehr neugierig auf Vietnam geworden und werde das Land bestimmt einmal besuchen.

„Die Tochter des Seidenhändlers“ von Dinah Jefferies, erschienen im Juni 2017 bei Bastei Lübbe, broschiert, 416 Seiten, 15 Euro, ISBN 978-3785725917

Bildnachweis: copyright Bastei Lübbe

Herzlichen Dank an Bastei Lübbe für die Bereitstellung des Besprechungsexemplars.

„Amrita. Am Ende beginnt der Anfang“ – Fantasy-Jugendroman von Aditi Khorana

In Indien, Dänemark und den USA aufgewachsen, erzählt Autorin Aditi Khorana diese Geschichte äußerst opulent und atmosphärisch, und stellt in ihrem deutschen Debüt die Themen Selbstfindung und Selbstbestimmung in den Mittelpunkt. Damit eignet sich dieses Buch nicht nur für Mädchen ab 14 Jahren, sondern für alle, die das Mystische und Märchenhafte mögen und sich von einer Geschichte tragen lassen wollen. Amrita bietet literarische Fantasy mit orientalischem Flair und unabhängigen, klugen Heldinnen. Der Fantasy-Jugendroman erscheint am 21. August 2017 bei Dressler als gebundene Ausgabe. Empfohlen wird der Roman für Leser/innen ab 14 Jahren.

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Das Leben von Amrita, 16-jährige Prinzessin des Königreichs Shalingar, ändert sich auf einen Schlag, als der Despot Sikander Shalingar erobert und ihren Vater tötet. Gemeinsam mit der Sklavin und Seherin Thala gelingt ihr die Flucht und beide machen sich auf den Weg, die »Bibliothek der Dinge« zu finden, um das Schicksal der Welt zu ändern und schließlich zurück in die Vergangenheit zu reisen: an den Punkt, wo das Unheil begann. Doch was, wenn der einzige Weg, ihren  Vater und ihr Land zu retten, bedeutet, dass Amrita sich selbst und ihre große Liebe opfern muss?

Schon der zauberhaft gestaltete Buchtitel macht Lust darauf, den Roman zu lesen. Durch den intensiven bildhaften Erzählstil wurde bei mir sofort das Kopfkino in Gang gesetzt. Der Roman ist wie eine Reise in ein Märchen aus 1.001 Nacht – phantasievoll, geheimnisvoll und spannend. Erzählt wird der Roman aus Amritas Sicht.

Auf ihrer Reise lüftet Amrita viele Geheimnisse und durchläuft bis zum Ende des Romans eine großartige Entwicklung, während derer sie zu sich selbst findet. Die fantastische Welt, in die Amrita hinein gerät ist magisch und ihre Bewohner sind geheimnisvoll und zauberhaft – ich habe es sehr genossen, diese Welt mit Amrita kennen zu lernen und bin von dieser märchenhaften Geschichte ganz begeistert. Zumal sich dieser Roman mit seinen Aussagen auch in die Gegenwart übertragen lässt – mehr möchte ich an dieser Stelle nicht verraten.

Nicht nur junge Leser/innen werden von dieser wundervollen Geschichte begeistert sein – auch erwachsene Leser/innen haben garantiert ihre Freude an Amrita und den anderen Fantasy-Heldinnen.

„Amrita“ Fantasy-Jugendroman von Aditi Khorana, erscheint am 21. August 2017 bei Dressler als gebundenes Buch, 320 Seiten, 17,99 Euro, ISBN  978-3791500560

Bildnachweis: copyright Dressler Verlag

Herzlichen Dank an den Dressler Verlag für die Bereitstellung des Besprechungsexemplars.