Archiv für den Monat Mai 2015

„Mit jedem neuen Tag“ – Roman von Marc Levy

Der 1961 geborene Autor Marc Levy schrieb für seinen Sohn seinen ersten Roman mit dem Titel „Solange du da bist“, der von Steven Spielberg verfilmt und auf Anhieb ein Welterfolg wurde. Seitdem ist jeder seiner Romane ein internationaler Bestseller. „Mit jedem neuen Tag“ lautet der Titel seines neuen Buches, welches am 25. Mai 2015 im blanvalet Verlag in deutscher Sprache erschien. Die Übersetzung aus dem Französischen stammt von Elaine Hagedorn und Bettina Runge.

Eine einmalige Chance im Leben

Der 39 jährige Andrew Stilman ist ein sehr erfolgreicher Journalist, der kurz vor seiner Hochzeit steht. Andrew lebte lange Zeit als eingefleischter Junggeselle. Erst als er nach 20 Jahren seine Jugendliebe Valery wiedersieht, ist er bereit für die Ehe. Doch kurz vor der Hochzeit lernt Andrew eines Abends in einer Bar eine attraktive Frau kennen und betrügt Valery.

Als Andrew einige Wochen später, am 9.Juli 2012, joggen geht spürt er plötzlich einen schrecklichen Schmerz im Rücken und bricht bewusstlos zusammen. Als er wieder aufwacht, findet er sich am 9. Mai 2012 wieder, also 8 Wochen vor seiner Hochzeit mit Valery. Er hat jetzt die einmalige Chance, den weiteren Verlauf seines Lebens zu ändern und seinen großen Fehler wieder gut zu machen. Um seinen späteren Mörder zu finden, benötigt er die Hilfe seines Freundes Simon, eines ehemaligen Kommissars.

Fazit

Nach einem spannenden Prolog, in dem der Mörder seine Tat ausführlich vorbereitet und plant, wird dem Leser Andrews bisheriges Leben vorgestellt. Er war als Journalist vielen Personen ein Dorn im Auge, auch zuletzt, als er an einem Artikel über die Argentinische Militärdiktatur arbeitete. Sein großes Glück fand Andrew in seiner Jugendliebe Valery, die er nach 20 Jahren zufällig wiedersah. Doch sein Glück zerbricht wegen seines Seitensprungs kurz vor der Hochzeit.

Nach dem Angriff auf Andrew nimmt der Roman an Fahrt auf, denn er möchte unbedingt seinen späteren Mörder finden und den Betrug an Valery rückgängig machen. Der Roman entwickelt sich mit vielen unerwarteten Wendungen zeitweise in Richtung Kriminalroman, bleibt aber dennoch gewohnt emotionsreich. Das Ende ist sehr überraschend und gut gelungen!

Levys Schreibstil ist leicht lesbar. Seine Protagonisten handeln glaubwürdig und nachvollziehbar. Ein gefühlvoller Roman, der zwar einige Längen am Anfang aufweist, sich dann aber zum Pageturner entwickelt.

Das romantische Cover passt sehr gut zum Titel und Inhalt des Romans und lädt zum Lesen ein.

„Mit jedem neuen Tag“ – Roman von Marc Levy, erschienen am 25. Mai 2015 im blanvalet Verlag, gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 368 Seiten, 19,99 Euro, ISBN 978-3-7645-0529-5

Herzlichen Dank an den blanvalet Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

Bildnachweis: copyright Blanvalet Verlag

Mit jedem neuen Tag von Marc Levy
Mit jedem neuen Tag von Marc Levy
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„Lieb mir oder ick zerhack dir die Kommode: Die coolsten, schrägsten und komischsten Sprüche der Welt!“

Herausgegegeben wurde das Buch von Harald Krämer. Er ist Journalist, Buchautor, Langläufer und Möchtegern-Koch, wohnt in Hamburg und wurde sozialisiert im karnevalistischen Rheinland. Erschienen ist das witzige Sprüche-Buch im April 2015 bei Edel Books.

