„Das Büro der einsamen Toten“ – Kriminalroman von Britta Bolt

Hinter dem Pseudonym Britta Bolt steht das Autorenduo Britta Böhler und Rodney Bolt. Der in Amsterdam lebende Rodney Bolt verfasste mehrere Biographien, ist Dramatiker und Reisejournalist. Britta Böhler arbeitete viele Jahre als Anwältin. 1991 zog sie in die Niederlande und wurde dort berühmt durch ihre strafrechtlichen Mandate und ihre Haltung zur Anti-Terror-Gesetzgebung. Seit 2012 ist sie Professorin an der Universität von Amsterdam.

Ihr Krimi „Das Büro der einsamen Toten“ ist Britta Bolts Debütroman, der einen Regionalkrimi mit einem spannenden Polit-Krimi vereint. Veröffentlicht wurde er 2015 im Hoffmann und Campe Verlag als gebundenes Buch. Die Übersetzung ins Deutsche stammt von Kathleen Mallett und Heike Schlatterer.

9783455405286

Im „Büro der einsamen Toten“ in Amsterdam kümmert sich der 47 Jahre alte Pieter Posthumus zusammen mit drei Kollegen um die Angelegenheiten von Menschen ohne Angehörige, Menschen, die keiner vermisst – und richtet ihnen ein würdiges Begräbnis aus, mit Musik und Gedichten. Bei seinen Recherchen stößt er auf so manche Ungereimtheit. In der Prinsengracht ist die Leiche eines jungen Mannes in einer traditionellen marokkanischen Bekleidung gefunden worden. Die Umstände seines Todes sind mysteriös. Posthumus nimmt auf eigene Faust die Ermittlungen auf und gerät in ein Netz von Intrigen …

Wer Amsterdam mag, wird diesen Regional-Krimi bestimmt lieben, denn seine Handlung spielt sich in Amsterdam ab. Die Bescheibungen der Grachten, kleinen Straßen und des Flairs Amsterdams haben mich beim Lesen sofort dorthin versetzt und ich hatte alle Handlungsplätze vor Augen ( ganz besonders die, die ich aus Amsterdam schon persönlich kenne).

Die Protagonisten werden ausführlich eingeführt. Allen voran Pieter Posthumus, der seine Arbeit über alles liebt, sehr engagiert ist und damit seine Kollegen zeitweise nervt. In seiner knappen Freizeit besucht er oft  die Kneipe „De dolle Hand“, die seiner Exfreundin Anna gehört.

Die neuen Todesfälle, mit denen sich das „Büro der einsamen Toten“ jetzt befassen muss, führen den Pieter Posthumus in die marokkanische Emigranten-Welt Amsterdams und damit behandelt der Krimi ein ganz aktuelles Thema.

Drei Handlungsstränge werden perfekt miteinander verknüpft, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben. Es geht um muslimische Gruppierungen, die Rolle des Geheimdienstes, Korruption und natürlich ungeklärte Todesfälle – super spannend geschrieben!

Dieses Krimi-Debüt hat mich überzeugt und mir viele schöne Lesestunden beschert. Super finde ich auch den Stadtplan von Amsterdam im Buch. So kann man beim Lesen sehr gut nachvollziehen, wo sich die einzelnen Handlungen abspielen.

„Das Büro der einsamen Toten“ von Britta Bolt, erschienen 2015 bei Hoffmann und Campe, gebunden, 384 Seiten, 20 Euro, ISBN 978-3455405286

Bildnachweis: copyright Hoffmann und Campe

Herzlichen Dank an Hoffmann und Campe für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.

 

 

 

 

 

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