Archiv für den Monat Januar 2015

„Ein Meer ist eine See ist ein Ozean“ von Rolf-Bernhard Essig

Der 1963 geborene Autor, Kritiker und Moderator Rolf-Bernhard Essig geht in seinen Büchern oft der Frage nach, was hinter unseren Wörtern steckt. Sein neues Buch „Ein Meer ist eine See ist ein Ozean“ erschien 2014 im mare Verlag.

Wie Ärmelkanal, Rossbreiten und Ochsenbauchbucht zu ihren Namen kamen

Westlich der Ostsee liegt die Nordsee, die Südsee dagegen auf der anderen Seite der Erde als Teil des Pazifiks, der trotz seines friedlichen Namens ein recht stürmisches Gewässer ist. Ein Blick in den Atlas, und schon beginnt man sich zu fragen: Warum heißt es mal Meer, mal See? In welcher Mitte liegt das Mittelmeer? Gibt es Leben im Toten Meer? Unter welchen Umständen heißt die Nordsee Blanker Hans? Und wie viele Meere gibt es überhaupt? Sieben (wie in den Piratenfilmen)? Vier (wie bei den Chinesen)? Oder sechsundsechzig (laut IHO)?

Ob Kaps, Bodden, Buchten, Haffs oder Lagunen, Flautenzonen oder Seeströmungen: Sie alle haben Namen, die oft eine Geschichte erzählen – eine überraschender als die andere. Bereichernd und von Papan witzreich illustriert ist dieses Buch über die Namen der Meere, das nicht nur glänzend unterhält, sondern auch wichtige Wahrheiten ans Licht bringt.

Fazit

Unterhaltsam erklärt Rolf-Bernhard Essig was eigentlich hinter den Namen von Meeren, Seen und Ozeanen steckt und welche interessanten Geschichten sich darin verbergen. Obwohl er auch viele juristische Details benennt, ist das informative Buch leicht verständlich und an keiner Stelle langweilig. Die begleitenden Illustrationen von Papan bereichern das Buch zusätzlich.

Absolute Leseempfehlung!

Rolf-Bernhard Essig, „Das Meer ist eine See ist ein Ozean“, mare Verlag, 255 Seiten, 14,95 Euro, ISBN 978-3-86648-189-3

Herzlichen Dank an den mare Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

Bildnachweis: copyright mare Verlag

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„Phantasmen“ – Jugendroman von Kai Meyer

Der 1969 gebroener Autor Kai Meyer studierte Film- und Theaterwissenschaften und arbeitete als Journalist, bevor er sich ganz auf das Schreiben von Büchern verlegte. Er hat inzwischen über fünfzig Titel veröffentlicht, darunter zahlreiche Bestseller, und gilt als einer der wichtigsten Phantastik-Autoren Deutschlands. Seine Werke erscheinen auch als Film-, Comic- und Hörspieladaptionen und wurden in siebenundzwanzig Sprachen übersetzt. Sein neuer Jugendroman „Phantasmen“ erschien 2014 im Carlsen Verlag. Empfohlen wird das Buch für Leser ab 14 Jahren.

Naht die Apokalypse?

Eines Tages tauchten  Millionen von Geistern der Toten auf der ganzen Welt auf und es werden ständig mehr. Sie stehen einfach nur bewegungslos und leuchtend da. Gefahr scheint von ihnen nicht auszugehen.
An der Absturzstelle eines Flugzeugs, mitten in Europas einziger Wüste, warten zwei junge Frauen auf die Geister ihrer verunglückten Eltern. Rain hofft, die Begegnung wird ihrer jüngeren Schwester Emma helfen, Abschied zu nehmen. Auch Tyler, ein schweigsamer Norweger, ist auf seinem Motorrad nach Spanien gekommen, um ein letztes Mal seine große Liebe Flavie zu sehen. Doch dann
erscheinen auch hier die Geister. Und diesmal lächeln sie. Doch es ist ein
böses Lächeln.