Verbale Entgleisungen für alle Lebenslagen

Unterteilt in 17 Kapitel findet der Leser lustige Versprecher, dreiste Verbalentgleisungen und witzige Zitate. Gegliedert sind die Sprüche in thematische Bereiche: von Liebe, Sex & Larifari bis Alter, Tod & Ewigkeit. Hier findet man Stilblüten u.a. von Madonna, Konfuzius, Otto Waalkes, Otto Rehhagel, Arnold Schwarzenegger und Edmund Stoiber. Die lustigen Illustrationen verdeutlichen die unvergleichlichen Sprüche noch einmal.

Fazit

Ein super lustiges Buch zum Verschenken oder selbst behalten. Mit diesem Buch ist man in jeder Lebenslage Herr der Dinge: ein cooler Spruch und schon ist die Situation gerettet! Gute Laune beim Lesen ist garantiert!

„Lieb mir oder ick zerhack dir die Kommode: Die coolsten, schrägsten und komischsten Sprüche der Welt!“, erschienen im April 2015 bei Edel Books, 192 Seiten, Taschenbuch, 9,95 Euro, ISBN 978-3-8419-0340-2

Bildnachweis: copyright Edel Books

Herzlichen Dank an Edel Books für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

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„Peterchens Mondfahrt“ Hörspiel von Gerdt von Bassewitz

Der 1923 verstorbene Schauspieler Gerdt von Bassewitz arbeitete zuletzt als freier Schriftsteller. „Peterchens Mondfahrt“ ist sein bekanntestes Werk und zählt heute zu den Kinderbuch-Klassikern. Das zauberhafte Märchen wurde von Benno Schurr auf hohem Niveau inszeniert und mit wunderschöner Musik unterlegt. „Peterchens Mondfahrt“ erschien als SWR-Hörspiel im April 2015 im Der Audio Verlag. Empfohlen wird es für kleine Hörer ab 5 Jahren.

Zauberhafte Gute-Nacht-Geschichte

Der Maikäfer Sumsemann muss mit nur fünf Beinchen durchs Leben gehen. Seit vor vielen Jahrhunderten einem Verwandten das sechste Beinchen von einem Holzdieb abgeschlagen wurde, müssen seitdem alle Maikäfer-Generationen mit nur fünf Beinchen leben. Denn die Fee der Nacht hat den Dieb und das gestohlene Beinchen auf den Mond verbannt. Der Fluch kann nur gebrochen werden, wenn Maikäfer Sumsemann zusammen mit zwei artigen Kindern, die noch nie ein Tier gequält haben, zum Mond reist und das Beinchen zurückholt. Zum Glück lernt Herr Sumsemann Peterchen und Anneliese kennen. Gemeinsam fliegen sie zum Mond. Dabei treffen sie auf das Sandmännchen, feiern ein Fest im Schloss der wunderschönen Nachtfee, reiten auf dem Großen Bären zur Weihnachtswiese und gelangen schließlich mit der Mondkanone an das Ziel ihrer Reise. Ob es Ihnen dort gelingen wird, Sumsemanns sechstes Beinchen vom Mondmann zurückzuerobern?

Die Sprecher des Hörbuchs

Antje Hagen und Thomas Rosengarten sprechen Anneliese und Peterchen. Hans Timerding verkörpert Herrn Sumsemann und Maja Scholz spricht die geheimnisvolle Nachtfee. In weiteren Rollen sind Helene Elcka, Kurt Ebbinghaus und Irene Marwitz zu hören. Die Auswahl der Sprecher ist sehr gut gelungen, denn jeder einzelne verkörpert seine Rolle perfekt.

Fazit

Das Hörspiel ist mit wunderschöner, klassisch anmutender Musik unterlegt, die die Geschichte noch zusätzlich untermalt. Dabei bleibt sie absolut kindgerecht. Dieses Hörspiel hat mich noch einmal in meine Kindheit zurückversetzt. Die Geschichte ist so niedlich – jedes Kind sollte sie kennen! Und mit den wunderbaren Sprechern bietet die CD schöne Hör-Stunden nicht nur für Kinder!

„Peterchens Mondfahrt“ Hörspiel von Gerdt von Bassewitz, erschienen im April 2015 im DAV, 47 Minuten, 1 CD, 9,99 Euro, ISBN 978-3862314782

Herzlichen Dank an den DAV für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.

