„Ich heiße nicht Miriam“ – Roman von Majgull Axelsson

Majgull Axelsson erzählt die Geschichte von Miriam, die einst Roma war und dann Jüdin wurde und bis ins tiefe Alter an ihrer Lebenslüge festhielt aus Angst davor, verstoßen zu werden. Der bewegende Roman „Ich heiße nicht Miriam“ erschien im Oktober 2015 im List Verlag als gebundenes Buch. Die Übersetzung aus dem Schwedischen stammt von Christel Hildebrandt.

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An ihrem 85. Geburtstag bekommt Miriam Guldberg von ihrer Familie einen silbernen Armreif geschenkt, in den ihr Name eingraviert ist. Beim Anblick entfährt ihr der Satz: „Ich heiße nicht Miriam“. Niemand in ihrer Familie kennt die Wahrheit über sie. Niemand in ihrer Familie ahnt etwas von ihren Wurzeln. Doch an diesem Tag lassen sich die Erinnerungen nicht länger zurückhalten, und sie erzählt zum ersten Mal von ihrem Leben als Roma unter den Nazis, im KZ und als vermeintliche Jüdin in Schweden.

Ich habe schon sehr viele Erlebnisberichte und Romane über Juden und die KZ`s gelesen, aber ein Roman über eine Frau, die als Zigeunerin geboren wurde und sich als Jüdin ausgibt, ist schon etwas Besonderes.

Malika, eine Romni, nimmt während eines Transportes von Auschwitz nach Ravensbrück die Identität der toten Miriam Goldberg an. Sie überlebt die KZ`s Auschwitz-Birkenau und Ravensbrück und gelangt später durch das Rote Kreuz nach Schweden. Dort behält sie ihre jüdische Identität, denn Zigeuner dürfen nicht nach Schweden emigrieren. Miriam lebt in ständiger Angst und hofft, das niemand ihre Lebenslüge entdeckt. Erst 70 Jahre später erzählt sie ihrer Enkelin von ihrer wahren Identität.

Was für ein großartiger und berührender Roman! Nicht ohne Grund führte der Roman in Schweden viele Wochen die Bestseller-Listen an. Der Roman beruht auf wahren Begebenheiten und drei der Roman-Figuren haben auch real existiert.

In vielen Rückblenden erzählt Malika/Miriam über ihr Leben und die Gefahren, denen sie erst als Zigeunerin, dann als Jüdin ausgesetzt war. Die Geschichte hat mich in ihren Bann gezogen und mich zutiefst berührt. Die Autorin macht Geschichte durch diesen Roman greifbar und zeigt auf, dass auch in Schweden Menschen verfolgt und diskriminiert wurden.

„Ich heiße nicht Miriam“ von Majgull Axelsson, erschienen 2015 im List Verlag, gebunden, 576 Seiten, 20 Euro, ISBN 9783471351284

Herzlichen Dank an den List Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.

Bildnachweis: copyright List Verlag

 

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