Archiv für den Monat September 2013

Fussball Weltmeisterschaft – Rezension des Bildbands von Bernd-M.Beyer und Dietrich Schulze-Marmeling

Seit Jahrzehnten ist die Fußball-Weltmeisterschaft die wichtigste Veranstaltung im Fußball. Zu Ehren dieses großartigen Fussball-Ereignisses wurde im April 2013  der drei Kilo schwere Text-Bild-Band   „Fussball Weltmeisterschaft“ von Bernd-M. Beyer und Dietrich Schulze-Marmeling herausgegeben. Veröffentlicht wurde das opulente Buch im Verlag Die Werkstatt.

Interessante Berichte und schöne Fotos

Bereits das edle, goldfarbene Outfit des Bildbandes macht neugierig auf den Inhalt. Insgesamt 21 hochkarätige Sportjournalisten kommen in diesem umfangreichen Bildband zu Wort. Für jede der bisher 19 Fussball-Weltmeisterschaften sind jeweils ungefähr 20 Seiten in diesem Band reserviert. So erhält der interessiert Leser einen umfassenden Einblick in die bekanntesten Momente der Fußballgeschichte. Neben  dem sogenannten „Wunder von Bern“ finden sich hier Berichte über Zidanes schicksalsreichen Kopfstoß von 2006, Deutschlands Siege in Südafrika und vieles mehr. Ungefähr 500 erstklassige Fotos bieten dem Leser originelle Einblicke jenseits des optischen Mainstreams. Dazu zählen die Abbildungen von den Eintrittskarten zu den bisherigen Weltmeisterschaft-Endspielen und die seltene Sammlung von WM-Bällen. Dieses aufwändige Buch ehrt auf der einen Seite die großen Fußballhelden, vergisst aber andererseits auch die Verlierer nicht.

Fazit

Für Fußball-Fans ist dieser großartige Bild-Text-Band ein absolutes Muss! Es macht einfach große Freude, in diesem Band zu blättern und die hochwertigen Fotos anzusehen. Die informativen Beiträge der erstklassigen Autoren begeistern jeden Fußball-Freund. Ein wunderbares Buch, dass in keinem Bücherschrank fehlen sollte.

„Fussball Weltmeisterschaft“ von Bernd-M.Beyer und Dietrich Schulze-Marmeling, erschienen im April 2013 im Verlag Die Werkstatt, Großformat, gebunden, 420 Seiten, 49,90 Euro, ISBN 978-3-7307-0001-3

Die Autorin bedankt sich beim Verlag Die Werkstatt für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.

Bildnachweis: copyright Verlag Die WerkstattImage

 

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Clara Morgen: Mein intersexuelles Kind – Rezension

Clara Morgen arbeitet als Autorin von Reisebüchern sowie als Ausstellungsveranstalterin in Berlin. In ihrem Buch „Mein intersexuelles Kind“ hat sie ihre Erfahrungen als Mutter eines intersexuellen Kindes beschrieben. Clara Morgen ist das Pseudonym der Autorin.

Junge oder Mädchen?

Als Clara Morgen ihr Kind zur Welt brachte, gab sie ihm den männlichen Vornamen Franz. Doch dieses Kind wurde nicht als Junge oder Mädchen sondern als Hermaphrodit geboren. Das Baby konnte im Mutterleib die männlichen Sexualhormone nicht verwerten und wurde mit verkümmerten Genitalien geboren. Die Mediziner raten den Eltern, das Baby als Mädchen aufwachsen zu lassen. Nach ausgiebigen Beratungen mit Spezialisten entscheiden sich die Eltern, dem Baby die im Bauch liegenden Hoden entfernen und das Genital weiblich modellieren zu lassen. Franz wird zu Franzi und bekommt jetzt weibliche Hormone. Im Kindergarten wird das Kleinkind für einen Jungen gehalten, mit der Schulzeit entstehen dann die ersten Probleme. Franzi ist weder Junge noch Mädchen und möchte nicht mit ihrer Mutter darüber reden. Clara Morgen muss bis heute mit der großen Last leben, dass sie und nicht ihr Kind über sein Geschlecht entschieden hat.