Bildnachweis: copyright DAV

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„Mordsommer“ – Thriller von Rudi Jagusch

Der 1967 geborene, freie Schriftsteller Rudi Jagusch schreibt seit 2006 im Jahreszyklus Krimis und Thriller. Sein neuer Thriller „Mordsommer“ erschien im März 2015 im Heyne Verlag als Taschenbuch.

Ich weiß, was du getan hast

Nina, eine erfolgreiche Staatsanwältin, die kurz vor der Beförderung zur Oberstaatsanwältin steht, erhält einen beunruhigenden Brief. Der Absender schreibt, dass er weiß, was sie 1991 getan hat und lädt Nina in ein abgelegenes Dorf in der Eifel ein. Mit diesem Brief werden Erinnerungen an ihre Jugendzeit und ihre alte Clique wach, die sie am liebsten vergessen möchte. Bisher ist Nina das ganz gut gelungen und niemand ahnte etwas von ihren schrecklichen Geheimnissen.

Damit das so bleibt, folgt Nina der Einladung. Zu ihrer großen Überraschung treffen noch fünf andere Personen ihrer alten Clique ein. Auch sie haben ein seltsames Schreiben bekomen. Bald steht allen Beteiligten eine schreckliche Konfrontation mit der eigenen Vergangenheit bevor.

Fazit

Erzählt wird der Thriller aus drei Perspektiven: die Handlung wechselt zwischen der Gegenwart und den Jahren 1991/92. Der dritte Erzählstrang gibt die Gedanken eines Unbekannten wieder. Ganz allmählich entwickelt sich das Ausmaß der damaligen Ereignisse und das pure Grauen hält Einzug in die Gegenwart. Der Spannungsbogen steigt kontinuierlich an, besonders die Rückblicke sind so grausam, dass dem Leser Schauer über den Rücken laufen. Es ist schon sehr harter Tobak, der hier beschrieben wird.

Bald verdächtigt jeder jeden und auch der Leser weiß nicht, wem man noch trauen kann. Bis zum Ende bleibt offen, wer hinter den ominösen Briefen steckt und was er mit der Zusammenkunft bezwecken möchte. Die vielen Cliffhanger am Ende jedes Kapitels machen das Buch zum wahren Pageturner.

Ein absolut gelungener Thriller, der nichts für schwache Nerven ist! Hochspannung garantiert!

Das Cover passt sehr gut zum Inhalt. Man sieht eine Person, die durch einen dunklen Wald geht. Dadurch wird eine beklemmende und unheimliche Atmosphäre erzeugt.

„Mordsommer“ – Thriller von Rudi Jagusch, erschienen im März 2015 im Heyne verlag, Taschenbuch, 464 Seiten, 9,99 Euro, ISBN 978-3-453-43785-2

Herzlichen Dank an den Heyne Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

Bildnachweis: copyright Heyne Verlag

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„Die Nacht der Frauen“ – Roman von Katja Maybach

Katja Maybach schrieb bereits mit zwölf Jahren ihren ersten Roman und einige Kurzgeschichten. Außerdem liebt sie Mode.  Im Alter von fünfzehn Jahren gewann sie den Designerpreis einer großen deutschen Frauenzeitschrift für den Entwurf eines Abendkleides. Mit siebzehn ging sie nach Paris und wurde zuerst Model in einem Couture Haus, später eine erfolgreiche Designerin.
Nach einer schweren Krankheit begann sie erfolgreich, Romane zu schreiben. Bereits ihr Debüt-Roman „Eine Nacht im November“ war ein großer Erfolg und wurde in Frankreich ein Bestseller.Ihr neuer Roman „Die Nacht der Frauen“ erschien im März 2015 im Knaur Verlag.

Spannendes Familien-Drama

Dalia Rheinberg verließ vor 20 Jahren fluchtartig ihre Heimatstadt Wien. Sie lebt heute in Paris und ist mit einem berühmten Pianisten verheiratet. Ihren Vater Christian wollte sie nach dem Selbstmord ihrer Mutter Irene nie wiedersehen, denn für Dalia trägt er allein die Schuld daran. Doch als ihr Vater schwer krank in einer Klinik liegt, erklärt sie sich bereit, für ihn einige wichtige Firmenunterlagen zusammenzusuchen.

