„Engelskalt“ – Thriller von Samuel Bjørk

Hinter dem Pseudonym Samuel Bjørk verbirgt sich der 1969 geborene norwegische Autor, Dramatiker und Singer-Songwriter Frode Sander Øien. „Engelskalt“ ist sein erster Thriller, der im April 2015 im Goldmann Verlag in deutscher Sprache erschien. Die Übersetzung aus dem Norwegischen stammt von Gabriele Haefs.

Neues skandinavisches Ermittler-Team

In Norwegen macht ein Spaziergänger in einem Wald eine grausige Entdeckung: er findet ein kleines Mädchen, das mit einem Springseil an einem Baum aufgehängt wurde. Auf  ihrem Rücken hat sie eine Tasche und um den Hals ein rätselhaftes Schild mit den Worten „Ich reise allein“.
Mit den Ermittlungen wird Kommissar Holger Munch beauftragt. Hilfe bei diesem komplizierten Fall sucht er bei seiner Kollegin Mia Krüger. Nach dem Tod ihrer Zwillingsschwester vor vielen Jahren leidet sie an Depressionen und ist tablettensüchtig. Mia sieht keinen Sinn mehr im Leben und plant ihren Selbstmord auf der abgelegenen Insel Hitra. Munch ist jedoch auf den legendären Spürsinn seiner Kollegin angewiesen und fährt auf die Insel, um Mia zu überzeugen, ihm zu helfen. Als diese die Fotos des toten Mädchens sieht, entdeckt sie ein wichtiges Detail, das bisher übersehen wurde. Mit ihrem scharfen Verstand erkennt Mia sofort: es wird nicht bei einem toten Kind bleiben. Und schließt sich dem Ermittlerteam um Holger Munch an. Wer könnte ein Motiv haben, unschuldige kleine Mädchen zu töten?

Fazit

Das Buchcover mit seiner Farbgestaltung finde ich sehr gelungen. Es passt sehr gut zum Inhalt. Blutrote erhabene Nähte ergeben den Buchtitel. Nur der Buchtitel passt meiner Meinung nach nicht so gut zum Inhalt.

Nach einem spannenden Prolog nimmt der Thriller langsam an Fahrt auf und der Leser lernt die Hauptprotagonisten und ihre Lebensläufe in allen Einzelheiten kennen. Auch die Ermittlungsarbeit wird sehr ausführlich beschrieben.

Da gibt es zum einen die depressive Mia Krüger. Nach dem Tod ihrer Zwillingsschwester vor 10 Jahren leidet sie an schweren Depressionen. Ihren Kummer betäubt sie mit Tabletten und Alkohol. Im Laufe des Thrillers kehrt ihr Überlebenwille und ihr legendärer Spürsinn wieder zurück.

Kommissar Holger Munch hingegen raucht Kette, ist übergewichtig und Single. Beide Ermittler stürzen sich mit ihrem Team in die Lösung des Falls, denn Eile ist geboten.

Auch die Nebencharaktere werden sehr lebendig beschrieben. Ich konnte mich beim Lesen gut in sie hinheinversetzen.

Samuel Bjørk eröffnet mehrere Handlungsstränge, die die Spannung erhöhen und sich am Ende wie ein Puzzle zusammenfügen. Viele Nebenschauplätze machen zeitweise das Geschehen etwas unübersichtlich – man sollte sich davon nicht irritieren lassen, denn der Thriller wartet mit vielen unerwarteten Wendungen auf. Der Schreibstil des Autors liest sich flüssig. Erzählt wird der Thriller aus der Sicht unterschiedlicher Personen. Je weiter die Geschichte voran kommt, desto mehr Verdächtige und Hinweise tauchen auf. Genau das macht das Buch so spannend. Psychologisch aufgebaute Spannung dominiert eindeutig in diesem Thriller.

Am Ende wartet auf den Leser ein grandioser Showdown. Absolut unerwartet und glaubhaft.

Mich hat das neue skandinavische Ermittler-Team überzeugt. Ich freue mich schon auf den nächsten Thriller dieser Serie!

„Engelskalt“ – Thriller von Samuel Bjørk, erschienen im April 2015 im Goldmann Verlag, Taschenbuch, 544 Seiten, 12,99 Euro, ISBN 978-3442482252

Herzlichen Dank an den Goldmann Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

Bildnachweis: copyright Goldmann Verlag

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