Fazit

Die Autorin schrieb dieses bewegende Buch mit Unterstützung der Antidiskriminierungsstelle des Bundes. Als Leser kann man die Konflikte und Hilflosigkeit der Mutter förmlich spüren. Auch heute noch wird das sogenannte 3.Geschlecht oft diskriminiert. Clara Morgen wirbt für mehr Akzeptanz von Menschen, die sich nicht eindeutig Männern oder Frauen zuordnen lassen. Ergänzt wird dieser Schicksalsbericht durch Interviews mit anderen betroffenen Eltern, Ärzten, Interessenverbänden sowie intersexuellen Menschen. Über dieses Buch denkt man noch lange nach, denn fast jeder von uns hat Vorurteile gegen Menschen, die in irgendeiner Form anders als man selbst sind. Absolut lesenswert!

„Mein intersexuelles Kind“ von Clara Morgen, erschienen im August 2013 im Transit Verlag, gebunden, 128 Seiten, 14,80 Euro, ISBN 978-3-88747-292-4

Die Autorin bedankt sich beim Transit Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.

Bildnachweis: copyright Transit VerlagImage

Stacy Schiff: Kleopatra – Ein Leben

Kleopatra von Stacy Schiff

Die 1961 geborene Stacy Schiff arbeitet als Journalistin . Für ihre Bücher „Saint-Exupéry“ und „Véra. Ein Leben mit Vladimir Nabokov“ wurde sie mit zahlreichen Preisen geehrt. Im Juli 2013 erschien im C. Bertelsmann Verlag ihr neues Sachbuch mit dem Titel „Kleopatra – Ein Leben“, in dem sich Schiff mit der einst schönsten Frau der Welt und ihrem aufregenden Leben beschäftigt.

Mythos Kleopatra

Im Alter von 18 Jahren besteigt Kleopatra gemeinsam mit ihrem Bruder, der auch ihr Ehemann ist, den ägyptischen Thron. Ihr Ziel, das ägyptische Reich zu vergrößern, scheitert am mächtigen Rom. Als Julius Cäsar nach Ägypten reist, ergreift Kleopatra ihre Chance und wird Cäsars Geliebte. Sie bekommen einen Sohn. Nachdem Cäsar ermordet wurde, wird Kleopatra die Geliebte von Marcus Antonius, mit dem sie Ägypten zu einer Großmacht ausbauen möchte. Doch ihre Pläne werden durch Octavian, den späteren Kaiser Augustus, zunichte gemacht. Als Kleopatra im Alter von 39 Jahren Selbstmord begeht, wird das frühere Königreich Ägypten zu einer römischen Provinz degradiert.

Fazit

Kleopatras faszinierender Lebenslauf inspirierte Künstler, Historiker und Chronisten dazu, sie zu einer Legende zu machen. Ihr Handeln wurde überstrahlt von ihrer unglaublichen Attraktivität, die mit Skrupellosigkeit und und Unmoral gepaart war. Stacy Schiff hingegen konzentriert sich in ihrem Buch „Kleopatra – Ein Leben“ mehr auf den Menschen hinter den Legenden. Basis ihrer Biographie sind die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse. Der Leser lernt dadurch eine legendäre ägyptische Königin kennen, die äußerst erfindungsreich und intelligent war. Das Sachbuch ist leicht lesbar und spannend geschrieben und sollte in keinem Bücherschrank fehlen.

„Kleopatra – Ein Leben“ von Stacy Schiff, erschienen im Juli 2013 im C.Bertelsmann Verlag, gebunden, 448 Seiten, 24,99 Euro, ISBN 978-3-5701-0105-6

Die Autorin bedankt sich beim C.Bertelsmann Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.

Bildnachweis: copyright C.Bertelsmann Verlag

Ilke S. Prick: Essen mit Freunden – Rezension des Romans

Nach ihrem Studium der Psychologie und diversen Tätigkeiten im psychosozialen Bereich arbeitet Ilke S. Prick seit 2002 als freie Autorin. Ihr neuer Roman „Essen mit Freunden“ erschien im August 2013 im Insel Verlag.

