Archiv für den Monat April 2015

„Schuld war Elvis“ – Roman von Rebecca Maria Salentin

Rebecca Maria Salentin hat jüdische und katholische Wurzeln und stammt aus einer Großfamilie. In Leipzig betreibt sie in einem alten Zirkuswagen, das Sommercafé ZierlichManierlich. Ihr zweiter Roman „Schuld war Elvis“ erschien am 9. März 2015 im C.Bertelsmann Verlag.

Chaotische Großfamilie

Iin den Siebzigerjahren wird Hebron geboren, die ihren ungewöhnlichen Namen ihrem Vater Samuel verdankt, der sich vor ihrer Geburt in seine Heimat Israel abgesetzt hat. Ihre Mutter Meggy hat permanent Pech mit den Männern: Vom örtlichen Friseur hat sie Zwillinge. Dieser wollte sie heiraten, verunglückte aber tödlich bei einem Autorennen. Der Vater ihres Bruders Francis ist ein katholischer Mönch und Ben Omars Erzeuger Hadschi ist ein Rastafari. Den heiratet Meggy, aber ihm ist seine Haschplantage wichtiger als die Kindererziehung. Meggy ernährt fortan ihre Großfamilie mit ihrer Arbeit als Krankenschwester ganz allein.

Als sich auch noch Hadschi aus dem Staub macht, muss sich Hebron um ihre jüngeren Geschwister und den Haushalt im verwilderten Bauernhof kümmern. Ihre Schwärmerei für Elvis und ihre Tanzeinlagen auf den Küchendielen des windschiefen Fachwerkhauses haben damit plötzlich ein Ende.

Hebron zerbricht fast an der Veranwortung. Als sie die Zustände zu Hause nicht mehr aushält, begibt sie sich auf die Suche nach ihrem Vater und entschließt sich, nach Israel zu fahren. Dort findet sie endlich ihren eigenen Weg ins Leben.

Fazit

„Schuld war Elvis“ – der Titel des Romans ist etwas irreführend, denn hier wird die turbolente und oft skurrile Familiengeschichte Hebrons erzählt, die durchaus auch autobiographische Züge der Autorin hat. Rund um die Hauptprotagonistin Hebron begegnet man unzähligen weiteren Personen, die alle verwandtschaftlich mit Hebron verbunden sind.

Zur besseren Orientierung des Lesers ist ein Stammbaum der Familien Hunger und Apelstejn im Buch vorhanden. Oft musste ich dort nachlesen, in welchem Verwandtschaftsverhältnis einige Personen zueinander stehen.

Viele kleine, lustige und auch tragische Geschichten fügen sich am Ende zu einem Ganzen zusammen – eine Großfamilie, mit der es nie langweilig wird.

Anfangs musste ich mich erst an den etwas verschachtelten Erzählstil gewöhnen. Im Laufe des Romans gefiel er mir immer besser. Wer sich auf diesen ungewöhnlichen Roman einlässt, wird mit bester Unterhaltung und einer außergewöhnlichen Familiengeschichte belohnt.

„Schuld war Elvis“ – Roman von Rebecca Maria Salentin, erschienen am 9. März 2015 im C.Bertelsmann Verlag, gebunden, 512 Seiten, 19,99 Euro, ISBN 978-3-570-10212-1

Herzlichen Dank an den C.Bertelsmann Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

Bildnachweis: copyright C.Bertelsmann

Schuld war Elvis von Rebecca Maria Salentin

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„Kein Leben ohne Minibar“ – Roman von Will Wiles

Der Journalist und Autor Will Wiles wurde für seinen ersten Roman „Die nachhaltige Pflege von Holzböden“  für mehrere Preise nominiert und erhielt den renommierten Betty Trask Award. Sein neues Buch „Kein Leben ohne Minibar“ erschien am 16. März 2015 bei carl`s books.

