Archiv für den Monat Juni 2015

„Tod zwischen den Zeilen“ – Kriminalroman von Donna Leon

Donna Leon lebt seit 1965 im Ausland. Sie zog 1981 nach Venedig, wo sie heute noch lebt und arbeitet. Jedes Jahr aufs Neue schreibt Donna Leon einen spannenden Brunetti-Krimi. Ihre Romane um den italienischen Commisssario machten die Schriftstellerin weltberühmt. Jetzt erschien im Diogenes Verlag der 23. Krimi mit dem umtriebigen Commissario.

Brunetti jagd Raritäten

Brunettis neuer Fall führt ihn in die altehrwürdige Biblioteca Merula. Dort liegen wertvolle Folianten aufgeschlitzt da und aus einem Buch fehlen kostbare Reisebeschreibungen aus dem 15. und 16. Jahrhundert. Dazu ist noch ein amerikanischer Forscher, der sich ständig dort aufhielt, spurlos verschwunden.

Brunetti sucht den ehemaligen Priester Aldo Franchini, der sich in der Bibliothek mit den Werken von Tertullian befasst. Denn nur er könnte wissen, was dort passiert ist. Bei den zerstörten und gestohlenen Büchern handelt es sich um Werke, die aus einer privaten Spende der Contessa Morosini-Albanis stammen. Diese ist eine Freundin von Brunettis Schwiegermutter. Um kein Aufsehen zu erregen, ermittelt Brunetti sehr diskret – so wie man ihn kennt! Denn eigentlich ist er für Bücherraub und -zerstörung nicht zuständig.

Als Franchini ermordet aufgefunden wird, kann Brunetti nun ganz offiziell ermitteln. Neben der Leiche befinden sich viele gestohlene Bücher. Und bald macht Brunetti in Venedig die Bekanntschaft einer eigenartigen Welt: mit dem florierenden Schwarzmarkt für Bücher.

Fazit

Im 23. Fall für Commissario Brunetti dreht sich alles im alte Bücher, Buchraub und Schwarzmarkt. Natürlich darf auch eine Leiche nicht fehlen.

Wie gewohnt, bekommt man beim Lesen viele schöne Eindrücke von Venedig, die Lust darauf machen, die Lagunenstadt zu besuchen. Der Krimimalfall selbst ist nicht ganz so spannend, wie die Vorgängerbände. Brunetti-Fans wird das aber sicher nicht stören. Donna Leon prangert in diesem Buch Korruption, Kreuzfahrtriesen sowie Kulturraub an und das verpackt in einen unterhaltsamen Krimi.

Beste Urlaubslektüre für Venedig- und Brunettifans!

„Tod zwischen den Zeilen“ – Kriminalroman von Donna Leon, erschienen im Diogenes Verlag, gebunden, 288 Seiten, 23,90 Euro, ISBN 978-3257069297

Herzlichen Dank an den Diogenes Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

Bildnachweis: copyright Diogenes Verlag

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„Läuft da was?“ – Roman von Judith Pinnow

Die 1973 geborene Autorin Judith Pinnow arbeitet als Moderatorin und als Schauspielerin in TV-Serien und Filmen. „Läuft da was?“ ist ihr Debütroman, der im April 2015 im Fischer Krüger Verlag veröffentlicht wurde.

Das Leben ist kein Zuckerschlecken

Annabel Förster hat für ihre kleine Familie jahrelang beruflich zurückgesteckt und sich um ihre drei Kinder gekümmert. Jetzt will die Moderatorin einer kleinen Fernsehsendung den großen Auftritt zur Primetime und meldet sich bei einem Casting für eine neue Abendshow. Erst läuft alles richtig gut, doch dann ist sie dem Sender mit ihren fast vierzig Jahren zu alt.

Annabel steht vor einer schweren Entscheidung: soll sie sich liften oder mit Botox verjüngen lassen? Sie ist ratlos. Ihre Freundinnen sind ihr auch keine große Hilfe, zumal ihre beste Freundin von ihrem Mann betrogen wird.