Ein unperfektes Leben 

Luise ist ein Mensch, dem es sehr wichtig ist, dass andere Menschen glücklich sind. Ihr eigenes Leben hingegen ist nicht so perfekt, wie sie es gern hätte. Ihre Beziehungen halten nie lange, im Job tritt sie auf der Stelle und ihre gebrechliche Mutter weigert sich hartnäckig, in ein Heim zu gehen. Um ihrem Leben doch eine schöne Seite abzugewinnen, lädt Luise regelmäßig ihre Freunde zu sich ein, um sie mit ihren Kochkünsten zu verwöhnen. Doch eines Tages ändert sich alles in ihrem Leben: ihre Mutter ist wieder verliebt und verbringt ihre Freizeit mit Tango tanzen und zu allem Übel verliert Luise ihren Job. Jetzt ist der Zeitpunkt für sie optimal, ihr Leben radikal zu ändern. Luise gründet eine eigene Firma: „Essen mit Freunden“ nennt sie ihren neuen Catering-Service, mit dem sie ihre zukünftigen Kunden überraschen möchte. Doch sie hat dabei nicht mit dem Zauber einer unerwarteten Liebe gerechnet.

Fazit

Ilke S. Pricks Romane haben eins gemeinsam: die Autorin möchte nicht nur seichte Geschichten erzählen, sondern die Leser auch zum Nachdenken anregen. In „Essen mit Freunden“ nimmt sie die Leser mit auf einen kulinarischen Streifzug, der beim Lesen Appetit auf die beschriebenen Gerichte macht. Gleichzeitig vermittelt die Autorin eine Botschaft: es ist nie zu spät, Neues zu wagen und Altes hinter sich zu lassen. Man sollte seine Träume niemals aufgeben, denn irgendwann einmal bekommt man die Chance, sie auszuleben. Obwohl es in diesem Roman von vielen verschiedenen Rezepten nur so wimmelt, wird man beim Lesen dadurch nicht gelangweilt, denn diese sind nur der Rahmen für eine gefühlvolle Liebesgeschichte. Ein bezaubernder Roman für Leser, die noch an Romantik und die große Liebe glauben.

„Essen mit Freunden“ von Ilke S. Prick, erschienen im August 2013 im Insel Verlag, Taschenbuch, 253 Seiten, 8 Euro, ISBN 978-3-458-35946-3

Die Autorin bedankt sich beim Insel Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.

Bildnachweis: copyright Insel VerlagImage

 

 

Frieda Runge: Veit und Rosemarie – Hörbuch gelesen von Christian Tramitz

Schon  im zarten Alter von 12 Jahren verfasste Frieda Runge heimlich Gedichte, die auch veröffentlicht wurden. Bekannt wurde sie durch ihre Heimat- und Liebesromane, die Frieda Runge in den 50iger Jahren schrieb. 1984 verstarb die Autorin. Am 1. September 2013 erschien im Der Audio Verlag, unter der Regie von Jochen Hähnel, das Hörbuch „Veit und Rosemarie“ nach dem gleichnamigen Roman Frieda Runges. Christian Tramitz wird auf der Lesung von der  urigen Musik der Biermösl Blosn begleitet.

Ein fesches Mannsbild

Der Veit vom großen Trollerhof ist wahrlich ein fescher junger Mann. Sein blondes, lockiges Haar und seine himmelblauen Augen lassen die Mädchen von ihm träumen. Und wenn er dann in seinen kurzen Lederhosen vor ihnen steht , ist es um die Damen geschehen. Als Veit jedoch der tugendhaften Rosemarie begegnet, ist es um ihn geschehen. Liebestrunken hält er um die Hand seiner Angebeteten an und schwört dem lasterhaften Leben ab. Doch leider ist das gemeinsame Glück bald getrübt: die Großbäuerin Traudl behauptet, ein Kind von Veit zu erwarten und fordert die angeblich versprochene Ehe von ihm. Was soll er bloß tun?

Der Sprecher des Hörbuchs

Christian Tramitz, der bereits einige Hörbücher nach dem Romanen von Frieda Runge gesprochen hat, beweist auch hier wieder sein großes, sprachliches Talent. Begleitet von der bayerischen Biermösl Blosn, erzählt Tramitz in gewohnt charmanter Art die tragische Liebesgeschichte von Veit und Rosemarie.

