„Stilkunde der kleinen Drucksachen“ von Martin Z. Schröder

Der 1967 geborene gelernte Schriftsetzer Martin Z. Schröder betreibt seit 1994 eine Druckerei mit Bleisatz und Buchdruck in Berlin. Bereits im Alter von 14 Jahren setzte er seine ersten Visitenkarten aus dem Setzkasten. Neben seiner Arbeit als Schriftsetzer schreibt Schröder für Tageszeitungen vor allem über Typografie. Sein informatives Buch „Stilkunde der kleinen Drucksachen“ erschien 2015 bei zuKlampen!

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Nicht nur Kleidung und die Frisur verleihen unserer Persönlichkeit ihren Ausdruck, auch Visitenkarten und Familiendrucksachen gehören dazu.

Früher war es üblich, diese bei einem erfahrenen Drucker in Auftrag zu geben. Heute bestellen viele Menschen wahllos im Internet. Doch jeder,  der etwas auf Stil und Etikette hält, sollte geistigen und materiellen Aufwand für gelungene Drucksachen nicht scheuen.

Martin Z. Schröder beschreibt in seiner Stilkunde, was eine gut gestaltete Drucksache ausmacht, welche Schrift, welches Papier und welche Farbe zu welchem Anlass passt und wie Kleindrucksachen Aufschluss über ihren Überbringer geben. Außerdem enthält das Buch Entwürfe und Formulierungen für Geburts- und Todesanzeigen sowie für Hochzeitseinladungen.

Bisher hatte auch ich meine Drucksachen im Internet bestellt und war leider oft enttäuscht über das Ergebnis. Jetzt weiß ich auch warum die bestellten Drucksachen oft nicht so gut zum Anlass passten oder qualitativ minderwertig waren. Hätte ich dieses kleine Büchlein nur schon vorher gelesen!

Es ist sehr interessant, einem erfahrenen Schriftsetzer und Buchdrucker einmal bei seiner Arbeit über die Schulter zu schauen. Zukünftig werde ich meine Drucksachen auch nur noch persönlich bei einer Druckerei in Auftrag geben und mich dort beraten lassen – es lohnt sich auf jeden Fall.

„Stilkunde der kleinen Drucksachen“ von Martin  Z. Schröder, erschienen 2015 bei zuKlampen!, gebunden, 144 Seiten, 18 Euro, ISBN 978-3-86674-518-6

Herzlichen Dank an zuKlampen! für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.

Bildnachweis: copyright zuKlampen!

 

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Ein Gedanke zu “„Stilkunde der kleinen Drucksachen“ von Martin Z. Schröder

  1. Leider beschäftigen die wenigsten Druckereien gute Typografen. Ganz einfach weil der Beruf nicht mehr ausgebildet wird. Ich würde eher die Suche nach einem jungen Grafiker/Designer empfehlen der sich für Schriftgestaltung interessiert. Vielleicht an einer Kunstschule anfragen.
    Der Druck ist dann das zweite Problem. Digitaldruck und Offset sind fast gleichwertig und gleich alltäglich. Thermodruck mit erhöhter Schrift wäre eher dem früheren Stahlstich entsprechend, der wiederum etwas eleganter war. Einen Wau Effekt zu erzielen ist heute schwierig. Doch es ist richtig – zu 99% wird nur noch Schrott produziert. LG, Bernhard

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