Archiv für den Monat Oktober 2014

Richard Overy: Der Bombenkrieg – Rezension des Sachbuchs

Der englische Autor Richard Overy gehört zu den bedeutendsten Zeithistorikern unserer Tage. Er lehrt Geschichte an der University of Exeter und mehrere seiner Bücher gelten heute als Standardwerke. Sein neues Sachbuch „Der Bombenkrieg“ erschien im September 2014 im Rowohlt Verlag als gebundenes Buch.

Standartwerk über den Bombenkrieg

Nichts hat die Zerstörungskraft des Zweiten Weltkriegs so sehr ins kollektive Gedächtnis eingebrannt wie der Bombenkrieg, der viele Städte in ganz Europa vernichtete. 600 000 Menschen starben, Millionen Menschen verloren alles. Die Ruinen von Coventry oder Dresden wurden zu Symbolen einer technischen, menschengemachten Apokalypse. In der ersten umfassenden Darstellung erzählt Richard Overy die Geschichte dieses schrecklichen Krieges. Er schildert die Anfänge der neuen Strategie des «Moral Bombing», ihre Entwicklung wie schließlich ihr Scheitern, und er deckt zahlreiche Mythen und Irrtümer auf, die bis heute kursieren. Erstmals entsteht ein internationales Gesamtbild, von der Offensive gegen das Ruhrgebiet bis zu den «Baedeker-Angriffen», die unschätzbares historisches Erbe auslöschten, von den deutschen Bomben auf Stalingrad bis zu wenig bekannten Schauplätzen wie Rom oder Bulgarien. Overy zeigt, warum der Luftkrieg trotz Ineffektivität und mörderischer Kosten ausgeweitet wurde, welche Rolle Hermann Göring oder General Harris dabei spielten. Aber auch die kulturellen und menschlichen Verheerungen treten vor Augen, die Not und Hoffnung in den Luftschutzkellern wie bei den Piloten.

Fazit

Das erste große und umfassende Standartwerk zum Bombenkrieg von Richard Overy bietet dem Leser sachliche Berichte ohne die Zuhilfenahme von Statistiken oder Adjektiven, die die Meinung des Autors verdeutlichen sollen. Nach dem Lesen des umfangreichen Sachbuchs wird eines ganz deutlich: der Bombenkrieg vermochte nicht die Kriegszeit zu verkürzen und er schaffte es nicht feindliche Kriegswirtschaft zu vernichten. Overy beruft sich bei seinen Fakten auf Dokumente aus amerikanischen und europäischen Archiven. Mit diesem Standartwerk ist dem Autor ein imposantes Werk gelungen, das dem Leser viele Daten und Hintergründe über den Zweiten Wetkrieg vermittelt, das in dieser kompakten und umfassenden Form bisher nicht auf dem Markt zu finden war.

„Der Bombenkrieg“ von Richard Overy, erschienen im September 2014 im Rowohlt Verlag, gebunden, 1.056 Seiten, 39,95 Euro, ISBN 978-3-87134-782-5

Die Autorin bedankt sich ganz herzlich beim Rowohlt Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.

Bildnachweis: copyright Rowohlt Verlag

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Antonia Salomon: Die Heilerin vom Strahlenfels – Rezension des historischen Romans

Antonia Salomon war bereits als Kind von den Selbstheilungskräften der Natur überzeugt. Dieses Interesse verarbeitete sie in ihrem ersten historischen Roman „Die Heilerin vom Strahlenfels“, der im September 2014 im Bastei Lübbe Verlag als Taschenbuch veröffentlicht wurde.