Fazit

Fans bayerischer Heimatromane sollten sich dieses hervorragend vorgetragene Hörbuch nicht entgehen lassen.

„Veit und Rosemarie“, Hörbuch von Frieda Runge, erschienen am 1. September 2013 im Der Audio Verlag, 2 CD`s, 160 Minuten, 16,99 Euro, ISBN 978-3-86231-318-1

Die Autorin bedankt sich beim DAV für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.

Bildnachweis: copyright DAVImage

Beate Rothmaier: Atmen, bis die Flut kommt – Rezension des Romans

Die 1962 geborene Beate Rothmaier lebt und arbeitet heute nach ihrem Studium der deutschen und französischen Literatur in der Schweiz. Ihr, im August 2013, im DVA veröffentlichtes Buch „Atmen, bis die Flut kommt“ ist der dritte Roman der Autorin. Für ihre beiden ersten Werke wurde Rothmaier bereits mehrfach ausgezeichnet.

Alleinerziehend mit behinderter Tochter 

Konrad Michaelis, ein freiberuflicher Comiczeichner, lebt allein mit seiner behinderten Tochter Lio. Seine Frau Paule ließ die beiden nach der Geburt des Kindes allein. Oft wird Konrad auf das sonderbare Aussehen seines Kindes angesprochen und muss sich seit vielen Jahren mit unzähligen Problemen herumschlagen. Jetzt ist Konrads Tochter Lio 17 Jahre alt und er hat einen Entschluss gefasst: er kann sein Leben in der bisherigen Form nicht mehr weiterführen und muss Lio loswerden. Konrad setzt Lio ins Auto und fährt zum Meer. Dort will er endlich seine Freiheit zurück, aber alles kommt völlig anders, als geplant.

Fazit

Beate Rothmaier ist selbst Mutter eines behinderten Kindes und hat ihre eigenen Erfahrungen mit in diesen Roman einfliessen lassen. Die berührende Geschichte wird aus der Sicht Konrads erzählt.  In Rückblenden erfährt der Leser alles über ein 17 Jahre dauerndes Leben mit einem behinderten Kind und den unbändigen Wunsch des Vaters, endlich wieder ein eigenes Leben führen zu dürfen. Dieser Roman zieht den Leser unweigerlich in seinen Bann, da er sehr einfühlsam geschrieben ist. Absolute Leseempfehlung!

„Atmen, bis die Flut kommt“ von Beate Rothmaier, erschienen am 2. August 2013 in der Deutsche Verlags-Anstalt, gebunden, 400 Seiten, 19,99 Euro, ISBN 978-3-421-04495-2

Die Autorin bedankt sich bei der DVA für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.

Bildnachweis: copyright DVABild

 

 

Kate Atkinson: Die Unvollendete – Rezension des Romans

Kate Atkinsons Roman „Die Unvollendete“ stand bereits auf der Shortlist des Women`s Prize for Fiction 2013. Am 2. September 2013 erschien dieser wunderbare Roman in deutscher Sprache im Droemer Verlag.

Der Traum vom perfekten Leben

Ursula Todd wird im Februar 1910 geboren, aber die Nabelschnur wickelte sich um ihren Hals und erstickte sie. Doch Ursula bekommt noch weitere zehn Versuche, ihr Leben noch einmal ganz von vorn zu beginnen. Jedesmal wenn Ursula stirbt, bedeutet das für sie einen weiteren neuen Anfang. So erlebt sie den Ersten Weltkrieg bzw. Zweiten Weltkrieg einmal als Kind, ein anderes Mal als erwachsene Frau und begegnet in ihren vielen Leben den unterschiedlichsten Personen, die dieses auf irgendeine Art beeinflussen. Aber ist es wirklich so wünschenswert, sein eigenes Leben immer wieder neu beginnen zu dürfen? Und wann ist das Leben wirklich perfekt? Gibt es diese Perfektion überhaupt?