Fazit

Geister, die mit einem Lächeln Menschen töten – das ist schon ein sehr ungewöhnlicher Plot. Eine rasante Handlung mit vielen Toten, leuchtenden Geistern und Verfolgungsjagden lassen den Leser kaum zur Ruhe kommen. Zeitweise wirkt alles ein bischen überladen – weniger wäre hier vielleicht mehr gewesen. Doch wer Kai Meyer mag, wird nicht enttäuscht werden.

Trotz der Kritik insgesamt ein lesenswerter Roman mit viel Science Fiction, kleinen Ciffhangern an fast jedem Kapitelende und einer außergewöhnlichen Geschichte.

„Phantasmen“ – Jugendroman von Kai Meyer, erschienen 2014 im Carlsen Verlag, gebunden, 400 Seiten, 19,90 Euro, ISBN 978-3551582928

Herzlichen Dank an den Carlsen Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

Bildnachweis: copyright Carlsen Verlag

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„Ein Bild von dir“ – Roman von Jojo Moyes

Die 1969 geborene Autorin Jojo Moyes arbeitete nach ihrem Journalistik-Studium für den „Independent“ in London und die „Sunday Morning Post“ in Hongkong. Nachdem sie ihren ersten Roman sehr erfolgreich veröffentlichte, widmete sie sich ganz dem Schreiben. Ihr neuester Roman“Ein Bild von dir“ erschien am 23. Januar 2015 bei rowohlt Polaris.

Zwei Paare – verbunden durch ein Gemälde

Während um sie herum der Erste Weltkrieg tobt, versucht Sophie stark zu sein – für ihre Familie, für ihren Mann Édouard, der auf Seiten Frankreichs kämpft. Nur ein Gemälde ist ihr geblieben, das sie an ihr gemeinsames Glück erinnert. Ein Porträt, das Édouard einst von ihr malte. Und das ihn jetzt retten soll …
Hundert Jahre später. Liv trauert um ihren Mann David. Vor vier Jahren ist er gestorben, viel zu früh. Livs kostbarster Besitz: ein Gemälde, das er ihr einst schenkte. Der Maler: Édouard. Das Modell: Sophie. Als ihr dieses Gemälde genommen werden soll, ist sie bereit, alles zu opfern. Auch das eigene Glück.

Fazit

Der Roman „Ein Bild von dir“ besteht aus zwei Erzählsträngen, die 100 Jahre auseinander liegen.

Im ersten Erzählstrang begegnet man im Jahr 1916 der jungen Fanzösin Sophie, deren Ehemann in einem Straflager ist. Ihr blieb nur ein Gemälde, welches ihr Mann einst von Sophie malte. Sophies Heimatdorf ist von den Deutschen besetzt. Deren Kommandant hat großes Interesse an dem wunderschönen Gemälde. Kann Sophie ihren Mann doch noch retten?

Der zweite Erzählstrang spielt 100 Jahre später und handelt von Liv, einer Witwe, die ihren geliebten Ehemann vier Jahre zuvor verloren hat. Sie begegnet Paul, der für seine Firma alte verschwundene Gemälde sucht, um sie dann ihren rechtmässigen Eigentümern wieder zurück zu geben. Und genau so ein Gemälde besitzt Liv. Es ist Sophies Bild, dass einst ihr Ehemann von ihr malte. Liv möchte das Gemälde nicht einfach herausgeben und macht sich selbst auf die Suche nach der Geschichte des Bildes.

Der Leser erfährt nun durch die Nachforschungen Livs, welches Schicksal Sophie und ihren Ehemann vor 100 Jahren ereilte. Und genau das wird auch Livs Leben für immer verändern.

