„Honigtot“ – Roman von Hanni Münzer

Bereits als kleines Kind liebte Hanni Münzer Bücher. Aus der Liebe zum Lesen wurde eine Leidenschaft zum Schreiben. Bereits ihr Debütroman wurde zu einem Bestseller. 2015 erschien ihr Roman „Honigtot“ im Piper Verlag als Taschenbuch. Um diesen Roman schreiben zu können, hat die Autorin umfangreiche Recherchen gestartet und mit vielen Zeitzeugen gesprochen. Darunter war auch Hitlers Patensohn Egon Hanfstängl und dessen Verlobte Irene.

Intensives Familienporträt

Felicitys Großmutter Maria starb 2012 in einem Pflegeheim und so macht sich ihre Tochter Martha nach Seatlle auf, um dort ihr Zimmer auszuräumen. Merkwürdigerweise kehrt Martha nicht mehr nach Hause zurück. Ihre Tochter Felicity macht sich voller Sorgen auf die Suche nach ihrer Mutter und erfährt, dass diese ganz plötzlich nach Rom geflogen ist.

Sie findet Martha völlig aufgelöst in einem Hotelzimmer. Inmitten alter Zeitungsausschnitte und Dokumente. Allerdings sind diese teilweise in Hebräischer Schrift verfasst. Bei den Dokumenten handelt es sich um die Lebenserinnerungen Marias. Felicity begibt sich auf die Spuren ihrer eigenen Familienvergangenheit und auf ein quälendes Geheimnis aus der dunkelsten Zeit unserer Geschichte. Sie erfährt die wahre Geschichte ihrer Urgroßmutter Elisabeth und deren Tochter Deborah:

Man schreibt das Jahr 1923: Elisabeth Malpran, eine junge Sängerin, ist glücklich mit einem jüdischen Arzt verheiratet. Sie lebt mit ihrer Familie ein sorgenfreies Leben und denkt nicht daran, dass der Nationalsozialismus auch ihr gefährlich werden könnte. Bald wird Hitlers Macht immer größer und Elisabeths Kinder Deborah und Wolfgang, die beide Halbjuden sind, leben in größter Gefahr.

Die Familie entschließt sich, getrennt nach London zu fliehen. Während Elisabeth wohlbehalten dort ankommt, fehlt von ihrem Mann jede Spur. Niemand weiß etwas über seinen Verbleib. Es folgt für die junge Frau ein Leben voller Angst und Sorge.

Um ihre beiden Kinder zu schützen, geht sie 2 Jahre nach dem Verschwinden ihres Ehemannes eine neue Ehe mit dem Obersturmbannführer Albrecht Brunnmann ein. Als Elisabeth im Alter von 41 Jahren stirbt, wird ihre Tochter Deborah die Geliebte Brunnmanns. Bald erkennt sie, dass dieser großen Einfluss auf die Judenverfolgung hat und ihre Zuneigung verwandelt sich in Hass.

Fazit

Die Autorin schuf mit diesem Roman eine beeindruckende Familiengeschichte über mehrere Generationen in der Zeit von 1923 bis zum Ende des 2. Weltkriegs und als Rahmenhandlung die Zeit der Gegenwart. Ihr Schreibstil ist sehr realitätsnah und sehr gut recherchiert. Beim Lesen befindet man sich mitten in der dunkelsten Geschichte Deutschlands. Politische Ereignisse werden gekonnt mit einer fiktiven Familiengeschichte verknüpft.

Mir sind die Schicksale der Protagonisten zum Teil sehr nahe gegangen, zumal man weiß, dass es genauso auch in der Realität gewesen sein könnte. Obwohl das Thema des Romans sehr belastend ist, konnte ich das Buch kaum aus der Hand lesen, so sehr fesselte mich die Geschichte.

Ein Roman, der zum Nachdenken anregt und auf beeindruckende Weise dem Leser die Nazizeit erklärt und nahe bringt. Für mich eines meiner Lieblingsbücher 2015!

„Honigtot“ – Roman von Hanni Münzer, erschienen 2015 im Piper Verlag als Taschenbuch, 480 Seiten, 9,99 Euro, ISBN 978-3-492-30725-3

Herzlichen Dank an den Piper Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

Bildnachweis: copyright Piper Verlag

c4322b020e

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s