Eine Welt voller Abgründe

Neil Double liebt seinen ungewöhnlichen Beruf: als Messestellvertreter für zahlungswillige Kunden besucht er Konferenzen und Messen. Da Neil ein richtiger Einzelgänger ist, macht ihm das anonyme Leben zwischen Flughafenlounge und Hotelzimmer überhaupt nichts aus. Ganz besonders die globale Hotelkette Way Inn hat es ihm angetan. Als Neil eines Nachts an der Hotelbar die faszinierende Dee trifft, der er schon einmal unter höchst bizarren Umständen begegnete, ist er völlig neben der Spur. Bei ein paar Drinks berichtet ihm die Schöne von mysteriösen Vorgängen im Hotel. Als die geheimnisvolle Unbekannte plötzlich verschwindet, gerät Neil immer tiefer in die unbekannten Labyrinte des Hotels und damit in einen nicht endenden Albtraum.

Fazit

Anfangs liest sich der Roman wie eine Dokumentation über das Lebens eines Messestellvertreters. Nach ungefähr der Hälfte des Buches ändert sich das schlagartig. Es entwickelt sich eine Art Horror-Geschichte, in der Neil in immer beängstigendere Situationen gerät. Die Spannung steigt unerbittlich an und man fragt sich beim Lesen oft: was ist hier real oder Einbildung? Ein wahrer Horror-Trip in die Tiefen der Hotel-Flure. Skurril, spannend und unterhaltsam.

„Kein Leben ohne Minibar“ – Roman von Will Wiles, erschienen am 16. März 2015 bei carl`s books, Paperback, 320 Seiten, 14,99 Euro, ISBN 978-3-570-58548-1

Herzlichen Dank an carl`s books für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

Bildnachweis: copyright carl`s books

Kein Leben ohne Minibar von Will Wiles

„Ich vermisse dich“ – Thriller von Harlan Coben

Harlan Coben studierte erst Politikwissenschaft und arbeitete dann in der Tourismusbranche, bevor er sich ganz dem Schreiben widmete. Er schrieb bisher elf Thriller, die in über zwanzig Sprachen übersetzt wurden. Harlan Coben wurde als erster Autor mit den drei wichtigsten amerikanischen Krimipreisen ausgezeichnet, dem „Edgar Award“, dem „Shamus Award“ und dem „Anthony Award“ und zählt heute zu den wichtigsten Thrillerautoren seiner Generation. Sein neuer Thriller „Ich vermisse dich“ erschien am 23. März 2015 bei Page & Turner. Die Übersetzung aus dem Amerikanischen stammt von Gunnar Kwisinski.

Die Vergangenheit ruht nie

Seitdem sich Kat Donovans große Liebe Jeff vor 18 Jahren von ihr trennte, ist sie überzeugter Single und arbeitet erfolgreich als Detective bei der New Yorker Kriminalpolizei. Ihre Freundin meldet Kat bei einer Online-Dating-Agentur an. Als sie sich dort arglos umschaut, sieht sie plötzlich das Profilbild ihres Ex-Verlobten Jeff. Aber handelt es sich wirklich um Jeff oder nur um einen Mann, der ihm ähnlich sieht? Kat kontaktiert ihn, doch bevor sie sich wieder näher kommen, wird er zum Verdächtigen in einem Mordfall.

Kats Ermittlungen führen sie in ihre eigene, schmerzvolle Vergangenheit zurück: ihr Vater, der ebenfall Detective war, wurde vor 18 Jahren ermordet. Sein inhaftierter Mörder liegt jetzt im Sterben. Kat sucht ihn noch einmal auf und erfährt, dass er den Mord an ihrem Vater angeblich doch nicht begangen hat. Kats Nachforschungen bringen sie bald in allerhöchste Lebensgefahr und was hat Jeff mit all dem zu tun? Die Lösung des Ganzen ist völlig überraschend.