Jojo Moyes hat mit diesem wunderbaren Roman wieder ein sehr berührendes Buch mit einem völlig unerwarteten Ende geschrieben. Ihrem faszinierendem Schreibstil kann man sich kaum entziehen – man möchte einfach wissen,  wie die Geschichte endet. Starke Frauen, große Gefühle und eine tragische Geschichte – das alles garantiert ungetrübten Lesespaß!

„Ein Bild von dir“ – Roman von Jojo Moyes, erschienen am 23. Januar 2015 bei rowohlt Polaris, Paperback, 544 Seiten, 14,99 Euro, ISBN 978-3-499-26972-1

Herzlichen Dank an rowohlt Polaris für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

Bildnachweis: copyright rowohlt Polaris

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„Das Hexenmedaillon“ – historischer Roman von Johanna Geiges

Johanna Geiges hat jahrelang als Drehbuchautorin für große Fernsehproduktionen gearbeitet, bevor sie sich ganz dem Schreiben widmete. Ihr neuer historischer Roman „Das Hexenmedaillon“ erschien im Dezember 2014 im Ullstein Verlag.

Süddeutschland anno 1203

Bei Nacht und Nebel bringt der Graf von Melchingen seine Tochter in ein Nonnenkloster. Abeline ist in höchster Gefahr: Sie hat das zweite Gesicht und könnte wie ihre Mutter als Hexe angeklagt werden. Der Vater wähnt sie in Sicherheit, aber im Kloster herrschen strenge Regeln – und die grausame und fanatische Schwester Hiltrud. Zum Glück findet Abeline eine unerwartete Verbündete: Die Alchemistentochter Magdalena verhilft ihr zur Flucht. Zusammen schlagen sich die Freundinnen bis zum Bodensee durch, doch die Häscher der Äbtissin sind ihnen schon auf den Fersen …

Fazit

Der temporeiche und spannende Historienroman „Das Hexenmedaillon“ fesselt den Leser von Anfang bis Ende. Die Autorin versteht es perfekt, die Handlungen der Protagonisten so zu beschreiben, dass sofort das eigene Kopfkino läuft.  Der Roman ist an keiner Stelle langatmig oder langweilig – ganz im Gegenteil. Das mittelalterliche Leben und die damaligen Hexenverfolgungen werden glaubhaft und realistisch beschrieben, so dass man sich beim Lesen in diese Zeit zurück versetzt fühlt.

Absolute Leseempfehlung für Fans historischer Romane!

„Das Hexenmedaillon“ – historischer Roman von Johanna Geiges, erschienen im Dezember 2014 im Ullstein Verlag, Taschenbuch, 480 Seiten, 9,99 Euro, ISBN 978-3548286518

Herzlichen Dank an den Ullstein Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

Bildnachweis: copyright Ullstein Verlag

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„Stigmata. Nichts bleibt verborgen“ – Jugendroman von Beatrix Gurian

Beatrix Gurian studierte Theater- und Literaturwissenschaften und arbeitete anschließend zehn Jahre lang als Redakteurin beim Fernsehen. Seitdem schreibt sie Romane für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die in mehr als zehn Sprachen übersetzt wurden. Für ihre aufwändigen Recherchen reist sie um die ganze Welt. Ihr neuer Jugendthriller „Stigmata“ erschien 2014 im Arena Verlag. Empfohlen wird das Buch für Leser ab 14 Jahren.

Mysteriöser Jugendthriller

Kurz nach dem tragischen Unfalltod ihrer Mutter erhält die 16jährige Emma von einem unbekannten Absender eine alte Schwarz-Weiß-Fotografie, die ein Kleinkind zeigt. Dem Foto beigefügt ist die rätselhafte Aufforderung, die Mörder ihrer Mutter in einem Elite-Jugendcamp zu suchen. Emma ist neugierig und kommt der Aufforderung nach. Sie meldet sich im Camp an. Dort lernt sie die drei anderen Campbewohner namens Philipp, Sophia und Tom kennen und  stößt immer wieder auf unheimliche Fotografien aus der Vergangenheit des Schlosses. Und auch in der Gegenwart häufen sich die mysteriösen Zwischenfälle. Bald weiß Emma nicht mehr, wem sie überhaupt noch trauen kann.

