Uwe Hauck: „Depression abzugeben: Erfahrungen aus der Klapse“

Der 1967 geborene Uwe Hauck arbeitet seit seinem Studium der Computerlinguistik und Künstlichen Intelligenz und einem anschließenden Stipendium bei verschiedenen IT Dienstleistern. Parallel ist er freier Autor und Blogger.

Uwe Hauck veröffentlichte zwei Sachbücher und sein Tatsachenroman „Depression abzugeben“. In diesem Roman schreibt er über seinen Suizidversuch und die darauf folgenden Klinikaufenthalte und versucht, Depressionen etwas von ihrem Stigma zu nehmen. Das Buch erschien im Januar 2016 bei Bastei Lübbe als Taschenbuch. Zur Zeit arbeitet Uwe Hauck an der Fortsetzung von „Depression abzugeben“.

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Seelische Erkrankungen verschleppt man oft und das kann schiefgehen. Uwe Hauck möchte über das Tabuthema Depressionen aufklären, den Betroffenen die Angst vor Psychiatrien nehmen und einen Einblick in das geben, was einem in der Klapse erwartet. Offen, schonungslos und unterhaltsam lässt er uns an seinem Therapieverlauf teilnehmen und spart nicht mit Anekdoten über Beschäftigungsmaßnahmen, wie Korbflechten, Maltherapien oder Ausdruckstänzen. Denn die Klapse ist nichts anderes als ein Krankenhaus für gebrochene Seelen, und eigentlich sind in der Klapse eher normale Menschen, die mit dem Wahnsinn da draußen nicht mehr fertig werden, so der Autor.

Der Autor beschreibt ehrlich und ausführlich die Abläufe und Therapien in einer psychiatrischen Klinik und in einer Tagesklinik. Dabei wird ganz deutlich, dass die Diagnose einer Depression jeden von uns irgendwann einmal treffen könnte. Und das die Therapien in einer psychiatrischen Klinik nicht unbedingt jedem Depressiven helfen.

Nach dem Lesen dieses Buches konnte ich mich viel besser in die Gedanken und Gefühle eines depressiven Menschen hineinversetzen. Das Buch ist besonders für Angehörige depressiver Menschen sehr hilfreich. In meiner Familie gibt es auch zwei Personen, die an Depressionen erkrankt sind – jetzt kann ich viel besser verstehen, was in ihnen vorgeht.

Obwohl der Erlebnisbericht zeitweise recht harte Kost ist, gibt es auch viele humorvolle Momente im Buch. Zum Bespiel wenn der Autor über bestimmte Therapien berichtet, die man sich als Nichtbetroffener schlecht vorstellen kann, wie die Tanztherapie oder das Körbeflechten.

Von mir gibt es eine uneingeschränkte Leseempfehlung.

„Depression abzugeben“ von Uwe Hauck, erschienen im Januar 2017 bei Bastei Lübbe als Taschenbuch, 432 Seiten, 10 Euro, ISBN 978-3404609222

Bildnachweis: copyright Bastei Lübbe

Herzlichen Dank an Bastei Lübbe für die Bereitstellung des Besprechungsexemplars.

 

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