Archiv für den Monat Juli 2013

Nicole C. Vosseler: In dieser ganz besonderen Nacht – Rezension

Bevor sich Nicole C. Vosseler gänzlich dem Schreiben widmete, studierte die 1972 geborene Autorin Psychologie und Literaturwissenschaften. Bereits ihre ersten Romane fanden großen Anklang bei Lesern und Presse. Im Februar 2013 erschien im cbj Verlag ihr neuer, mystischer Jugend-Roman mit dem Titel „In dieser ganz besonderen Nacht“. Empfohlen wird das Buch für Leser ab 12 Jahren.

Eine neue Freundschaft

Die 16jährige Amber ist sehr unglücklich. Nachdem ihre Mutter verstarb, muss sie jetzt zu ihrem Vater nach San Francisco ziehen. Sie fühlt sich in der amerikanischen Großstadt einsam und verlassen, da Amber aus einer kleinen deutschen Stadt stammt und auch ihre Freunde schrecklich vermisst. Als das junge Mädchen eines Tages ein leer stehendes Haus findet und neugierig betritt, begegnet sie dort einem seltsam gekleideten Jungen, der genauso alt ist wie sie. Nathaniel heißt er und Amber fühlt sich gleich zu ihm hingezogen. Seit diesem Tag besucht sie jeden Nachmittag heimlich ihren neuen Freund.

Die Wahrheit

Leider lässt Nathaniel Amber nie nah an sich heran und Amber ist fassungslos, als sie den Grund dafür erfährt: Nathaniel ist seit über 100 Jahren tot und lebt als Geist weiter. Daher können sie niemals wirklich zusammen sein. Doch gegen ihre Gefühle füreinander können die beiden nicht ankommen. In einer ganz besonderen Nacht probieren sie das eigentlich Unmögliche.

Fazit

„In dieser ganz besonderen Nacht“ ist aus der Sicht Ambers geschrieben. Der Jugendroman ist in einen Prolog, 86 Kapitel und einen Epilog unterteilt. Am Ende des Romans kommt die Autorin mit ihren persönlichen Ansichten zu Wort. Der Schreibstil ist einfach und flüssig zu lesen und punktet mit anschaulichen Beschreibungen von San Francisco. Neben einer wunderschönen Liebesgeschichte greift der Jugendroman auch das ernste Thema „Trauerbewältigung“ auf. Ein bewegendes Buch – nicht nur für junge Leser!

„In dieser ganz besonderen Nacht“ von Nicole C.Vosseler, erschienen im Februar 2013 im cbj Verlag, gebunden, 576 Seiten, 18,99 Euro, ISBN 978-3-570-155534-9

Bildnachweis: copyright cbj VerlagBild

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Geliebter Mörder – Rezension des Tatsachenbuches von Kristin Ganzwohl

Die Journalistin Kristin Ganzwohl hat bereits mehrere Bücher unter diesem Pseudonym veröffentlicht. In ihrem neuen Buch „Geliebter Mörder“ beschreibt sie ihr eigenes Schicksal.  Veröffentlicht wurde das Werk im Mai 2013 im Diana Verlag als gebundenes Buch.

Eine neue Liebe

Kristin Ganzwohl ist Anfang Vierzig und arbeitet als Redakteurin bei einer Frauenzeitschrift als sie über eine Internet-Partnerbörse einen netten Mann namens Claus kennen lernt. Anfangs interessiert sie sich nicht für den gut aussehenden Finanzmanager, da er ihr zu spießig vorkommt. Aber Claus punktet letztendlich mit seinem Charme bei Kristin. Sie treffen sich und verlieben sich ineinander. Auch Freunde und Familie von Kristin sind vom dem charmanten Mann sehr angetan.

Das Geständnis

Kristins Welt bricht an einem Sonntag Morgen nach vier Monaten Beziehung mit Claus zusammen. Beim Frühstück macht er ihr ein schreckliches Geständnis: vor elf Jahren hat er seine damalige Freundin nach einem Streit erwürgt und saß dafür sieben Jahre im Gefängnis. Nach seiner Entlassung machte Claus mehrere Therapien, studierte und bekam eine gut bezahlte Stelle als Manager. Claus bittet Kristin, ihm eine Chance zu geben. Nach dem ersten großen Schock und vielen Gesprächen mit ihren Freunden entschließt sich Kristin, Claus und ihrer Liebe eine Chance zu geben. Geholfen hat Kristin, dass sie jetzt ein Buch über ihre Erlebnisse und Gefühle schreiben konnte.

Fazit

Es ist schon sehr erstaunlich, dass eine Frau mit einem verurteilten Mörder eine gute Beziehung ohne Angst führen kann. Kristin Ganzwohl lässt den Leser an ihren Zweifeln und Gefühlen teilhaben und versucht zu erklären, warum sie ihren Lebensgefährten nach seinem Geständnis nicht verlassen hat. Das Buch ist fesselnd geschrieben und kann es mit jedem spannenden Roman aufnehmen. Ein Buch, dass auch für Vergebung und neue Chancen im Leben plädiert. Absolut lesenswert.