Fazit

In der Ich-Form erzählt Emma die aufregenden Ereignisse aus ihrer Sicht und lässt so den Leser an ihren Gefühlen hautnah teilhaben. Die Handlung springt immer wieder zurück in die Vergangenheit. In den 60iger und 70iger Jahren dreht sich die Handlung um ein junges Mädchen namens Agnes ( Emmas Mutter). Im Laufe der Geschichte offenbaren sich dem Leser die Zusammenhänge und es zeigt sich ein Familiendrama, mit dem man nie gerechnet hätte.

Der intelligent aufgebaute Plot entwickelt eine Sogwirkung, der man sich kaum entziehen kann. Verschiedene Handlungsstränge, unerwartete Wendungen und jede Menge Mystery machen das Buch zu einem wahren Pageturner, an dem nicht nur jugendliche Leser ihre Freude haben. Hervorragend ist auch das sehr schön gestaltete Buchcover, welches perfekt zum Inhalt passt!

„Stigmata. Nichts bleibt verborgen“ – Jugendroman von Beatrix Gurian, erschienen 2014 im Arena Verlag, gebunden, 384 Seiten, 16,99 Euro, ISBN 978-3401069999

Herzlichen Dank an den Arena Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

Bildnachweis: copyright Arena Verlag

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„Abbitte“ – Roman von Ian McEwan

Der 1948 geborene Autor Ian McEwan erhielt 1998 für ›Amsterdam‹ den Booker-Preis und 1999 den Shakespeare-Preis der Alfred-Toepfer-Stiftung für das Gesamtwerk. Sein Roman ›Abbitte‹ wurde zum Weltbestseller und mit Keira Knightley verfilmt. Dieser Roman gehört zu den 12 besten Romanen des 21. Jahrhunderts. Im Januar 2015 erschien das Werk im Diogenes Verlag als Taschenbuch.

Die verhängnisvolle Macht der Fantasie

Man schreibt das Jahr 1935, als am heißesten Tag des Sommers die dreizehnjährige Briony Tallis im Landhaus ihrer Familie Zeuge eines eigenartigen Geschehens wird. In der Schwüle des Tages sind alle wie verwandelt: Was treibt die ältere Schwester mit Robbie Turner am Brunnen, was in einer dunklen Ecke der Bibliothek? Und wie ist jenes Wort in dem Brief zu verstehen, den sie nicht öffnen sollte? Mit Briony geht die Phantasie durch. Noch am selben Abend ist das Leben aller Beteiligten für immer verändert.

Fazit

Der erste Teil von „Abbitte“ spielt in den 30iger Jahren des 20. Jahrhunderts. Die Familie Tallis trifft sich an einem heißen Sommertag auf ihrem Landgut. Dazu gehören die migränegeplagte Mutter und ihre fast erwachsene Tochter Cecilia, Cecilias unscheinbarer Bruder, sowie der Sohn einer Angestellten namens Robbie. Außerdem gehört auch noch die 13jährige Briony zur Familie, die Schriftstellerin werden möchte. Und genau darin liegt die Wurzel allen Übels, denn Briony hat eine blühende Fantasie. Am Ende dieses Tages äußert Briony eine folgenschwere Lüge, die Cecilias und Robbies Leben zerstört.

Der zweite Teil des Buches handelt vom Krieg. Robbie hat sich zum Kriegsdienst, um einer harten Gefängnisstrafe zu entgehen.  Der letzte Teil des Romans erzählt, wie Briony Buße in einem Lazaret als Krankenschwester leistet. Sie entschuldigt sich schließlich bei  Cecilia und Robbie und beichtet, dass sie damals gelogen hat.