Ein heißer Flirt mit einem jüngeren Mann tut Annabel in dieser Situation richtig gut. Und bald denkt sie darüber nach, ob ihr Leben so verläuft, wie sie es sich vorgestellt hat. Ist ihre Ehe noch in Ordnung? Und war es richtig, für ihre Kinder und ihren Mann auf die eigene Karriere zu verzichten?

Fazit

Die Erlebnisse einer fast vierzigjährigen Moderatorin in unserer Welt des Jugendwahns werden hier in sehr unterhaltsamer Weise pointiert.

Neben sehr lustigen Wortkreationen begeistert mich das Buch mit Judith Pinnows mitreissendem Erzählstil. Mit ihren Protagonistinnen kann sich bestimmt die eine oder andere Leserin sehr gut identifizieren. In diesem unterhaltsamen Roman steckt viel Wahrheit über das Frauenbild der heutigen Zeit.

Unbedingte Leseempfehlung!

„Läuft da was?“ – Roman von Judith Pinnow, erschienen im April 2015 bei Fischer Krüger, Klappenbroschur, 368 Seiten, 14,99 Euro, ISBN 978-3810514592

Herzlichen Dank an Fischer Krüger für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.

Bildnachweis: copyright Fischer Krüger

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„Eisige Schwestern“ – Psychothriller von S.K. Tremaynes

S.K. Tremayne ist ein englischer Bestsellerautor und preisgekrönter Reisejournalist, der regelmäßig für internationale Zeitungen und Magazine schreibt. Sein neuer Psychothriller mit dem Titel „Eisige Schwestern“ erschien im Mai 2015 bei Knaur.

Kirstie oder Lydia?

Das junge englische Ehepaar Sarah und Angus Moorcroft sind durch den Tod eines ihrer Zwillingsmädchen total traumatisiert. Die sechsjährige Lydia stürzte unter bisher ungeklärten Umständen von einem Balkon.

Um den tagischen Verlust zu verarbeiten, ziehen Sarah, Angus und Lydias Zwillingsschwester Kirstie, ein Jahr nach dem Unglück, von London auf eine kleine Privatinsel der schottischen Hebriden. Doch der Alptraum geht dort weiter, denn Kirstie behauptet steif und fest, dass sie Lydia ist und ihre Eltern den falschen Zwilling beerdigt hätten.

Sarah hatte schoh immer Probleme ihre Töchter auseinander zu halten und so beginnen in ihr die Zweifel Gestalt anzunehmen. Verhält sich Kirstie nicht wie Lydia?

Als im Winter Angus beruflich oft unterwegs ist, hat Sarah das unheimliche Gefühl, das etwas nicht stimmt. Sie fragt sich immer öfter, welches ihrer Zwillingsmädchen noch lebt und als ein schlimmer Sturm aufzieht, ist sie mit ihrer Tochter ganz allein und die Wahrheit kommt ans Licht.

Fazit

Mit seiner düsteren und unheimlichen Atmosphäre hat mich der Thriller sofort in seinen Bann gezogen. Die Idee, einen Psychothriller über Zwillingsmädchen zu schreiben, ist einfach super. Die unheimliche Atmosphäre entsteht durch die Frage, welcher Zwilling beerdigt wurde und welches Kind überlebte. Unausgesprochene Geheimnisse der Protagonisten erhöhen zusätzlich die Spannung. Das düstere Lokalkolorit passt perfekt zum Thema des Buches.

Der Thriller wird hauptsächlich ais Sarahs Sichtweise erzählt. An einigen Stellen kommt auch Angus zu Wort. So nimmt man als Leser hautnah an der Gefühlswelt der Protagonisten teil.

Der Schreibstil des Autors ist sehr fesselnd. Er gibt dem Leser ständig neue Hinweise, die sich dann  doch als falsche Fährten herausstellen. Bis zum Ende ist dieser Thriller nicht vorhersehbar und hochspannend. Ein Thriller mit Gänsehautgarantie!

