„Trümmerkind“ – Roman von Mechtild Borrmann

Die 1960 geborene, freie Schriftstellerin Mechtild Borrmann war früher u.a. als Tanz- und Theaterpädagogin und Gastronomin tätig. Mit „Wer das Schweigen bricht“ schrieb sie einen Bestseller, der mit dem Deutschen Krimi Preis ausgezeichnet wurde und wochenlang auf der KrimiZeit-Bestenliste zu finden war. Für den „Geiger“ wurde Mechtild Borrmann als erste deutsche Autorin mit dem renommierten französischen Publikumspreis „Grand Prix des Lectrices“ der Zeitschrift „Elle“ ausgezeichnet. 2015 wurde sie mit „Die andere Hälfte der Hoffnung“ für den Friedrich-Glauser-Preis nominiert.

Ihr neuer Roman „Trümmerkind“ erschien im November 2016 als gebundenes Buch bei Droemer.

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Hanno Dietz schlägt sich mit seiner Mutter im Hamburg der Nachkriegsjahre durch. Steine klopfen, Altmetall suchen, Schwarzhandel – das ist sein Alltag. Eines Tages entdeckt er in den Trümmern eine Tote – und etwas abseits einen etwa dreijährigen Jungen, der erstaunlich gut gekleidet ist. Das Kind spricht kein Wort, Verwandte sind nicht auffindbar. Und so wächst das Findelkind bei den Dietzens auf. Jahre später kommt das einstige Trümmerkind durch Zufall einem Verbrechen auf die Spur, das auf fatale Weise mit seiner Familie verknüpft ist.

Geschickt verwebt die Autorin mehrere Handlungsstränge zu einem Ganzen:

1947 findet der 14jährige Hanno Dietz in einem Keller eine tote Frau. Als er total schockiert aus dem Keller läuft, sieht er einen kleinen Jungen bei seiner Schwester Wiebke stehen. Sie nehmen ihn mit nach Hause und geben ihm den Namen Joost.

Im Jahr 1945 wird der Gutshof der Familie Anquist aus der Uckermark beschlagnahmt. Es folgen Plünderung und eine Besetzung mit Flüchtlingen.

1991 begibt sich die Lehrerin Anna Meerbaum auf eine Reise in die Vergangenheit ihrer Familie. Von ihrer Mutter Clara, die auf Gut Anquist aufwuchs, kann sie keine Hilfe erwarten, denn diese schweigt beharrlich über die Vergangenheit. Erst eine Fahrt zu dem alten Gutshof bringt Licht ins Dunkel.

Im Laufe des Romans wird bald klar, dass alle Personen in irgendeiner Weise miteinander verwandt sind und ihre Schicksale untrennbar miteinander verbunden sind.

Mechtild Borrmann besitzt einen faszinierenden Erzählstil, der eine Sogwirkung entwickelt, dem ich mich nicht entziehen konnte. Eine spannende und berührende Familiengeschichte wird in Deutsche Zeitgeschichte eingebettet. Sie beschreibt die Nachkriegszeit sehr realistisch und authentisch.

Dieser Roman gehört zu den besten Romanen, die ich seit langem gelesen habe!

„Trümmerkind“ von Mechtild Borrmann, erschienen im November 2016 bei Droemer, gebunden, 304 Seiten, 19,99 Euro, ISBN 978-3426281376

Bildnachweis: copyright Droemer Verlag

Herzlichen Dank an den Droemer Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

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