Nürnberg anno 1509

Die junge Freifrau Katharina von Velden führt mit ihrem Mann, dem humanistischen Reichsritter Thassilo von Wildenstein, ein sorgenfreies Leben auf ihrer Burg Strahlenfels. Katharina ist auch eine begnadete Heilerin. Doch sie und andere heilkundige Frauen sind der Kirche und der Wissenschaft zunehmend ein Dorn im Auge. Zu ihren größten Verfolgern gehört der Päpstliche Inquisitor Bonifatius. Als er der attraktiven Katharina zum ersten Mal begegnet, spürt er eine verbotene Begierde und weiß sofort, dass hier teuflische Kräfte am Wirken sind. Doch Katharina zeigt ihm gegenüber nur Verachtung. Jetzt steht für den Inquisitor fest: Katharina muss brennen und er lässt nichts unversucht, um dieses Ziel zu erreichen.
Fazit
Der historisch sehr gut recherchierte Roman basiert auf den Hexenverfolgungen im führen 16. Jahrhundert. Hoch spannend erzählt, zieht die Geschichte um Katharina von Velden den Leser sofort in ihren Bann. Einzig die vielen adligen Namen und Titel verwirren anfangs ein wenig. Im weiteren Verlauf des Romans kann man dann die Protagonisten besser auseinanderhalten und zuordnen. Historische Ereignisse verbunden mit großen Gefühlen lassen den historisch interessierten Leser voll auf seine Kosten kommen. Mit ihrem Erstlingswerk „Die Heilerin vom Strahlenfels“ übertrifft die Autorin alle Erwartungen und macht neugierig auf weitere Romane.
„Die Heilerin vom Strahlenfels“ von Antonia Salomon, erschienen im September 2014 im Bastei Lübbe Verlag, Taschenbuch, 431 Seiten, 8,99 Euro, ISBN 978-3-404-16990-0
Die Autorin bedankt sich ganz herzlich beim Bastei Lübbe Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.
Bildnachweis: copyright Bastei Lübbe
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Christian und Fabian Jeremies: Poldi und Paulchen – Die große Pinguinparty. Rezension des Kinderbuchs

Christian und Fabian Jeremies wurden am 30.08.1979 geboren. Seit einigen Jahren illustrieren sie gemeinsam Kinderbücher. Ihre Bilder sind immer sehr bunt und ein bisschen verrückt. Am liebsten zeichnen sie Pinguine und Krokodile und lassen sie anschließend frei. Und wenn einer mal krank ist, macht der andere einfach weiter.Im September 2014 erschien im Boje Verlag das Wimmelbuch „Poldi und Paulchen“, das für kleine Kinder ab 4 Jahren empfohlen wird.

Großartiges Pinguin-Wimmelbuch

Oma Pinguin wird 90 und das wird ganz groß gefeiert. Die ganze Verwandtschaft ist angereist, und plötzlich wimmelt es im ganzen Haus nur so von Pinguinen. Am Abend soll die große Kostümparty stattfinden, doch schon jetzt geht alles drunter und drüber. Oma hat große Mühe, in dem Chaos die fehlenden Accessoires für ihr Regenbogen-Kostüm zu finden. Sie sind im ganzen Haus verstreut: das bunt gestreifte Kleid, die grünen Strümpfe, die rosa Perlenkette, der blaue Schal, der Hut mit den Pfauenfedern …
Aber Pinguin Poldi und das schüchterne Krokodil Paulchen helfen Oma natürlich beim Suchen. Und so ist am Ende doch noch alles bereit fürs große Familienfoto!

Fazit

Einfach nur süß sind die putzigen Zeichnungen der vielen Pinguine, die das Haus und den Garten von Oma Pinguin in ein Chaos verwandeln. Jede Buchseite zaubert kleinen und großen Betrachtern unweigerlich ein Lächeln ins Gesicht, so lustig sind die bildhaften Geschichten. Und es ist gar nicht so leicht, Oma Pinguins fehlende Kleidungsstücke zu finden. Mit diesem niedlichen Wimmelbuch kann sich ein Kind mit viel Spass lange beschäftigen!

„Poldi und Paulchen“, Wimmelbuch erschienen im September 2014 im Boje Verlag, gebunden, 32 Seiten, 12,99 Euro, ISBN 978-3-414-82396-0

Die Autorin bedankt sich ganz herzlich beim Boje Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.

Bildnachweis: copyright Boje Verlag

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Ken Follett: Kinder der Freiheit – Rezension der Jahrhundert-Saga

Ken Follett ist als Autor von über 20 Bestsellern bekannt. Im September 2014 erschien im Lübbe Verlag der dritte Teil  seiner Jahrhundert-Saga mit dem Titel „Kinder der Freiheit“.

1960 bis 1989 in vier Ländern: USA, Sowjetunion, Deutschland und England

Erzählt wird die Geschichte der Enkel der Protagonisten aus dem 1. Band.