„Eisige Schwestern“ – Psychothriller von S.K. Tremaynes, erschienen im Mai 2015 bei Knaur, Quality Paperback, 400 Seiten, 14,99 Euro, ISBN 978-3-426-51635-5

Herzlichen Dank an den Knaur Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

Bildnachweis: copyright Knaur Verlag

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„Mann ohne Herz“ – Psychothriller von Camilla Grebe und Åsa Träff

Camilla Grebe und Åsa Träff sind Schwestern. Die 1968 geborene Camilla ist studierte Betriebswirtin, gründete den Hörbuchverlag „StorySide“ und betreibt ein Beratungsunternehmen. Die 1970 geborene Åsa arbeitet als Psychologin mit dem Schwerpunkt Verhaltenstherapie und betreibt in Stockholm mit drei Kollegen eine Gemeinschaftspraxis, die sich auf Angststörungen und neuropsychologische Störungen spezialisiert hat. Ihr neuer gemeinsamer Thriller mit dem Titel „Mann ohne Herz“ , der vierte Band der Siri-Bergmann-Reihe, erschien am 15. Juni 2015 im btb Verlag als Taschenbuch. Die Übersetzung ins Deutsche stammt von Gabriele Haefs.

Therapeutin und Profilerin Siri Bergmann im Einsatz

Die Psychotherapeutin Siri Bergman fängt nach der Schließung ihrer Praxis als Profilerin bei der Stockholmer Polizei an. Dort soll sie psychologisch fundierte Täterprofile erstellen. Heute ist ihr erster Arbeitstag im neuen Job. Und gleich ihr erster Fall fordert Siris ganzes Können: ein bekennender Homosexueller namens Jussi Stahl wurde grausam ermordet. Sein Mörder erschoß ihn, schnitt ihm das Herz heraus und präsentiert dieses in einer silberfarbenen Schale.

Kurze Zeit später wird mit derselben Schusswaffe ein kleiner Junge getötet. Es scheint so, als ob ihn die Kugel versehentlich traf und sein Vater das eigentliche Opfer ist. Dieser hatte vor langer Zeit eine sexuelle Beziehung zu einem Mann, der auch den ermordeten Jussi Stahl kannte.

Als kurz darauf ein zweiter Homosexueller ermordet wird, geht die Polizei  von einem Serienmörder aus, der Schwule hasst.

Die ermittelnden Beamten stehen unter Druck und müssen jetzt verhindern, dass noch weitere Morde geschehen. Je mehr sie in das Umfeld der Ermordeten eintauchen, desto klarer wird die Verbindung zwischen ihnen.

Fazit

Auch der vierte Teil der Siri Bergmann-Reihe fesselt den Leser mit einem hochspannenden und komplexen Plot. Der Thriller wird aus 2 Perspektiven erzählt: in der Gegenwart aus Siris Sichtweise, in der Vergangenheit aus der Sicht eines jungen, schwulen Mannes ( das traurige Herz). Seine Erzählung reicht bis in die Gegenwart hinein. Die relativ kurzen Kapitel tragen als Überschrift den Namen desjenigen, aus dessen Sichtweise erzählt wird.

Durch viele unerwartete Wendungen weiß man bis zum fulminaten Ende nicht, wer der Täter ist. Im Laufe der Handlung thematisiert der Thriller viele gesellschaftskritische Fragen und Probleme, wie z.B. die Akzeptanz von Homosexuellen in der Gesellschaft oder die Beziehung einer älteren Frau zu einem viel jüngeren Mann.

Siris Privatleben nimmt neben den polizeilichen Ermittlungen großen Raum ein. Dadurch kann man ihre Gedanken und Handlungen besser verstehen und nachvollziehen.

Es gibt Thriller, die fesseln den Leser von Anfang bis Ende und man hat das Gefühl, die Protagonisten persönlich zu kennen, so tief taucht man beim Lesen in die Handlung ein. Dieses Buch gehört für mich auf jeden Fall zu diesen Thrillern. Die beiden Autorinnen verstehen es perfekt, beim Leser Gefühle wie Abscheu, Angst und Beklemmung zu erzeugen!

Verstörend, intensiv und sehr spannend!