„Geliebter Mörder“ von Kristin Ganzwohl, erschienen im Mai 2013 im Diana Verlag, gebunden, 288 Seiten, 17,99 Euro, ISBN 978-3-453-28539-2

Bildnachweis: copyright Diana VerlagBild

 

 

Charles den Tex: Password – Rezension des Thrillers

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Charles Ten Tex gehört zu den erfolgreichsten Autoren der Niederlande. Seine Bücher findet man regelmäßig auf den Bestseller-Listen. Seine ersten beiden Thriller mit dem Hauptprotagonisten Michael Bellicher wurden bereits mit dem niederländischen Krimi-Preis „Gouden Strop“ ausgezeichnet. Jetzt erschien der dritte Teil dieser Serie mit dem Titel „Password“ als Taschenbuch im Grafit Verlag.

Ein Mensch verschwindet spurlos

Der erfolgreiche Unternehmensberater Michael Bellicher freut sich darauf, endlich seine Freundin Guusje van Donee wiederzusehen. Diese wird heute nach längerem Aufenthalt im Gefängnis endlich entlassen. Guusje ist von Beruf Anwältin und hat sich in dieser Eigenschaft einiger Unregelmäßigkeiten schuldig gemacht. Bellicher macht sich zusammen mit Guusjes Mutter auf den Weg, um seine Freundin am Gefängnistor abzuholen. Doch seine Freundin erscheint nicht. Auf seine Nachfrage bei der Gefängnisverwaltung erfährt Michael Ungeheuerliches: angeblich wurde Gussje schon Stunden vorher entlassen und von mehreren schwarz gekleideten Männern abgeholt. Seitdem fehlt jede Spur von ihr.

Die Suche beginnt

Bellicher kann nicht glauben, dass seine Freundin ohne eine Nachricht an ihn einfach so verschwindet. Er versucht übers Internet und Handy Guusje zu finden. Bald bekommt er Hinweise darauf, dass sie sich in der Gewalt der osteuropäischen Mafia befinden könnte, die im Bereich der Prostitution und des Frauenhandels sehr aktiv ist. Und diese Menschen scheuen vor keiner Gewalt zurück. Michael benötigt  jetzt Hilfe von befreundeten IT-Spezialisten, die sich in fremde PC`s hacken können. Guusje soll sich in Odessa aufhalten. Wird Michael sie finden können? Bei seiner Suche nach Guusje begibt sich der Unternehmensberater in allerhöchste Lebensgefahr.

Fazit

„Password“ ist ein hochspannend geschriebener Thriller, der den Leser von Anfang bis zum Ende fesselt. Er thematisiert den Menschenhandel und bettet dieses in eine aufregende Handlung ein. Auch wenn man die beiden Vorgänger-Romane mit Michael Bellinger nicht gelesen hat, findet man sich in der Handlung schnell zurecht, da jedes Buch in sich abgeschlossen ist.  Die Auflösung des Falls ist völlig unerwartet. Bis dahin gibt es einige sehr brutal beschriebene Szenen, die nichts für zart besaitete Gemüter sind. Ein absolut empfehlenswertes Buch für Fans anspruchsvoller Thriller.

„Password“ von Charles den Tex, Taschenbuch, erschienen im Grafit Verlag, 443 Seiten, 11,99 Euro

Bildnachweis: copyright Grafit Verlag

 

 

 

Die Voliere – Rezension des Krimis von Marc-Oliver Bischoff

Der mit dem Friedrich-Glauser-Preis für sein Erstlingswerk „Tödliche Fortsetzung“ geehrte Marc-Oliver Bischoff hat am 5. Juli 2013 seinen zweiten Kriminalroman mit dem Titel „Die Voliere“ im Grafit Verlag veröffentlicht. In diesem Roman beschäftigt sich der Autor mit den Fragen, die die sogenannte Sicherungsverwahrung von Straftätern aufwirft. Der spannende Krimi ist auch als eBook erhältlich.

Die Folgen eines Gutachtens
Nora Winter, eine junge Polizeipsychologin, wird beauftragt, ein Gutachten über drei Männer zu erstellen, die nach Verbüßung ihrer Haftstrafen in die Sicherungsverwahrung kamen. Der Europäische Gerichtshof entschied, dass in diesen Fällen die Sicherheitsverwahrung nicht rechtens war und die Männer deshalb wieder freigelassen werden sollen. Mit ihrem Gutachten soll Nora Winter bestätigen, dass die Verbrecher therapierbar sind und somit guten Gewissens auf freien Fuß gesetzt werden können. Nora ahnt nicht, dass die Entlassung der drei Männer beschlossene Sache und ein Politikum ist. Denn die Polizeibehörden benötigen dringend mehr Geldmittel und die permanente Überwachung der drei freigelassenen Männer ist eine gute Begründung dafür.

