„Blut und Seide“ – Historienroman von Marita Spang

Marita Spangs große Leidenschaft ist Geschichte und das merkt man auch bei ihren spannenden und gut recherchierten Historienromanen. Im November 2015 veröffentlichte sie im Knaur Verlag ihren zweiten historischen Roman mit dem Titel „Blut und Seide“ als Taschenbuch. Ihr erster historischer Roman „Hexenliebe“ wurde mit den HOMER-Preis 2015 für den besten historischen Roman in der Kategorie „Beziehungen und Gesellschaft“ ausgezeichnet.

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Die Kauzenburg bei Bad Kreuznach um 1260

Nach dem frühen Tod seiner Eltern wächst Simon von Montfort als Ziehsohn des Grafen Johann von Sponheim, dem bestem Freund seiner Eltern, auf. Doch dessen jüngerer Bruder Heinrich fürchtet um Johanns Gunst und um sein Erbe und macht Simon deshalb das Leben schwer.

Als sich Simon fatalerweise in Heinrichs Verlobte Christina verliebt, die auch seine Liebe erwidert, kommt es zum Eklat. Denn die junge Frau ist seit frühester Jugend Heinrich als Ehefrau versprochen und diese zukünftige Verbindung wurde von Johann selbst arrangiert. Christina heiratet schließlich Heinrich und leidet schlimme Qualen in ihrer unglücklichen Ehe.

Erst viele Jahre später wird Simon die Chance erhalten, erneut um sein Glück zu kämpfen, als sich Johann und Heinrich feindlich auf dem Schlachtfeld gegenüberstehen.

Fazit

Auch Marita Spangs zweiter historischer Roman beruht auf realen Begebenheiten: in Kreuznach lebte der Metzgersohn Michel, der seinem Herrn, dem Grafen von Sponheim, in einer Schlacht gegen den Erzbischof von Mainz das Leben rettete.

Gekonnt verwebt die Autorin eine fiktive Handlung mit historisch belegten Ereignissen. Ihre Protagonisten werden detailliert und glaubhaft dargestellt, so dass ich beim Lesen mit ihnen litt und mitfieberte.

Der Roman ist so spannend und mitreißend erzählt, dass die Seiten nur so beim Lesen dahinflogen und ich völlig die Zeit vergaß. Auf über 800 Seiten kam nicht einmal Langeweile auf – ganz im Gegenteil.  Facettenreich erzählt die Autrin vom Leben im 13. Jahrhundert, von Kämpfen und von der schweren Rolle eine Frau in dieser Zeit zu sein: ohne Rechte und als Eigentum ihres Mannes.

Bei den detaillierten Beschreibungen von blutigen Überfällen muss man einiges abkönnen – die Autorin nimmt hier kein Blatt vor den Mund.

Das umfangreiche Personenregister am Anfang des Buches habe ich des öfteren benötigt, um Zusammenhänge noch besser verstehen zu können. Am Ende des Romans wird in einem Nachwort erklärt, was in diesem Buch der Realität entspricht oder Fiktion ist. Ein Glossar mit mittelalterlichen Begriffen rundet das Ganze perfekt ab.

Für ich ist dieser großartige, anspruchsvolle Historienroman einer der besten des Jahres 2015! Von mir gibt es eine unbedingte Leseempfehlung!

„Blut und Seide“ Historienroman von Marita Spang, erschienen 2015 bei Knaur, Taschenbuch, 832 Seiten, 9,99 Euro, ISBN 978-3426517178

Herzlichen Dank an den Knaur Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.

Bildnachweis: copyright Knaur Verlag

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