Fazit

Mehrere spannende Handlungsstränge, die aus verschiedenen Perspektiven erzählt werden, führen zu einem perfekt durchdachten Plot. Viele geheimnisvolle Charaktere treiben den Spannungsbogen zusätzlich in die Höhe. Ein leicht lesbarer Schreibstil, glaubwürdig handelnde Protagonisten und viele unvorhersehbare Wendungen bieten aufregende Leseunterhaltung. Thematisiert wird hier das sehr beliebte Online-Dating, welches für die Nutzer auch unkalkulierbare Risiken birgt.

Das düster anmutende Cover passt perfekt zum Inhalt des Buches. Leser, die intelligente Thriller-Unterhaltung mögen, werden den rundum gelungenen Thriller von Harlan Coban bestimmt lieben!

„Ich vermisse dich“ – Thriller von Harlan Coben, erschienen am 23. März 2015 bei Page & Turner, Klappenbroschur, 512 Seiten, 14,99 Euro, ISBN  978-3-442-20440-3

Herzlichen Dank an Page & Turner für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

Bildnachweis: copyright Page & Turner

Ich vermisse dich von Harlan Coben

„Mitternacht im Pera Palace. Die Geburt des modernen Istanbul“ von Charles King

Charles King, der Professor für internationale Entwicklungen an der Georgetown University in der US-Hauptstadt Washington, erzählt am Beispiel eines Grand Hotels und seiner bekannten Gäste, wie Istanbuls Aufbruch in die Moderne aussieht. Erschienen ist das Buch am 6. März 2015 im Propyläen Verlag. Die Übersetzung aus dem Amerikanischen stammt von Karl Heinz Siber.

Im Hotel Pera Palace Anfang des 20. Jahrhunderts

Viele Gäste des berühmten Grand Hotels Pera Palace schrieben Geschichte: neben Agatha Christie über Atatürk und Trotzki checkten hier auch viele Geheimagenten aus aller Herren Länder ein. In 17 großen Kapiteln schreibt der Autor über die bekannten Gäste des Hotels. Jedes Kapitel ist mit einem zum Inhalt passenden schwarz-weiß-Foto versehen.

Fazit

Wer sich für kulturhistorische Themen interessiert, für den bietet das Buch „Mitternacht im Pera Palace“ genau die richtige Lektüre. Mittelpunkt der Handlung ist das berühmte Grand Hotel Pera Palace, das sich mitten im ehemaligen Ausländerviertel Pera befindet. Dort tummelt sich das wahre Leben Istanbuls. Die türkische Republik entsteht und Istanbul kommt endlich im 20. Jahrhundert an. Ohne eine politische Wertung des Ganzen zu geben, schildert King unter anderem, wie die erste Miss Türkei gewählt wurde und wie ein Istanbuler Jude die Flucht von europäischen Juden nach Palästina organisierte.

Das Buch liest sich so spannend wie ein Roman. Die Geschichten der Hotelgäste sind sehr interessant beschrieben. Man fühlt sich beim Lesen fast dorthin versetzt und man merkt bei jeder Zeile, dass der Autor viel Arbeit in seine Recherchen gesteckt hat.

Ein tolles Porträt Istanbuls. Absolut lesenswert!

„Mitternacht im Pera Palace. Die Geburt des modernen Istanbul“ von Charles King, erschienen am 6. März 2015 im Propyläen Verlag, gebunden, 544 Seiten, 28 Euro, ISBN 978-3-549-07460-2

Herzlichen Dank an den Propyläen Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.

Bildnachweis: copyright Propyläen Verlag

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„Die Beutelschneiderin“ – historischer Roman von Helga Glaesener

Helga Glaesener begann 1990 mit dem Schreiben historischer Romane, von denen gleich das Debüt, Die Safranhändlerin, zum Besteller wurde. Ihr neuer historischer Roman „Die Beutelschneiderin“ erschien im Februar 2015 im List Verlag.

