„Der Himmel der Hölle“ – historischer Roman von Günther Peer

Für den Innsbrucker Autor Günther Peer ist Schreiben das Wichtigste in seinem Leben. Dieses wurde durch seinen jahrelangem Aufenthalt in einem Kloster, als Sekretär des Abtes und erster Zeremonienmeister geprägt. Heute hat er dieses Leben weit hinter sich gelassen. In seinem historischen Roman „Der Himmel der Hölle“ verarbeitet Peer seine eigenen Erfahrungen und verknüpft diese in eine historische Fiktion. Veröffentlicht wurde der Roman im Mai 2015 im Nexx Verlag als Taschenbuch.

Frankreich im 16. Jahrhundert

Der Fürstensohn Romuald von Versailles entflieht dem dekadenten Leben des Adels, nimmt unmenschliche Entbehrungen auf sich, muss unzählige Abenteuer bestehen und gerät in die Auseinandersetzungen zwischen Glaube und Inquisition. Auslöser seiner Flucht war das amouröse Erlebnis mit einer Frau und die Exzesse der damaligen Zeit.

Fortan zieht er als Wandermönch durch die Lande. Auf der langen Wanderschaft begegnen Romuald Glaube, Kriegswirren, Hass und Gottessuche. Letztlich gründet er mit einigen Glaubensbrüdern ein Kloster, mit Erlaubnis des Papstes, den er in Rom aufsucht. Durch ein Missverständnis fälschlich der Sodomie verdächtigt, wird er nach einem Schauprozess zum Tode verurteilt.

200 Jahre später: ein machtgieriger Mönch findet die Pergamentrollen Romualds und identifiziert sich mit seiner Geschichte. Er wird zum Abt gewählt, labil und doch stark, und kann sich weder für ein entbehrungsreiches Leben im Kloster noch für die Liebe entscheiden. Ständig im Hadern mit Gott, ständig im Zweifel versucht er seine homosexuelle Lust zu rechtfertigen. Er will lieben und geliebt werden und verstrickt sich dabei immer wieder in die Sünde, bricht wiederholt das Gelübde der Keuschheit, intrigiert gegen Andersdenkende und inszeniert sogar einen Mord.

Fazit

Das auch Männer Gottes ihre ganz persönliche Hölle auf Erden erleben und ständig Versuchungen ausgesetzt sind, erzählt der historische Roman von Günther Peer. Man blickt tief in die Abgründe der menschlichen Seele, die oftmals erst auf den zweiten Blick sichtbar werden. Sogar sexuelle  Exzesse werden sehr genau beschrieben. Die Beschreibungen des damaligen Lebens der Mönche sind sehr detailreich und interessant.

Neben dem Klosterleben bieten die Verfehlungen der Mönche aufregende und spannende Unterhaltung, denn nicht jeder Mönch kann den Versuchungen des Lebens widerstehen.

Am Ende des Roman findet man ein Register, in dem wichtige Namen und zölibatere Begriffe des Buches ausführlich erklärt werden (unterteilt nach Buchkapiteln). Eine kleines Glossar mit Begriffen in Französich, Italienisch und Latein runden das Buch ab.

Ich habe den ungewöhnlichen Roman in ganz kurzer Zeit gelesen, denn er hat mich total gefesselt und mir viele unterhaltsame Lesestunden beschert. Und ganz nebenbei habe ich noch einiges über das zölibatere Leben gelernt! Von mir eine unbedingte Leseempfehlung!

„Der Himmel der Hölle“ – historischer Roman von Günther Peer, erschienen im Mai 2015 im Nexx Verlag, Taschenbuch, 468 Seiten, 17,90 Euro, ISBN 978-3958702950

Herzlichen Dank an den Nexx Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

Bildnachweis: copyright Nexx Verlag

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