Als Dalia den Safe öffnet, findet sie Briefe, die die Geschichte ihrer eigenen Familie völlig auf den Kopf stellen. Dalia erfährt den wahren Grund für die Depressionen ihrer Mutter und liest, dass ihre Mutter eine jüdische Freundin namens Leah hatte. Die Freundinnen mussten während des Zweiten Weltkriegs eine Entscheidung treffen, die das Leben aller für immer veränderte.

Fazit

Erzählt wird der Roman in zwei Zeitebenen: 1979, als Dalia nach zwanzig Jahren wieder Kontakt mit ihrem Vater aufnimmt und ca. 1939, die Zeit des Nationalsozialismus und der Judenverfolgung. Perfekt verwebt die Autorin beide Handlungsstränge miteinander.

Mit ihrem realistischen und leicht lesbaren Schreibstil schafft es Katja Maybach, beim Leser das Kopfkino laufen zu lassen. Puzzleteilchen aus der Vergangenheit fügen sich nach und nach zusammen und offenbaren Dalia schließlich den wahren Grund für den Selbstmord ihrer Mutter.

Mit ihrer sehr emotionalen Schreibweise fesselt die Autorin den Leser bis zum Schluß. Ihre Protagonisten sind so lebendig und lebensnah beschrieben, dass man beim Lesen glaubt, sie persönlich zu kennen.

Mich hat dieser wundervolle Roman sehr berührt und mir viele schöne Lesestunden beschert. Der Roman hat mich in seinen Bann gezogen und ich freue mich auf weitere Bücher dieser begabten Autorin!

„Die Nacht der Frauen“ – Roman von Katja Maybach, erschienen im März 2015 im Knaur Verlag, Taschenbuch, 336 Seiten, 9,99 Euro, ISBN 978-3426516065

Herzlichen Dank an den Knaur Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

Bildnachweis: copyright Knaur Verlag

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„Madame Picasso“ – Roman von Anne Girard

Anne Girard studierte Englische Literatur und Psychologie. Für ihre Recherchen zu diesem Roman reiste sie von Paris über die Provence nach Barcelona und traf Freunde und Zeitgenossen Picassos. Erschienen ist „Madame Picasso“ im März 2015 im atb. Die Übersetzung ins Deutsche stammt von Yasemin Dinçer.

Liebesgeschichte zwischen Picasso und Eva Gouel

Auf der Suche nach einem neuen Leben und um einer Ehe in der Provinz zu entfliehen, kommt die junge Eva 1911 in die schillernde Metropole Paris. Über ihre Freundin Yvette erhält sie einen Job als Näherin im Moulin Rouge und macht dort bald Karriere als Kostümbildnerin.

Während des Besuchs einer Kunstausstellung lernt Eva den 30jährigen, aufstrebenden Maler Pablo Picasso kennen und lieben. Doch Picasso ist noch mit Fernande liiert. Gegen alle Widerstände erwidert der Maler Evas Gefühle und eine der großen Liebesgeschichten des Jahrhunderts nimmt ihren Lauf. Das Paar beginnt sein gemeinsames Leben und Eva beeinflusst den Maler als seine Muse auch in seinem Malstil. Doch ihr gemeinsames Glück findet ein jähes Ende, als Eva unheilbar erkrankt.

Fazit

Kernthema des Romans ist die Liebesgeschichte zwischen Picasso und Eva Gouel. Picassos Leben als Künstler wird nur am Rande gestreift. Dabei vermischen sich wahre Begebenheiten mit schriftstellerischer Freiheit. Da über die Person Eva Gouel recht wenig bekannt ist und auch kaum Fotos existieren, hatte die Autorin mit ihrer Person mehr Gestaltungsfreiheiten als mit Picasso, von dessen Leben sehr viel bekannt ist.