Nürnberg anno 1522

Cressi Nabholz  wurde als Baby ausgesetzt. Der Stadtstreicher und Kleinganove Utz findet das Kind, nimmt Cressi bei sich auf und erzieht sie als Junge. Mittlerweile ist Cressi 12 Jahre als. Sie lebt von kleinen Diebstählen und Betrügereien, möchte aber eigentlich auf ehrliche Art ihren Lebensunterhalt verdienen. Doch bei ihrer letzten Diebestat wird sie entdeckt und zur Verstümmelung durch den Henker verurteilt. Der junge Geistliche David rettet sie und schickt Cressi in ein Kloster, wo seine verwitwete Mutter lebt. Seit dem Tod seines Vaters muss sich David um das Gut der Familie kümmern.

Doch schon bald flieht Cressi aus dem Kloster und taucht in Würzburg unter. Ihr Herz schlägt hoch, als sie dort wieder auf David trifft. Diesmal schickt er sie nicht weg, sondern bietet ihr Arbeit auf seinem Gut an. Aber irgendetwas stimmt nicht. David wird überfallen und verschwindet kurz darauf spurlos. Auf der Suche nach ihm begibt sich Cressi erneut in die Unterwelt.

Fazit

Wer historische Romane mag, wird „Die Beutelschneiderin“ lieben. Ein sehr gut durchdachter und spannender Plot, Protagonisten, mit denen man sich identifizieren kann und ein leicht lesbarer, der damaligen Zeit angepasster, Schreibstil machen den Roman zum wahren Pageturner. Wechselweise widmen sich die Kapitel jeweils einem der beiden Protagonisten und so baut sich kontinuierlich ein Spannungsbogen auf. Neben ganz viel Spannung punktet der Roman auch mit viel Gefühl.

Die Autorin beschreibt die Handlungsplätze so detailgenau,dass man sich beim Lesen dorthin versetzt fühlt. Am Ende wartet auf den Leser wieder etwas völlig Unerwartetes.

Dieser Roman hat mich sehr gut unterhalten und ich freue mich schon auf weitere Romane von Helga Glaesener!

„Die Beutelschneiderin“ – historischer Roman von Helga Glaesener, erschienen im Februar 2015 im List Verlag, gebunden, 432 Seiten, 19,99 Euro, ISBN 978-3-471-35101-7

Herzlichen Dank an den List Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.

Bildnachweis: copyright List Verlag

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„1815 – Blutfrieden“ – historischer Roman von Sabine Ebert

Sabine Ebert wurde durch ihre historischen Romane, die alle auf den Bestseller-Listen landeten, bekannt. Für ihre Arbeit an ihrem Roman „1813 – Kriegsfeuer“ und seine Fortsetzung zog sie nach Leipzig. Der Fortsetzungsroman „1815 – Blutfrieden“ erschien am 12. März 2015 im Knaur Verlag als gebundenes Buch.

Zeit zwischen Völkerschlacht und Waterloo

Als Napoleon in der Völkerschlacht 1813 bei Leipzig geschlagen wird, ist er dennoch nicht endgültig besiegt. Niemand ahnt zu diesem Zeitpunkt, dass er erst 1815 bei Waterloo endgültig bezwungen wird. Statt des erhofften Friedens kommt immer größeres Elend über viele deutsche Städte. Die fliehende Grande Armée zieht eine Spur aus Blut, Hunger, Verwüstung und Krankheit durch das Land. Auch die junge Henriette, die nach Leipzig ging, um Verwundeten zu helfen, muss die Stadt verlassen und Hals über Kopf heiraten, um zu überleben. Als in Wien nach zynischem Schacher endlich Frieden geschlossen wird, ist Europa neu geordnet – aber unter blutigen Opfern.

