Archiv für den Monat Januar 2014

Joachim Gauck: Nicht den Ängsten folgen, den Mut wählen – Rezension

Seit Joachim Gauck 1990 öffentliche Ämter bekleidet, spricht er bei wichtigen Anlässen und zu wichtigen Themen. 2013 wurde im Siedler Verlag sein Buch „Nicht den Ängsten folgen, den Mut wählen“ veröffentlicht, in dem seine wichtigsten Reden der letzten 25 Jahre versammelt sind.
Ein volksnaher Bundespräsident
Der 1940 in Rostock geborene Joachim Gauck arbeitete viele Jahre lang als Pfarrer. Von 1990 bis zum Jahr 2000 war er Bundesbeauftragter für Stasi-Unterlagen. Seit 2012 ist Joachim Gauck Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland. In dieser wichtigen Position gibt er eindeutige Stellungnahmen zu politischen, wirtschaftlichen und sonstigen Themen ab, wobei er niemals den Menschen nach dem Mund redet, sondern sehr deutlich seine eigene Meinung sagt. Gauck möchte die Menschen mit seinen Reden ermutigen, ihr Schicksal nicht anderen zu überlassen, sondern es selbst zu gestalten. Er spricht auch darüber, wie ein Volk es schaffen kann, mündige Bürger zu produzieren, statt unmündige Untertanen zu fördern. Bereits in seiner ersten Rede als Bundespräsident ermutigte Gauck die Menschen, den Mut zu wählen und nicht zu ängstlich zu sein.
Fazit
In diesem außergewöhnlichen Buch findet der interessierte Leser erstmals alle wichtigen Reden Joachim Gaucks vereint. Man liest, welche Themen unserem Bundespräsidenten wirklich am Herzen liegen und wie er über Freiheit und Verantwortung denkt. Ein gutes Buch, in dem man immer wieder gern blättert, denn Gaucks Ansichten sind klug und lebenserfahren.

„Nicht den Ängsten folgen, den Mut wählen“ von Joachim Gauck, erschienen 2013 im Siedler Verlag, gebunden, 256 Seiten, 19,99 Euro, ISBN 978-3-8275-0032-8
Die Autorin bedankt sich beim Siedler Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.
Bildnachweis: copyright Siedler Verlag
Nicht den Aengsten folgen den Mut waehlen von Joachim Gauck

Judith Arendt: Unschuldslamm. Der erste Fall für Schöffin Ruth Holländer – Rezension

Judith Arendt ist das Pseudonym der Autorin Tanja Weber, die im Jahr 2011 den ersten Platz im Literaturwettbewerb ihrer Heimat Gauting gewann. Nach ihren beliebten Berlin/Brandenburg-Krimis veröffentlichte sie am 4. Januar 2014 den ersten Roman aus der Serie um die Schöffin Ruth Holländer im Ullstein Verlag.
Ruth Holländers erster Fall
Ruth Holländer führt ein angenehmes Leben nach ihrer Scheidung: ihr Sohn ist aus dem Haus, ihre 16jährige Tochter hat die Pubertät fast überwunden und auch ihr französisches Bistro läuft ganz gut. Eines Tages erhält Ruth Post vom Amtsgericht. In dem Schreiben teilt man ihr mit, dass sie zur Schöffin in einem Mordprozess berufen ist. Ein junger Mann ist angeklagt, seine Schwester getötet zu haben. Im Prozess hegt Ruth schnell Zweifel an der Schuld des Angeklagten und beginnt, auf eigene Faust zu ermitteln. Bald gerät die engagierte Schöffin in gefährliche Situationen, denn in diesem Mordfall ist nichts so wie es den Anschein hat.
Fazit
Judith Arendt schafft es spielend, mit diesem spannenden Kriminalroman den Leser zu fesseln. Die Handlungsorte werden sehr detailliert und anschaulich beschrieben, so dass man sich beim Lesen dorthin versetzt fühlt. Mit Rückblicken auf das Leben der getöteten jungen Frau, Verhörprotokollen sowie Beschreibungen der Situationen vor Gericht wird dem Leser das Leben der Ermordeten nahe gebracht sowie ein hoher Spannungsbogen aufgebaut. Das aktuelle Thema des Ehrenmords wird ohne Wertung in einen spannenden Kriminalfall verpackt. Ein wunderbarer Krimi für viele schöne Lesestunden, der neugierig auf die nächsten Fälle der engagierten Schöffin Ruth Holländer macht!