Die ersten beiden Teile des Romans sind spannend geschrieben – leider lässt die Spannung im letzten Teil nach, da viele Details unnötig und langatmig beschrieben werden. Wenn man sich dennoch auf das Buch einlässt, bekommt man einen tiefgründigen und psychologisch ausgefeilten Roman zu lesen. Das Ende ist völlig unerwartet und bietet leider kein Happy-End.

Also durchhalten und wirklich bis zum Ende lesen – es lohnt sich.

„Abbitte“ – Roman von Ian McEwan, erschienen im Januar 2015 im Diogenes Verlag, Taschenbuch, 720 Seiten, 12 Euro, ISBN 978-3-257-26118-9

Herzlichen Dank an den Diogenes Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.

Bildnachweis: copyright Diogenes Verlag

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„Altwerden ist das Schönste und Dümmste, was einem passieren kann“ von Reimer Gronemeyer – Rezension

Der Theologe und Soziologe Reimer Gronemeyer beschäftigt sich seit langem sehr intensiv mit Fragen der alternden Gesellschaft, Demenz und Sterbebegleitung. In seinem neuen Buch „Altwerden ist das Schönste und Dümmste, was einem passieren kann“ befasst er sich mit dem Jugendwahn und der Frage, was uns das Alter nimmt oder schenkt. Erschienen ist das Werk im Oktober 2014 bei der edition Körber-Stiftung.

Ist alt sein schrecklich oder einfach nur entspannt?

Früher wusste man, was man vom Altwerden erwarten konnte, was man zu tun oder zu lassen hatte. Heute gibt es für die Alten neue Freiheiten und gleichzeitig auch neue Zwänge: Gesund muss man bleiben, leistungsfähig, selbstständig. Dafür darf man auch mit 80 noch reisen, Sex haben, mit den Freunden skypen. Und was, wenn man des »Immer mehr« mal müde wird?

Unsere heutige Leistungsgesellschaft sortiert die aus, die nicht in das Bild des dauerfröhlichen Silver-Agers passen. Der Verlust von Autarkie und Konsumfreude wird mit Nichtachtung bestraft oder in Pflegeheimen wegorganisiert. Ist das Alter also doch ein Schreckbild?

Reimer Gronemeyer stellt mit wissenschaftlicher Expertise und aus eigener Erfahrung eine entscheidende Frage: Wie wollen wir alt werden in einer Gesellschaft, die keine Vorbilder für ein acht oder neun Jahrzehnte währendes Leben hat? Klug und persönlich berichtet er davon, wie wir lernen können, einen eigenen Umgang mit der großen Aufgabe Alter zu finden: eine Orientierungshilfe für alle, die mal so richtig alt werden wollen.

Fazit

In seinem sehr persönlichen Buch rät der Gießener Soziologe Reimer Gronemeyer zu mehr Gelassenheit im Alter. Es findet keine Belehrung des Lesers statt, sondern der Autor gibt hilfreiche Tipps und Anregungen wie man sich die letzten Lebensjahre angenehm gestalten kann, ohne auf Komsum- und Leistungsdruck zu reagieren. Alte Menschen sollten sich nicht davon beeinflussen lassen, dass unsere Gesellschaft dem Jugendwahn verfallen ist, sondern gelassen mit ihren Falten umgehen. Wenn man sich von jeglichem Druck und Zwängen befreit, kann das Alter unglaublich schön und befreiend sein.

Lesenswert – nicht nur für ältere Menschen!

„Altwerden ist das Schönste und Dümmste, was einem passieren kann“ von Reimer Gronemeyer, erschienen 2014 bei der edition Körber-Stiftung, gebunden, 216 Seiten, 18 Euro, ISBN 978-3-89684-160-5

Herzlichen Dank an die edition Körber-Stiftung für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

Bildnachweis: copyright edition Körber-Stiftung

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„Wir Berliner! Prominente über Prominente“ – Rezension

Die Journalistin Irene Bazinger und der bekannte Kunstanwalt Peter Raue haben prominente Lokalpatrioten über deren liebste Berliner schreiben lassen. Ihr Buch mit dem Titel „Wir Berliner! Prominente über Prominente“ erschien im November 2014 im Quadriga Verlag.