Fazit

Sabine Eberts neuer historischer Roman schließt nahtlos an die Handlung des Romans „1813 – Kriegsfeuer“ an. Auch dieses Buch ist wieder ein großartiges Plädoyer gegen den Krieg. Beeindruckend erzählt sie über das Leben und Leiden der Menschen in Preußen und Sachsen, über die Gräuel des Krieges und über die Zeit zwischen Völkerschlacht und Waterloo. Dabei liegt der Fokus eindeutig nicht auf der Schlacht von Waterloo.

Hier wird dem Leser ein Stück Deutsche Geschichte nah gebracht. Unterhaltsamer und interessanter, als es ein Geschichtsbuch je könnte. Für ihre umfassenden Recherchen las die Autorin über 50.000 Seiten Fachliteratur, Familienchroniken, Zeitungsartikel und Tagebücher. Zeitzeugen kommen in ihren Romanen szenisch vor und historische Persönlichkeiten werden anhand ihrer belegten Tagesabläufe perfekt in den Roman integriert.

Dieser Roman hat mir viele lehrreiche und unterhaltsame Lesestunden beschert. Erst jetzt kann ich die damaligen geschichtlichen Vorgänge richtig verstehen. Danke, Frau Ebert!

„1815 – Blutfrieden“ – historischer Roman von Sabine Ebert, erschienen am 12. März 2015 im Knaur Verlag, gebunden, 1.088 Seiten, 24,99 Euro, ISBN 978-3-426-65272-5

Herzlichen Dank an den Knaur Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.

Bildnachweis: copyright Knaur Verlag

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„Bis zum Schluss. Wie man mit dem Tod umgeht, ohne verrückt zu werden“ von Uschmann/Witt

Oliver Uschmann und Sylvia Witt haben innerhalb  kurzer Zeit das Sterben und auch das Überleben einiger Verwandter begleitet. Dabei wurden sie zu Kennern von Krankenhäusern und Hospizen,Therapieformen und Todesmomenten, Bestattungsverfahren und Nachlassverwaltung. Als hauptberufliche Satiriker sahen sie auch in der Zeit des dauernden Ausnahmezustandes überall Pointen. Ihr Buch „Bis zum Schluss“ erschien am 9. März 2015 im Pantheon Verlag.

Der Tod kommt immer unpassend

Oliver Uschmann begleitete in kurzer Zeit das Sterben seiner Großmutter, seiner Mutter und seines Vaters.  Er wurde dabei zum Kenner von Krankenhäusern und Hospizen, Therapiestrategien und Todesaugenblicken, Bestattungsverfahren und Nachlassverwaltung. Es entsetzte und faszinierte ihn zugleich, was man ihm zumutete und was er sich selbst zugemutet hat. Und auch, was er am Ende alles leisten konnte.
Es sind immer wieder die klaren Worte, was wirklich passiert, die fehlen. Uschmann und Witt reden in ihrem Buch Tacheless und entwickeln eine Pragmatik, die jedem helfen, der geliebte Menschen und Angehörige beim Sterben begleitet oder mit ihrem Tod konfrontiert wird.

Fazit

Schonungslos und ehrlich legen Oliver Uschmann und Sylvia Witt ihre Gedanken und Gefühle offen, die sie selbst beim Tod eines nahe stehenden Menschen hatten. Sie schreiben über Probleme im Krankenhaus, im Hospiz und bei der Nachlassverwaltung. Und über all dem steht die große Frage: wie gehe ich mit einem todkranken Menschen richtig um? Obwohl das Thema sehr traurig ist, beschreiben die beiden Autoren einige Situationen so komisch, dass man schmunzeln muss.

Dieses Buch ist eine Mischung aus Ratgeber und Tatsachenbuch. Aus eigener Erfahrung geben die beiden Autoren wichtige und nützliche Ratschläge in Bezug auf das Verhalten gegenüber Ärzten, Bestattungsunternehmen und Wohnungsauflösung. Ein wunderbarer Ratgeber, den jeder in seinem Bücherregal haben sollte.