„Unschuldslamm“ von Judith Arendt, erschienen am 4. Januar 2014 im Ullstein Verlag, Taschenbuch, 304 Seiten, 9,99 Euro, ISBN 978-3-548-28564-1
Die Autorin bedankt sich beim Ullstein Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.
Bildnachweis: copyright Ullstein Verlag
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Arno Strobel: Das Rachespiel – Rezension des Psychothrillers

Arno Strobel begann erst im Alter von vierzig Jahren mit dem Schreiben von Kurzgeschichten. Erst danach wagte er sich an seinen ersten Roman, der von fast allen Verlagen abgelehnt wurde. Strobel ließ sich davon nicht entmutigen und brachte gemeinsam mit zwei Freunden das Buch in einem eigenen Verlag heraus. Am 20. Januar 2014 erschien im Fischer Verlag sein neuer Thriller mit dem Titel „Das Rachespiel“.
Wenn die Vergangenheit gegenwärtig wird
Frank Geissler könnte glücklich sein: er hat eine nette Frau und eine niedliche Tochter und ist Inhaber einer eigenen Software-Firma. Doch sein Glück endet abrupt, als er eines Tages per Post einen Speicherstick bekommt. Erst hält er den Stick für Werbung, doch dann siegt die Neugier. Als er die Daten des Sticks im Computer öffnet, wird Frank ein Video vorgespielt. Dort sieht er einen nackten, gefesselten Mann, der scheinbar Todesängste hat. Neben dem Mann befindet sich ein Käfig voller ausgehungerter Ratten. Frank befindet sich in einem Albtraum, denn angeblich kann er diesen Mann retten, wenn er sich auf ein Spiel einlässt. Ungläubig und schockiert schließt Frank seinen Computer, doch er befindet sich bereits mitten in einem Spiel, welches ihn mit seiner Vergangenheit konfrontiert. Und nicht nur er ist betroffen. Drei seiner Jugendfreunde haben ebenfalls dieses Video erhalten, denn es gibt ein dunkles Geheimnis,das sie alle miteinander verbindet. In diesem grausamen Psychospiel kann nur einer gewinnen – aber um welchen Preis?
Fazit
Arno Strobel sorgt auch mit seinem neuen Thriller „Das Rachespiel“ wieder für schlaflose Nächte bei seinen Lesern. Mit Rückblenden in die Vergangenheit der vier Jugendfreunde werden nach und nach die Beweggründe des Täters offenbart. Strobel garantiert pure Gänsehaut durch die Thematisierung von Ängsten und Angstgefühlen: Angst vor Einsamkeit, Angst vor Dunkelheit und Angst vor engen Räumen. Ein fesselnder Thriller, der absolut lesenswert ist.

„Das Rachespiel“ von Arno Strobel, erschienen am 20.Januar 2014 im Fischer Verlag, Taschenbuch, 384 Seiten, 9,99 Euro, ISBN 978-3-596-19694-4
Die Autorin bedankt sich beim Fischer Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.
Bildnachweis: copyright Fischer Verlag
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Su Turhan: Bierleichen. Ein Fall für Kommissar Pascha – Rezension des Krimis