Das Buchcover mit seiner blutroten Schrift auf grau-weißem Hintergrund erzeugt bereits wohlige Schauer und macht neugierig auf den Inhalt.

Herzlichen Dank an den btb Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

Bildnachweis: copyright btb Verlag

„Mann ohne Herz“ – Psychothriller von Camilla Grebe und Åsa Träff, erschienen am 15. Juni 2015 im btb Verlag als Taschenbuch, 448 Seiten, 9,99 Euro, ISBN 978-3-442-74913-3

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Mann ohne Herz von Camilla Grebe

„Zwetschgendatschikomplott: Ein Provinzkrimi“ von Rita Falk

Die 1964 geborene Autorin Rita Falk hat sich mit ihrer Provinzkrimiserie um den Dorfpolizisten Franz Eberhofer (›Winterkartoffelknödel‹, ›Dampfnudelblues‹, ›Schweinskopf al dente‹, ›Grießnockerlaffäre‹ und ›Sauerkrautkrautkoma‹) sowie den Romanen ›Hannes‹ und ›Funkenflieger‹ in die Herzen ihrer Leser geschrieben. Ihr sechster Provinzkrimi mit dem lustigen Titel „“Zwetschgendatschikomplott“ erschien im April 2015 bei DTV Premium.

Die Spur führt ins Rotlichtmilieu

Rudi ist vom Münchener Stadtrand ins Schlachthofviertel gezogen. Eines Tages legt ihm eine große Krähe einen abgetrennten Frauenfinger auf den Balkon. Natürlich bittet Rudi den Franz um Hilfe und bald stellt sich heraus, dass der abgetrennte Finger zu einer ermordeten Prostituierten gehört. Und es bleibt nicht bei der einen Leiche. Während der Wiesn sterben weitere Frauen durch eine rätselhafte Mordwaffe. Franz Eberhofer löst mit Bauernschläue und deftigem Essen auch diese komplizierten Fälle.

Fazit

Wer bereits die Vorgängerromane mit Franz Eberhofer kennt, kann sich auf ein Wiedersehen mit altbekannten Charakteren freuen. Die Freundschaft zwischen Franz und Rudi nimmt einen großen Teil der Geschichte ein und heitert das Ganze ungemein auf. Natürlich müssen auch hier wieder skurrile Mordfälle geklärt werden. Und das alles in bayerischer Mundart! Einfach super komisch!

Unterhaltsam, spannend und lustig – genau die richtige Lektüre für den Urlaub!

„Zwetschgendatschikomplott: Ein Provinzkrimi“ von Rita Falk, erschienen im April 2015 bei DTV Premium, broschiert, 272 Seiten, 14,90 Euro, ISBN 978-3423260442

Herzlichen Dank an DTV Premium für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.

Bildnachweis: copyright DTV Premium

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50 Jahre Idefix – „Asterix – Tour de France“ – limitierte Sonderausgabe ab 26. Juni 2015 im Handel!

Vor 50 Jahren erschien die Erstauflage des Asterix-Albums „Tour de France“. Und dort tauchte auch zum  ersten Mal ein kleiner weißer Hund mit schwarzen Schwanz- und Ohrenspitzen auf, der schnell zum Liebling der Leser wurde. In einem Namens-Wettbewerb bekam er den Namen Idefix. Seitdem ist das putzige Kerlchen bei jedem Abenteuer der beiden Gallier Asterix und Obelix als treuer Gefährte dabei.

Zu Ehren der beiden Jubiläen erscheint am 26. Juni 2015 der Band „Asterix – Tour de France“ bei Egmont Ehapa Media (Softcover, 6,50 Euro) als limitierte Sonderausgabe mit 16 redaktionellen Seiten mehr. Erhältlich im Handel und im Ehapa Shop: http://www.ehapa-shop.de/asterix-6-sonderausgabe.