Deutschland nach 1961: Rebecca Hoffmanns Welt in Ostberlin scheint in Ordnung zu sein, bis sie durch Zufall erfährt, dass der eigene Mann sie seit Jahren im Auftrag der Stasi bespitzelt. Als sie ihn zur Rede stellt, begeht sie einen verhängnisvollen Fehler, den sie und ihre Familie ihr Leben lang bereuen sollen.
– In den USA erlebt George Jakes als Vertrauter von Justizminister Robert Kennedy hautnah den Kampf der Bürgerrechtsbewegung gegen Rassismus, Intoleranz und Ungerechtigkeit – und bekommt am eigenen Leib zu spüren, was es heißt, ein Farbiger zu sein.
– Cameron Dewar ist Republikaner, aber auch er kämpft unbeirrt für seine Überzeugungen. Als CIA-Agent muss er sich in einer Welt aus Täuschung, Lügen und Intrigen zurechtfinden.
– Ähnlich geht es Dimka Dworkin, dem jungen Berater von Nikita Chruschtschow, als sich Sowjetunion und USA in einen Konflikt stürzen, der die Welt an den Rand des Atomkriegs führt. Seine Schwester Tanja begibt sich als Journalistin an die Brennpunkte des Geschehens, von Moskau über Kuba bis nach Prag und Warschau – dorthin, wo Weltgeschichte geschrieben wird.

Fazit

Da es sich bei dem dritten Teil der Jahrhundert-Saga um einen abgeschlossenen Roman handelt, muss man die Vorgänger-Bände nicht zwingend kennen, um der Geschichte folgen zu können. Auch im dritten Teil der Saga erwartet den Leser ein Geschichtsbuch in spannender Romanform. Historisch belegte Ereignisse werden perfekt in fiktive Geschichten eingewoben und bieten dem Leser ganz nebenbei Geschichtsunterricht. Obwohl das Buch über 1.000 Seiten hat, kommt keine Langeweile auf – ganz im Gegenteil. Man kann den Roman kaum aus der Hand legen, so spannend ist er. Für jeden Geschichtsinteressierten ein Muss!

„Kinder der Freiheit“ von Ken Follett, erschienen im September 2014 im Lübbe Verlag, gebunden, 1.216 Seiten , 29,99 Euro, ISBN 978-3-7857-2510-8

Die Autorin bedankt sich ganz herzlich beim Bastei Lübbe Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.

Bildnachweis: copyright Bastei Lübbe

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Howard Jacobson: Im Zoo – Rezension des Romans

Der 1942 geborene Autor Howard Jacobson veröffentlichte bisher dreizehn Romane und vier Sachbücher und gehört zu den renommiertesten Autoren Großbritanniens. Seine Romane erscheinen in zwanzig Ländern und wurden schon vielfach ausgezeichnet. Sein neuer Roman „Im Zoo“ erschien im September 2014 in der Deutsche Verlags-Anstalt.

Witzigster Roman des Jahres in England

Guy Ableman ist ein umtriebiger Mann der Liebe: Mit Haut und Haaren seiner attraktiven und klugen Frau verfallen, begehrt er gleichzeitig deren ebenso hübsche Mutter. Die beiden Frauen rauben ihm seinen Seelenfrieden und auch seine Arbeit bereitet ihm Kopfzerbrechen. Sein Verleger beging Selbstmord, Vampirschmonzetten verdrängen seine Romane aus den Buchhandlungen und zu allem Unglück ihm fehlt momentan jegliche Inspiration für ein neues Buch. Vielleicht könnte die Liaison mit seiner Schwiegermutter ja Stoff für ein letztes, großes Meisterwerk bieten.

Fazit

Im Mittelpunkt des Romans steht der Schriftsteller Guy Ableman, der voller Leidenschaft zum weiblichen Geschlecht ist. Es ist ein wortwitziger Roman über die Zunft der Schriftsteller, der mit schwarzem Humor diesen Berufszweig aufs Korn nimmt. Brillante Dialoge und ein gut durchdachter Plot werden von einem völlig überraschenden Ende gekrönt. Schwarzer Humor in Perfektion!

