„Kopftuchland“ – Roman von Katja Schneidt

Die 1970 geborene Autorin Katja Schneidt schrieb bereits mit Anfang Zwanzig  für verschiedene Zeitungen. Ein paar Jahre widmet sie sich zunächst ihrer privaten Arbeitsvermittlung, bevor sie schließlich 2011 einen Spiegel Bestseller schreibt. Sie engagiert sie sich gegen Häusliche Gewalt und unterstützt Menschen bei ihrem Schritt in ein gewaltfreies Leben. Ihr Roman „Kopftuchland“ erschien im März 2017 im Lago Verlag als gebundene Ausgabe.

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Es ist das Jahr 2017. Die islamische Partei Deutschland (kurz IPD) hat bei der letzten Bundestagswahl die absolute Mehrheit erreicht, Bundeskanzler ist nun der türkischstämmige Mesut Gültekin. Ab sofort gelten in Deutschland ausschließlich islamische Gesetze. Alle Frauen und Mädchen ab zwölf Jahren müssen ihre Haare mit einem Kopftuch verhüllen, Schweinefleisch ist ebenso wie Alkohol und Glückspiel strengstens verboten, der Moscheebesuch zum Freitagsgebet soll Pflicht werden.
Was von den Islamkritikern immer befürchtet wurde, ist nun eingetreten: Deutschland
ist ein islamischer Staat geworden. Für die 36-jährige Julia und ihre Familie bricht nun,
wie für alle anderen Deutschen, eine völlig neue Zeit an. Nach einer Weile müssen sie
sich allerdings eingestehen, dass die neue Regierung durchaus auch ihre guten Seiten hat. Familienzusammenhalt wird ab sofort großgeschrieben, das Lohnniveau für sogenannte Männerberufe wird deutlich angehoben, sodass ihr Mann Stefan genügend Geld verdient und Julia ihren ungeliebten Halbtagsjob als Verkäuferin endlich an den Nagel hängen kann, und selbst die pubertierende Lara kann der Situation plötzlich etwas Gutes abgewinnen. Kopftuchland begleitet Julia und ihr Umfeld durch ihren Alltag, in einem völlig veränderten Deutschland, in dem nun der Islam regiert.
Obwohl es sich um einen Roman handelt, werden hier Zustände beschrieben, die in islamisch geprägten Ländern Realität sind. Die Autorin konvertierte vor Jahren selbst zum Islam und weiß daher genau, worüber sie schreibt.
Schon oft sind Parteien an eine Regierung gekommen, von denen man nie geglaubt hat, dass es möglich wäre – warum sollte nicht auch irgendwann  Deutschland islamisch werden? So abwegig ist der Gedanke gar nicht, auch wenn er für mich in den nächsten Jahren nicht realistisch erscheint.
Über diesen Roman musste ich noch lange nachdenken, denn das, was in diesem Roman als Albtraum dargestellt wird, ist in islamischen Ländern oft Realität. Und wer die Autorin wieder einmal in die rechte Ecke stellen will, sollte einfach mal darüber nachdenken, dass Toleranz in islamischen Ländern gänzlich anders interpretiert wird als hier und viele Menschen in islamischen Ländern nur ihre Meinung als richtig ansehen.
„Kopftuchland“ von Katja Schneidt, erschienen im März 2017 im Lago Verlag, gebunden, 176 Seiten, 17,99 Euro, ISBN 978-3957611765
Bildnachweis: copyright Lago Verlag
Herzlichen Dank an den Lago Verlag für die Bereitstellung des Besprechungsexemplars.
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