„Der gestohlene Sommer“ – Roman von Lauren Willig

Seit Lauren Willig sechs Jahre alt ist, schreibt sie Liebesromane. Nachdem sie ein Jahr in einer New Yorker Rechtsanwaltskanzlei arbeitete, entschied sie sich, nur noch Bücher zu schreiben. Ihr neuer Roman „Der gestohlene Sommer“ erschien 2015 im Wunderlich Verlag. Die Übersetzung ins Deutsche stammt von Mechthild Sandberg-Ciletti.

Ein dunkles Familiengeheimnis

Als die New Yorker Anwältin Julia Conley 2009 erfährt, dass sie ein Anwessen namens Herne Hill in der Nähe von London von ihrer Großtante geerbt hat, kann sie es kaum glauben. Seit sie sechs Jahre alt war und ihre Mutter bei einem tragischen Unfall ums Leben kam, verdrängte Julia alle Erinnerungen an ihre frühe Kindheit und war nie wieder in London.
In Herne Hill angekommen, will Julia das Haus so schnell wie möglich verkaufen. Doch dann findet sie, verborgen hinter einer Schrankwand, ein präraffaelitisches Gemälde. Wer ist die porträtierte Frau? Und warum sieht sie so traurig aus? Zusammen mit dem attraktiven wortkargen Antiquitätenhändler Nicholas und ihrer Cousine Natalie stellt Julia Nachforschungen über das Bild an. Als sie einem 150 Jahre alten Geheimnis um eine verlorene Liebe auf die Spur kommen, wird Julia klar, dass der spektakuläre Fund mit ihrer eigenen Vergangenheit zu tun hat. Und plötzlich kommt ihre Erinnerung wieder…

Im Jahr 1839 heiratet die junge Imogen Hadley den wesentlich älteren Kunstsammler Arthur Grantham. Sie lebt mit ihm auf seinem Anwesen Herne Hill, das bald zu ihrem Gefängnis wird. Arthur braucht Imogen nur noch zu Repräsentationszwecken und verwehrt ihr den Zugang zu Wissen, nach dem sie sich so sehr sehnt. Auf den Anwesen lebt auch noch die Schwester von Arthurs erster Frau, die Imogen das Leben zur Hölle macht. Nur Arthurs Tochter Evie aus erster Ehe bringt etwas Freude in in ihr trostloses Leben. Imogen ist von Tag zu Tag unglücklicher. Erst als sie den jungen Künstler Gavin Thorne kennenlernt, kann sie wieder Freude empfinden. Doch ihr heimliches Glück ist in großer Gefahr.

Fazit

Ich liebe Familiengeschichten mit dunklen Geheimnissen, die auf mehreren Ebenen spielen. Und genau damit punktet der berührende Roman von Lauren Willig.

Zwei Frauenschicksale, die durch das Anwesen Herne Hill miteinander verbunden sind. Durch die Perspektivwechsel zwischen Vergangenheit (1839) und Gegenwart (2009) kommt man dem Familiengeheimnissen langsam auf die Spur. Dramatik, Spannung und hohe Emotionalität zeichnen den Roman aus, der mich über Stunden gefesselt hat und den ich kaum aus der Hand legen konnte.

Einziges Manko für mich ist das recht offen gehaltene Ende und viele unbeantwortete Fragen. Ich mag eher Romane mit einem runden Abschluß. Wen das nicht stört, wird mit einem fesselnden Mix aus Drama, Familiengeschichte und Liebesroman belohnt.

„Der gestohlene Sommer“ – Roman von Lauren Willig, erschienen 2015 bei Wunderlich, gebunden, 448 Seiten, 19,95 Euro, ISBN 978-3-8052-5081-8

Herzlichen Dank an den Wunderlich Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

Bildnachweis: copyright Wunderlich Verlag

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