Der 1966 in Istanbul geborene Regisseur Su Turhan arbeitete bereits während seines Studiums der Germanistik mit Schwerpunkt Filmphilologie als Regieassistent. Er wurde für seinen Kurzfilm „Underground“ mit dem Deutschen Kurzfilmpreis in Silber ausgezeichnet. Auch mit seinem Spielfilmdebüt „Ayla“ machte sich Turhan einen internationalen Namen. Am 14. Januar 2014 erschien im Knaur Verlag sein zweiter Krimi „Bierleichen“ mit dem türkisch stämmigen Kommissar Zeki Demirbilek in der Hauptrolle.
Tod eines türkischen Studenten
Die neu gegründete SoKo Migra bekommt einen neuen Fall. Aus dem Wittelsbacher Brunnen zieht man eine Leiche, die 3,2 Promille intus hat. Der Tote war ein türkischer Student, der als absoluter Antialkoholiker bekannt war. Kommissar Paschas Ermittlungen führen ihn zu der bekannten Brauerei Mingabräu, die in Zukunft in Istanbul türkisches Bier nach bayerischem Reinheitsgebot brauen will. Ein türkischer Investor übernahm die Geschäfte der Brauerei, was natürlich die Einheimischen aus Angst um ihre Arbeitsplätze aufbringt. Kurze Zeit später gibt es weitere Todesfälle mit deren Klärung Kommissar Pascha beauftragt wird. Wäre doch jetzt bloß nicht Ramadan, denn das verschärft die Arbeitsbedingungen für das bayerisch-türkische Team der SoKo Migra enorm.
Fazit
Auch der zweite Fall für Kommissar Pascha bietet wieder großartige Unterhaltung, denn Su Turhans Roman fesselt mit einer interessanten Handlung, die viele unerwartete Wendungen aufweist. Sein Protagonist Zeki Demirbilek kämpft wieder einmal mit Vorurteilen und lebt seine türkische Seite genauso aus wie seine bayerische. Er liebt Schweinebraten und Weißbier, besucht aber auch regelmäßig die Moschee zum Beten. Das Privatleben des Kommissars wird genauso thematisiert wie die spannende Krimihandlung. Der Schreibstil ist leicht lesbar und flüssig. Wer Krimis mit viel Lokalkolorit und einem ungewöhnlichen Ermittler mag, wird dieses Buch lieben.

„Bierleichen. Ein Fall für Kommissar Pascha“ von Su Turhan, erschienen am 14. Januar 2014 im Knaur Verlag, Taschenbuch, 368 Seiten, 8,99 Euro, ISBN 978-3-426-51364-4
Die Autorin bedankt sich beim Knaur Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.
Bildnachweis: copyright Knaur Verlag
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Oliver Kern: Die Kälte in Dir – Rezension des Krimis

Der 1968 in Esslingen geborene Oliver Kern geht freiberuflich vielen Zweigen der gestalterischen Kunst nach. 2007 schrieb er seinen ersten Kriminalroman. Nun schrieb Kern das erste Buch seiner neuen Serie mit den beiden Protagonisten Reitmeier und Wolf. Veröffentlicht wurde der Krimi „Die Kälte in Dir“ im Dezember 2013 im Egmont Lyx Verlag.
Der erste Fall für Reitmeier und Wolf
Es ist ein sehr heißer Sommertag in Stuttgart, als Kommissarin Kristina Reitmeier zu einem Mordfall gerufen wird. Das sie gerade ihren Führerschein wegen Raserei verlor, wird ihr der vom Dienst suspendierte Polizeipsychologe Daniel Wolf als Fahrer zugeteilt. Sie fahren zu einer abgelegenen Villa, wo die bereits stark verweste Leiche eines Mannes liegt. Der Tote weist außerdem viele große Wunden am Oberkörper auf. Kurze Zeit später gibt es weitere ungeklärte Todesfälle. Nur eines haben alle Mordopfer gemein: sie waren zu Lebzeiten stark übergewichtig. Wer könnte ein Interesse am Tod dieser Menschen haben? Reitmeier, Wolf und eine Sonderkommission arbeiten auf Hochdruck. Dabei gehen Reitmeier und Wolf nicht immer den offiziellen Polizeiweg, um die Täter zu überführen.
Fazit
Der erste Teil der Krimireihe mit Reitmeier und Wolf punktet mit vielen überraschenden Wendungen, einem sehr gut lesbaren Schreibstil und sympathischen Protagonisten. Das Motiv für die Morde bleibt lange ungeklärt und so entwickelt sich der Krimi zu einem Buch, dass man nicht eher aus der Hand legen mag, bis der Mörder entlarvt ist. Ein Debütroman, der positiv überrascht und neugierig auf die Fortsetzungen macht.