Fazit

Der Roman „Die Unvollendete“ ist ein sehr außergewöhnliches Buch, in dem ein Kind/Mädchen/Frau die Chance erhält, sein Leben noch einmal von vorn zu beginnen, um Fehler des vorherigen Lebens zu vermeiden. Die Protagonistin lebt in verschiedenen Kriegsjahren des Ersten und Zweiten Weltkriegs, so dass der Leser die politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen dieser Zeit durch das Leben Ursula Todds kennen lernt. Durch die vielen Zeitsprünge fordert der Roman die volle Konzentration des Lesers, bietet dafür aber jede Menge Anregungen zum Nachdenken. Ein überraschendes Buch voller Liebe, Melancholie und Fröhlichkeit, welches den Leser lange Zeit nicht loslässt. Und immer wieder drängt sich der Gedanke auf, ob man selbst die Möglichkeit bekommen möchte, sein Leben beliebig oft zu korrigieren und neu zu leben.

„Die Unvollendete“ von Kate Atkinson, erschienen am 2. September 2013 im Droemer Verlag, gebunden, 592 Seiten, 19,99 Euro, ISBN 978-3-4261-9981-7

Die Autorin bedankt sich beim Droemer Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.

Bildnachweis: copyright Droemer VerlagBild

Stefano Vecchia:Die Khmer – Rezension des Sachbuchs

Stefano Vecchia ist Leiter der Asia News Agency, die regelmäßig über die Einwohner Asiens und ihr Land berichtet. Am 18. September 2013 veröffentlichte er im Verlag Philipp von Zabern seinen neuen prachtvollen Bild- und Erzählband „Die Khmer“. Darin geht er auf Spurensuche nach einer der schönsten Zivilisationen des asiatischen Kontinents.

Einzigartige Kunstschätze

Zwischen dem 9. und 15. Jahrhundert beherrschten die Khmer große Teile von Thailand, Vietnam, Laos und Kambodscha. Sie hatten ihre eigenen politischen sowie religiösen Vorstellungen und erschufen phantastische Bau- und Kunstwerke. Dazu gehören monumentale Tempelanlagen, wertvolle Heiligtümer, beeindruckende Reliefs sowie riesige Buddha-Statuen. Ihr Reich zeigt sich auch heute noch in den einzigartigen Kunstschätzen. Stefano Vecchia nimmt den interessierten Leser mit auf eine große Reise durch 600 Jahre Khmer-Kultur. Er berichtet von tragischen Persönlichkeiten und wichtigen Ereignissen. Präsentiert in Wort und Bild werden viele wunderbare architektonische Kunstwerke, die leider in unserer heutigen Zeit in Vergessenheit geraten sind.

Fazit

Man merkt diesem hochwertigen Bildband sofort an, dass sich der Autor intensiv mit der Kultur der Khmer befasst hat. Auf 208 Seiten präsentiert Vecchia beeindruckende Hochglanz-Fotografien einer vergessenen Zivilisation. Es macht einfach Freude, die qualitativ sehr hochwertigen Fotos anzuschauen und die informativen Begleittexte zu lesen. Für den Leser bleiben wirklich keine Fragen offen, denn der Autor widmet sich auch den kleinsten Details. Ein wunderbarer Bildband, der in keinem Bücherregal fehlen sollte.

„Die Khmer“ von Stefano Vecchia, erschienen am 18. September 2013 im Verlag Philipp von Zabern, gebunden, 208 Seiten, 29,99 Euro, ISBN 978-3-8053-4670-2

Die Autorin bedankt sich beim Verlag Philipp von Zabern für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.

Bildnachweis: copyright Verlag Philipp von ZabernBild

Dany Laferrière: Das Rätsel der Rückkehr – Rezension

Der 1953 in Port-au-Prince geborene Journalist Dany Laferrière musste 1976 aus politischen Gründen nach Montréal auswandern. Sein 1985 veröffentlichter Debütroman „Die Kunst mit einem Neger zu schlafen, ohne müde zu werden“ machte ihn als Autor international bekannt. Laferrières autobiografischer Roman „Das Rätsel der Rückkehr“ wurde 2009 mit dem renommierten „Prix Médicis“ ausgezeichnet und erschien im April 2013 erstmalig in deutscher Sprache im Verlag Das Wunderhorn. Die deutsche Übersetzung stammt von Beate Thill.