„Im Zoo“ von Howard Jacobson, erschienen im September 2014 im DVA, gebunden, 448 Seiten, 24,99 Euro, ISBN 978-3-421-04564-5

Die Autorin bedankt sich ganz herzlich bei der DVA für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.

Bildnachweis: copyright DVA

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Im Zoo von Howard Jacobson

Antje Maly-Samiralow: Das Prinzip Placebo. Wie positive Erwartungen gesund machen – Rezension

Die 1967 geborene Antje Maly-Samiralow arbeitet seit über 10 Jahren als freie Autorin schwerpunktmäßig für den Bayerischen Rundfunk, überwiegend in den Bereichen Medizin und Wissenschaft. Ihr interessantes Sachbuch „Das Prinzip Placebo“ erschien am 1. Oktober 2014 im MensSana Verlag.

Denk positiv und deine Heilungschancen verbessern sich

Sind Placebos nur Täuschungsmanöver der Ärzte? Diesen Voruteilen geht Antje Maly-Samiralow in ihrem neuen Buch nach.

Um mit Placebos einen positiven Heilungseffekt zu erzielen, müssen Ärzte in der Lage sein, sich in die Situation ihrer Patienten einzufühlen und ihnen Hoffnung zu geben. Ohne Hoffnung ist Heilung schwer möglich. Die Ergebnisse in der Placebo-Forschung belegen, dass positive Suggestionen unter anderem Schmerzen vermindern und sogar verschwinden lassen, Depressionen weniger werden, Allergische Reaktionen deutlich abnehmen, Rheumatische Beschwerden auf ein erträgliches Mass zurückgehen und sogar Operationen überflüssig werden können.

Umgekehrt sind durch negative Suggestionen eine Schmerzzunahme beobachtet worden. Kaum ein Bereich in der Medizin wird so missverstanden wie der Placebo-Effekt. Umfragen haben ergeben, dass ein großer Teil der Bevölkerung und sogar viele Ärzte das Prinzip Placebo völlig unterschätzen und daher auch ignorieren.

Fazit

Das sehr informative populärwissenschaftliche Buch „Das Prinzip Placebo“ erklärt, welche Grundlagen die Wissenschaft zum Thema Placebo liefert und was Ärzte und Patienten dazu beitragen können. Leicht verständlich beschreibt die Autorin anhand von vielen Beispielen, wie man im Krankheitsfall positiv denkt und damit eine Linderung seiner Beschwerden hervorrufen kann. Das kann auch mit Hilfe von Menschen geschehen, die uns ermuntern, der Krankheit keinen Raum im Leben zu geben. Überraschende Erkenntnisse, die leicht umzusetzen sind, können unserem Leben trotz Krankheit und Gebrechen eine positive Wendung geben. Lesenswert!

„Das Prinzip Placebo“ von Antje Maly-Samiralow, erschienen am 1. Oktober 2014 im MensSana, Klappenbroschur, 256 Seiten, 18 Euro, ISBN 978-3-426-65750-8

Die Autorin bedankt sich ganz herzlich beim MensSana für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.

Bildnachweis: copyright MensSana

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Don Winslow: Missing. New York – Rezension des Romans

Don Winslow zählt zu den besten amerikanischen Thriller-Autoren der Gegenwart. Sein neuer Roman „Missing. New York“ erschien am 1. Oktober 2014 im Droemer Verlag und ist der Auftakt einer neuen Serie um den Vermisstenfahnder Frank Decker.

Der erste Fall für Frank Decker

Als das Telefon klingelt, lässt die Mutter die 7jährige Hailey Hansen spielend im Vorgarten zurück. Nach dem Telefonat fehlt von der Kleinen jede Spur.

Zwei Wochen später verschwindet ein 8jähriges Mädchen spurlos. Ihre Leiche findet man wenig später in einem Flussbett. Eine DNA-Spur führt die Polizei zu dem vorbestraften Sexualtäter Gaines, dem man auch den vermeintlichen Mord an Hailey anlastet. Allerdings kommt von Gaines kein Hinweis darauf, wo er die Leiche Haileys versteckt hat. Detective Sergeant Frank Decker glaubt nicht an den Tod des Kindes. Er ist überzeugt davon, dass die Kleine irgendwo versteckt wurde und noch am Leben ist.