33 x Bewunderung, Staunen, heimliche Liebe

In diesem unterhaltsamen Buch schreiben bekannte Berliner Persönlichkeiten über ihre liebsten Berliner. Hier kommt der Promifriseur Udo Walz über Marlene Dietrich zu Wort, die Schauspielerin Katharina Thalbach spricht über Helene Weigel, der Politiker Gregor Gysi über Rosa Luxemburg, Peter Schneider über Axel Springer, Christoph Stölzl über Heinrich Zille, Peter Raue über James Simon und Klaus-Dieter Lehmann über Nofretete.  Lebende Prominente schreiben über ihre berühmten, bereits verstorbenen, Vorbilder. Dabei ist es unwichtig, ob diese Personen in Berlin geboren waren. Hauptsache,  sie verbrachten einen Teil ihres Lebens/ Daseins in der Hauptstadt und man kann sie mit Berlin auf irgendeine Weise in Verbindung bringen. Und natürlich darf in diesem illustren Reigen auch Eisbär Knut nicht fehlen!

Fazit

Berlin-Bücher gibt es hunderte, aber ein Buch über verstorbene Berliner Prominente fehlte bisher. Peter Raues und Irene Bazingers Werk ist auch eine Hommage an die Stadt Berlin, denn jede im Buch vorgestellte Persönlichkeit ist untrennbar mit der Geschichte Berlins verbunden.

Unterhaltsam und super interessant – nicht nur für Berliner!

„Wir Berliner! Prominente über Prominente“, erschienen im November 2014 im Quadriga Verlag, gebunden, 336 Seiten, 19,99 Euro, ISBN 978-3869950686

Herzlichen Dank an den Quadriga Verlag für die Bereitstellung des Rezensionexemplares.

Bildnachweis: copyright Quadriga Verlag

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„Haus der Schuld“ – Roman von Lena Johannson

Lena Johannson wurde 1967 geboren. Nach ihrer Ausbildung zur Buchhändlerin wandte sie sich der Tourismusbranche zu. Ihre beiden Leidenschaften Schreiben und Reisen konnte sie später in ihrem Beruf als Reisejournalistin miteinander verbinden. Lena Johannson ist eine Expertin für starke Frauenromane mit Ostsee-Flair. Bereits ihre Bücher „Das Marzipanmädchen“ , „Die Bernsteinsammlerin“ und viele weitere zeigen ihre Liebe zu dieser Region. Auch in ihrem neuen Roman „Haus der Schuld“ spielt die Ostsee-Region wieder eine große Rolle. Erschienen ist das Buch im Dezember 2014 im Knaur Verlag.

Die Suche nach den eigenen Wurzeln

Als Amali nach dem unerwarteten Tod ihres Vaters den Nachlass sichtet und seine Wohnung ausräumt, findet sie alte Unterlagen, aus denen hervorgeht, dass ihr Ur-Ur-Großvater nach Ostafrika auswanderte. Ein Mann namens von Eichenbaum gelangte damals unrechtmäßig an den Besitz ihres Vorfahren.

Neugierig geworden, begibt sich Amali auf eine abenteuerliche Reise in die Vergangenheit ihrer Familiengeschichte. Sie findet bald ein verlassenes Haus an der Ostsee, welches einst ihrem Ur-Ur-Großvater gehörte. Doch Amalis Suche nach ihren Vorfahren endet nicht an der Ostsee. Entschlossen fliegt sie nach Ostafrika, um dort nach Verwandten zu suchen und Wiedergutmachung des damaligen Unrechts zu erreichen.