Eine folgenschwere Nachricht

Der 23jährige Journalist Dany Laferrière verlässt Haiti, nachdem ein Freund durch die Paramilitärs, die im Auftrag des Diktators Francois Duvalier handeln, ermordet wurde. Auch sein Vater ging vor Jahren nach New York ins Exil, während es Dany nach Montréal zieht. Nachdem er seinen Vater 33 Jahre lang nicht mehr sah, erreicht ihn jetzt am Telefon die traurige Nachricht,  dass dieser in New York gestorben ist. Dany begibt sich, zusammen mit seinem jungen Neffen, nach der Beerdigung in New York, auf die Reise in seine Heimat Haiti, wo er auf ein armes Land trifft, dass unter Bestechlichkeit und politischer Verfolgung leidet. Es ist aber auch eine Reise zurück zu seinen Wurzeln und zu seiner Familie. 

Fazit

Dany Laferrière überrascht mit seiner ungewöhnlicher Erzählform, die in Versform geschrieben ist, aber keine Reime aufweist. Das ergibt einen sehr gefühlvollen und poetischen Erzählstil, der den Leser sofort in seinen Bann zieht. „Das Rätsel der Rückkehr“ steht für den Wert der Familie und den Stolz auf die eigene Herkunft ohne die Grausamkeiten der politischen Verfolgungen anzuprangern. Absolut lesenswert!

„Das Rätsel der Rückkehr“ von Dany Laferrière, erschienen im April 2013 im Verlag Das Wunderhorn, gebunden, 300 Seiten, 24,80 Euro, ISBN 978-3-88423-426-6

Die Autorin bedankt sich beim Verlag Das Wunderhorn für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.

Bildnachweis: copyright Verlag Das WunderhornBild

Andrea Maria Schenkel: Täuscher – Rezension des Krimis

Die 1962 geborene Autorin Andrea Maria Schenkel wurde durch ihren historischen Krimi „Tannöd“ bekannt, der sofort die Bestseller-Listen stürmte und mit dem Deutschen Krimi-Preis ausgezeichnet wurde. Im August 2013 veröffentlichte sie im Hoffmann und Campe Verlag ihren neuen historischen Kriminalroman „Täuscher“, der wie ihre anderen Romane, durch einen realen Kriminalfall inspiriert wurde.

Raubmord im Jahr 1922

Man schreibt das Jahr 1922 in Landshut, als Hubert Täuscher für den Mord an seiner Verlobten Clara Ganslmeier und seiner zukünftigen Schwiegermutter angeklagt wird. Täuscher ist der Sohn eines reichen Bürstenfabrikanten, der in den Tag hinein lebt. Obwohl Täuscher verzweifelt seine Unschuld beteuert, stellt man ihn gemeinsam mit seinem Freund Luck Schinder vor Gericht und verurteilt ihn für die Morde. Ausschlaggebend für seine Verurteilung sind vor allem die vielen Zeugenaussagen von Landshuter Bürgern, die meinen, Täuscher zu kennen. Einzig ein Kriminalbeamter hat Zweifel an der Schuld Täuschers, doch behält er seine Vermutung lieber für sich.

Fazit

Auch mit ihrem neuen historischen Kriminalroman „Täuscher“ hat Andrea Maria Schenkel alle Erwartungen voll erfüllt. Die Mischung aus Zeitungsmeldungen, Berichten sowie Prozessprotokollen bietet eine vielschichtige und spannende Unterhaltung. Da der Roman zwischen verschiedenen Perspektiven wechselt, eröffnet sich dem Leser das Drama um den Doppelmord nach und nach, während er gleichzeitig dem Mordprozess folgen kann. Dieser Roman macht sehr nachdenklich, denn er hält dem Leser auch einen Spiegel vor, in dem er sieht, was Vorurteile anrichten können. 

„Täuscher“ von Andrea Maria Schenkel, erschienen im August 2013 im Hoffmann und Campe Verlag, gebunden, 18,99 Euro, ISBN 978-3-455-97734-9

Die Autorin bedankt sich beim Hoffmann und Campe Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.

Bildnachweis: copyright Hoffmann und CampeBild