Decker kündigt seinen Job, rafft seine bescheidenen Ersparnisse zusammen und fährt mit dem Auto nach New York, da eine Spur dorthin führt. Das, was den Ermittler in New York erwartet, übersteigt jede Vorstellungskraft.

Fazit

Die neue Serie um den Ermittler Frank Decker wurde von Don Winslow erstmalig aus der Ich-Perspektive geschrieben.Geradlinig, schnörkellos und mit knappen Sätzen folgt der Leser dem Ermittler auf der Suche nach Hailey. Die typischen kurzen Kapitel mit vielen Cliffhangern lassen diesen temporeichen Roman zum Pageturner werden. Bis zum fulminanten Schluss weiß der Leser nicht, wer oder was hinter dem Verschwinden der kleinen Hailey steckt. Brillant erzählt, toller Plot und ein sympathischer Ermittler – besser gehts nicht. Man darf sich auf die nächsten Fälle mit Frank Decker freuen!

„Missing. New York“ von Don Winslow, erschienen am 1. Oktober 2014 im Droemer Verlag, Klappenbroschur, 464 Seiten, 14,99 Euro, ISBN 978-3-426-30428-0

Die Autorin bedankt sich ganz herzlich beim Droemer Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.

Bildnachweis: copyright Droemer Verlag

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Anja Jonuleit: Herbstvergessene – Rezension des Romans

Die in Bonn geborene Anja Jonuleit  lebte einige Jahre im Ausland und studierte Italienisch und Englisch. Sie arbeitete als Übersetzerin und Dolmetscherin, bis sie anfing Romane und Geschichten zu schreiben. Ihr neuer Roman „Herbstvergessene“ erschien im September 2014 als Taschenbuch im Deutscher Taschenbuch Verlag.

Die Vergangenheit ruht nicht

Nachdem Maja Sternberg zehn Jahre lang keinen Kontakt zu ihrer Mutter Lilli hatte, ist es jetzt für eine Versöhnung zu spät, denn Lilli ist tot. Die Polizei in Wien glaubt an Selbstmord, doch Maja kann sich das nicht vorstellen. In der Wohnung ihrer Mutter findet sie deren Geburtsurkunde auf der der Name des Vaters fehlt. Als Geburtsort ist Hohehorst eingetragen. Ein Foto zeigt ihre Großmutter Charlotte mit einem Baby, doch dieses dunkle Baby hat keinerlei Ähnlichkeit mit der hellblonden, blauäugigen Lilli. Von großen Schuldgefühlen und Neugier getrieben, begibt sich Maja auf Spurensuche und stößt auf ein dunkles Familiengeheimnis, das alle Gewissheiten in ihrem Leben mit einem Schlag zunichtemacht. Sie ahnt nicht, dass sie sich mit ihren Nachforschungen in große Gefahr begibt.

Fazit

Die Familien-Geschichte von Maja, Lilli und Charlotte Sternberg wird auf zwei Zeit-Ebenen erzählt. In der Gegenwart begleitet der Leser Maja, die versucht das Geheimnis des Todes ihrer Mutter zu lösen. In der Vergangenheit wird die Geschichte von Majas Großmutter und Mutter erzählt. Diese Familien-Geschichte ist so hochspannend geschrieben  – man kann das Buch einfach nicht mehr aus der Hand legen. Bis zum völlig unerwarteten Ende bleibt das Geheimnis des Todes von Lilli Sternberg unklar. Die Autorin thematisiert einen schrecklichen Teil der Nazi-Vergangeinheit und webt diesen in einen unglaublich spannenden Roman ein. Ein Pageturner, der es in sich hat. Selten so ein fesselndes Buch gelesen!

„Herbstvergessene“ von Anja Jonuleit, erschienen im September 2014 im Deutscher Taschenbuch Verlag, Taschenbuch, 432 Seiten, 9,95 Euro, ISBN 978-3-423-21540-4

Die Autorin bedankt sich ganz herzlich beim Deutscher Taschenbuch Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.