Bildhaft entsteht die Liebesgeschichte vor den Augen des Lesers. Natürlich entspricht nicht alles den wahren Gegebenheiten, daher ist es auch ein Roman und keine Biographie. Der Schreibstil ist leicht lesbar und sehr detailreich. Die Hommage an eine wunderbare Liebesbeziehung ist der Autorin sehr gut gelungen.

Mich hat dieser Roman neugierig auf die Werke und das Leben Picassos gemacht. Und damit ist der Zweck dieses Romans erfüllt!

„Madame Picasso“ – Roman von Anne Girard, erschienen im März 2015 im atb, Taschenbuch, 478 Seiten, 12,99 Euro, ISBN 978-3746631387

Herzlichen Dank an den atb für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.

Bildnachweis: copyright atb

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„Rollmopskommando“: ein Küsten-Krimi von Krischan Koch

Der Autor Krischan Koch wohnt in Hamburg und auf der Nordseeinsel Amrum, wo er die verrückt-bösen Kabarettprogramme für den „Hamburger Spottverein“ erfindet. Dort schreibt er, mit Blick auf die See, auch seine Kriminalromane. Sein Küsten-Krimi „Rollmopskommando“ erschien im April 2015 im dtv.

Verbrecher in Fredenbüll

Im nordfriesischen Fredenbüll ist es eigentlich ganz ruhig und Polizeiobermeister Thies Detlefsen hat kaum etwas zu tun. Doch plötzlich überschlagen sich die Ereignisse. Im Nachbarort Schlütthorn wird die Raiffeisenbank von drei Männern überfallen. Zur Zeit des Überfalls befinden sich der Filialleiter Heiko Thormählen und eine Angestellte sowie Oma Ahlbeck und die Zahnärztin Ute Butz-Christensen in der Bank. Die Täter erbeuten eine Menge Bargeld, nehmen Oma Ahlbeck als Geisel und flüchten nach Fredenbüll. Zurück bleibt eine Tote.

Thies Detlefsen wendet sich an die Kripo in Kiel. Von dort wird ihm Nicole Stappenbek als Unterstützung bei den Ermittlungen zugeteilt. Bald haben sie es mit noch einer Leiche zu tun.

Fazit

Mit seinen Büchern sorgt Krischan Koch immer wieder für herrlich unterhaltsames Lesevergnügen. Neben einer gehörigen Portion Spannung punktet der Küsten-Krimi auch mit ganz viel Humor. „Rollmopskommando“ ist bereits der dritte Teil mit dem  Dorfpolizisten Thies als Protagonisten.

Koch beschreibt seine Figuren so komisch und übertrieben, dass ich vor Lachen kaum weiterlesen konnte. Ein idealer Lesespaß für den Urlaub, bei dem man herrlich abschalten kann.

Unbedingte Leseempfehlung!

„Rollmopskommando“: ein Küsten-Krimi von Krischan Koch, erschienen im April 2015 im dtv, Taschenbuch, 288 Seiten, 9,95 Euro, ISBN 978-3-423-21583-1

Bildnachweis: copyright dtv

Herzlichen Dank an den dtv für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

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Yps Magazin: Ausgabe 02/2015

Seit dem Jahr 2012 ist das beliebte Yps Magazin wieder im Handel erhältlich. Und seit 2015 gibt es statt 4 Ausgaben pro Jahr sogar 5!

Die Yps Leser von damals sind mittlerweile erwachsen geworden und so richtet sich der Inhalt des Magazins auch ganz gezielt an die heute 30 – 45 jährigen. Natürlich werden die Themen von damals inhaltlich und optisch in die heutige Zeit übertragen.

In der neuen Yps Ausgabe 02/2015 stellt Dr. Sommer nützliche Life Hacks für die Grill-Party vor. Lisa Lang präsentiert einen Überblick über den aktuellen Stand der Elektro-Mode und Erik Bartmann nimmt den Leser mit in die wunderbare Welt des 30-Euro-Computers Raspberry Pi. Als Gimmick gehört eine einzigartige elektrische Windmaschine zum Selbstbauen dazu.

Das Heft ist für 6,90 Euro im Handel erhältlich. Wer keine Ausgabe mehr verpassen möchte, kann im ehapa shop auch ein  Abo abschließen.