Das neue Leben in Freiheit
Bei ihren Begutachtungen lernt Nora die drei Verbrecher näher kennen: Heinz Rosen, der wegen Entführung und Tötung zweier Schüler seit dem Jahr 2002 in Sicherungsverwahrung sitzt. Wolfgang Tibursky, der wegen Betrugs und Freiheitsberaubung seit 2006 in Sicherungsverwahrung zubringt und Adam Lefeber, den man wegen Folter mit Todesfolge seit 2007 in die Sicherungsverwahrung überstellte. Gemeinsam mit dem Tierarzt Dr. Bruno Winter, der die Inhaftierten seit langem kennt, versucht Nora, diese auf ein Leben in Freiheit vorzubereiten. Nachdem die drei Männer ihre erste Unterkunft wegen des Protestes der Anwohner schnell wieder verlassen mussten, wohnen sie jetzt auf einem alten Hof mitten in einem Wald. Aber auch hier laufen die Anwohner gegen ihre Anwesenheit Sturm. Die Situation eskaliert völlig, als einer der Männer im Wald eine Leiche findet.

Fazit
„Die Voliere“ ist ein raffiniert geschriebener Krimi, der sich eines aktuellen Themas annimmt. Anfangs erfährt der Leser, welche Probleme die ehemaligen Straftäter nach ihrer Entlassung aus der Sicherungsverwahrung haben. Neben den kleinen Problemen des täglichen Lebens sind da noch die großen Probleme mit aggressiven Nachbarn, die keine ehemaligen Straftäter in ihrer Umgebung dulden. Marc-Oliver Bischoff hat einen überzeugenden und sehr fesselnden Schreibstil, der den Leser sofort in seinen Bann zieht. Die Protagonisten werden sehr glaubwürdig beschrieben und zeitweise fühlt man sogar ein wenig Mitleid mit den entlassenen Straftätern. Ein brisantes und aktuelles Thema wurde hier perfekt in eine spannende Krimi-Handlung eingebettet. Ein Roman, der noch lange zum Nachdenken anregt.

„Die Voliere“ von Marc-Oliver Bischoff, erschienen im Juli 2013 als Taschenbuch im Grafit Verlag, 411 Seiten, 11,99 Euro, ISBN 978-3-89425-420-9

Bildnachweis: copyright Grafit Verlag420_rgb_2b15c3c99e_cd62cd9425

Die Besessene – Rezension des Jugendbuches von S.B. Hayes

S.B. Hayes hat mit ihrem Buch „Die Besessene“ ihren Debütroman im Bereich Jugendliteratur geschrieben. Erschienen ist das spannende Jugendbuch im Jahr 2012 im Deutschen Taschenbuch Verlag.

Katys glückliches Leben

Katy könnte eigentlich ein glückliches Leben führen. Sie fühlte sich früher immer als Außenseiterin und hatte auch große Probleme, auf andere Menschen zuzugehen und sich mit ihnen anzufreunden. Auch ihre Mutter ist ihr keine große Hilfe, denn sie leidet seit Jahren an Depressionen, so dass sich das junge Mädchen oft um sie kümmern muss. Erst seit Katy aufs College geht und dort im Hauptfach Modedesign studiert, hat sich ihr Leben sehr zum Positiven geändert. Sie ist mit zwei anderen Mädchen sehr gut befreundet und ein beliebter und attraktiver Mitschüler namens Merlin bekundet sein Interesse an ihr. Doch eines Tages ändert sich ihr glückliches Leben so abrupt, wie es begonnen hat.

Die Stalkerin

Durch Zufall begegnet Katy der attraktiven Genevieve, die ihr sehr ähnlich sieht. Bald wird klar, dass Genevieve alles daran setzt, Katy ihr Leben zur Hölle zu machen. Genevieve besucht zu allem Ärger auch noch das selbe College wie Katy und schafft es, dass sich Katys Freundinnen von ihr abwenden und auch Merlin kein Interesse mehr an ihr zeigt. Was führt Genevieve im Schilde? Mit Hilfe von Luke, einem Freund aus Kindertagen, versucht Katy hinter das Geheimnis Genevieves zu kommen. Was die beiden bei ihren Nachforschungen herausfinden, ist schlimmer als jeder Albtraum. Auch Katys Mutter scheint Genevieve zu kennen.

Fazit

Mit ihrem Erstlingswerk „Die Besessene“ hat S.B. Hayes einen spannenden Jugendthriller geschrieben, der eine gute Mischung aus Thriller, Mystery-Roman und Liebesroman ist. Die Geschichte wird aus Katys Sicht beschrieben und punktet mit vielen Cliffhangern am Ende der Kapitel. Der Schreibstil ist recht einfach gehalten und somit ideal für Leser ab 14 Jahren, für die dieser Jugendroman auch empfohlen wird. Viele unerwartete Wendungen halten die Spannung kontinuierlich hoch und machen das Buch zu einem wahren Pageturner.

„Die Besessene“ von S.B. Hayes, erschienen in 2012 im Deutschen Taschenbuch Verlag, 419 Seiten, 14,95 Euro, ISBN 978-3-423-76061-4

Bildnachweis: copyright DTV

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