„Die Kälte in Dir“ von Oliver Kern, erschienen im Dezember 2013 im Egmont Lyx Verlag, Taschenbuch, 448 Seiten, 9,99 Euro, ISBN 978-3-8025-9289-8
Die Autorin bedankt sich beim Egmont Lyx Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.
Bildnachweis: copyright Egmont Lyx
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Eva Almstädt: Dornteufel – Rezension des Thrillers

Eva Almstädt arbeitet seit 2001 als freie Autorin. Mit ihrem Roman „Dornteufel“ schrieb sie ihren ersten Thriller, der im Dezember 2013 im Bastei Lübbe Verlag als Taschenbuch veröffentlicht wurde.
Ungeklärte Todesfälle und ein Kosmetik-Skandal
Als eine junge Frau in Manhattan Selbstmord begeht, indem sie sich von einer Feuertreppe stürzt, sieht erst alles nach einem „normalen“ Selbstmord aus. Doch wie ist es zu erklären, dass eine 22jährige das Gesicht einer alten Frau hat? Und warum blockt die Schwester der Toten alle Fragen der Polizei ab? Zur gleichen Zeit entdeckt die Besatzung eines Containerschiffs einen blinden Passagier in einem Container. Niemand denkt daran, ihm zu helfen. Er wird stattdessen an eine merkwürdige Hilfsorganisation übergeben. In Indien macht die deutsche Ingenieurin Julia eine unglaubliche Entdeckung. Sie soll die Arbeit eines spurlos verschwundenen Kollegen fortsetzen, der die Klimaanlage in den Labors eines internationalen Kosmetikkonzerns reparierte. In einem geheimen Labor entdeckt sie einen ekligen Pilz, der auf lebenden Menschen wächst. Nachdem Julia Indien wieder verlassen hat, wendet sie sich an die deutsche Polizei, doch niemand glaubt ihr. Nur der amerikanische Polizist, der den Selbstmord in Manhattan beobachtete, schenkt Julias Erzählungen Glauben. Bald gerät die junge Ingenieurin selbst in große Lebensgefahr.
Fazit
Rasant und voller Action beginnt der spannende Thriller „Dornteufel“, der sich zum wahren Pageturner entwickelt. Mehrere, anscheinend nicht zusammenhängende, Handlungsstränge werden gekonnt miteinander verknüpft und bieten dem Leser viele unerwartete Wendungen. Ein Thriller, der einen raffinierten Plot hat und spannend bis zum unerwarteten Ende ist. Uneingeschränkte Leseempfehlung!

„Dornteufel“ von Eva Almstädt, erschienen im Dezember 2013 im Bastei Lübbe Verlag, Taschenbuch, 464 Seiten, 8,99 Euro, ISBN 978-3-404-16891-0
Die Autorin bedankt sich beim Bastei Lübbe Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.
Bildnachweis: copyright Baste Lübbe
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Joanna Adesuwa Reiterer: Hexenkind – Rezension

Die gebürtige Nigerianerin Reiterer wurde von ihrem eigenen Vater als Hexe bezichtigt und verstoßen. Mit ihrem Schicksalsreport „Hexenkind“ verarbeitete sie ihre schreckliche Kindheit. Veröffentlicht wurde das erschütternde Buch im Bastei Lübbe Verlag als Taschenbuch.
Der schwarze Kontinent und grausame Rituale
Als Joanna Reiterer 16 Jahre alt ist, beschuldigt sie ihr Vater, eine Hexe zu sein und damit Schuld an seinem geschäftlichen Untergang zu haben. Man bringt das junge Mädchen zu Juju-Priesterinnen, die ihr die Hexenkräfte austreiben sollten. Nachdem sie eine Woche lang ohne Essen eingesperrt war, gelang Joanna die Flucht nach Benin. Mit ihrem ersten Mann Tony flog sie dann nach Österreich. Aber auch ihr Ehemann machte Joanna den Vorwurf, eine Hexe zu sein. Zusammen mit ihrem Mann kehrte sie nach Nigeria zurück und musste sich dort noch einmal einem grausamen Ritual unterziehen. Die junge Frau trennte sich danach von ihrem Ehemann und begann ein neues Leben in Wien. Dort lernte sie ihren jetzigen Ehemann kennen und gründete den Verein „EXIT“, der sich um Opfer der Hexenverfolgung kümmert. Nach 13 Jahren wagte Joanna erstmals die Rückkehr nach Nigeria, wo sie sich auf die Spurensuche nach betroffenen Frauen und Mädchen begab, die das selbe Schicksal wie sie selbst erlitten.
Fazit
„Hexenkind“ ist eine schonungslose Abrechnung mit der Hexenverfolgung in Afrika, die auch heute noch existiert. Die Autorin begab sich auf die Suche nach Erklärungen und fand diese im Aberglauben und der Geldgier vieler Priester begründet. Es ist einfach unglaublich, dass es Hexenverfolgungen in unserer Zeit immer noch gibt und Joannas ungeschöntes Buch öffnet dem Leser die Augen. Erschütternd und schrecklich – ein Buch, dass man so schnell nicht vergisst.