Für Nostalgiker, Forscher und jung Gebliebene: das neue Yps Magazin lässt Kindheitserinnerungen wieder lebendig werden!

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Bildnachweis: copyright Egmont Ehapa Media

Herzlichen Dank an Egmont Ehapa Media für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

„Engelskalt“ – Thriller von Samuel Bjørk

Hinter dem Pseudonym Samuel Bjørk verbirgt sich der 1969 geborene norwegische Autor, Dramatiker und Singer-Songwriter Frode Sander Øien. „Engelskalt“ ist sein erster Thriller, der im April 2015 im Goldmann Verlag in deutscher Sprache erschien. Die Übersetzung aus dem Norwegischen stammt von Gabriele Haefs.

Neues skandinavisches Ermittler-Team

In Norwegen macht ein Spaziergänger in einem Wald eine grausige Entdeckung: er findet ein kleines Mädchen, das mit einem Springseil an einem Baum aufgehängt wurde. Auf  ihrem Rücken hat sie eine Tasche und um den Hals ein rätselhaftes Schild mit den Worten „Ich reise allein“.
Mit den Ermittlungen wird Kommissar Holger Munch beauftragt. Hilfe bei diesem komplizierten Fall sucht er bei seiner Kollegin Mia Krüger. Nach dem Tod ihrer Zwillingsschwester vor vielen Jahren leidet sie an Depressionen und ist tablettensüchtig. Mia sieht keinen Sinn mehr im Leben und plant ihren Selbstmord auf der abgelegenen Insel Hitra. Munch ist jedoch auf den legendären Spürsinn seiner Kollegin angewiesen und fährt auf die Insel, um Mia zu überzeugen, ihm zu helfen. Als diese die Fotos des toten Mädchens sieht, entdeckt sie ein wichtiges Detail, das bisher übersehen wurde. Mit ihrem scharfen Verstand erkennt Mia sofort: es wird nicht bei einem toten Kind bleiben. Und schließt sich dem Ermittlerteam um Holger Munch an. Wer könnte ein Motiv haben, unschuldige kleine Mädchen zu töten?

Fazit

Das Buchcover mit seiner Farbgestaltung finde ich sehr gelungen. Es passt sehr gut zum Inhalt. Blutrote erhabene Nähte ergeben den Buchtitel. Nur der Buchtitel passt meiner Meinung nach nicht so gut zum Inhalt.

Nach einem spannenden Prolog nimmt der Thriller langsam an Fahrt auf und der Leser lernt die Hauptprotagonisten und ihre Lebensläufe in allen Einzelheiten kennen. Auch die Ermittlungsarbeit wird sehr ausführlich beschrieben.

Da gibt es zum einen die depressive Mia Krüger. Nach dem Tod ihrer Zwillingsschwester vor 10 Jahren leidet sie an schweren Depressionen. Ihren Kummer betäubt sie mit Tabletten und Alkohol. Im Laufe des Thrillers kehrt ihr Überlebenwille und ihr legendärer Spürsinn wieder zurück.

Kommissar Holger Munch hingegen raucht Kette, ist übergewichtig und Single. Beide Ermittler stürzen sich mit ihrem Team in die Lösung des Falls, denn Eile ist geboten.

Auch die Nebencharaktere werden sehr lebendig beschrieben. Ich konnte mich beim Lesen gut in sie hinheinversetzen.

Samuel Bjørk eröffnet mehrere Handlungsstränge, die die Spannung erhöhen und sich am Ende wie ein Puzzle zusammenfügen. Viele Nebenschauplätze machen zeitweise das Geschehen etwas unübersichtlich – man sollte sich davon nicht irritieren lassen, denn der Thriller wartet mit vielen unerwarteten Wendungen auf. Der Schreibstil des Autors liest sich flüssig. Erzählt wird der Thriller aus der Sicht unterschiedlicher Personen. Je weiter die Geschichte voran kommt, desto mehr Verdächtige und Hinweise tauchen auf. Genau das macht das Buch so spannend. Psychologisch aufgebaute Spannung dominiert eindeutig in diesem Thriller.

