„Morgenland“ – Roman von Stephan Abarbanell

Stephan Abarbanell wurde 1957 in Braunschweig geboren. Er studierte Evangelische Theologie sowie Allgemeine Rhetorik in Hamburg, Tübingen und Berkeley (USA), und nahm am Creative-Writing-Kurs bei Walter Jens teil. Heute ist Abarbanell Kulturchef des rbb. „Morgenland“ ist sein erster Roman, der 2015 im Blessing Verlag veröffentlicht wurde.

Morgenland von Stephan Abarbanell
Morgenland von Stephan Abarbanell

Palästina anno 1946

Lilya Wasserfall ist im Widerstand gegen die britische Mandatsmacht in Palästina aktiv und hofft darauf, bei der nächsten großen Sabotageaktion eingesetzt zu werden. Doch sie bekommt einen ganz anderen Auftrag: Im zerstörten Deutschland soll sie nach dem verschollenen jüdischen Wissenschaftler Raphael Lind suchen. Nach Angaben der Briten ist er in einem Konzentrationslager ermordet worden, sein Bruder in Jerusalem hat jedoch Hinweise darauf, dass er noch lebt. Für Lilya beginnt eine abenteuerliche Reise, und bald merkt sie, dass ihr nicht nur der britische Geheimdienst auf den Fersen ist, sondern auch ein mysteriöser Verfolger, der mit allen Mitteln verhindern will, dass sie Raphael Lind findet.

Von den staubigen Straßen Jerusalems über das zerstörte London, von einem amerikanisch verwalteten München über das überfüllte Flüchtlingslager Föhrenwald, von Offenbach bis nach Berlin und in die Lüneburger Heide folgen wir einer so entschlossenen wie liebenswerten Protagonistin bei ihrer spannenden Spurensuche. Ein epischer Roman über die Welt im Schatten einer Katastrophe.

Fazit

Der Roman spielt in der Zeit kurz nach dem 2. Weltkrieg. Juden aus Deutschland und Osteuropa orientieren sich neu und streben oft nach Palästina.

Dort lebt Lilya Wasserfall, die in einer Widerstandsorganisation gegen die britische Mandatsmacht aktiv ist. Sie bekommt den Spezialauftrag,  nach dem jüdischen Wissenschaftler Raphael Lind suchen. Zuletzt lebte dieser in Berlin und angeblich wurde er in einem KZ ermordet. Doch sein Bruder, der Schriftsteller Elias Lind, glaubt, dass Raphael noch lebt.

Lilyas Suche führt sie zuerst nach London, wo sie bemerkt, dass sie vom britischen Geheimdienst beobachtet wird. Ihre Suche führt sie dannn nach München ins Camp Föhrenwald, das unter amerikanischer Verwaltung steht. Das Lager in Föhrenwald ist ein Sammelbecken für jüdische Überlebende des 2. Weltkriegs. Lilya findet hier Hinweise auf Raphael und ihre Reise geht weiter über Offenbach nach Berlin. Dort angekommen fällt sie fast einem Mordanschlag zum Opfer. Dennoch entscheidet sich Lilya weiter nach Raphael zu suchen. Sie kommt über Nürnberg/Fürth bis ins ehemalige KZ Bergen-Belsen . Hier erfährt sie dann die Wahrheit über Raphael und seinen Verbleib.

Zu Beginn des Romans war ich zeitweise mit den vielen hebräischen Begriffen etwas überfordert und ich musste erst einmal nachforschen, was sie zu bedeuten haben.

Wer sich davon nicht abschrecken läßt, wird mit einem sehr spannenden und emotionalen Roman belohnt. Der Roman wird von Seite zu Seite spannender und nimmt an Fahrt auf. Ich konnte ihn kaum aus der Hand legen. Viele unbekannte geschichtliche Details werden hier beim Namen genannt. Man erhält beim Lesen eine völlig andere Sicht auf das Nachkriegsdeutschland und erfährt, wie sich entwurzelte Menschen  ein Zuhause suchen müssen.

Der Autor beschreibt seine Protagonisten sehr glaubhaft und authentisch.

Am Ende des Buches gibt es einen Anhang mit Bildern und Informationen über die einzelnen Reisestationen von Lilya –  das finde ich super, denn so kann ich die Orte und Handlungen noch besser nachvollziehen.

Ein sehr gut recherchierter Roman über die Nachkriegszeit – lesenswert!

„Morgenland“ Roman von Stephan Abarbanell, erschienen 2015 im Blessing Verlag, gebunden, 464 Seiten, 19,99 Euro, ISBN 978-3-89667-517-0

Herzlichen Dank an den Blessing Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.

Bildnachweis: copyright Blessing Verlag

 

 

 

 

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