„Schöne Seelen“ – Roman von Philipp Tingler

Der  in Berlin geborene Schriftsteller und Essayist Philipp Tingler studierte Wirtschaftswissenschaften und Philosophie und verfasste eine Dissertation über den transzendentalen Idealismus. Er schreibt neben Romanen, Kurzprosa und Sachbüchern auch regelmäßig für Zeitungen, Zeitschriften, Rundfunk und Fernsehen, u.a. Kolumnen für den Zürcher Tages-Anzeiger, das Magazin Business Punk und die Welt am Sonntag. Sein Roman „Schöne Seelen“ erschien 2015 bei Kein & Aber als gebundenes Buch.

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Der Platzhalter

Der Schrifststeller Oskar Canow will stellvertretend für seinen Freund Viktor eine Ehe-Therapie machen. Dort soll er dessen Eheprobleme vorbringen und das in einem gesellschaftlichen Milieu, wo man nichts mehr fürchtet als Peinlichkeit, wo Schein und Einbildung so real sind wie Botox-Spritzen und Diätpillen, wo Partygeschwätz das Leben ersetzt und der Psychotherapeut kleine Aufwallungen des Gemüts zu glätten hat wie der Schönheitschirurg die Haut. Seine Frau Lauren ist strikt dagegen, denn das alles kann nur in einer Katastrophe enden.

Fazit

Was für ein absurdes Roman-Thema. Viktors Ehefrau Mildred will ihre Ehe in Ordnung bringen, denn in der Welt der Reichen und Schönen zählt nur der äußere Schein. Dafür soll ihr Mann an einer Therapie teilnehmen. Natürlich hat dieser keine Lust dazu und schickt stattdessen seinen Freund Oskar zum Therapeuten.

Dort entwickeln sich wunderbar tiefsinnige Gespräche über das Leben der oberen Zehntausend, die ihren Lebenssinn nur in Äußerlichkeiten sehen. Und auch Oskar bekommt einen Spiegel über sein Leben vorgehalten.

Der Roman erfordert ein gewisses Maß an Konzentration, der der Schreibstil ist nicht leicht zu lesen. Wer sich davon nicht abschrecken läßt, wird mit einem höchst zynischen Roman belohnt, der das sinnfreie Leben schwerreicher Züricher überspitzt erzählt  – oder  ist es vielleicht wirklich so?

„Schöne Seelen“ Roman von Philipp Tingler, erschienen 2015 bei Kein & Aber, gebunden, 352 Seiten, 22 Euro, ISBN 978-3036957234

Herzlichen Dank an Kein & Aber für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.

Bildnachweis: copyright Kein & Aber

 

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