„Bis zum Schluss“ von Oliver Uschmann und Sylvia Witt, erschienen am 9. März 2015 im Panteon Verlag, Klappenbroschur, 480 Seiten, 16,99 Euro, ISBN 978-3-570-55261-2

Bildnachweis: copyright Pantheon Verlag

Bis zum Schluss von Oliver Uschmann

Hier findet der Leser wirklich gute Hilfestellung, wenn man selbst mit dem Tod eines lieben Menschen konfrontiert wird.

„Bevor er es wieder tut“ – Jugendroman von Kristina Dunker

Bereits im Alter von 17 Jahren veröffentlichte die 1973 geborene Autorin Kristina Dunker ihr erstes Buch. Seitdem schrieb sie zahlreiche Kinder- und Jugendromane und wurde für ihre Arbeit mit vielen Preise und Stipendien geehrt. Ihr neuer Jugendroman „Bevor er es wieder tut“ erschien im Februar 2015 im dtv. Empfohlen wird der Roman für Leser ab 14 Jahren.

Schweigen ist der falsche Weg

Eigentlich wollte Johanna den Sommer dazu nutzen, endlich zu vergessen, was ihr Schreckliches im letzten Sommer widerfahren war. Als sie von der vierzehnjährigen Kim liest, die zwei Tage verschwunden war und fast nicht überlebt hätte, ist Johanna klar: Will sie verhindern, dass der Täter sich weitere Opfer sucht, so muss sie endlich ihr Schweigen über das, was letzten Sommer geschehen ist, brechen und der Polizei helfen, indem sie über ihr Erlebtes spricht.

Fazit

Bereits zu Anfang des Romans ist klar, dass sich das Buch mit dem Thema Missbrauch/Vergewaltigung junger Mädchen befasst. Keine leichte Kost! Die Antwort auf die Frage, was wirklich Johanna passiert ist, wird erst nach und nach im Lauf des Romans geklärt. Die Autorin beschreibt sehr glaubwürdig und intensiv die Empfindungen Johannas und Kims und genau das hinterlässt einen bleibenden Eindruck beim Leser. Aus unbeschwerten Jugendlichen sind traumatisierte Menschen geworden –  einfach schrecklich.

Das Thema wurde von der Autorin sehr gut umgesetzt. Ihr Schreibstil ist spannend und fesselnd. Ein Roman, der nicht nur für junge Leser interessant sein dürfte. Absolute Leseempfehlung!

„Bevor er es wieder tut“ – Jugendroman von Kristina Dunker, erschienen im Februar 2015 bei dtv, Taschenbuch, 256 Seiten, 8,95 Euro, ISBN 978-3-423-78281-4

Herzlichen Dank an den dtv für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.

Bildnachweis: copyright dtv

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„Für immer und einen Tag“ – Roman von Amanda Brooke

Nachdem Amanda Brooke erleben mußte, dass ihr Sohn im Alter von 3 Jahren an Krebs starb, stand für sie fest, dass diese schreckliche Erfahrung für sie eine Quelle der Inspiration werden sollte. So erzählt sie in ihren Romanen berührende,  Geschichten von der Liebe, dem Leben und der Kraft der Hoffnung, die stärker ist als der Tod.Ihr neuer Roman „Für immer und einen Tag“ erschien 2014 im Goldmann Verlag als Taschenbuch.

Manchmal werden Träume wahr

Emma ist erst 29 Jahre alt und erleidet vier Jahre nach ihrer Krebserkrankung einen Rückfall. Sie ist jedoch voller Hoffnung, den Krebs besiegen zu können. Doch diese Hoffnung wird jäh zerstört, als ihr der Arzt eröffnet, dass sie nur noch ein Jahr zu leben hat. Emma hat aber noch viele Pläne und Wünsche in ihrem Leben, die sich kaum in dieser kurzen Zeit erfüllen lassen: Sie träumt von der großen Liebe, möchte Kinder und Enkel haben und nach einem erfüllten Leben sterben. Emma beginnt, ihre großen Träume aufzuschreiben. Im Laufe der Monate werden von ihren Träumen immer mehr erfüllt.

