„Mr. Peardews Sammlung der verlorenen Dinge“ – Roman von Ruth Hogan

Ruth Hogan kam durch einen schweren Autounfall zum Schreiben. Ihre schlaflosen Nächte verbrachte sie am Schreibtisch und so entstand ihr Debüt-Roman „Mr. Peardews Sammlung der verlorenen Dinge“. Ruth Hogan sammelt selbst auch sehr gern alle Arten von Fundstücken. Erschienen ist ihr Erstlingswerk im Mai 2017 im List Verlag als gebundene Ausgabe.

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Anthony Peardew ist der Hüter der verlorenen Dinge. Seit er vor 40 Jahren das Wertvollste verlor, das er je besaß. Seine Verlobte Therese starb bei einem Autounfall am Tag ihrer Hochzeit. Völlig verzweifelt irrte Anthony durch die Straßen und verlor dabei das Medaillon mit dem Bild der heiligen Therese, das ihm seine Geliebte gegeben und das gut aufzubewahren er ihr versprochen hatte.

Für diesen Verlust leistet Anthony Abbitte, indem er verlorene Dinge fremder Menschen sammelt und dazu Geschichten schreibt. 40 Jahre später fürchtet er, noch nicht genug getan zu haben und er stellt die junge Laura als seine Assistentin ein. Sie soll seine Arbeit fortsetzen, sobald er aus dem Leben geschieden ist.

Er hinterlässt ihr sein wunderschönes viktorianisches Haus Padua, den Garten mit dem Gärtner Freddy und den unglücklichen Geist von Therese. Denn obwohl Anthony nach seinem Tod endlich bei der Geliebten sein sollte, hat er ohne das Medaillon sein wichtigstes Versprechen gebrochen.

Mit Hilfe von Freddy und Sunshine, dem seltsamen Nachbarsmädchen, gelingt es Laura tatsächlich, Anthonys Arbeit zu beenden und schließlich selbst die Liebe zu finden.

Viele kleine Episoden und Geschichten fügen sich in diesem besonderen Roman zu einem Ganzen zusammen. Neben den kleinen Episoden um die verlorenen und gefundenen Dinge gibt es zwei große Handlungstränge: einer handelt von Anthony, Laura und der Sammlung der verlorenen Dinge, während sich der andere um  Eunice und den Verleger Bomber dreht.

Der Erzählstil ist sehr angenehm und detailreich. Mein Kopfkino setzte sich gleich in Gang: ich konnte die vielen verlorenen Dinge und das schöne viktorianische Haus direkt vor mir sehen.

Der Roman ist sehr gefühlvoll ohne dabei kitschig zu werden. Eingebettet in eine schöne Geschichte sind auch schwere Themen wie das Downsyndrom, Demenz und Tod. Ein sehr emotionaler Roman, der mich von Anfang bis Ende in seinen Bann gezogen hat.

Lesenswert!

„Mr. Peardews Sammlung der verlorenen Dinge“ von Ruth Hogan, erschienen im Mai 2017 bei List, gebunden, 320 Seiten, 18 Euro, ISBN 978-3471351475

Bildnachweis: copyright List Verlag

Herzlichen Dank an den List Verlag für die Bereitstellung des Besprechungsexemplars.

 

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