Reise durch Gallien

Asterix und Obelix schließen eine Wette mit dem römischen Generalinspektor Lucius Nichtsalsverdrus ab und unternehmen eine dem berühmten Radrennen nachempfundene Reise durch Gallien. Von jeder Etappe wollen sie eine gallische Spezialität mitbringen und Nichtsalsverdrus auf einem Bankett servieren – doch beim Festmahl erhält er eine besondere Spezialität des Dorfes…und Obelix bemerkt nun endlich den kleinen Hund, der ihm die ganze Zeit gefolgt ist.

Diese limitierte Sonderausgabe sollte wirklich in keiner Asterix-Sammlung fehlen! Sehr unterhaltsam und informativ sind die 16 zusätzlichen redaktionellen Seiten, die dem Leser viele wertvolle Hintergrundinformationen liefern!

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Herzlichen Dank an Egmont Ehapa Media für die Bereitstellung des Rezensions- sowie der Verlosungsexemplare!

Unsere große Verlosung findet ihr hier:

https://mainbergsverlosungen.wordpress.com/2015/06/22/asterix-tour-de-france-limitierte-sonderausgabe-grose-verlosung/

„Extravagante Engländerinnen“ – von Luise Berg-Ehlers

Luise Berg-Ehlers gab nach ihren Studien der Germanistik, Theologie, Theaterwissenschaften und Publizistik viele Bücher heraus, u.a. »Eine kulinarische Reise mit Theodor Fontane« (DuMont, 1999), »Die Gärten der Virginia Woolf« (Nicolai, 2002) und »Mit Virginia Woolf durch England« (Insel TB, 2012). Sie gilt als ausgezeichnete Kennerin der englischen Kultur und Kriminalliteratur. 2014 erschien im Elisabeth Sandmann Verlag ihr Buch „Extravagante Engländerinnen“ über den Zeitvertreib adliger englischer Damen zwischen Herrenhaus, Gartenidylle und Dinnerparty.

Einblick ins Leben adliger Engländerinnen

Engländerinnen, die adlig in reiche Familien geboren wurden, genossen oft eine Erziehung durch das Personal, dass unter der Treppe, dem sogenannten „Downstairs“ wohnte. Daher verwundert ihr exzentrisches und extravagantes Benehmen nicht.

Dieser unfamgreiche Bildband zeigt die Vorbilder für die beliebte TV-Serie „Downton Abbey“. Extravagante Engländerinnen versuchten, aus den Zwängen gesellschaftlicher und familiärer Konvertionen auszubrechen und lebten daher meist auf dem Lande.

Der Leser findet unter anderem ausführliche Beschreibungen der Lebensumstände von Ottoline Morell, Jane Austen, Virginia Woolf und Elizabeth von Armin und vielen anderen. Begleitet werden die Texte mit ungefähr 120 aussagekräftigen Abbildungen.

Fazit

Wer sich für den englischen Adel im Allgemeinen und das Leben adliger Engländerinnen im Besonderen interessiert, findet in diesem großartigen Bildband viele kulturgeschichtlich relevante Artikel.

Die Autorin berichtet ausführlich von vergangenen Zeiten, von großen Gesellschaften, Landsitzen und Personal, welches das Luxus-Leben erst ermöglichte. Sie schreibt aber auch über Frauen, die diesen ganzen Zwängen entfliehen wollten und daher ein Leben auf dem Land bevorzugten.

Zum Träumen schöne Fotos verdeutlichen die Texte. Ein wunderbarer Bildband, den man immer wieder gern zur Hand nimmt.

„Extravagante Engländerinnen“ – von Luise Berg-Ehlers, erschienen 2014 im Elisabeth Sandmann Verlag, gebunden, 144 Seiten, 19,95 Euro, ISBN 978-3-938045-84-8

Herzlichen Dank an den Elisabeth Sandmann Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.

Bildnachweis: copyright Elisabeth Sandmann Verlag

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„Der Jungfrauenmacher“ – Thriller von Derek Meister

Der 1973 geborene Derek Meister studierte Film- und Fernsehdramaturgie an der Filmhochschule Potsdam-Babelsberg und schreibt erfolgreich Serien, abendfüllende Spielfilme fürs Fernsehen und Romane. Sein erster Thriller „Der Jungfrauenmacher“ erschien am 15. Juni 2015 im blanvalet Verlag als Taschenbuch.