Fazit

Die aufregende Geschichte um Amalis Familie fesselt den Leser von Anfang bis Ende. In zwei Zeitsträngen verfolgt man dabei das Schicksal Amalis und ihrer Vorfahren. Dabei verfolgt man einerseits Amalis Leben in der Gegenwart, auf der anderen Seite das Leben ihrer Vorfahren in Ostafrika Ende des 19. Jahrhunderts.

Lena Johannson bildhafter Erzählstil macht Geschichte lebendig und greifbar. Neben einer spannenden Handlung, mit vielen ineinander verwobenen Lebenswegen, bietet der Roman auch ganz viel Gefühl und Liebe. Genau die richtige Lektüre für lange Winterabende!

„Haus der Schuld“ – Roman von Lena Johannson, erschienen im Dezember 2014 im Knaur Verlag, Taschenbuch, 416 Seiten, 9,99 Euro, ISBN 978-3426514351

Herzlichen Dank an den Knaur Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

Bildnachweis: copyright Knaur Verlag

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„Das letzte Fest des alten Europa. Anna Sacher und ihr Hotel“ von Monika Czernin

Die 1965 geborene Autorin Monika Czernin studierte Politikwissenschaften und Philosophie in Wien. Die Autorin und Filmemacherin hat sich sehr viel mit Wien beschäftigt. Einer ihrer Vorfahren, Ottokar Czernin, der letzte Außenminister der Monarchie, war ein gern gesehener Gast des Sachers, ihr Ururgroßvater, Hans Wilczek, sogar ein Freund der Familie. Nicht zuletzt dadurch konnte sie eine Reihe von Quellen erstmals auswerten, etwa die bisher unveröffentlichte Kondolenzpost an die junge Witwe Anna Sacher. Im November 2014 veröffentlichte Czernin im Knaus Verlag ihr Buch „“Das letzte Fest des alten Europa. Anna Sacher und ihr Hotel“.
Geschichte eines bekannten Wiener Unternehmens
Anna Sacher wurde zur Zeit der Jahrhundertwende durch ihr Gespür für die Wiener Gesellschaft und ihre berühmten Gäste selbst eine Berühmtheit. Als Alleinerbin und Chefin des Hotels Sacher inszenierte sie einen Ort, an dem Geschichte geschrieben wurde. Im Hotel Sacher begegneten sich alle wichtigen Persönlichkeiten dieser Epoche: Hof und Hochadel, Künstler und betuchte Menschen.
Monika Czernin erzählt in ihrem Buch die Geschichte des außergewöhnlichen Lebens der Anna Sacher und zugleich ein Stück europäischer Kulturgeschichte.
Fazit
Monika Czernins Buch ist keine Biographie Anna Sachers im klassischen Sinn, sondern gleichzeitig ein Abbild Wiens zur Jahrhundetrwende. Da Anna Sacher keine persönlichen Aufzeichnungen über ihr Leben hinterließ, lässt Czernin die Hotelerbin Sacher fiktive Gespräche führen, in denen sie mit ihren berühmten Gästen spricht. Unter diesen  finden sich bekannte Namen wie z.B. Kaiserin Elisabeth und Erzherzog Franz Ferdinand, berühmte Maler wie Gustav Klimt und der Musiker Gustav Mahler. So bekommt der Leser Einblicke in historische Begebenheiten.
Die Autorin versteht es sehr gut, Wiener Geschichte in eine unterhaltsam geschriebene Biografie zu verpacken. Lesenswert!
„Das letzte Fest des alten Europa. Anna Sacher und ihr Hotel“ von Monika Czernin, erschienen 2014 im Knaus Verlag, gebunden, 352 Seiten, 19,99 Euro, ISBN 978-3-8135-0434-7
Herzlichen Dank an den Knaus Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.
Bildnachweis: copyright Knaus Verlag
Das letzte Fest des alten Europa von Monika Czernin