Bildnachweis: copyright Deutscher Taschenbuch Verlag

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Alexandra Friedmann: Besserland – Rezension des Romans

Alexandra Friedmann wurde in Weißrussland geboren und kam 1989 über Umwege mit ihrer Familie nach Krefeld.  „Besserland“ ist ihr Roman-Debüt und erschien im September 2014 im Graf Verlag.

Europa einmal ganz anders

Man schreibt das Jahr 1987 in Gomel, Weißrussland. Papa Edik Friedmann ist als Hausmann tätig und steht vollkommen unter der Fuchtel seiner Frau Lena, die als Bauzeichnerin arbeitet.  Edik spielt mit seinen Freunden Karten, besucht sein Töchterchen im Kindergarten und lässt sich nach sowjetischer Art für immer neue sinnlose Tätigkeiten einspannen. Als Cousin Mischa Goldstein eine Möglichkeit findet, zu seiner Tante Raja nach Brooklyn auszureisen, setzt sich eine Lawine in Gang. Die Friedmanns sind begeistert von der Idee auszuwandern, da auch  in ihrer Gegend der Antisemitismus wächst. Als sie endlich das Visum in Händen halten und die gesamte Familie gemeinsam mit den befreundeten Grosmanns gen Westen aufbricht, lernen wir noch jede Menge seltsame Typen kennen: Sima Semjonowna, Jossik, das Schlitzohr, bei dem sie in Wien Unterschlupf finden, Oma Anna und am Ende den Asylhelfer Klaus Krämer. Denn während ihrer Tour durch Europa stellen Edik und Lena fest, dass Freiheit und Wohlstand direkt vor ihrer Haustür liegen.

Fazit

Unterhaltsam und sehr humorvoll erzählt die Autorin die Geschichte der Familie Friedmann (ihrer Familie), die von Weißrussland nach Deutschland auswandert. Erzählt wird alles aus Sicht der fünfjährigen Alexandra und genau das macht das Buch so witzig. Ein sehr unterhaltsamer Roman, der die Schwierigkeiten und Probleme von Immigranten aus der Sicht eines Kindes beschreibt. Lesenswert!

„Besserland“ von Alexandra Friedmann, erschienen im September 2014 im Graf Verlag, gebunden, 272 Seiten, 18 Euro, ISBN 978-3-86220-052-8

Die Autorin bedankt sich ganz herzlich beim Graf Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.

Bildnachweis: copyright Graf Verlag

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Batman Anthologie: 20 Legendäre Geschichten über den dunklen Ritter – Rezension

Die „Batman Anthologie“ erschien am 14. Oktober 2014 im Panini Verlag als edle Hardcover-Ausgabe , in der 20 ausgewählte Geschichten über den Fledermaus-Detektiv und seine Veränderungen seit seinen Anfängen im Jahr 1939 bis heute enthalten sind.

Eine spannende Zeitreise

Die moderne Popkultur hat heute den Dunklen Ritter längst zu einer Ikone gemacht. In dieser exklusiven Anthologie erhält der Leser einen umfassenden Überblick über Batmans Entwicklung. Dies geschieht durch ausgewählte Comic-Beiträge bekannter Künstler. Zu den Autoren gehören unter anderem Bill Finger, Ed Hamilton, Garnder Fox und Scott Snyder. Die Zeichnungen stammen von Bob Kane, Dick Sprang, Carmine Infantino, Greg Capullo und weiteren Künstlern.

Fazit

Batman feiert im November 2014 seinen 75. Geburtstag. Da kommt die Batman Anthologie aus dem Panini Verlag genau zur richtigen Zeit in den Handel, denn dieses hochwertige Buch sollte in keinem Bücherregal eines Batman-Fans fehlen! In 20 tollen Geschichten kann der Leser den Werdegang des Dunklen Ritters genau verfolgen. Auf erstklassigem Papier gedruckt, entführen die aufregenden Abenteuer Batmans den Leser in eine andere Welt. Dieses Buch ist eine wirklich schöne Ergänzung jeder Batman-Sammlung!

„Batman Anthologie“, erschienen am 14. Oktober 2014 im Panini Verlag, 372 Seiten, 29,99 Euro, ISBN 978-3-95798-067-0

Die Autorin bedankt sich ganz herzlich beim Panini Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.

Bildnachweis: copyright Panini Verlag

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