Makabre Leichenfunde

An der Nordsee tobt eine schwere Sturmflut und spült die Leiche einer Frau an den Strand, die keine Füße mehr hat. Ihr Körper ist mit Meerestieren übersät und an ihrem Hals befinden sich seltsam aussehende Wunden, die Ähnlichkeit mit Kiemen haben. Kurze Zeit später treibt eine weitere Frauenleiche in der Nordsee, deren Verletzungen denen der ersten Toten sehr ähneln.

Mit den Ermittlungen wird der junge Polizeichef Knut Jansen beauftragt. Er holt sich Hilfe bei der ehemaligen Profilerin Helen Henning, die er zufällig kennenlernt. Und bald gelingt es Jansen, die Spur des Serienmörders aufzunehmen. Doch als ihm und Helen bewusst wird, mit welchem Gegner sie es zu tun haben, befinden sie sich in größter Gefahr.

Fazit

Das düster gestaltete Buchcover mit der aufgewühlten Nordsee und den dunklen Wolken spiegelt perfekt die Stimmung des Thrillers wieder.

Erzählt wird der Thriller abwechselnd aus der Sicht Knuts, Helens und des Mörders, so dass der Leser ihre Handlungen und Beweggründe gut nachvollziehen kann.

Mit den sympathischen Protagonisten Knut Jansen und Helen Henning treten in diesem Thriller erstmalig die beiden Ermittler auf. Sie haben in ihrem Leben jede Menge erlebt und das Erlebte prägt ihr Verhalten. Dabei sind ihre Handlungen größtenteils nachvollziehbar.

Derek Meister versteht es vortrefflich, beim Leser das Kopfkino in Gang zu setzen. Allein die Vorstellung von Meerestieren im und am Körper einer Leiche ist schon ziemlich eklig. Kontinuierlich wird die Spannung erhöht – ich konnte den Thriller kaum aus der Hand legen. Das Ende ist logisch und voller Dramatik – genauso muss ein guter Thriller sein.

Ich hoffe auf viele weitere spannende Bücher mit dem sympathischen Ermittler-Team Jansen und Henning.

„Der Jungfrauenmacher“ – Thriller von Derek Meister, erschienen im Juni 2015 im blanvalet Verlag, Taschenbuch, 416 Seiten, 9,99 Euro, ISBN 978-3-7341-0060-4

Herzlichen Dank an den blanvalet Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

Bildnachweis: copyright blanvalet Verlag

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Der Jungfrauenmacher von Derek Meister

„Storchenhelfer“ – Roman von Miriam Covi

Die 1979 geborene Autorin Miriam Covi schrieb bereits im Alter von fünf Jahren ihren ersten Roman, der allerdings nie veröffentlicht wurde. Weitere unveröffentlichte Werke folgten, so dass Miriam von Beruf Fremdsprachenassistentin wurde und nach New York City zog. Dort hielt sie ihre Erlebnisse im Weblog »Mitten in Manhattan« auf der Internetseite der Zeitschrift »Brigitte« fest. Heute lebt sie mit ihrer Familie in Rom. Ihr Roman „Storchenhelfer“ erschien im Mai 2015 im Knaur Verlag als Taschenbuch.

Übermächtiger Kinderwunsch

Hilly Seebeck ist Mitte 30, hat einen tollen Job in einer internationalen Anwaltskanzlei und wartet auf den Heiratsantrag ihres Freundes Claas. Seit einem Jahr bereits versucht sie schwanger zu werden, doch das ersehnte Baby stellt sich nicht ein. Unglücklicherweise trennt sich auch noch Claas von ihr, denn er hat statt Hilly seine Sekretärin geschwängert.

Doch Hilly lässt sich nicht entmutigen. Ein Kind kann sie auch ohne Mann bekommen. Wozu gibt es schließlich Kinderwunsch-Kliniken? Dumm nur, dass sie für die künstliche Befruchtung in einer Partnerschaft leben muss. In ihrem attraktiven Nachbarn Mick ist auch rasch ein Kandidat gefunden, der sich als Vater in spe ausgeben könnte. Doch nicht immer geht alles im Leben nach Plan.