„Hexenkind“ von Joanna Adesuwa Reiterer, erschienen im Bastei Lübbe Verlag, Taschenbuch, 192 Seiten, 8,99 Euro, ISBN 978-3-404-60700-6
Die Autorin bedankt sich beim Bastei Lübbe Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.
Bildnachweis: copyright Bastei Lübbe
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George V.Higgins: Die Freunde von Eddie Coyle – Rezension

Der 1999 verstorbene Autor George V.Higgins schrieb über zwanzig Romane. Er arbeitete als Staatsanwalt und führte eine eigene Anwaltskanzlei. Sein berühmter Roman aus dem Jahr 1971 „Die Freunde von Eddie Coyle“ erschien am 15.Januar 2014 im Verlag Antje Kunstmann als broschiertes Buch.
Jeder spielt sein eigenes Spiel
Eddie Coyle, ein Kleinkrimineller, hat ein großes Problem: wegen Schmuggels von Alkohol droht ihm der Knast. Dave Foley, ein Detective, stellt ihn vor die Wahl: entweder Coyle gibt ihm Informationen über seine Hintermänner oder er wandert ins Gefängnis. Coyle steht vor einem großen Problem, denn er weiß nicht, welchen seiner Kumpels er verpfeifen soll. Echte Freunde hat er nicht und jeder spielt sein eigenes Spiel. Für Coyle geht es um alles oder nichts.
Fazit
„Die Freunde von Eddie Coyle“ ist ein Roman, der vorwiegend aus Dialogen in Umgangssprache besteht. In diesen drastischen Dialogen entwickelt sich eine Geschichte über Verbrecher und Polizisten, die zwar miteinander reden, aber dennoch unabhängig voneinander handeln. Als Higgins diesen beeindruckenden Roman schrieb, arbeitete er als Staatsanwalt im Bereich der Organisierten Kriminalität und lies seine Erfahrungen in das Buch mit einfließen. Higgins’ Romane sind keine leichte Kost, sondern wirklich große Literatur!

„Die Freunde von Eddie Coyle“ erschienen am 15.Januar 2014 im Verlag Antje Kunstmann, broschiert, 192 Seiten, 14,95 Euro, ISBN 978-3-88897-912-5
Die Autorin bedankt sich beim Verlag Antje Kunstmann für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.
Bildnachweis: copyright Verlag Antje Kunstmann
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Nick Hornby: A Long Way Down – Rezension des Romans

