„Winterhonig“ – Roman von Daniela Ohms

Die 1978 geborene Autorin Daniela Ohms hat sich durch die Erinnerungen ihrer 1924 geborenen Oma Cäcilia Oele zu ihrem Roman „Winterhonig“ inspirieren lassen. Ihre Großmutter wuchs im Paderborner Land als jüngstes Kind einer elfköpfigen Bauernfamilie auf und erlebte die Nöte und Wirren des Zweiten Weltkriegs hautnah mit. Daniela Ohms Roman „Winterhonig“ erscheint am 1. April 2016 im Knaur Verlag als gebundenes Buch.

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Mathilda wächst in den 30iger Jahren in einer großen Bauernfamilie im Paderborner Land auf. Ihr entbehrungsreiches Leben wird durch Diziplin und Gottesfurcht geprägt. Als ihre Mutter stirbt, bleibt für sie als jüngstes Kind von zehn Geschwistern nur wenig Liebe übrig.

Mathildas Vater ist mit der Erziehung seiner Kinder und der Arbeit auf dem Bauernhof total überfordert. Sie leidet sehr unter der strengen katholischen Erziehung und der Willkür ihrer älteren Schwestern, die sich um sie kümmern. Der einzige Mensch, der sich für sie interesseiert, ist Karl, ein Pferdeknecht, der 1933 im Dorf autaucht und auf dem Nachbargestüt eine Arbeit findet.

Aus kindlicher Vertrautheit wird im Laufe der Jahre eine verbotene Liebe. Denn Karl hat ein Geheimnis, dass niemals ans Tageslicht kommen darf, denn es könnte ihm unter dem Nazi-Regime den Tod bringen.

Mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs ändert sich alles. Mathilda und ihre Schwestern müssen jetzt die harte Arbeit der Männer verrichten. In der Nachbarschaft entstehen neue Feindschaften und in ihrem Dorf ist das Klima durch Misstrauen und Entbehrung geprägt. Sogar hier muss Mathilda Judenverfolgung und Prognome gegenüber Zigeunern ansehen. Als Karl plötzlich spurlos verschwindet, glaubt Mathilda, er wäre „abgeholt“ worden. Ihr bleibt nur ein Glas Winterhonig als Erinnerung an ihn.

1940 erfährt sie, dass Karl in die Kavallerie eingetreten ist und seit 1939 im Krieg kämpft. Mit Briefen setzen die beiden ihre heimliche Liebesgeschichte fort. Doch es kommt der Zeitpunkt, an dem Mathilda sich der Wahrheit stellen muss, die beide das Leben kosten kann.

Was für ein großartig geschriebener Roman! Bildhaft und sehr detailliert beschreibt die Autorin das entbehrungsreiche Leben der jungen Mathilda. Beim Lesen tat mir das Mädchen unheimlich leid. Erst Karl bringt wieder Freude in ihr Leben. Doch er hat ein Geheimnis, dass ihm den Tod bringen könnte.

Die einzelnen Kapitel wechseln in den Jahresangaben vor und zurück. So befindet man sich z.B. einmal im Jahr 1940, im nächsten Kapitel  Jahre früher in 1933.

Die Kriegsumstände und – wirren werden ausführlich beschrieben.Ich fühlte mich beim Lesen in diese schreckliche Zeit hineinversetzt.

Daniela Ohms hat einen so packenden und interessanten Schreibstil – ich konnte das Buch kaum beiseite legen, denn ich wollte unbedingt wissen, wie es mit Mathilda und Karl weitergeht. An keiner Stelle wird das dicke Buch von fast 600 Seiten langweilig.

Für die Figur der Mathilda diente Daniela Ohms Großmutter als „Vorlage“. Viele ihrer Erinnerungen finden Platz in diesem Roman und vieles ist auch reine Fiktion. Karls Geschichte ist reine Fiktion, sie könnte sich aber genauso zugetragen haben.

Dieser wunderbare Roman hat mich mit seinen Protagonisten und ihren Erlebnissen begeistert. Ich habe mit Mathilda gelitten und mit Karl gebangt,  dass sein Geheimnis nicht aufgedeckt wird. Ob es im Roman ein Happy End gibt? Das verrate ich euch nicht – lest das tolle Buch einfach selbst!

„Winterhonig“ Roman von Daniela Ohms, erschienen am 1. April 2016 im Knaur Verlag, gebunden, 592 Seiten, 19,99 Euro, ISBN 978-3-426-65397-5

Herzlichen Dank an den Knaur Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

Bildnachweis: copyright Knaur Verlag

 

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