Fazit

Das wunderschöne Cover, mit seinem romantischen und zugleich auch melancholischem Bild eines leeren Ruderbootes, das unter einem blühenden Baum/Busch am Ufer eines Sees befestigt ist, gibt die Stimmung des Romans perfekt wieder.

Emma trifft ein harter Schicksalsschlag und dennoch gibt sie ihre Lebensträume nicht auf. Sie versucht für sich und auch ihre Angehörigen das Beste aus dem Rest ihres Lebens zu machen. Hilfe bekommt sie vor allem von ihrer neuen Liebe Ben, den sie erst auf Abstand hält, um ihn nicht mit ihrer Krankheit zu belasten. Erst als sie sich ihre Liebe eingesteht, kann sie die verbleibende Zeit mit ihm genießen.

Jeder, der in seiner Familie schon einmal mit dem Thema „Krebs“ in Berührung kam, kann die Gedanken und Gefühle Emmas und ihrer Familie sehr gut nachvollziehen. Emmas Wünsche (ihr Buch im Buch) werden im Roman kursiv kenntlich gemacht. Amanda Brookes Erzählstil ist leicht lesbar und hat mich tief berührt und manche Träne gekostet.

Ein tief emotionaler Roman, den ich kaum aus der Hand legen konnte. Traurig und gleichzeitig voller Hoffnung – ein wundervoller Roman, der mich noch lange nicht loslässt.

„Für immer und einen Tag“ – Roman von Amanda Brooke, erschienen 2014 im Goldmann Verlag, Taschenbuch, 384 Seiten, 9,99 Euro, ISBN 978-3-442-48007-4

Herzlichen Dank  an den Goldmann Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

Bildnachweis: copyright Goldmann Verlag

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LTB Sonderband „Royal“ – Nobler Nachwuchs und andere königliche Geschichten

In Großbritannien wird sehnsüchtig der neue königliche Nachwuchs erwartet. Pünktlich zum royalen Großereignis erschien am 1. April 2015 ein LTB-Sonderband „Royal“ bei Egmont Ehapa Media.

10 majestätische Geschichten

In zehn majestätischen Geschichten können sich royale Fans und Comic-Liebhaber mit der gefiederten High-Society beschäftigen. Besonders eine Königsfamilie, die nun einen adligen Windelträger mehr zählt, konzentriert sich jetzt vorrangig aufs Mittagsschläfchen und fröhliches Kinderlachen. Da treten alle anderen königlichen Pflichten völlig in den Hintergrund.

Auch Donald Duck wollte eigentlich genüßlich ein Mittagsschläfchen machen, doch es kommt wieder einmal anders, als geplant und Donald erwacht auf den Thron des Königreichs Begonien. Wie er dorthin gelangte und welche großartigen Abenteuer die Geschichte „Die Chroniken des Reiches der zwei Seen“ bereithält, verrät der neue LTB Sonderband „Royal“.

Bereits zum 2. Mal können Leser einen genüßlichen Blick hinter königliche Gardinen und in royale Schlafgemächer werfen. Allerdings herrscht bei Königs nicht immer eitel Sonnenschein, denn die schreiende Mini-Hoheit treibt alle zur Verzweiflung.

Ein toller Sonderband in edlem goldfarbenen Cover, der in keiner LTB-Sammlung fehlen sollte.

LTB Sonderband „Royal“, erschienen am 1. April 2014 bei Egmont Ehapa Media, Taschenbuch, 256 Seiten, 7,99 Euro, ISBN 4198401107995

Bildnachweis: copyright Egmont Ehapa Media

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Unsere große Comic-Verlosung finden Sie hier:

https://mainbergsverlosungen.wordpress.com/2015/04/19/ltb-sonderband-royal-nobler-nachwuchs-und-andere-konigliche-geschichten-comicverlosung/