Nick Hornby gab seinen Beruf als Lehrer auf und widmete sich ganz dem Schreiben, nachdem sein Erstlingsroman „Fußballfieber“ sofort zum Bestseller wurde. Bekannt ist der Autor für seinen typisch britischen Humor. Im Dezember 203 erschien sein Roman “ A Long Way Down“ im Kiepenheuer & Witsch Verlag als Taschenbuch in deutscher Sprache.
Vier Menschen wollen sterben
Auf dem Dach eines Hochhauses treffen sich in der Sylvester-Nacht vier Menschen, die dort Selbstmord begehen wollen. Da es für alle sehr schwierig ist, in Gesellschaft anderer Menschen vom Dach zu springen, beschließt die Gruppe, erst einmal wieder vom Dach zu steigen. Sie beschließen einen neuen Selbstmord-Termin: den nächsten Valentinstag in sechs Wochen. In dieser Zeit haben sie genug Gelegenheit, sich über ihre Gründe für den Selbstmord auszutauschen. Bald wird klar, dass jeder von ihnen die Hilfe der anderen braucht, um sein ganz persönliches Problem zu lösen.
Fazit
Nick Hornby gilt nicht ohne Grund als Kultautor des britischen Humors. Dass er sein Handwerk versteht, beweist Hornby wieder einmal auf eindrucksvolle Weise in diesem wunderbaren Roman, der traurig und doch gleichzeitig sehr komisch ist. Vier bedauernswerte Gestalten wollen Selbstmord begehen und können es nicht, weil ihnen die anderen zuschauen. Welche Tragik! Beeindruckend und humorvoll erzählt Hornby die Geschichte aus der Sicht jedes Protagonisten, so dass sich der Leser in ihn sehr gut hineinversetzen kann. Zum Schluss haben die vier Protagonisten gelernt, mit ihren Problemen so umzugehen, dass sie mit ihnen leben können. Großartige Unterhaltung!

„A Long Way Down“ von Nick Hornby, erschienen im Dezember 2013 im Kiepenheuer & Witsch Verlag als Taschenbuch, 352 Seiten, 9,99 Euro, ISBN 978-3-462-04051-7
Die Autorin bedankt sich beim Kiepenheuer & Witsch Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.
Bildnachweis: copyright Kiepenheuer & Witsch
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Ingrid Steeger: Und find es wunderbar: Mein Leben – Rezension der Biografie

Ingrid Steeger ist vielen Menschen vor allem durch ihre Rolle als Sexsymbol und Ulknudel der Nation in „Klimbim“ bekannt. 2013 veröffentlichte sie im Lübbe Ehrenwirth Verlag ihre Biografie mit dem Titel „Und find es wunderbar: Mein Leben“ als gebundenes Buch.
Geschichte einer Frau, die nie aufgibt
Ingrid Steeger hat ein turbulentes Leben hinter sich: in ihrer Kindheit und Jugend wurde sie missbraucht und erlebte viel Gewalt. Ihre Männer nutzten sie oft aus und brachten ihr nicht das ersehnte Glück. Einer davon (Michael Pfleghaar) brachte sich um, ein anderer brachte die Steeger um ihr ganzes Geld. Der große Absturz in Hartz IV kam schließlich 2010. Und doch ist sie wieder obenauf. Ingrid Steeger entschloss sich, nicht aufzugeben sondern schaffte es aus eigener Kraft, wieder auf der Bühne zu stehen und zu einer gefeierten Theaterschauspielerin zu werden.
Fazit
Ingrid Steegers Biografie zeigt auf beeindruckende Weise den Menschen hinter der Schauspielerin mit all seinen Lebenstragödien. Für sie war es eine Art Therapie, dieses Buch zu schreiben und es half Ingrid Steeger dabei, aus ihrem großen Tief im Jahr 2010 zu kommen. Der Leser erfährt, wie hart es im Show-Biz zugeht und wie sehr sich viele Schauspieler für die öffentliche Darstellung verbiegen und verstellen. Schonungslos offen erzählt die Steeger über ihre Tiefpunkte im Leben. Ergänzt wird die Biografie durch viele Seiten mit persönlichen Fotos. Ein Buch, welches sich zu lesen lohnt, wenn man den wahren Menschen hinter der Maske der Ingrid Steeger einmal kennen lernen möchte.

„Und find es wunderbar: Mein Leben“ von Ingrid Steeger, erschienen 2013 im Lübbe Ehrenwirth Verlag, gebunden, 320 Seiten, 19,99 Euro, ISBN 978-3-431-038729
Die Autorin bedankt sich beim Lübbe Ehrenwirth Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.
Bildnachweis: copyright Lübbe Ehrenwirth
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