Fazit

Miriam Covi verpackt das ernste Thema der künstlichen Befruchtung in einen humorvollen und sehr unterhaltsamen Roman. Ihre Protagonisten werden so lebensnah beschrieben,  dass man sich gut in sie und ihre Gefühle hineinversetzen kann.

Durch viele unerwarteten Wendungen kommt an keiner Stelle Langeweile auf – ganz im Gegenteil. Ich habe mit Hilly mitgefiebert, gelacht und gelitten.

Dieser Roman hat mich trotz des ernsten Themas sehr gut unterhalten. Das liegt vor allem an dem humorvollen und leicht lesbaren Erzählstil. Denn Humor wird in diesem Roman ganz groß geschrieben!

„Storchenhelfer“ – Roman von Miriam Covi, erschienen im Mai 2015 im Knaur Verlag, Taschenbuch, 480 Seiten, 9,99 Euro, ISBN 978-3-426-51642-3

Herzlichen Dank an den Knaur Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

Bildnachweis: copyright Knaur Verlag

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Ingrid Bergmann: Biografie von Birgit Haustedt

Mit ihrem 1999 veröffentlichten Buch „Die wilden Jahre in Berlin“ begann für die promovierte Literaturwissenschaftlerin der Aufbruch als freie Autorin. Sie arbeitete u. a. für GEO und Merian und verfasste literarische Reiseführer über Venedig, Rom und Florenz. Ihre Biografie über die schwedische Schaupielerin Ingrid Bergmann erschien in der Reihe IKONEN bei ebersbach & simon.

As Time goes by… Hommage zum 100. Geburtstag

Am 29. August 2015 wäre die schwedische Schauspielerin Ingrid Bergmann 100 Jahre alt geworden. Sie gewann drei Oscars und drehte mit Regisseuren wie Alfred Hitchcock und Ingmar Bergman. An der Seite von Cary Grant, Gary Cooper und Humphrey Bogart wurde sie bereits im Alter von 24 Jahren zum größten Star der goldenen Hollywood-Ära der Vierziger Jahre. Dabei hatte sie zu Beginn ihrer internationalen Karriere gegen alle Regeln verstoßen, denn sie ließ sich nicht als blonder Vamp vermarkten und bestand auf Natürlichkeit, verzichtete auf Make-Up und High Heels.
Produzent Selznick machte daraus ihr Markenzeichen: Sie wurde Hollywoods erste »Natural Beauty« –  die Frau von nebenan.

1950 bekam Ingrid Bergmann einen unehelichen Sohn. Hollywood wollte danach sieben Jahre lang nichts mehr von ihr wissen. Erst nach dieser langen Zeit drehte Bergmann wieder einen neuen Film in Hollywood.

Fazit

In der Buchreihe „IKONEN“ findet der Leser außergewöhnliche Biografien über außergewöhnliche Menschen. Ingrid Bergmann gehört auf jeden Fall dazu. Allein die hochwertige Aufmachung des Bildbands mit seinem goldenen Halbgewebeband, der Prägung sowie der vielen hochwertigen und wunderschönen Fotos sind ein wahrer Blickfang im Bücherregal.

Die Autorin zeichnet ein umfassendes Bild der privaten und öffentlichen Person Ingrid Bergmanns. Eine Frau, die Schwächen wie jeder Mensch hatte und die sich nicht dem Schönheits-Diktat Hollywoods unterwerfen wollte.

Für jeden Cineasten ist diese Biografie eine wundervolle Ergänzung seiner Bibliothek, die man immer wieder gern zur Hand nimmt. Für Fans dieser großartigen Schauspielerin einfach unverzichtbar!

Ingrid Bergmann: Biografie von Birgit Haustedt, erschienen bei ebersbach & simon, gebunden, 128 Seiten, 24,95 Euro, ISBN 978-3-86915-100-7

Herzlichen Dank  an ebersbach & simon für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

Bildnachweis: copyright ebersbach & simon

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