Am Ende wartet auf den Leser ein grandioser Showdown. Absolut unerwartet und glaubhaft.

Mich hat das neue skandinavische Ermittler-Team überzeugt. Ich freue mich schon auf den nächsten Thriller dieser Serie!

„Engelskalt“ – Thriller von Samuel Bjørk, erschienen im April 2015 im Goldmann Verlag, Taschenbuch, 544 Seiten, 12,99 Euro, ISBN 978-3442482252

Herzlichen Dank an den Goldmann Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

Bildnachweis: copyright Goldmann Verlag

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„Die Königin der Orchard Street“ – Roman von Susan Jane Gilman

Susan Jane Gilman veröffentlichte bisher sehr erfolgreich drei Sachbücher. „Die Königin der Orchard Street“ ist ihr Debüt-Roman, der im März 2015 im Insel Verlag in deutscher Sprache erschien. Die Übersetzung dem Amerikanischen stammt von Eike Schönfeld.

Amerikanisches Gesellschaftsporträt

Man schreibt das Jahr 1913 in New York. Dort lebt die kleine Malka Biolystoker, zusammen mit ihren Eltern und drei Schwestern, im trostlosen Einwandererviertel auf der Lower East Side. Die meisten Einwanderer hier sind arm und arbeitslos. Ihr Vater lässt Malka, ihre Schwestern und ihre Mutter bald im Stich und macht sich aus dem Staub. Doch das 6jährige Mädchen lernt schnell, selbst für seinen Lebensunterhalt zu sorgen.

Und eines Tages wendet sich Malkas Schicksal. Sie wird vom Pferdewagen des Eisverkäufers Dinello umgefahren und schwer verletzt. Als feststeht, dass Malka nie wieder richtig laufen kann, lässt ihre Mutter das Mädchen einfach im Krankenhaus zurück. Dinello hat Mitleid mit dem Kind und nimmt es in seiner Familie auf. Mit diesem Tag beginnt ein neues Leben für Malka.

Aus Malka wird Lililan. Sie bekommt eine Schulausbildung und wird in das Geheimnis der Eisherstellung eingeweiht. Als Erwachsene heiratet Lilian Albert Dunkle und baut mit ihm, nach einigen Schwierigkeiten, ihr eigenes Eiscreme-Imperium auf. Man nennt sie jetzt die „Eiskönigin von Amerika“, eine Frau, die für ihre Ziele „über Leichen geht“.

Fazit

Der Roman erzählt die Lebensgeschichte einer Frau, die es von ganz unten bis an die Spitze schaffte. Erzählt wird das Buch aus Malkas Sicht. Der Leser kann so sehr gut die Entwicklung vom unschuldigen kleinen Mädchen bis hin zur Karrierefrau mitverfolgen. Dabei hat es mich schon erschreckt, wie Erfolg und Geld einen Menschen zum Teil recht negativ verändern können.

Durch die Verwendung der Ich-Form hatte ich beim Lesen oft das Gefühl, die Biographie einer realen Person zu lesen. Hohe Konzentration wird zeitweise vom Leser gefordert, da die Erzählung oft zwischen Vergangenheit und Gegenwart hin und her springt. Es ist ein sehr lebendiger Roman, der mir ein perfekt gezeichnetes Gesellschaftsporträt des beginnenden 20. Jahrhunderts in Amerika zeichnet. Historisch belegte Ereignisse werden gekonnt in einen fiktive Familiengeschichte eingebettet. Und ganz nebenbei bekommt man auch noch Wissenswertes über die Herstellung von Eiscreme vermittelt.

Ein Roman, der mich mit einer außergewöhnlichen Geschichte, die sehr gut umgesetzt wurde, in seinen Bann zog und mir viele unterhaltsame Lesestunden beschert hat.

„Die Königin der Orchard Street“ – Roman von Susan Jane Gilman, erschienen im März 2015 im Insel Verlag, gebunden, 600 Seiten, 19,95 Euro, 978-3-458-17625-1

Herzlichen Dank an den Insel Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

Bildnachweis: copyright Insel Verlag

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